Archiv: Katharina Deloglu

Mittwoch, 19. Juli 2017, 20:00 Uhr (Eintritt frei)
CON_TEXT VII: memory foam
Mit Rike Scheffler und Jochen Roller

Bei der siebten Auflage unserer Reihe CON_TEXT trifft der Choreograf und Tänzer Jochen Roller auf die Autorin Rike Scheffler: In einem sensorischen Raum inszenieren sie Text als raumklangliches und haptisches Ganzkörpererlebnis. Die Besucher werden von Hosts/Hostessen in die begehbare Installation und zurück geleitet. Die Veranstaltung findet auf deutsch statt.

Die Veranstaltungsreihe CON_TEXT vesucht das Format Lesung neu zu denken und zu thematisieren. Jeweils ein/e Autor/in und ein/e Künstler/in einer anderen Sparte erarbeiten gemeinsam eine Woche lang in der Lettrétage ein interdisziplinäres Veranstaltungsformat. TänzerInnen, MusikerInnen, Bildende und Darstellende KünstlerInnen sowie FilmemacherInnen sind die künstlerischen PartnerInnen der AutorInnen. Ausgehend vom literarischen Text entwickeln die KünstlerInnen-Tandems interdisziplinäre Formate und thematisieren dabei den Prozess der gemeinsamen Arbeit. Die so entstehende literarische Veranstaltung wird als ein eigenes, weit über die bloße Textpräsentation hinausgehendes, künstlerisches Werk begriffen. Die KünstlerInnen arbeiten ohne inhaltliche Vorgaben, der Prozess ist ergebnisoffen.

Insgesamt finden zehn Abendveranstaltungen und eine Abschlußkonferenz statt. Zu jeder Veranstaltung erscheinen ein Interview mit einem Experten und eine kurze filmische Dokumentation im Lettrétagebuch. Dort findet sich auch weitere Information zur Veranstaltungsreihe und zu den beteiligten KünstlerInnen und Veranstaltungsterminen.

CON_TEXT wird gefördert durch die Senatsverwaltung für Kultur und Europa.

 

Montag, 31. Juli 2017, 20:00 Uhr (Eintritt 5,- / erm. 4,-)
Asemische Dialoge
Mit Tomomi Adachi und Jaap Blonk

Asemische Dichtung (Dichtung ohne semantische Bedeutung) tauchte als Kunstform erstmals vor rund 100 Jahren, in den frühen Avantgarde-Bewegungen des 20. Jahrhunderts wie Dada, Futurismus und Konstruktivismus, auf. Tomomi Adachi und Jaap Blonk haben sich intensiv mit dem Material aus dieser Zeit auseinandergesetzt und es immer wieder neu präsentiert. Texte von Kurt Schwitters, Hugo Ball, Raoul Hausmann, Welimir Chlebnikow und – in Tomomis Adachis Fall auch von frühen japanischen Autoren – brachten sie zur erneuten Darbietung.

Trotzdem sind beide Performer auch einen Schritt weiter gegangen und haben ihre eigene Ausdrucksweise in diesem Bereich entwickelt. Sie spielen mit spontaner und strukturierter, manchmal auch computergenerierter Sprache und beleben dieses Spiel durch umfangreiche Erkundungen der komplexen Phonetik und zeitgenössischen Klangverarbeitung. Mit dem kreativen Einsatz von Live-Elektronik erweitern sie ihre Arbeit fortwährend. Unterstützt durch ihre starke Bühnenpräsenz sprengt die Aufführung die Grenzen von Poesie und Musik, Text und Klang, Komposition und Improvisation, Akustik und Elektronik.

 

© naya collective

Tomomi Adachi ist Künstler, Komponist, Klang- und visueller Poet sowie Instrumentenbauer. Er ist bekannt für seinen vielseitigen Stil, führt seine eigene Stimme und außerdem elektronische Stücke, Klangpoesie, improvisierte Musik und Gegenwartsmusik auf. Er hat standortspezifische Kompositionen, Kompositionen für klassische Ensembles und Chorstücke für ungeschulte Musiker geschrieben und an den verschiedensten Orten der Welt, einschließlich der Tate Modern, dem Festival MaerzMusik, dem Centre Pompidou, dem Poesiefestival Berlin und dem Walker Art Center präsentiert. Adachi arbeitet mit selbst hergestellten Instrumenten, Twitter-Texten und sogar paranormalen Phänomenen. Als der einzige japanische Performer für Klangpoesie führte er 1996 Kurt Schwitters ‚Ursonate‘ als japanische Premiere auf. Seine CDs sind bei den Labels Tzadik, Omegapoint und naya records erschienen. Adachi war Gast des Artists-in-Berlin Programm des DAAD im Jahre 2012.

 

© Etang Chen

Jaap Blonk (geboren 1953 in Woerden, Niederlande) ist Komponist, Dichter, Musiker und Performer. Sein Studium der Physik, Mathematik und Musikwissenschaft brach er ab und begann, Saxophon zu spielen und zu improvisieren. In den frühen 80er Jahren entdeckte er sein stimmliches Potenzial und experimentierte fortan über Jahre mit Phonetik und den Möglichkeiten der menschlichen Stimme. Heute ist er ein Spezialist für das Kreieren und Aufführen von Lautpoesie. Er tritt weltweit auf und gibt regelmäßig Workshops. Mit dem Einsatz von Live-Elektronik hat der Spielraum und die Reichweite seiner Arbeit eine beträchtliche Erweiterung erfahren. Von seinen Lautpoesie-Partituren hat er darüber hinaus ein eigenes Werk an großformatigen Zeichnungen erschaffen, das veröffentlicht und in Ausstellungen gezeigt wurde. Seine Musik ist auf bislang 22 CDs bei seinem eigenen Label Kontrans erschienen; andere Aufnahmen finden sich u.a. bei VICTO (Kanada), Monotype Records (Polen) und Balance Point Acoustics (USA).

 

Die WiSU-Flyer sind da und freuen sich über interessierte Leser  – Weiterleiten erlaubt 🙂

 

Allgemein:Überblick über die Angebote des Projekts WiSU

Angebot Raumnutzung

Beratungsangebot: Sprechstunden (Dozenten, Zielgruppen bzw. Themen)

 

Alternativ informiert auch die Webseite des Projekts WiSU:

http://literaturszene.berlin/raumnutzung/

http://literaturszene.berlin/beratungsangebot/

Information für Berliner Literaturveranstalter*innen:

Ankündigung von Veranstaltungen im Serviceteil der LateinamerikaNachrichten (LN)

Email an: redaktion@ln-berlin.de

 

Bitte mit dem Betreff „Service“

 

Und den wichtigsten Infos in der Mail:

– Titel der Veranstaltung

– wer, wo, wann

– kurze Beschreibung und/oder Internetlink

– Eintritt?

 

Nächste Termine:

  • Aprilausgabe: Alles, was ihr bis 28. März schickt, kommt bei den Leser*innen ca. am 10. April an
  • Maiausgabe: 2.5. > bei den Leser*innen um den 15.5.
  • Juni: 6.6. > 19.6.
  • Doppelausgabe Juli/August: 11.7. > 24.7.
  • Doppelausgabe Sep/Okt: 12.9. > 25.9.
  • November (heißt so, auch wenn sie schon im Oktober erscheint – also nicht irritieren lassen, sondern an den Daten orientieren): 10.12. > 23.10.
  • Dezember (vgl. November): 7.11. > 20.11.
  • Januar: 5.12. > 18.12.

[hier: Fotos zur Veranstaltung, Interview mit den Künstlerinnen]

Von Ricoh Gerbl

Es ist Dienstag Abend. Kurz vor zwanzig Uhr. Ich laufe den Mehringdamm entlang. Bin auf dem Weg in die Lettrétage. Eine Autorin, Kinga Tóth, und eine Zeichnerin, Doro Billard, präsentieren das Ergebnis ihrer Zusammenarbeit. Sie hatten eine Woche lang Zeit sich mit ihren unterschiedlichen Ausdrucksformen anzunähern. Vereinfacht gesagt: irgendwie zusammen zu kommen. Dass Literatur auf andere Kunstrichtungen trifft ist Teil der Veranstaltungsreihe CON_TEXT. Autoren und Autorinnen treffen auf Künstler und Künstlerinnen aus verschiedenen Sparten und sollen gemeinsam etwas erarbeiten. Heute Abend wird dem Publikum der dritte Ausgang von so einer „Karambolage“ präsentiert. Ich biege in den Hinterhof ein. Ein paar Leute stehen vor dem Eingang. Rauchen. weiterlesen…

Donnerstag, 11. Mai 2017, 18:30 Uhr (Eintritt frei)
Offene Werkstatt zu CON_TEXT IV: Concrete Skin
Mit Maria A. Ioannou & Momo Sanno

 

Der rumänische Tänzer und Choreograf Momo Sanno und die zypriotische Autorin Maria A. Ioannou laden am Donnerstag, 11. Mai, in die Lettrétage zu einer offenen Werkstatt ein, um gemeinsam mit ihren Besucher*innen Text und Bewegung für ihre Veranstaltung am folgenden Freitag Abend zu erkunden. CONCRETE SKIN wird auf Grundlage von Ioannous Kurzgeschichte Philip auf Objekte fokussieren. Objekte und die „Objekt-ivierung“ in Bezug auf den Körper und das Schreiben stehen im Mittelpunkt. Die Künstler versprechen Einblicke in einen Dialog zwischen Körper/Bewegung und Text/Lesung und zudem in ihre interkulturelle Zusammenarbeit.

CON_TEXT ist ein Modellprojekt, in dessen Rahmen neue, interdisziplinäre Formate von Literaturveranstaltungen von einem spartenübergreifenden Künstler-Duo konzipiert und umgesetzt werden. Insgesamt finden zehn Abendveranstaltungen und eine Abschlusskonferenz statt. Die Künstler*innen arbeiten eine Woche lang gemeinsam an Ihrer Veranstaltung und stellen während dieser Produktionsphase mit einem informellen Werkstatt-Format ihre Arbeit in progress vor.

CON_TEXT wird gefördert durch die Senatsverwaltung für Kultur und Europa.


Samstag, 11. März, 16:00 Uhr (Eintritt frei)
Mädchen und Wasser: Offene Werkstatt. Im Rahmen des Modellprojekts CON_TEXT.
Mit Kinga Tóth & Doro Billard
. Familien mit Kindern willkommen.

Die bildende Künstlerin Doro Billard und die Autorin und (Klang-)Poet-Illustratorin Kinga Tóth laden  am Samstag, 11. März, in die Lettrétage zu einer offenen Werkstatt ein, um gemeinsam mit ihren Besucher*innen die Materialien für ihre Veranstaltung am darauffolgenden Dienstag Abend vorzubereiten. Bei einem informellen Gespräch geben die Künstlerinnen Einblick in ihr Schaffen – Texte, Farben, Papierarbeiten… – und erzählen, wie sie zusammen einen Abend über das Thema „Mädchen und Wasser“ entwickeln. Auch Familien mit Kindern sind willkommen!

CON_TEXT ist ein Modellprojekt, in dessen Rahmen neue, interdisziplinäre Formate von Literaturveranstaltungen von einem spartenübergreifenden Künstler-Duo konzipiert und umgesetzt werden. Insgesamt finden zehn Abendveranstaltungen und eine Abschlusskonferenz statt. Die Künstler*innen arbeiten eine Woche lang gemeinsam an Ihrer Veranstaltung und stellen während dieser Produktionsphase mit einem informellen Werkstatt-Format ihre Arbeit in progress vor.

CON_TEXT wird gefördert durch die Senatsverwaltung für Kultur und Europa.

Norbert Lange an Mathias Traxler anläßlich der von Harald Muenz und Mathias Traxler gemeinsam konzipierten und präsentierten Literaturveranstaltung „Haut-Parleurs“ am 23. Februar 2017 in der Lettrétage im Rahmen des Projekts CON_TEXT:

 

7.3.2017

 

Lieber Mathias,

 

das war ein gutes Treffen! Auch eine schöne Gelegenheit, die Themen aufzufrischen, auf die wir in unseren Gesprächen oft zurückkommen. Auf dem Heimweg ist mir dann noch das richtige Wort eingefallen, um Robin Blasers Umgang mit den Wörtern zu beschreiben: Es war nicht „Eleganz“, an die ich dachte und wie ich zuerst erklären versuchte, auch wenn das, ganz sicher sogar, eine Eigenschaft von Blasers Gedichten ist; sondern das Wort, nach dem ich suchte, war „Achtsamkeit“. Ich bilde mir ein, dass man Dichtern anhören kann, wie sehr sie in ihren Gedichten den Wörtern Raum geben, oder wie wenig sie ihn ihnen überlassen. Wenn ich Blaser höre – und als ich Harald Muenz und Dir zuhörte, hatte ich denselben Eindruck –, spüre ich eine Aufmerksamkeit, die den Wörtern die Möglichkeit lässt, sich zu artikulieren. Es ist ein Hegen der Wörter, da man um ihre Sensibilität weiß und ebenso darum, welchen Zorn sie über einem entladen können, wenn sie falsch angefasst werden. Sensibilität und Zerbrechlichkeit sind eben nicht synonym. Die Angewohnheit der Wörter, sich gegen den zu wenden, der sie gebraucht, tritt dazwischen. Und nur Schwachköpfe oder selbstgerechte Autokraten glaubten dann, dass sie ihnen blind folgen. So schnell kann sich täuschen, wer meint, mit Wörtern auf etwas hinauszulaufen, während sie mit ihm schon umspringen, wie es ihnen gefällt. Wie man auf Wörter gekommen ist, so hat man sie sich möglicherweise schon eingefangen. Und wer trotz mehrerer Backpfeifen noch meint, keinen Grund zum Zweifel am eigenen Verhalten zu haben, der wurde unlängst zur Marionette seiner empfindlichen Wärter.

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Freitag, 27. Januar 2017, 20:00 Uhr (Eintritt frei)
Programmschwerpunkt CON_TEXT
Mit Cia Rinne & Gernot Wieland

Im Januar 2017 startet in der Lettrétage die Veranstaltungsreihe CON_TEXT, die das Format „Lesung“ neu zu denken und zu thematisieren sucht. Jede der zehn geplanten CON_TEXT-Veranstaltungen wird von einem/r Autor/in und einem/r Künstler/in aus einer anderen Sparte gemeinsam erarbeitet und umgesetzt. Ziel ist, interdisziplinäre Formate vom literarischen Text ausgehend zu entwickeln und dabei die literarische Veranstaltung als ein eigenes künstlerisches Werk zu verstehen. Selbstverständliche Veranstaltungsformate und Rollen des Literaturhausbetriebs werden dabei ästhetisch lustvoll in Frage gestellt.

Die erste Veranstaltung wird von Cia Rinne (Autorin) und Gernot Wieland (bildender und darstellender Künstler) konzipiert und umgesetzt. 

Weitere Infos zur Veranstaltungsreihe und zu den beteiligten KünstlerInnen und Veranstaltungsterminen.

CON_TEXT wird von der Senatsverwaltung für Kultur und Europa gefördert.

Intro: CON_TEXT

Katharina Deloglu —  3. Oktober 2016 — Kommentieren

CON_TEXT. Veranstaltungsreihe und Konferenz zu neuen Formen der literarischen Veranstaltung

CON_TEXT ist eine 2017 startende Reihe der Lettrétage, die das Format „Lesung“ neu zu denken und zu thematisieren sucht. Jede CON_TEXT-Veranstaltung wird von einem/r Autor/in und einem/r Künstler/in aus einer anderen Sparte gemeinsam erarbeitet und umgesetzt. Ziel ist, interdisziplinäre Formate vom literarischen Text ausgehend zu entwickeln und dabei die literarische Veranstaltung als ein eigenes künstlerisches Werk zu verstehen. Selbstverständliche Veranstaltungsformate und Rollen des Literaturhausbetriebs werden dabei ästhetisch lustvoll in Frage gestellt.

CON_TEXT erprobt Ansätze, die Produktion, Präsentation und Reflexion des Kunstwerks verschmelzen lassen. Das literarische Kunstwerk öffnet sich zum Diskurs und zum Prozess – dem Leser wird kein fertiges, unveränderliches Produkt, kein fixierter Standpunkt mehr präsentiert, sondern ein fragiles, veränderliches Gebilde, zu dessen Teil er im Rahmen einer „Textaufführung“ werden kann. Produktion und Präsentation werden eins, die Veranstaltung nähert sich der Kunstgattung Literatur und ihrem Charakter des Prozesshaften an: Literatur wird Kommunikationsanlass, anstatt eine Wahrheit apodiktisch zu verkünden.

Zehn Veranstaltungen im Jahr 2017 werden von einem/r literarischen Autor/in und einem/r Künstler/in einer anderen Kunstsparte gemeinsam entwickelt und umgesetzt. Eine abschließende dreitägige internationale Konferenz mit Künstlerinnen und Wissenschaftlern öffnet einen Diskussionsraum, der die zahlreichen Praxisbeispiele theoretisch reflektiert: In welchem Verhältnis steht die literarische Veranstaltung zum Text, steht der Kurator zum Autor? Wie kann eine literarische Veranstaltung einen tatsächlichen ästhetischen und diskursiven Mehrwert bieten, ohne den künstlerischen Eigensinn der Texte kleinzusprechen? Bedeutet Kuratieren eine Enteignung des Autors? Ist Kuratieren ein Übersetzen? Welche ist dann die Zielsprache? Welche Möglichkeiten erschließen analoge und digitale Mittel der Textproduktion und -präsentation für die literarische Veranstaltung? Ist am Ende alles „Inszenierung“? Und wenn nicht: Welche Sprache kann die literarische Veranstaltung ersinnen, die die Eigenheit des literarischen Textes behaupten und zugleich kreativ weiter(ver)arbeiten kann, mit Blick auf das ästhetische, lebendige Erlebnis von Literatur?

CON_TEXT knüpft zum Teil an aktuelle Entwicklungen anderer Kunstsparten beziehungsweise der genuin interdisziplinären Kunst an. Oft werden Texte von Bildenden oder Darstellenden Künstlerinnen für ihre Werke genutzt. Der Unterschied ist jedoch, dass selten denjenigen Künstlern ein Podium geboten wird, die literarische Texte in den Mittelpunkt stellen und Interdisziplinarität aus der Perspektive der Literatur heraus entwickeln. Genau hier setzt CON_TEXT an.

 

Gefördert durch die Senatsverwaltung für Kultur und EuropaSen_KuEu_logo_quer