21. – 25.07. | Das Tor der Verwandlung

Tom Bresemann —  26. Mai 2017 — Kommentieren

Freitag, 21., bis Dienstag, 25. Juli 2017, Vernissage 21.07., 19:00 Uhr (Eintritt frei)
Das Tor der Verwandlung
Ausstellung mit Nune Arazyan, der „Schule des Südens“, Vladimir Egorov und Svetlana Veselova

(c) Nune Arazyan

Auch hundert Jahre nach der russischen Revolution von 1917 bleibt das Ereignis einer der faszinierendsten Fixpunkte der modernen Geschichte. Die radikale Umbruchsästhetik des Ereignisses, die in den 1920er Jahren bereits Schriftsteller wie Alexander Blok zu kreativer Höchstleistung anspornte, zieht auch Nune Arazyan an. Die Petersburger Künstlerin verfolgt in ihrer Ausstellung „Das Tor der Verwandlung“ gemeinsam mit der KünstlerInnengruppe „Schule des Südens“ sowie Vladimir Egorov und Svetlana Veselova das Motiv des Bruchs zwischen Vergangenheit und Zukunft. Die drängendste Frage der Revolution, so Arazyan, sei die Frage nach der Möglichkeit des Ausbruchs aus der Unterordnung unter die Vergangenheit. Dementsprechend wird in „Das Tor der Verwandlung“ nach neuen Verknüpfungen gesucht. In einer eigens vor Ort angefertigten drehbaren Installation werden scheinbar klar einander zugeordnete Fragmente auseinandergerissen, nur um darauf gänzlich neu zusammengefügt zu werden. Sind kausale Verknüpfungen also wirklich so eindeutig wie sie scheinen? Oder ist auch der Verlauf der Geschichte Feld radikaler Neuinterpretationen? Zum 100-jährigen Jubiläum der russischen Revolution drängen sich diese Fragen auch im Programm der Lettrétage auf.

© Vladimir Egorov

Nune Arazyan ist eine in Sankt Petersburg und Berlin lebende Künstlerin, Kulturwissenschaftlerin und Schriftstellerin. Arazyan ist Absolventin des drei bis fünfjährigen Schulzentrums des wohl bedeutendsten Kunstmuseums der russischsprachigen Welt, der Sankt Petersburger Ermitage. Ihre Werke hängen außerdem in Museen in Moskau, Frankfurt, Lissabon und Zagreb. Im letzten, für Nune sehr geschäftigen Jahr erschien ihr Gedichtband „Im Labyrinth der Freiheit“. Außerdem installierte sie die Ausstellung „Auf der Suche nach Zuflucht“ in Sankt Petersburg und konzipierte die Performance „Wir können es wiederholen… Nietzsche in Russland“, die sie in Velikij Novgorod zur Aufführung brachte. (Titel v. d. Red. aus dem Russischen übersetzt)

Tom Bresemann

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