06. – 09. 07. | Osteuropatage: Transforming Identities II

Lisa Lettretage —  10. Mai 2017 — Kommentieren

Donnerstag bis Sonntag, 06. bis 09. Juli 2017, Vernissage und Finissage 19:00 Uhr, dazwischen begehbar (Eintritt frei)
Transforming Identities II
Ausstellung

Durch die steigende Mobilität der Weltbevölkerung reisen, arbeiten und leben auch Künstler_innen in einem stärker interkulturell geprägten Kontext als bisher. Das Konzept der persönlichen Künstleridentität wird dadurch beeinflusst. Heute leben immer mehr Künstler_Innen zwischen Kulturen und Identitäten und die Entstehung einer multiperspektivischen Sicht auf die Welt wächst stetig. Diese Idee der Welt des 21. Jahrhunderts reflektiert sich in der heutigen Kunst.

In der Ausstellung „Transforming Identities II“ beobachten und reflektieren KünstlerInnen ihre narzisstisch aufgeladene Idee von Identität und ihre Erfahrungen mit der Transformation ihrer Künstleridentität / Transidentität. Innerhalb einer formalistischen Ebene spielen die Künstler/innen mit verschiedenen Identitäten, welche sie auf der Suche nach einer neuen Realität zerstören, um ein neues Gebilde erstehen zu lassen: Ein künstlerisches Alter Ego. Bei der Entstehung dieses künstlerischen Alter Ego fordern
sie gleichzeitig ihre eigenen Vorstellungen und diejenigen der reflektierten Umwelt heraus. Das Resultat ist eine Multi-Perspektive – im Schnittpunkt zwischen konkretem und undefiniertem Raum. Eine Spiegelung, die hier und dort fokussiert, um neue Konstrukte entstehen zu lassen.

Transforming Identities I fand vom 02.09 bis 04.10. 2016 im Bulgarischen Kulturinstitut Berlin statt.

Akteure

Boriana Pertchinska ist 1974 in Sofia, Bulgarien geboren. 2009 zog sie nach Deutschland. Sie lebt und arbeitet heutzutage in Berlin. Sie hat eine Magistratur in Wandmalerei von der Nationalen Kunstakademie in Sofia, Bulgarien.Ihre Arbeiten bewegen sich zwischen Abstraktion und konkreter Form, wozu ihr Strukturen aus der Natur als Inspirationsquelle dienen. Technisch orientiert Pertchinska sich an den Arbeiten der „alten Meister“. Sie experimentiert auf der Basis dieser Techniken, die sie in ihre Handschrift interpretiert.

Desislava Deneva ist 1966 in Sofia, Bulgarien geboren. Sie hat Wandmalerei an der Nationalen Kunstakademie in Sofia absolviert und arbeitet auf dem Gebiet der Malerei, Grafik und Wandmalerei. Sie ist Mitglied der Union der bulgarischen Künstler. Desi Deneva hat ihre neue Ausstellung, die sie 2017 im Bulgarischen Kulturinsitut Berlin presentiert , „Die Naturgeschenke“ benannt. Es ist eine Art Allegorie der Frau verstanden als die ewige Eva, die Vitalität und Fruchtbarkeit verkörpert.

Marc Lingk ist 1964 in Berlin geboren. Er studierte Physik an der Technischen Universität Berlin und absolvierte ein Studium der Komposition an der Hochschule der Künste Berlin. Er komponierte Musikstücke für den Konzertsaal, Theater-, Tanztheater- und Filmmusiken und entwickelte elektronische und informatische interaktive Klanginstallationen und Klangobjekten in der Zusammenarbeit mit bildenden Künstlern. An der Ausstellung „Transforming Identities“ wird er mit dem Klangobjekt „Sprachbox“, einem interaktiven Klangkunst-Objekt teilnehmen.

Jana Kasalová studierte Kunst und Malerei in Brünn und Prag, danach an der University of Southhampton (Prof. Vanessa Jackson) in Großbritannien. Im Jahr 2010 erreichte sie den PhD-Titel an der University of Castilla-La Mancha in Spanien. Sie erschafft Werke in vielen Kunstbereichen – Malerei, Skulptur, Installationskunst, Video und Fotografie. Ihre Arbeiten wurden in individuell oder als Teil von Gruppenausstellungen in Prag, Wien, München, Mailand, Barcelona, Madrid, New York und einigen weiteren Städten exponiert. Momentan lebt und arbeitet sie in Prag.

Joanna Hofbauer, 1971 in Polen geboren, ist Absolventin der Oberschule für Künste „Constantin Brancusi“ in Stettin / Polen. Mit Ihren Bildern verarbeitet sie den Traum von idealen Werten, Proportionen und Schönheit. Die Darstellung des weiblichen Körpers mit seiner naturgegebener Vollkommenheit und Schönheit bildet den Schwerpunkt ihrer Malerei. Ihre Arbeiten befinden sich in privaten Sammlungen in Polen, Österreich, Tschechien, den USA und Deutschland.

Aleksandr Keller ist 1989 in Samarkand, Usbekistan geboren und zog mit 16 mit seiner Familie nach Deutschland. Er beschäftigt sich mit der Malerei und der Bildhauerei, etwa veranstaltete er zwischen 2013 und 2014 zwei erfolgreiche Soloausstellungen in der Galerie „playing with eels“ in Berlin.

Marie-Thérèse Schreiber ist 1991 in Berlin geboren und lebt immer noch dort. Nach ihrem ersten Studium der Politikwissenschaft und Philosophie entschied sie sich, Europastudien mit dem Schwerpunkt Osteuropa zu studieren. Philosophisch ist ihr daran gelegen, Strukturen und Logiken zu erkennen, die alle Menschen miteinander teilen, die bei aller Transformation konstante Größen bleiben. Dies spiegelt sich in ihrer künstlerischen Arbeit wieder.

Lisa Lettretage

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