Archiv: Tom Bresemann

Liebe Mitstreiter*innen der freien Literaturszene in Berlin,

das Arbeitsraumprogramm der Literatur steckt noch immer in den Kinderschuhen.
Viele Arbeitsräume an verschiedenen Standorten befinden sich bereits in der konkreten Planungs- und Umsetzungsphase, allerdings wird es noch etwas dauern, bis wir gemeinsam mit den verantwortlichen Akteuren aus Politik, Kulturverwaltung und Freier Szene die Ernte einfahren und im größeren Umfang Arbeitsräume für die freie Literaturszene bereitstellen können.
Nichtsdestotrotz halten wir an unserer ambitionierten Zielsetzung fest und fordern, dass bis Ende 2019 120 – 140 Arbeitsräume für die Literatur bereitgestellt werden können.

In diesem Zusammenhang möchte der NFLB e.V. mit einer Umfrage gerne einen noch detaillierteren Kenntnisstand und Überblick über den tatsächlichen quantitativen und qualitativen Bedarf an Arbeits- / Büroräumen von Akteur*innen der freien Literaturszene in Berlin gewinnen, um aus den Ergebnissen Schlussfolgerungen und Argumentationshilfen für die weitere Ausgestaltung unseres Arbeitsraumprogramms abzuleiten.

Der Zugang zur Umfrage erfolgt über den folgenden Link der Umfrage-Anwendung survey monkey: 
https://www.surveymonkey.de/r/67MLXXS

Die Umfrage ist anonym und wird ausschließlich zu statistischen Zwecken ausgewertet. Es ist sichergestellt, dass aus den Umfrageergebnissen nicht die Identität der Befragten ermittelt werden kann.

Wir möchten in dieser Sache nachdrücklich um Eure Unterstützung bitten. Streut die Umfrage über Eure persönlichen Netzwerke, es ist sehr wichtig, dass möglichst viele dran teilnehmen, damit die Umfrage auch ein repräsentatives Gewicht erhält. Nehmt Euch bitte kurz die Zeit, um die 26 Fragen möglichst vollständig zu beantworten, alle Angaben sind wichtig. Die Dauer der Umfrage liegt bei ca. 10 Minuten.

Die Umfrage läuft bis zum 31. Oktober 2017.

Wenn Ihr noch Fragen, Anregungen oder sonstige Anmerkungen dazu habt, könnt Ihr Euch auch gerne an uns per Mail wenden: info@nflb.de.

Mit bestem Gruß

Eric Schumacher (im Auftrag des NFLB e.V.)

Netzwerk freie Literaturszene Berlin e. V.
c/o Lettrétage e.V.
Methfesselstr. 23-25
10965 BerlinTelekontakt: 0176 – 619 045 68
info@nflb.de
www.nflb.de

Dienstag, 05. September 2017, 20:00 Uhr (Eintritt frei)
CON_TEXT VIII: War im Park / Krieg im Park
Ausstellung und Führung mit Yevgenia Belorusets und Charlotte Warsen

Ein zentral gelegener Park in Kiew, in dem sich der kriegerische Konflikt in der Ostukraine in die alltägliche Kulisse der Stadt mischt: Das ist der Ort, zu dem die bildende Künstlerin Yevgenia Belorusets (Ukraine/Deutschland) und die Dichterin Charlotte Warsen (Deutschland) ihre Berliner Besucher*innen führen wollen.

Die Künstlerinnen, die sich in ihrer Praxis zwischen Literatur, bildender Kunst und politischem Aktivismus bewegen, entwickeln für die Dauer eines Abends gemeinsam eine Versuchsanordnung, in der das Publikum in den Dialog zwischen ihren Arbeiten einbezogen wird. Die fotografische Serie von Yevgenia Belorusets, die in Momenten der Eskalation des Krieges im Osten der Ukraine entstand, und die Texte von Charlotte Warsen erkunden die Möglichkeiten und Grenzen der Worte und Bilder zwischen politischen Ängsten, solidarischen und poetischen Gesten. (Wie) lässt sich gegen Ansprüche des Dokumentarischen eine Zone des Träumerischen behaupten? Gerade dann, wenn so vieles in den fortlaufenden Ereignissen undeutlich, traumatisch und entfremdend bleibt – oder weit entfernt scheint?

Die Veranstaltungsreihe CON_TEXT vesucht das Format Lesung neu zu denken und zu thematisieren. Jeweils ein/e Autor/in und ein/e Künstler/in einer anderen Sparte erarbeiten gemeinsam eine Woche lang in der Lettrétage ein interdisziplinäres Veranstaltungsformat. TänzerInnen, MusikerInnen, Bildende und Darstellende KünstlerInnen sowie FilmemacherInnen sind die künstlerischen PartnerInnen der AutorInnen. Ausgehend vom literarischen Text entwickeln die KünstlerInnen-Tandems interdisziplinäre Formate und thematisieren dabei den Prozess der gemeinsamen Arbeit. Die so entstehende literarische Veranstaltung wird als ein eigenes, weit über die bloße Textpräsentation hinausgehendes, künstlerisches Werk begriffen. Die KünstlerInnen arbeiten ohne inhaltliche Vorgaben, der Prozess ist ergebnisoffen.

Insgesamt finden zehn Abendveranstaltungen und eine Abschlußkonferenz statt. Zu jeder Veranstaltung erscheinen vorab ein Interview mit einem Experten und im Nachhinein eine kurze filmische Dokumentation im Lettrétagebuch. Dort findet sich auch weitere Information zur Veranstaltungsreihe und zu den beteiligten KünstlerInnen und Veranstaltungsterminen.

CON_TEXT wird gefördert durch die Senatsverwaltung für Kultur und Europa.

 

 

Info-Partner der Veranstaltung: n-ost und Kul´tura

 

© Jurij Kruchak

Yevgenia Belorusets lebt als Künstlerin und Autorin in Kiew und Berlin. Sie ist Mitbegründerin und Herausgeberin der ukrainischen Zeitschrift für Kunst und Literatur „Prostory“ und Mitglied der Kuratorengruppe „Hudrada“. Die Künstlerin arbeitet mit den Medien Video, Fotografie und Installation, ihre Arbeiten befinden sich an der Schnittstelle von Kunst, Literatur und Aktivismus. Seit 2014 engagiert sie sich in sozialen Initiativen im Osten der Ukraine. Zahlreiche internationale Ausstellungen, u.a. in der Gedenkstätte Berliner Mauer sowie auf der 56. Biennale in Venedig. „Die Siege der Besiegten“ wurde 2016 in Kiew gezeigt.

 

© Valerie Schmidt

Charlotte Warsen ist Dichterin, Malerin und wissenschaftliche Mitarbeiterin im Forschungsprojekt ‚Kulturtechnik Malen‘ an der Düsseldorfer Kunstakademie. Sie promoviert in der Philosophie und organisierte mit Freunden die Veranstaltungsreihe ‚Politik der Lyrik‘ im Theater Vierte Welt und im Studio Я des Maxim-Gorki-Theaters. Ihr erstes Buch vom speerwurf zu pferde erschien 2014. Für ihre Gedichte erhielt sie 2016 den GWK-Förderpreis für Literatur, 2017 ein Arbeitsstipendium des Berliner Senats.

Am 14.09. um 20 Uhr liest Patricia Hempel aus ihrem Debütroman Metrofolklore.

Wer also keine Lust hat, den Roman alleine für sich zu lesen, sondern in guter Gesellschaft und mit dem ein oder anderen Cocktail, der ist herzlich eingeladen, am Donnerstag in die Lettrétage zu kommen und Patricia Hempels Stimme zu lauschen sowie dem Minnesang. Und wer sich überhaupt nicht gedulden kann, der kann sich vorab schon mal den Buchtrailer anschauen, um sich auf den Roman einzustimmen.

 

Veranstaltungshinweis:

Donnerstag, 14. September 2017, 20:00 Uhr (Eintritt frei)
METROFOLKLORE
Patricia Hempel liest aus ihrem Romandebüt

Wiener Literatur-Edition FZA
Publikationen aus dem aktuellen Verlagsprogramm
Die Wiener Literatur-Edition FZA aus Wien ist zum wiederholten Mal in der Lettrétage zu Gast und stellt Publikationen aus dem aktuellen Verlagsprogramm vor. Mit Texten von Mareen Bruns, Katja Schraml und Orla Wolf sorgen gleich drei Berliner Autorinnen für ein Heimspiel. Sebastian Hage-Packhäuser aus Paderborn bereichert das vielfältige Programm mit lyrischen Kontrasten. Mareen Bruns ist Hautpreisträgerin des Wiener Werkstattpreises 2017 und erhält den Preis gleich in Berlin verliehen. Orla Wolf stellt ihren neuen Lyrikband „Temporäre Zone“ vor. Katja Schraml und Sebastian Hage-Packhäuser lesen eigene Texte aus „Freie Räume“, der brandneuen Anthologie zum Wiener Werkstattpreis 2017. Peter Schaden, Verleger und Herausgeber der Edition FZA, präsentiert die neue Kulturzeitschrift „FLUCH’T’RAUM“.

Mareen Bruns Geboren 1989 in Bremen, absolvierte einen M.A. in Deutsche Gegenwartsliteratur an der Universität Göteborg; Lyrikerin und Übersetzerin für schwedische Literatur, 2015 war sie Stipendiatin der Bayrischen Akademie des Schreibens für das Lyrikseminar 2014 Stipendiatin des Bayrischen Kunstsommers für die Meisterklasse Lyrik, sie lebt in Berlin, Veröffentlichungen in Literaturzeitschriften.

Sebastian Hage-Packhäuser ( : Jahrgang 1981 – ) / ( : nach der Geburt – / : langwieriger Spracherwerb – / ( : dann Studium der Mathematik – / ( : im Anschluss – / : Promotion – )) / : naturgemäße Alterung – / ( : bei täglichem Gebrauch von Sprache – ) / : & trotz Textarbeit auf engem Raum – / ( : Lyrik – ) / : erste Anzeichen von Zersetzung – / ( : Auflösung inbegriffen – / ( : work in progress – Als Einzelveröffentlichungen sind seine Gedichte bereits in diversen Literaturzeitschriften und Anthologien erschienen. Verschiedene Auszeichnungen und Literaturpreise dokumentieren die sprachlichen Entwicklungen der vergangenen Jahre.

Katja Schraml Geboren 1977 in Bayern, Studium der Neueren deutschen Literatur, Sprachwissenschaft und Soziologie in Würzburg, lebt in Berlin. 2015 erschien ihr Debütroman „Josef der Schnitzer Stumpf“ im KUUUK-Verlag. Gewinnerin beim BR Hörspielmanuskript- und Ideen-Wettbewerb Public Workshop 2016. Veröffentlichungen in Anthologien und Zeitschriften (u.a. Wiener Werkstattpreis 2016, Karussell, keine!delikatessen, Am Erker, mosaik).

Orla Wolf Geboren 1971 in Düsseldorf, lebt als Autorin, Filmemacherin und Künstlerin in Berlin. Werke (Auswahl): Unter Insekten, Kurzprosa, Edition Hammer + Veilchen, Hamburg, 2016. Schwebende Architekturen, Gedichte & Fotografien, edition fza, Wien, 2015. Last Statement, Kurzfilm (30 min), Deutschland | USA | Kanada, 2013. Protokoll eines Nachtfalters, Gedichte, fixpoetry, Hamburg, 2010. Transit, Kurzfilm (20 min), Deutschland, 2008. entkernt, Theaterstück, UA: Theater unterm Dach, Berlin, 2008. Todesarten, Kurzfilm (13 min), Deutschland, 2007.

Dienstag, 07. November, 20:00 Uhr (Eintritt 5,- / erm. 4,-)
Versehentliche Asymmetrien
Lesung und Gespräch der Berliner Autor*innen Esther Becker, Sebastian Janata, Mariola Grzyb und Magdalene Schrefel. Moderation: Dr. Tomasz Stompor

Vier Berliner Autor*innen erzählen von küssenden Walen, Bikinis als Seeschlangen, tätowierten Armen, mutigem Handeln, zu optimierenden Körpern und zu ändernden Hosen.

Esther Becker liest aus ihrem entstehenden Körperroman Frauen und Behinderte (Arbeitstitel). Der Körper der Icherzählerin macht, was er will – nicht was er soll: Die Augen sehen nicht gut und stehen zu eng für eine Filmkarriere, die bikiniunfähige Brust vereitelt das Schwimmabzeichen, die Pubertät lässt den schlanken Kinderkörper zu einem unverschämt fetten, faulen, ungewaschenen Ding werden. Der Körper wird im wörtlichen Sinn zu einer Angriffsfläche, die es zu optimieren bzw. minimieren gilt.

Sebastian Janata liest aus seinem entstehenden Roman die ambassadorin (Arbeitstitel), der in Berlin und Wien spielt, auf Beerdigungen und Familienessen, in Kneipen und der Änderungsschneiderei von Tessa.

Mariola Grzyb liest Gedichte aus ihrem entstehenden Lyrikband Versehentliche Asymmetrien (Arbeitstitel). Haltungen, Räume und Lücken werden erkundet und ausgebreitet, erleben Ortswechsel. Das Gedicht, ein gelenkiges Gebilde, das auch im Außen bewegt werden will.

Bold, Never Regular ist der Titel der szenischen Erzählung von Magdalene Schrefel, nach der Tätowierung auf dem Arm einer Kollegin der Sicherheitsfachkraft, die im Zentrum der Erzählung steht. Im Interview mit einer Radioreporterin rekonstruiert sie die Ereignisse des Tages, an dem sie eben so gehandelt hat: mutig und nicht einfach nur regelgerecht.

Esther Becker ist Dramatikerin, Erzählerin und Performerin. Sie absolvierte den Masterstudiengang Scenic Arts Practice an der Hochschule der Künste Bern und studierte Literarisches Schreiben am Schweizerischen Literaturinstitut Biel und am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Ihre Theatertexte werden vom Verlag Felix Bloch Erben vertreten.

Sebastian Janata arbeitet als Musiker und Autor in Berlin. Seit 2006 ist er Mitglied bei der Gruppe Ja, Panik. Nach fünf erfolgreichen Studioalben (Coverstorys unter anderen im Musikexpress, Spex, Falter) veröffentlichte die Gruppe 2016 das im Kollektiv geschriebene Buch FUTUR II, welches sich auf unkonventionelle Weise mit der eigenen Bandhistorie auseinandersetzt.

Mariola Grzyb wurde in Zbrosławice geboren und lebt nach Stationen in Minden und Bielefeld seit 2008 in Berlin. Nach langjähriger Tätigkeit als Lehrerin, Tänzerin und Choreographin arbeitet sie seit einigen Jahren als Autorin und Musikerin.

Magdalena Schrefel ist geboren und aufgewachsen in Wien. Nach längeren Arbeitsaufenthalten in Vukovar und Göteborg studierte sie Europäische Ethnologie/Volkskunde an der Universität Wien sowie am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Sie schreibt Prosa und szenische Texte und lebt in Berlin.

11.11. | Textremisten

Tom Bresemann —  16. August 2017 — Kommentieren

Samstag, 11. November 2017, 11:00 Uhr (Für Mitglieder des Freien Deutschen Autorenverbands kostenlos, alle anderen werden um eine kleine Spende gebeten)
Textremisten
Textwerkstatt mit Jordan T.A. Wegberg

Die Textremisten treffen sich einmal monatlich in der Lettrétage, um reihum eigene Texte vorzustellen, die dann von den Teilnehmern ausgiebig besprochen werden. Die maximale Lesezeit beträgt 10 Minuten. Es können alle Prosaformen wie Kurzgeschichten, Romankapitel oder Essays präsentiert werden. Wir geben einander Tipps, Ratschläge, Anregungen, Feedback und Motivation.

Natürlich ist sowohl das Besprechen der Texte als auch die Teilnahme an den öffentlichen Lesungen freiwillig – wer möchte, kann auch nur zum Zuhören zu den Textremisten kommen!

Donnerstag, 16. November 2017, 20:00 Uhr (Eintritt 5,-/erm. 4,-)
Breaking Ground: Grenzüberschreitende britische Literatur
Lesungen für das 21. Jahrhundert mit Francesca Beard, Rishi Dastidar, Caleb Femi und Xiaolu Guo

Von der Buchseite auf die Bühne, von Wörtern zu Musik, von ruhenden Büchern zu aktiver Bewegung… eine Gruppe von innovativen und vielfältigen britischen SchriftstellerInnen denkt Lesungen für das 21. Jahrhundert in einer einmaligen Spezial-Show neu. Ausgehend von ihren eigenen Werken benutzen sie in ihren Performances Film, Fotografie, Technologie, Musik und Audioscapes, um multidimensionale Erfahrungen zu schaffen, die zum Nachdenken anregen. Erleben Sie die Pionierin der Performance-Poesie Francesca Beard, den ‚Young People’s Laureate of London‘ 2016-17-Preisträger Caleb Femi, den preisgekrönten Dichter Rishi Dastidar sowie die Bestseller-Autorin Xiaolu Guo, die an diesem einzigartigen Abend zusammenkommen, um Literatur auf eine ganz neue Ebene zu heben.

Die Veranstaltung in der Lettrétage findet in Kooperation mit Speaking Volumes Live Literatur Productions‘ Breaking Ground Tour, gefördert vom Arts Council England, statt.

 

 

 

 

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© Carlos Cazurro

Francesca Beard

Francesca Beard wurde in Malaysia geboren und lebt in London. Die London Metro nannte Beard einmal die “Queen of British performance poetry” [Königin der britischen Performance-Poesie]. Sie tritt in ganz Großbritannien auf und gibt Workshops, darüber hinaus repräsentiert sie die britische Live-Literatur in Kooperation mit dem British Council in aller Welt. Sie war ‚Poet in Residence‘ in Einrichtungen, wie: The Barbican, BBC White City, Tower of London, Hampton Court Palace, Kingston Library, Natural History Museum und The Metropolitan Police und hat geschrieben für das Royal Court Theatre, das Young Vic Theatre und für die BBC-Radiosender 3 und 4. Ihre erste Solo-Show, Chinese Whispers [Stille Post], produziert von Apples und Snakes, war bahnbrechend in ihrem Ansatz der Performance-Poesie als einer übergreifenden Kunstform. Zurzeit arbeitet sie an einer neuen Ein-Frau-Show mit dem Namen How to Survive a Post-Truth Apocalypse [Wie man eine post-faktische Apokalypse überleben kann].

www.francescabeard.com
Twitter @FrancescaBeard

Rishi Dastidar

Rishi Dastidars Dichtung wurde u.a. in der Financial Times abgedruckt und in der Tate Modern aufgeführt. Seine Werke sind Teil der Anthologien Adventures in Form [Formabenteuer] (Verlag: Penned in the Margins) und Ten: The New Wave [Zehn: Die neue Welle] (Verlag: Bloodaxe). Sein Lyrik-Debüt Ticker-tape [Lochstreifen] wurde 2017 im Verlag Nine Arches Press veröffentlicht. Im Jahr 2016 wurde er von der BBC beauftragt, ein Gedicht für den nationalen ‚Tag der Dichtung‘ zu schreiben und zu verlesen. Er war Zweitplatzierter beim Internationalen Dichter-Wettbewerb 2011 in Cardiff und des Internationalen Poesie-Preises ‚Troubadour‘ 2014; 2016 stand er auf der Long-List des britischen Lyrik-Wettbewerbs. Er ist Fellow von ‚The Complete Works‘, einer freien Schule in London, beratender Herausgeber der Zeitschrift The Rialto und Mitglied des Malika’s Poetry Kitchen Collective. Er ist Vorsitzender der Literaturorganisation ‚Spread the Word‘ und unterrichtet an der Poetry School in London.

Twitter @BetaRish

 

Caleb Femi

Caleb Femi ist der ‚Young People’s Laureate of London‘-Preisträger von 2016-17 und außerdem Englischlehrer, Filmemacher und Workshopleiter an Schulen. Femi hat bereits Auftragsdichtung für die Tate Modern, die Royal Society for Literature und den Guardian geschrieben. Er hat an vielen Londoner Veranstaltungsorten gelesen; ist als Opener für Lianne La Havas und auf verschiedenen Festivals, wie z.B. beim Latitude, Ed Fringe, Boomtown, Lovebox und Greenbelt Festival aufgetreten. Femi hat den Roundhouse Poetry Slam und den Genesis Poetry Slam gewonnen und arbeitet derzeit an einem Debüt-Pamphlet. Als Filmemacher hat er bisher die beiden Dokumentarfilme What Did Love Taste Like In The 70s? [Wie hat Liebe in den 70ern geschmeckt?] und Heartbreak & Grime [Herzschmerz & Grime] veröffentlicht, die international Anerkennung fanden und aus denen Vorträge und Diskussionspanels zu Themen wie Grime-Musik, Straßenkultur und Männlichkeit hervorgingen.

www.calebfemi.com/
Twitter @CalebFemi5

 

© Robert Newald

Xiaolu Guo

Xiaolu Guo ist Autorin, Wissenschaftlerin und Filmemacherin. Zu ihren bedeutendsten Veröffentlichungen zählen die Romane A Concise Chinese-English Dictionary for Lovers [Kleines Wörterbuch für Liebende, Knaus-Verlag] (nominiert für den Orange Prize for Fiction) and Village of Stone [Stadt der Steine, Knaus-Verlag] sowie die Kurzgeschichtensammlung Lovers in the Age of Indifference [Liebende in Zeiten des Mittelmaß]. Ihr aktueller Roman I Am China  [Ich bin China, Knaus-Verlag] war auf der Long-List für den Bailey’s Women’s Prize for Fiction. Zu Guos Spielfilmen gehören u.a. How is Your Fish Today [Wie geht es deinem Fisch heute?] (aufgeführt beim Sundance-Festival), UFO in her Eyes [Ein UFO, dachte sie] (aufgeführt beim Toronto International Film Festival), Once Upon a Time Proletarian [Es war einmal ein Proletarier] (aufgeführt bei den Internationalen Filmfestspielen in Venedig) und She, a Chinese [Sie, eine Chinesin], der 2009 den Goldenen Leopard beim Filmfestival in Locarno gewann. Ihre Memoiren Once Upon a Time in the East [Es war einmal im Fernen Osten] sind erst kürzlich erschienen (verlegt bei Penguin Random House, 2017). Das britische Literaturmagazin Granta ernannte Guo 2013 zu einer der besten jungen britischen Schriftsteller. Guo lebt in Berlin und London.

www.guoxiaolu.com/
Twitter @XiaoluGuo

 

 

Thursday, 16 November 2017, 8 p.m. (Entrance fee 5,-/reduced 4,-)
Breaking Ground: British Writing Across Borders
21st century readings with Francesca Beard, Rishi Dastidar, Caleb Femi and Xiaolu Guo

From the page to the screen, from words to music, from static books to active movement … a group of innovative and diverse British writers re-imagine readings for the 21st century in a special one-off show. Taking their own writing as a starting point, their performances utilise film, photography, technology, music and audioscapes to create thought-provoking multi-dimensional experiences. Join pioneering performance poet Francesca Beard, the 2016-17 Young Peoples Laureate of London Caleb Femi, award-winning poet Rishi Dastidar and bestselling author Xiaolu Guo as they come together for one night only to take literature to a whole new level.

This Lettrétage event is in partnership with the Speaking Volumes Live Literature Productions’ Breaking Ground tour sponsored by Arts Council England.

 

 

 

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© Carlos Cazurro

Francesca Beard

Francesca Beard is a London-based, Malaysian-born writer who has been called ‘The Queen of British performance poetry’ by London Metro. She performs and workshops across the UK and represents the best of British live literature around the world with the British Council. She’s been poet in residence at The Barbican, the BBC White City, The Tower of London, Hampton Court Palace, Kingston Library, the Natural History Museum and The Metropolitan Police and written for The Royal Court, The Young Vic and BBC Radios 3 and 4. Her first solo show, Chinese Whispers, produced by Apples and Snakes, was ground-breaking in its approach to performance poetry as a cross-arts form. She is currently working on a new one woman show, How to Survive a Post-Truth Apocalypse.

www.francescabeard.com
Twitter @FrancescaBeard

Rishi Dastidar

Rishi Dastidar’s poetry has appeared in the Financial Times and Tate Modern amongst others. His work was featured in the anthologies Adventures in Form (Penned in the Margins) and Ten: The New Wave (Bloodaxe). His debut collection Ticker-tape is published by Nine Arches Press. In 2016 he was commissioned by the BBC to write and perform a poem for National Poetry Day. He was a runner-up in the 2011 Cardiff International Poetry Competition and the 2014 Troubadour International Poetry Prize; in 2016 was long-listed in the UK’s National Poetry Competition. A fellow of The Complete Works, he is a consulting editor at The Rialto magazine and a member of Malika’s Poetry Kitchen collective. He is chair of literature organisation Spread The Word and teaches for the Poetry School.

Twitter @BetaRish

 

 

 

Caleb Femi

Caleb Femi is the 2016-17 Young People’s Laureate for London and an English teacher, filmmaker, photographer and schools workshop leader. Caleb’s poetry commissions include the Tate Modern, The Royal Society for Literature and The Guardian. He has read at many London venues; he also opened up for Lianne La Havas and has performed at festivals including Latitude, Ed Fringe, Boomtown, Lovebox and Greenbelt. Caleb won the Roundhouse Poetry and Genesis Poetry Slams and is currently working on a debut pamphlet. As a filmmaker, he has released two documentaries, What Did Love Taste Like In The 70s? and Heartbreak & Grime, to good international reception, which has led him to give talks and panel discussions on the topic of grime music, Road culture and masculinity.

www.calebfemi.com/
Twitter @CalebFemi5

 

 

© Robert Newald

Xiaolu Guo

Xiaolu Guo is a writer, academic and filmmaker. Her most notable novels are A Concise Chinese-English Dictionary for Lovers (Orange Prize for Fiction nomination) and Village of Stone as well as a short story collection, Lovers in the Age of Indifference. Her recent novel, I Am China, was longlisted for the Baileys Women’s Prize for Fiction. Guo’s feature films include How is Your Fish Today (Sundance), UFO in her Eyes (TIFF), Once Upon a Time Proletarian (Venice) and She a Chinese, which won the Golden Leopard Award at 2009 Locarno Film Festival. Her memoir Once Upon a Time in the East was just out (Penguin Random House, 2017). She was a named as a 2013 Granta Best Young British Novelist and lives in Berlin and London.

www.guoxiaolu.com/
Twitter @XiaoluGuo

 

 

09.12. | Textremisten

Tom Bresemann —  24. August 2017 — Kommentieren

Samstag, 09. Dezember 2017, 11:00 Uhr (Für Mitglieder des Freien Deutschen Autorenverbands kostenlos, alle anderen werden um eine kleine Spende gebeten)
Textremisten
Textwerkstatt mit Jordan T.A. Wegberg

Die Textremisten treffen sich einmal monatlich in der Lettrétage, um reihum eigene Texte vorzustellen, die dann von den Teilnehmern ausgiebig besprochen werden. Die maximale Lesezeit beträgt 10 Minuten. Es können alle Prosaformen wie Kurzgeschichten, Romankapitel oder Essays präsentiert werden. Wir geben einander Tipps, Ratschläge, Anregungen, Feedback und Motivation.

Natürlich ist sowohl das Besprechen der Texte als auch die Teilnahme an den öffentlichen Lesungen freiwillig – wer möchte, kann auch nur zum Zuhören zu den Textremisten kommen!

 

 

Alexander Graeff

 

SB: Lieber Herr Graeff, am 28. Oktober veranstalten Sie eine „Lange Nacht der poetischen Prosa“. Besucht habe ich bisher die Lange Nacht der Musik in Kaiserslautern sowie die Lange Nacht der Wissenschaften in Berlin. „So geht Prosa!“ wird ebenfalls in Berlin stattfinden. Wie kann man sich das Programm einer solchen Nacht ungefähr vorstellen? Sind verschiedene Standorte für Lesungen vorgesehen?

AG: Es ist eine Lange Nacht der poetischen Prosa. Wir hatten in der Brotfabrik auch schon andere Lange Nächte, z. B. der Lyrik. Die Veranstaltung am 28.10. heißt „So geht Prosa! Alternativen zum Romanstandard“, und ich denke, dieser Titel bringt es gut auf den Punkt, worum es geht: Einmal die unkonventionelle Seite der Prosa zu zeigen, die mit den kurzen, experimentellen, poetischen Formen. Gelesen wird ausschließlich auf der BrotfabrikBühne bis Mitternacht und darüber hinaus, daher die Bezeichnung des Formats als Lange Nacht.

 

 

Die Brotfabrik

 

 

 

 

 

 

 

 

 

SB: Das klingt nach einer hervorragenden Idee, die unkonventionellen Seiten der Prosa darzustellen. Ich habe noch eine Frage zur Titelgebung der Veranstaltung, geht es bei dem ersten Ausruf um die Benennung von Alternativen? Soll heißen, so kann Prosa auch gehen?

AG: Genau, darum geht es. Es herrscht oft ein sehr eindimensionales Bild von belletristischer Prosa in der Öffentlichkeit vor, das eben vielen Autor*innen und ihrem Schaffen nicht entspricht. Deren Texte würden das Marketingetikett »Roman« vieler großer Verlage nicht bekommen, weil ihre Arbeiten eben nicht marktkonform sind. Sie haben andere Formen oder Themen. Es geht darum, diesen Teil der Prosa sichtbarer zu machen.

SB: Vielleicht verraten Sie mir ja bereits, welche anderen Themen das sind. Welche Themen haben derzeit einen innovativen Charakter?

AG: Mutige Themen. Themen, die wehtun, nicht nur dem Status Quo, sondern auch ganz konkret Leser*innen, weil sie Muster und Strukturen des Denkens sichtbar machen, spiegeln, kritisieren – ohne dabei nur zu kritisieren, sondern auch Gegenentwürfe aufzuzeigen, Neben-Realitäten zu konstruieren usw. Konkret wären das z. B. Geschlechterverhältnisse und -zustände, Mentalitätskonstruktionen, Sozialisation, religiöse Themen oder auch mal Texte, die jenseits von bildungsbürgerlichen Selbstfindungsprozessen in urbanen Räumen handeln. Darüber wird ja geschrieben, ist aber zu oft dem „großen Publikum“ unsichtbar.

SB: Es soll sich dabei ja auch um eine Benefizlesung handeln, eine Lesung deren Einnahmen Geflüchteten zugutekommen. Wissen Sie bereits, in welchen Sprachen die Lesung stattfinden wird?

AG: Das Projekt präsentiert deutschsprachige Prosa. Der Benefizcharakter der Veranstaltung hat damit aber nur indirekt etwas zu tun. Die Kasseneinnahmen werden zur Einrichtung einer Bibliothek in der Gemeinschaftsunterkunft Treskowstraße in Heinersdorf verwendet. Natürlich werden dann aber vorrangig Bücher in den Sprachen der Geflüchteten angeschafft. Ich habe versucht, auch Schriftsteller*innen unter den Geflüchteten zu finden, die zum Konzept passen. Leider bisher ohne Erfolg.

SB: Hat es einen Grund, weshalb genau diese Unterkunft ausgewählt wurde? Haben Sie über die Suche nach geflüchteten Autor*innen einen Diskurs entfachen können über Literatur? Welche Autor*innen sind für Geflüchtete interessant?

AG: Die Heinersdorfer Gemeinschaftsunterkunft befindet sich in direkter Nachbarschaft zur Brotfabrik, zu Fuß sind das gerade mal 10 Minuten. Außerdem treffen sich die Akteur*innen des Unterstützungskreises regelmäßig in der Kneipe der Brotfabrik, da lag es fast auf der Hand, dass wir kooperieren. Ich habe den Eindruck, dass sich geflüchtete Autor*innen eher am Mainstream orientieren, also Genre-Literatur wie Fantasy etc. pp. produzieren. Das trifft ganz sicher nicht auf alle zu, es gab aber in der Vorbereitungszeit ein paar Kontakte aufgrund von Empfehlungen etwa, die das bestätigen. Ist aber, wie gesagt, nur ein sehr subjektiver Eindruck. Meistens kam die Absage dann vonseiten der angefragten Autor*innen selbst.

SB: Kommen wir nun zu meiner letzten Frage. Ich möchte abschließend von Ihnen wissen, ob eine „Lange Nacht der poetischen Prosa“ eine Art Pilot-Projekt ist? Dürfen wir uns auf eine Veranstaltungsreihe freuen, die sich auch in den kommenden Jahren fortsetzen wird?

AG: Naja, wir hatten ja schon öfters mal eine Lange Nacht in der Sparte „Literatur“ in der Brotfabrik, als Reihe ist „So geht Prosa!“ aber nicht konzipiert. Evtl. ergeben sich noch weitere Kooperationen mit der Gemeinschaftsunterkunft in Heinersdorf, aber auch das ist nicht geplant bisher.

SB: Lieber Herr Graeff, ich bedanke mich sehr herzlich für das Gespräch.

AG: Ich danke Ihnen.

 

 

Die Interviewfragen stellte S.Barnieck