Archiv: Tom Bresemann

Donnerstag bis Sonntag, 16.-19. Dezember 2017
Zweiter WiSU-Branchentreff Literatur
im Haus der Kulturen der Welt

Der Branchentreff Literatur versammelt die Solo-Selbständigen der Literaturbranche, um aktuelle Themen der Literaturszene und politische Entwicklungen zu diskutieren. Dieses Jahr stehen alternative Formen der Arbeitsorganisation, Kooperation und Genossenschaftsmodelle im Blickpunkt der Arbeitsgruppen, Panels, Vorträge und Workshops. Im Projektemarkt findet das Crowd-Prinzip unmittelbar praktische Anwendung. Die Teilnahme am gesamten Angebot ist kostenlos.

Die offizielle Eröffnung mit einem Begrüßungswort von Moritz Malsch und einer Performance vom G13-Lyrikkollektiv findet am Freitag um 19:00 Uhr statt. Die Abschlussveranstaltung beginnt am Sonntag um 18:00Uhr: Aperó und Abschlusslesung mit Denis Abrahams (Sprecher und Schauspieler) und Ben Kraef (Saxophonist).

Mehr Informationen gibt es unter: http://literaturszene.berlin/branchentreff/

Die Anmeldung erfolgt unter: http://literaturszene.berlin/anmeldung-branchentreff-literatur-2017/

In Kooperation mit dem Haus der Kulturen der Welt.

Der Branchentreff Literatur wird von der Senatsverwaltung für Kultur und Europa und dem EFRE-Fonds gefördert.

BuchBerlin 2017

Tom Bresemann —  6. November 2017 — Kommentieren

Im November findet die Buchmesse BuchBerlin zum vierten Mal statt. Auch die Lettrétage wird mit dem Projekt WiSU dort vetreten sein. Vorab haben wir mit BuchBerlin-Gründerin Steffi Bieber-Geske ein Interview geführt.

Die deutsche Literaturlandschaft besitzt mit den Buchmessen in Frankfurt und Leipzig bereits zwei sehr große, prominente und international bekannte Foren für Verlage, Veranstalter und Medien. Warum braucht es da noch die Buch Berlin?
Weil die großen Buchmessen für unabhängige Verlage und Selfpublisher nur bedingt interessant sind. Viele können sich die exorbitanten Standgebühren schlicht nicht leisten – und wenn, dann sitzen sie an einem winzigen Stand, in den sich niemand hineintraut, und gehen neben den riesigen, aufwendig gestalteten Ständen der großen Verlage schlicht unter.
Das ist auf der BuchBerlin anders. Bei uns stehen die kleineren und mittelständischen Verlage sowie Autoren und Selfpublisher im Mittelpunkt.
Außerdem ist Berlin eine traditionelle Literaturstadt, in der rund 200 Verlage ansässig sind und weit mehr als 1000 Autoren leben. Viele Berliner lesen gern und freuen sich daher, nun direkt in der Hauptstadt eine Buchmesse besuchen zu können.
Bei uns geht es gemütlicher und familiärer zu als in Leipzig und Frankfurt, der Eintritt kostet viel weniger und man hat die Chance, an einem Tag alle interessanten Aussteller zu besuchen und muss sich nicht auf ein, zwei Hallen beschränken. Alle Aussteller verkaufen ihre Bücher direkt am Stand und weil zahlreiche Autoren vor Ort sind, kann man sich viele Titel auch signieren lassen.

Die Buch Berlin ist innerhalb von nur vier Jahren auf eine beträchtliche Größe gewachsen. Wie beurteilen Sie rückblickend diese Entwicklung und was erwarten Sie für die kommenden Jahre?
Bereits im ersten Jahr waren wir ausgebucht – es war daher schnell klar, dass die Verlage und Autoren auf eine Messe wie die BuchBerlin gewartet haben. Ich bin ja selbst Verlegerin und habe bei der BuchBerlin das umgesetzt, was ich mir selbst als Ausstellerin gewünscht habe. Viele Aussteller sind uns von Anfang an treu geblieben, weil sie sich auf der BuchBerlin einfach wohlfühlen – und teilweise auch wirklich gute Umsätze machen. Zahlreiche andere sind hinzugekommen.
Auch die Zahl der Besucher steigt von Jahr zu Jahr – inzwischen kommen Leseratten aus ganz Deutschland, weil sie wissen, dass sie bei uns tollen Autoren und Verlage treffen und besondere Bücher finden, die es nicht in jeder Buchhandlung und oft auch nicht auf den großen Messen gibt.
Weil viele Aussteller größere Stände gebucht haben, werden wir in diesem Jahr doch keine 300 Autoren und Verlage vor Ort haben, sondern nur knapp 250. Im nächsten Jahr werden wir dann voraussichtlich auf 300 Aussteller wachsen.
Sehr viel größer wird die BuchBerlin dann aber nicht mehr werden, denn wir hoffen, ab 2018 eine dauerhafte Location gefunden zu haben, und dort ist der Platz natürlich auch begrenzt. In Berlin eine noch größere Location zu einem Preis zu finden, bei dem wir unsere günstigen Standgebühren halten können, ist so gut wie unmöglich.
Außerdem wollen wir uns auch weiterhin gut um unsere Aussteller und Besucher kümmern und alles so professionell wie möglich organisieren. Das funktioniert bei mehr als 400 Ausstellern vermutlich nicht mehr. Wir organisieren die BuchBerlin ja nicht als Messeveranstalter mit einem großen Team, das den ganzen Tag nichts anderes tut, sondern als gemeinnütziger Verein mit viel ehrenamtlichem Engagement.

Das literarische Publikum, aber auch die AutorInnen selbst sind so vielfältig und divers aufgestellt wie nie zuvor. Welche Zielgruppe möchten Sie ansprechen und wie erreichen Sie diese?
Unsere Zielgruppe ist so bunt und vielfältig wie die unabhängige Literaturszene – und wie Berlin. Zu uns kommen Verlage und Autoren aus allen Genres und Besucher aus allen Altergruppen und gesellschaftlichen Bereichen. Nur Nazis finden bei uns kein Forum.

Die BuchBerlin findet am 25. & 26. November 2017 von 10 bis 18 Uhr im Congress Center des Hotels Estrel, Sonnenallee 225, 12057 Berlin, statt. Die Lettrétage ist im Rahmen des WiSU-Projekts auch auf der Buch Berlin vertreten: Kommt vorbei, ihr findet uns auf der Empore! An unserem Stand habt ihr die Möglichkeit euch zum Thema Freiberuflichkeit im Literaturbereich zu informieren und eine Kurzberatung in Anspruch zu nehmen: http://literaturszene.berlin/beratungsangebot/beratungen-auf-der-buchberlin/

Samstag, 07. Oktober 2017, 19:00 Uhr (Eintritt frei)
CON_TEXT X: Alternative Fiction
Mit Elisa Müller und Gerhild Steinbuch

„We are not a democracy!“ (Donald Trump)

Wie werden Geschichten geschrieben – am Schreibtisch der Autorin, im Sprechen der Performerin, im Kopf der Rezipienten oder im Zwischenraum zwischen zwei Menschen, von denen er eine erzählt und der andere zuhört – oder hört, was er hören will?
Wie wird Geschichte geschrieben – an den Schreibtischen der Mächtigen, der Ohnmächtigen, in Zeitungen – oder doch eher in Kommentarspalten und OnlineForen? Wer entscheidet in Zeiten von „fake news“ auf der einen und „fake media“ auf der anderen Seite, welche Art der Geschichtsschreibung gehört wird – bzw. überhaupt gehört werden kann.?

In ihrer gemeinsamen Arbeit im Rahmen von CON_TEXT beschäftigen sich Elisa Müller und Gerhild Steinbuch mit der stillen Komplizenschaft von Autorin, Performerin und Zuhörer*innen des klassischen Lesungsformats und begeben sich in einen Wettstreit um die Gunst des Publikums. Welche Geschichte, welche Stimme wird gehört und wer schreibt hier wen?
Gefördert von der Senatsverwaltung für Kultur und Europa.

Die Veranstaltungsreihe CON_TEXT vesucht das Format Lesung neu zu denken und zu thematisieren. Jeweils ein/e Autor/in und ein/e Künstler/in einer anderen Sparte erarbeiten gemeinsam eine Woche lang in der Lettrétage ein interdisziplinäres Veranstaltungsformat. TänzerInnen, MusikerInnen, Bildende und Darstellende KünstlerInnen sowie FilmemacherInnen sind die künstlerischen PartnerInnen der AutorInnen. Ausgehend vom literarischen Text entwickeln die KünstlerInnen-Tandems interdisziplinäre Formate und thematisieren dabei den Prozess der gemeinsamen Arbeit. Die so entstehende literarische Veranstaltung wird als ein eigenes, weit über die bloße Textpräsentation hinausgehendes, künstlerisches Werk begriffen. Die KünstlerInnen arbeiten ohne inhaltliche Vorgaben, der Prozess ist ergebnisoffen.

Insgesamt finden zehn Abendveranstaltungen und eine Abschlußkonferenz statt. Zu jeder Veranstaltung erscheinen vorab ein Interview mit einem Experten und im Nachhinein eine kurze filmische Dokumentation im Lettrétagebuch. Dort findet sich auch weitere Information zur Veranstaltungsreihe und zu den beteiligten KünstlerInnen und Veranstaltungsterminen.

CON_TEXT wird gefördert durch die Senatsverwaltung für Kultur und Europa.

 

 

© Christine Fenzl

Elisa Müller (Deutschland) gründete 2008 das Produktionslabel müller***** und entwickelt in unterschiedlichen Konstellationen und Zusammenarbeiten mit Künstlerinnen verschiedener Disziplinen Theater/Performanceproduktionen. In ihren Arbeiten werden gesellschaftliche, politische Zusammenhänge spielerisch auf die Theatersituation selbst und auf das Aufeinandertreffen von Darstellern und Zuschauern übertragen. Mit dem fiktiven „Institut für Widerstand im Postfordismus“ tritt sie in unterschiedlichen Plattformen und performativen Interventionen an namhaften Veranstaltungsorten an die Öffentlichkeit.

 

 

 

© privat

Gerhild Steinbuch (Österreich) studierte Szenisches Schreiben in Graz und Dramaturgie an der Hochschule für Schauspielkunst in  Berlin. Ihre Texte erschienen in verschiedenen Tageszeitungen. Sie erhielt zahlreiche Literaturpreise und war für den Ingeborg-Bachmann-Preis nominiert. Sie gewann den Stückewettbewerb der Schaubühne Berlin und war Hausautorin des Schauspielhauses Wien. Für die Arbeit an ihrem ersten Roman „Berge und Täler mit Männern und Frauen“ erhielt sie das Staatsstipendium des österreichischen Bundesministeriums. Gerhild Steinbuch unterrichtet an der Universität für angewandte Kunst in Wien und am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig.

Liebe Mitstreiter*innen der freien Literaturszene in Berlin,

das Arbeitsraumprogramm der Literatur steckt noch immer in den Kinderschuhen.
Viele Arbeitsräume an verschiedenen Standorten befinden sich bereits in der konkreten Planungs- und Umsetzungsphase, allerdings wird es noch etwas dauern, bis wir gemeinsam mit den verantwortlichen Akteuren aus Politik, Kulturverwaltung und Freier Szene die Ernte einfahren und im größeren Umfang Arbeitsräume für die freie Literaturszene bereitstellen können.
Nichtsdestotrotz halten wir an unserer ambitionierten Zielsetzung fest und fordern, dass bis Ende 2019 120 – 140 Arbeitsräume für die Literatur bereitgestellt werden können.

In diesem Zusammenhang möchte der NFLB e.V. mit einer Umfrage gerne einen noch detaillierteren Kenntnisstand und Überblick über den tatsächlichen quantitativen und qualitativen Bedarf an Arbeits- / Büroräumen von Akteur*innen der freien Literaturszene in Berlin gewinnen, um aus den Ergebnissen Schlussfolgerungen und Argumentationshilfen für die weitere Ausgestaltung unseres Arbeitsraumprogramms abzuleiten.

Der Zugang zur Umfrage erfolgt über den folgenden Link der Umfrage-Anwendung survey monkey: 
https://www.surveymonkey.de/r/67MLXXS

Die Umfrage ist anonym und wird ausschließlich zu statistischen Zwecken ausgewertet. Es ist sichergestellt, dass aus den Umfrageergebnissen nicht die Identität der Befragten ermittelt werden kann.

Wir möchten in dieser Sache nachdrücklich um Eure Unterstützung bitten. Streut die Umfrage über Eure persönlichen Netzwerke, es ist sehr wichtig, dass möglichst viele dran teilnehmen, damit die Umfrage auch ein repräsentatives Gewicht erhält. Nehmt Euch bitte kurz die Zeit, um die 26 Fragen möglichst vollständig zu beantworten, alle Angaben sind wichtig. Die Dauer der Umfrage liegt bei ca. 10 Minuten.

Die Umfrage läuft bis zum 31. Oktober 2017.

Wenn Ihr noch Fragen, Anregungen oder sonstige Anmerkungen dazu habt, könnt Ihr Euch auch gerne an uns per Mail wenden: info@nflb.de.

Mit bestem Gruß

Eric Schumacher (im Auftrag des NFLB e.V.)

Netzwerk freie Literaturszene Berlin e. V.
c/o Lettrétage e.V.
Methfesselstr. 23-25
10965 BerlinTelekontakt: 0176 – 619 045 68
info@nflb.de
www.nflb.de

Dienstag, 05. September 2017, 20:00 Uhr (Eintritt frei)
CON_TEXT VIII: War im Park / Krieg im Park
Ausstellung und Führung mit Yevgenia Belorusets und Charlotte Warsen

Ein zentral gelegener Park in Kiew, in dem sich der kriegerische Konflikt in der Ostukraine in die alltägliche Kulisse der Stadt mischt: Das ist der Ort, zu dem die bildende Künstlerin Yevgenia Belorusets (Ukraine/Deutschland) und die Dichterin Charlotte Warsen (Deutschland) ihre Berliner Besucher*innen führen wollen.

Die Künstlerinnen, die sich in ihrer Praxis zwischen Literatur, bildender Kunst und politischem Aktivismus bewegen, entwickeln für die Dauer eines Abends gemeinsam eine Versuchsanordnung, in der das Publikum in den Dialog zwischen ihren Arbeiten einbezogen wird. Die fotografische Serie von Yevgenia Belorusets, die in Momenten der Eskalation des Krieges im Osten der Ukraine entstand, und die Texte von Charlotte Warsen erkunden die Möglichkeiten und Grenzen der Worte und Bilder zwischen politischen Ängsten, solidarischen und poetischen Gesten. (Wie) lässt sich gegen Ansprüche des Dokumentarischen eine Zone des Träumerischen behaupten? Gerade dann, wenn so vieles in den fortlaufenden Ereignissen undeutlich, traumatisch und entfremdend bleibt – oder weit entfernt scheint?

Die Veranstaltungsreihe CON_TEXT vesucht das Format Lesung neu zu denken und zu thematisieren. Jeweils ein/e Autor/in und ein/e Künstler/in einer anderen Sparte erarbeiten gemeinsam eine Woche lang in der Lettrétage ein interdisziplinäres Veranstaltungsformat. TänzerInnen, MusikerInnen, Bildende und Darstellende KünstlerInnen sowie FilmemacherInnen sind die künstlerischen PartnerInnen der AutorInnen. Ausgehend vom literarischen Text entwickeln die KünstlerInnen-Tandems interdisziplinäre Formate und thematisieren dabei den Prozess der gemeinsamen Arbeit. Die so entstehende literarische Veranstaltung wird als ein eigenes, weit über die bloße Textpräsentation hinausgehendes, künstlerisches Werk begriffen. Die KünstlerInnen arbeiten ohne inhaltliche Vorgaben, der Prozess ist ergebnisoffen.

Insgesamt finden zehn Abendveranstaltungen und eine Abschlußkonferenz statt. Zu jeder Veranstaltung erscheinen vorab ein Interview mit einem Experten und im Nachhinein eine kurze filmische Dokumentation im Lettrétagebuch. Dort findet sich auch weitere Information zur Veranstaltungsreihe und zu den beteiligten KünstlerInnen und Veranstaltungsterminen.

CON_TEXT wird gefördert durch die Senatsverwaltung für Kultur und Europa.

 

 

Info-Partner der Veranstaltung: n-ost und Kul´tura

 

© Jurij Kruchak

Yevgenia Belorusets lebt als Künstlerin und Autorin in Kiew und Berlin. Sie ist Mitbegründerin und Herausgeberin der ukrainischen Zeitschrift für Kunst und Literatur „Prostory“ und Mitglied der Kuratorengruppe „Hudrada“. Die Künstlerin arbeitet mit den Medien Video, Fotografie und Installation, ihre Arbeiten befinden sich an der Schnittstelle von Kunst, Literatur und Aktivismus. Seit 2014 engagiert sie sich in sozialen Initiativen im Osten der Ukraine. Zahlreiche internationale Ausstellungen, u.a. in der Gedenkstätte Berliner Mauer sowie auf der 56. Biennale in Venedig. „Die Siege der Besiegten“ wurde 2016 in Kiew gezeigt.

 

© Valerie Schmidt

Charlotte Warsen ist Dichterin, Malerin und wissenschaftliche Mitarbeiterin im Forschungsprojekt ‚Kulturtechnik Malen‘ an der Düsseldorfer Kunstakademie. Sie promoviert in der Philosophie und organisierte mit Freunden die Veranstaltungsreihe ‚Politik der Lyrik‘ im Theater Vierte Welt und im Studio Я des Maxim-Gorki-Theaters. Ihr erstes Buch vom speerwurf zu pferde erschien 2014. Für ihre Gedichte erhielt sie 2016 den GWK-Förderpreis für Literatur, 2017 ein Arbeitsstipendium des Berliner Senats.

Am 14.09. um 20 Uhr liest Patricia Hempel aus ihrem Debütroman Metrofolklore.

Wer also keine Lust hat, den Roman alleine für sich zu lesen, sondern in guter Gesellschaft und mit dem ein oder anderen Cocktail, der ist herzlich eingeladen, am Donnerstag in die Lettrétage zu kommen und Patricia Hempels Stimme zu lauschen sowie dem Minnesang. Und wer sich überhaupt nicht gedulden kann, der kann sich vorab schon mal den Buchtrailer anschauen, um sich auf den Roman einzustimmen.

 

Veranstaltungshinweis:

Donnerstag, 14. September 2017, 20:00 Uhr (Eintritt frei)
METROFOLKLORE
Patricia Hempel liest aus ihrem Romandebüt

Dienstag, 21. November 2017, 19.00 Uhr (Eintritt frei)
Textarbeit im Verborgenen – Was dem Lektorat auffällt
Veranstaltung mit der Gruppe Berliner Lektorat

Niemand schafft so im Geheimen wie Lektorinnen und Lektoren. In den Büchern werden sie selten genannt, man erfährt kaum einmal, welche Lektoren die Bücher welcher Autoren bearbeitet haben. In Diskussionen rund um den Buchmarkt tauchen sie fast nie auf, werden selten interviewt und arbeiten im Dunkeln wie Maulwürfe, die unter den Buchseiten leben und von denen man nur die Produkte sieht: die korrigierten Bücher. Weil niemand so recht weiß, was Lektorinnen und Lektoren eigentlich machen, haben viele Autoren Horrorvorstellungen über das Lektorat. Das soll sich ändern.

Einmal im Monat, und zwar jeden dritten Dienstag im Monat, möchten wir Einblicke ins Lektorat geben und eingereichte Texte beispielhaft lektorieren. Wir wollen ein Diskussionsforum bieten für angehende Autorinnen und Autoren, die erfahren möchten, wie man konkret an Texten und Stoffen arbeiten kann. Welche unterschiedlichen Techniken es gibt, welche Wirkungen sie haben – und welche Nebenwirkungen?

Die Lektorinnen und Lektoren der Gruppe „Berliner Lektorat“ gestalten ihre jeweilige Veranstaltung selbst, sie werden dabei unterschiedliche Schwerpunkte setzen. Denn es gibt für Probleme in Texten nie nur eine Lösungsmöglichkeit. Dabei geht es uns nicht um „Fehler“, die erkannt und beseitigt werden, sondern darum, Texte zu verbessern. Ein eindeutiges Richtig oder Falsch gibt es beim Lektorat meistens nicht.

An diesem Auftaktabend der Veranstaltungsreihe sprechen Karla Schmidt und Hans Peter Röntgen über klassische Anfängerfehler und wie ein Profilektorat damit umgeht.

 

Weitere Veranstaltungen im ersten Quartal 2018:

  1. Januar 2018: „Gefühle schreiben: weg vom Klischee“ mit Lisa Kuppler  (krimilektorat.de/lisa221b)
  1. Februar 2018: „Exposé und Klappentext“ mit Hans Peter Röntgen  (hanspeterroentgen.de/)
  1. März 2018: „Dialoge schärfen: Infodump raus, Subtext rein“ mit Karl Schmidt  (karla-schmidt.de/ueber-mich/)

https://www.facebook.com/berlinerlektorat/

Dienstag, 21. und Mittwoch 22. November 2017, 10:00 bis 17:00 Uhr (Eigenbeitrag 24,-)
Wege in die Veröffentlichung
Workshop

mit Dr. Patrick Baumgärtel

Ihr Werk ist fertig. Jetzt soll es „nur noch“ sein Publikum finden. Gut ist nun mal nicht gleich erfolgreich, und dass erfolgreich auch nicht gleich gut sein muss stimmt zwar, hilft Ihnen jetzt aber auch nicht weiter. Wer sich etablieren will muss wissen worauf es ankommt. Um die Fragen, die jetzt plötzlich ganz aktuell werden geht es in diesem Workshop, und die Antworten werden gleich mitgeliefert! Oder besser: Da es im hochgradig ausdifferenzierten Literaturbetrieb nur wenige „Standardantworten“ gibt, werden wir uns die für Sie passende Lösung gemeinsam erarbeiten.

 

Anmeldungen bitte bis 27.10.2017 unter
weiterbildung@foerderband.org oder 030 28 49 387-0/-27.

Nach einem Germanistikstudium, einer Promotion über W.G. Sebald an der Humboldt-Universität zu Berlin sowie der Arbeit bei der renommierten amerikanischen Literaturagentur Greenburger Associates (New York) stellte sich Dr. Patrick Baumgärtel 2009 der Herausforderung, in sich wandelnden Zeiten eine Full-Service-Literaturagentur (inkl. PR-Arbeit und Lektorat) zu gründen. Der „Krimimarathon“, Berlin-Brandenburgs größtes Krimifestival, das er seit 2012 leitet, ist Teil davon. Er ist Juror beim Seume-Literaturpreis und Vorsitzender des „Lesekultur Berlin e.V.“ Patrick Baumgärtel gibt Kurse zu Themen der Verlagsbranche, unterrichtet Kreatives Schreiben und arbeitet als Lektor und Schreibcoach. www.schoneburg.de

Der Workshop ist Teil des Programms „Wort.Kunst.Markt“, welches Förderband e.V. in enger Verbindung mit dem „Netzwerk freie Literaturszene Berlin“ für in Berlin lebende freiberuflich arbeitende Autoren, Lektoren und Übersetzer konzipiert hat. Gefördert wird das Programm aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds im Programm Qualifizierung Kulturwirtschaft (KuWiQ) und des Landes Berlin – Senatsverwaltung für Kultur und Europa. Für die Kofinanzierung ist ein Eigenbetrag von 2,00€/Stunde und Teilnehmenden nötig.

Freitag, 24. November 2017, 19:00 Uhr
Eine Sekunde vor dem Aufwachen
Lesung und anschließende Diskussion mit der Dichterin Claudia Gauci und dem Autor Walid Nabhan

Ein Abend mit Gedichten und einer Erzählung, die von Verlust, Vertreibung, Tod, aber auch von Liebe handeln.

Es sind sehr persönliche Bekenntnisse der Dichterin Claudia Gauci aus Malta, die mit ihrer Sprache Bilder einfängt wie eine Fotografie, aus der sich eine Geschichte entfaltet. Sie ist stets auf der Suche nach Räumen, wo ihr Unbehagen einen Platz hat. Diese Bilder berühren ohne zu erdrücken. Die Gedichte sind ihrer ersten Poesiesammlung Sekonda qabel tqum (Eine Sekunde vor dem Aufwachen) entnommen, für die sie 2013 den 2. Nationalpreis für Poesie erhielt.

 

Walid Nabhan, ein Malteser palästinensischen Ursprungs, der mittlerweile auf Maltesisch schreibt, erzählt in seiner Geschichte L-Eżodu taċ-Ċikonji (Exodus der Storche) – für die er im Jahre 2013 mit dem Nationalen Preis für Literatur in Malta ausgezeichnet wurde – die Geschichte eines Mannes, dessen Leben unwiderruflich mit dem Schicksal Palästinas verbunden ist und der zu verstehen versucht, wie die Dinge im Nahen Osten sich entwickelt haben, insbesondere seit dem Sechs-Tage-Krieg. Die Ereignisse in der Geschichte finden hauptsächlich in Jordanien und in Malta statt, wohin es den Protagonisten später verschlägt.

Lesung mit anschließender Diskussion mit den Autoren.