20.04. | Einer wird davon träumen – Gedichte zwischen San José und Berlin

Martha Martin-Humpert —  15. Februar 2017 — Kommentieren

Donnerstag, 20. April 2017, 20:00 Uhr (Eintritt frei)
Einer wird davon träumen –  Gedichte zwischen San José und Berlin.
Lesung, Poesiefilm und Gespräch in spanischer und deutscher Sprache

Mit: Luis Chaves, Timo Berger und Freund*innen des Autors.
Moderation: Peter Holland und Christiane Quandt.

Regelmäßig landet Costa Rica beim Ranking der glücklichsten Länder der Erde auf den vorderen Plätzen. Aber schon Claude Lévi-Straus beschrieb die triste Kehrseite der Tropen. Luis Chaves erkundet in seinen Gedichten das vermeintliche Paradies: Die Hauptstadt San José erscheint bei ihm nachts von einem Aussichtspunkt betrachtet als bürokratisches Sternbild, das am nächsten Tag unter einem Smogdom verschwunden sein wird. Und auch die eigenen Schwächen und Ticks nimmt er in seinen Texten selbstironisch aufs Korn.

Luis Chaves ist der international bekannteste Schriftsteller des kleinen zentralamerikanischen Landes und zählt inzwischen auch zu den wichtigsten Stimmen der lateinamerikanischen Lyrik. 2015 weilte er als Gast des Berliner Künstlerprogramms für ein Jahr in Friedenau. Das Titelgedicht zu der im März im Verlag Hans Schiler erschienenen Werkauswahl ist dort entstanden. „Während ich aus den Minusgraden zurückkehre und eine beiläufige Bemerkung vortäusche“ lässt unschwer erkennen, dass Chaves auch in Berlin seinen kritischen und humorvollen Blick nicht verloren hat. – Der von Timo Berger übersetzte Band versammelt im Deutschen erstmals eine umfassende Auswahl aus dem bisherigen lyrischen Werk von Luis Chaves.

 

© Timo Berger

Luis Chaves, geboren 1969 in San José, Costa Rica, gilt als einer der führenden zeitgenössischen Schriftsteller Zentralamerikas. Nach einem Studium der Agrarökonomie begann Chaves als Autor und Übersetzer aus dem Englischen zu arbeiten. Er war Herausgeber des Poesie-Fanzines „Los amigos de lo ajeno“. 2012 erhielt Chaves für sein Werk »La máquina de hacer niebla« den Nationalpreis für Poesie des Kulturministeriums von Costa Rica. Zuletzt veröffentlichte er seine gesammelten Gedichte unter dem Titel „Falso documental“ (Seix Barral, Buenos Aires, 2016).

 

© Sarah Otter

Timo Berger, geboren 1974 in Stuttgart, ist Publizist und Übersetzer aus dem Spanischen und Portugiesischen. Zuletzt erschien von ihm seine Übersetzung des Romans „Kryptozän“ von Pola Oloixarac (Verlag Klaus Wagenbach, 2016). Er ist seit 2006 Kokurator der Latinale und war 2016 einer der Kuratoren des Berliner Literaturfestivals Stadtsprachen. Mit Luis Chaves freundete er sich an, als beide für einige Zeit in Buenos Aires lebten.

Martha Martin-Humpert

Posts

Keine Kommentare

Sei der erste und beginne die Unterhaltung.

Kommentar verfassen