Archiv: Franziska Helms

Soundpoet Dirk Hülstrunk und Tänzerin Milla Koistinen im Gespräch.

A_Pile_of_Frames

Für eure Performance „A Pile of Frames“ spielt das Thema der Wiederholung eine wichtige Rolle. Könnt ihr das etwas genauer erklären?

Dirk: Ich arbeite mit einer sogenannten “Loop Station”, das ist ein Gerät, mit dem ich auf drei verschiedenen Spuren etwas aufnehmen und wiederholen kann. Damit kann ich die Spuren dann auch mischen. Wiederholung ist ein Element unseres Programms, ich persönlich sehe es als grundlegenden Bestandteil des Lebens. Es unterliegt ja allen möglichen Tätigkeiten und Apparaturen, von denen wir umgeben sind und ich versuche, dieses Prinzip künstlerisch zu nutzen. Das Spannende dabei ist, dass Wiederholung immer auch etwas Strukturierendes ist – und je mehr man versucht, zu strukturieren, desto chaotischer wird es am Ende. Es gibt da so einen Kipp-Punkt, an den wir auch mit unserer Performance zu kommen versuchen, an dem sich die Wiederholung selbst aufhebt und ins Chaos umstürzt: Deshalb auch “A Pile of Frames”, also Rahmen, die sich überlagern und übereinander undurchsichtig werden.

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„Picknick in der Kränkung“ mit Käthe Wenzel und Karla Reimert, kuratiert von Valentina Uribe, war am 18. Januar 2015 in der Lettrétage zu erleben.

In der multimedialen Ausstellung „Picknick in der Krängung“ untersuchen Kuratorin Valentina Uribe, die Künstlerin Käthe Wenzel und die Dichterin Karla Reimert Grenzen und Gemeinsamkeiten zwischen Lyrik und Bildender Kunst. Ausgewählte Gedichte des Gedichtbandes Picknick mit schwarzen Bienen von Karla Reimert werden an ihren Ursprungsort, die ehemalige psychiatrische Klinik Annaberg in der dänischen Stadt Nyköbing, zurückgeführt und zusammen mit Reiseandenken, Soundaufnahmen, Bildern, Kunstobjekten von Künstlerin Käthe Wenzel ausgestellt. So entsteht ein Mosaik aus physischen und geistigen Welten. Die Besucher sind eingeladen, frei mit dem Raum und den Objekten sowie mit der Kuratorin und den Künstlerinnen zu interagieren. Neue Fragen stellen sich durch neue Präsentationsformen: Welche Räume könnte bildender Kunst für die Lyrik öffnen? Wie ändert sich die Lektüre eines Textes, wenn Wörtern ein Körper (zurück)gegeben wird?

Audiobeitrag von Florian Kniffka zur von Jörg Albrecht kuratierten Veranstaltung mit Fiston Mwanza Mujila und dessen Interaktion mit Schülerinnen und Schülern im Rahmen des ¿comment!-Projekts.

Lesung aus der Jahresanthologie er Studierenden des Deutschen Literaturinstituts Leipzig

Seit nunmehr 12 Jahren erscheint die Tippgemeinschaft als Jahresanthologie des Deutschen Literaturinstituts Leipzig traditionell zur Leipziger Buchmesse. In der Lettrétage stellen die Studierenden des DLL die soeben neu erschienene Ausgabe 2015 vor, die Einblicke in ihre aktuellen Arbeiten gewährt.

Katherin Bryla Katherin Bryla wurde 1978 in Wien geboren, studierte polnische sowie niederländische Philologie und schloss 2010 ein Studium in Sozial- und Wirtschaftswissenschaften ab. Tätigkeit als Redakteurin des Monatsmagazins an.schläge und als freie Journalistin. Seit 2012 studiert Katherin Bryla am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. 2013 erhielt sie das Österreichische STARTStipendium für Literatur für ihr Romanprojekt Eistaucher.


Antje Kersten studierte Ethics, Politics and Economics an der Yale University und Regie und Drehbuch in Berlin, bevor sie 2011 nach Leipzig ans Deutsche Literaturinstitut ging. 2014 war sie Finalistin beim Literaturpreis Prenzlauer Berg und wurde zur Literaturwerkstatt Wortwelten auf Burg Ranis eingeladen. Ein poetischer Text von ihr wurde 2014 verfilmt. Der Film Ausgebranntes Haus wurde erstmals auf dem ZEBRA Poetry Film Festival in Berlin gezeigt.


Juliane Stadelmann wurde 1985 in Salzwedel geboren und absolvierte nach dem Abitur eine Ausbildung zur Surflehrerin. Von 2008-2011 studierte sie Schauspiel in Berlin. Es folgte das Studium am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Ihr Stück Ingrid Ex Machina gewann 2013 den dritten Platz des Münchener Förderpreises für deutschsprachige Dramatik. Mit Noch ein Lied vom Tod war sie 2014 beim Heidelberger Stückemarkt für den Autorenpreis nominiert. Es feierte seine Ur-Aufführung im Januar 2015 am Schauspielhaus Wien. Ihre Prosa wurde in Anthologien veröffentlicht und als Hörspiel beim WDR. Sie lebt in Berlin und schreibt Prosa, Theatertexte und Berichte über große Wellen.
Foto: Christian Schulz

Maren Wurster, geboren 1976 in Filderstadt, lebt in Berlin. Sie studierte Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften, Germanistik und Philosophie in Köln, war DAAD-Stipendiatin am Goethe-Institut New York und arbeitet im Bereich der Filmbildung. Seit 2013 Master-Studiengang am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Schreibt gerade ihren ersten Roman.

 

Donnerstag, 16. April 2015, 20:00 Uhr, Eintritt frei

Lesung mit anschließendem Gespräch

Bei den E-Bookverlagen mikrotext und Frohmann erscheinen im Frühjahr insgesamt drei Titel, die sich mit dem Thema Flucht nach Europa beschäftigen.

Cover.Michaela.Müller.Lampedusa Cover.Patras.Bwansi.Lydia.Ziemke.Mein.Name Cover-Faiz-Julia-Tieke-Mein-Akku-ist-gleich-leer-mikrotext-2015-400px-240x360

Michaela Maria Müllers Essay Vor Lampedusa erschien Anfang März im Frohmann Verlag. Bei dem Bootsunglück am 3. Oktober 2013 verloren 390 Menschen aus Eritrea und Somalia ihr Leben. Im Dezember 2013 machte sie sich auf die Reise an den Ort, der zu einem grausamen Symbol für eine verfehlte europäische Flüchtlingspolitik geworden ist.

Patras Bwansis und Lydia Ziemkes Essays aus Ich heiße Bino Byansi Byakuleka sind im Januar 2015 erschienen: Der eine führt ins Innere unseres Asylsystems, der andere zeigt die Paradoxien des Helfens auf.

Julia Tieke hat mit dem Syrer Faiz . gechattet, während er unter anderem in mazedonischen Wäldern auf Anweisungen der Schleuser wartete. Daraus entstand ein hautnaher Einblick in die extremen Bedingungen, welche Flüchtlinge heute auf sich nehmen, um zu „uns“ zu kommen: Mein Akku ist gleich leer. Ein Chat von der Flucht erscheint Anfang April und enthält auch Fotos von Faiz’ Flucht, aufgezeichnet unterwegs mit seinem Mobiltelefon.

Dienstag, 21. April 2015, 20:00 Uhr, Eintritt 5,-/ erm. 4,- Euro

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Am 17. März waren Anja Golob, Nataša Kramberger und Dušan Šarotar zu Gast in der Lettrétage. Bärbel Schwarz las Übersetzungen ihrer Texte, Mona Hornung moderierte den Abend und Daniele Croci begleitete die Lesung mit der Kamera. 

# 0-8-15: Anja Golob ab und zu  neigungen

Buchpremiere mit Valerie Fritsch

Winters Garten, so heißt die idyllische Kolonie jenseits der Stadt, in der alles üppig wächst und gedeiht, die Pflanzen wie die Tiere, in der die Alten abends geigend auf der Veranda sitzen, die Eltern ihre Säuglinge wiegen und die Hofhunde den Kindern das Blut von den aufgeschlagenen Knien lecken. Winters Garten, das ist der Sehnsuchtsort, an den der Vogelzüchter Anton mit seiner Frau Frederike nach Jahren in der Stadt zurückkehrt, als alles in Bewegung gerät und sich wandelt: die Häuser und Straßenzüge verfallen, die wilden Tiere in die Vorgärten und Hinterhöfe eindringen und der Schlaf der Menschen schwer ist von Träumen, in denen das Leben, wie sie es bisher kannten, aufhört zu existieren.

Valerie Fritsch, 1989 in Graz geboren, wuchs in Graz und Kärnten auf. Nach ihrer Reifeprüfung 2007 absolvierte sie ein Studium an der Akademie für angewandte Photographie und arbeitet seither als Photokünstlerin. Sie ist Mitglied des Grazer Autorenkollektivs plattform. Publikationen in Literaturmagazinen und Anthologien sowie im Rundfunk. 2011 erschien ihr Debütroman Die VerkörperungEN bei Leykam. Sie lebt in Graz und Wien. Winters Garten ist ihr erster Roman im Suhrkamp Verlag.                                                                                      Moderation: Susan Bindermann

Foto: Jasmin Schuller

Montag, 4. Mai 2015, 20:00 Uhr, Eintritt frei

Gerhild Steinbuch und Jörg Albrecht ­ Memory der Fiktionen
Nolte Decar ­ Helmut Kohl läuft durch Hongkong

Welche Verantwortung haben Fiktionen eigentlich der Realität gegenüber? Aber vor allen Dingen ­ welche Realität, wenn alles fiktiv erscheint? Gerhild Steinbuch und Jörg Albrecht, die zusammen Arbeiten über popmoderne Medienmythen entwickelt haben (zuletzt You’re not the same, Batman!), fragen diesmal in einem dem Zufall überlassenen Fiktionsmemory nach der Verantwortung von Fiktionen gegenüber der Realität und lassen nebenbei mögliche unmögliche Geschichten und mögliche unmögliche Realitäten entstehen.

Die selbsternannten Schreckgespenster des bürgerlichen Feuilletons, setzen sich in einer Skandal­Performance mit dem immer noch wenig vorhandenen Nachspielen neuer Texte auseinander. Dazu nehmen sie ihr Stück Helmut Kohl läuft durch Bonn auseinander, rauchen französischen Käse, trinken Gitanes, lesen Rotwein, und essen Deleuze, das alles unter dem Titel: Helmut Kohl läuft durch Hongkong.

Gerhild Steinbuch, 1983 in Mödling geboren, studierte Szenisches Schreiben in Graz und seit Herbst 2012 den Master der Dramaturgie an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin. Derzeit schreibt sie im Auftrag der Opéra de Lille das Libretto für eine Oper von Wolfgang Mitterer, deren Uraufführung für die Spielzeit 2015/16 geplant ist, sowie an einem Auftrag für das Schauspiel Leipzig. Gemeinsam mit Jörg Albrecht erarbeitet Gerhild Steinbuch derzeit eine Performance für den Steirischen Herbst.

Jörg Albrecht wurde 1981 in Bonn geboren und wuchs in Dortmund auf, heute lebt er in Berlin. Er studierte von 2001 bis 2006 Komparatistik, Germanistik und Geschichte in Bochum und Wien. Albrecht schreibt Prosa/Romane, Theatertexte, Hörspiele, Essays, seine Foto- und Videoarbeiten und Performances beschäftigen sich als intermediale Serien mit Machtkonstellationen. Seine literarischen Arbeiten zu Themen wie Überwachung, Prekarisierung und Queerness wurden als Rückkehr des Diskursiven und Politischen in die Literatur der jüngeren deutschen Generation gewertet.

Nolte Decar Die Autoren Michel Decar und Jakob Nolte wurden Ende der 1980er Jahre in westdeutschen Kleinstädten geboren und großgezogen. Sie studierten Szenisches Schreiben an der UdK in Berlin und verfassen Romane und Theaterstücke. Ihr Stück Das Tierreich wurde 2013 mit dem Brüder-Grimm-Preis des Landes Berlin ausgezeichnet und für den Autorenpreis des Heidelberger Stückemarkts 2014 nominiert. Helmut Kohl läuft durch Bonn wurde zu den Autorentheatertagen 2014 am Deutschen Theater Berlin eingeladen. 2014 nahmen sie außerdem am europäischen Autorenlabor Theatre Cafe teil, einer Kooperation von vier Theatern in England, den Niederlanden, Norwegen und Deutschland.

Mittwoch, 6. Mai 2015, 20:00 Uhr, Eintritt frei

Deniz Utlu und Olga Grjasnowa ­ Romane auf der Bühne
Wolfram Lotz und Hannes Becker ­ Die Hand vom Intendant, die Band vom Inspizient

Romanadaptionen als Alternative / Erweiterung / Herausforderung / Publikumsfänger für das Theater? Zwei AutorInnen, Olga Grjasnowa (Die juristische Unschärfe einer Ehe) und Deniz Utlu (Die Ungehaltenen), deren Romane gerade für die Bühne bearbeitet werden, bringen ihre RegisseurInnen mit zu einem öffentlichen Arbeitsgespräch, um herauszufinden, wie man mit Romanen eigentlich im Theater verfährt. Welche Möglichkeiten gibt es, welche Anforderungen, welche Realität strukturiert einen Roman und wie kommt diese auf der Bühne rüber? Und wer hat eigentlich die wichtigste Szene gestrichen?

Wolfram Lotz, der spätestens mit dem Stück Die lächerliche Finsternis die Bühnen für sich gewonnen hat und Hannes Becker, der als Autor (Westliche Werte) und Übersetzer (u.a. von Pamela Carter) arbeitet, publizieren zusammen auch gern zusammen immer wieder Ideen für ein unmögliches Theater und haben sich vor kurzem mit 27 Forderungen an selbiges zurückgemeldet. Und sie versprechen uns diesmal endlich einen Abend, der exakt in Richtung dessen geht, was Titel inklusive Untertitel versprechen. Was macht der Text im Theater? Warum geht er nicht woandershin?

Deniz Utlu wurde 1983 in Hannover geboren. Er studierte Volkswirtschaftslehre in Berlin und Paris und lebt als freier Autor in Berlin. 2014 erschien sein Roman Die Ungehaltenen im Graf Verlag. Seine Stücke Tod eines Superhelden und Fahrräder könnten eine Rolle spielen wurden 2011 und 2012 im Ballhaus Naunynstraße uraufgeführt. Diese hatte er im Schreibduo Angry Birds mit Marianna Salzmann geschrieben, mit der er 2013 die Literaturwerkstatt RAUŞ – NEUE DEUTSCHE STÜCKE leitete. Im Maxim Gorki Theater kuratiert er seit 2013 die Lesereihe gegen sätze. Seit 2003 gibt er das Kultur- und Gesellschaftsmagazin freitext heraus.

Olga Grjasnowa wurde 1984 in Baku, Aserbaidschan geboren und wuchs im Kaukasus auf. Absolventin des Deutschen Literaturinstituts Leipzig. 2011 erhielt sie das Grenzgänger-Stipendium der Robert Bosch Stiftung. Derzeit studiert sie Tanzwissenschaften an der FU Berlin. Für ihren vielbeachteten Debütroman Der Russe ist einer, der Birken liebt wurde sie zuletzt 2012 mit dem Klaus-Michael Kühne-Preis und Anna Seghers-Preis ausgezeichnet. Außerdem erhielt sie das Hermann-Lenz-Stipendium. 2014 erschien der Roman Die juristische Unschärfe einer Ehe, der 2015 am Maxim Gorki Theater uraufgeführt wird. 2014 erhielt sie ein Arbeitsstipendium für Schriftsteller der Kulturverwaltung des Berliner Senats und 2015 den Chamisso-Förderpreis für ihren zweiten Roman.

Wolfram Lotz wurde 1981 in Hamburg geboren, studierte Literatur-, Kunst- und Medienwissenschaft in Konstanz, und Literarisches Schreiben am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Er schreibt Theaterstücke, Hörspiele, Lyrik und Prosa. Er erhielt u.a. den Werkauftrag und den Publikumspreis des Stückemarkts des Berliner Theatertreffens sowie den Kleistförderpreis für das Stück Der große Marsch. Seine Theaterstücke erscheinen alle beim S. Fischer Verlag und werden deutschland- und österreichweit inszeniert. So feierte sein letztes Stück Die lächerliche Finsternis 2014 am Burgtheater in Wien seine Uraufführung und wurde 2015 für den Mühlheimer Dramatikerpreis nominiert und in der Burgtheaterinszenierung zum Berliner Theatertreffen eingeladen.

Hannes Becker wurde 1982 in Frankfurt am Main geboren und lebt in Berlin. Er studierte Neuere Deutsche Literatur, Geschichte und Amerikanistik in Berlin sowie Literarisches Schreiben in Leipzig. Er veröffentlichte in Magazinen wie EDIT, Lauter Niemand, Neue Rundschau und Tippgemeinschaft. Außerdem betreut er den Weblog ,http://www.dasuntergehendeschiff.blogspot.de übersetzte Theaterstücke von Pamela Carter für den Suhrkamp Verlag und trat selbst als Dramatiker in Erscheinung. Zuletzt erschienen 27 Forderungen an das Theater (gemeinsam mit Wolfram Lotz), in: Theater Heute, Jahrbuch 2014 (abrufbar auf http://www.editonline.de/blog/27-forderungen-das-theater/).

Mittwoch, 13. Mai 2015, 20:00 Uhr, Eintritt frei