Archiv: ¿comment!

„¿Comment! Lesen ist schreiben ist lesen“ ist ein Literaturprojekt der Lettrétage für Berliner Schüler und alle anderen Leser. Seit 2014 wird es von der Lettrétage weiterentwickelt. Die Idee dahinter: Lesen ist ein kreativer Prozess. Jeder Leser liest mit seinem eigenen Hintergrund an Lebenserfahrungen und Gedanken sowie an Filmen, Büchern, Bildern und Musik. In jedem Leserkopf entstehen daher verschiedene “Links” – diese möchte das Projekt „¿Comment!” kenntlich machen.

Das Lettrétage-Projekt 2014: „¿Comment! Lesen ist schreiben ist lesen“

Die vier Performances: Foto-Rückschau

„¿Comment! Lesen ist schreiben ist lesen“ – Herbst 2014, Lettrétage Berlin / Foto: gezett.de

Der ¿Comment!-Countdown läuft!

Zehn Berliner Schülergruppen, Literaturkritiker, Schauspieler, Übersetzer, Dichter, Dramatiker und viele weitere Leser aus dem World Wide Web – sie alle kommentierten Texte von vier internationalen Autoren in Wort, Bild, Ton und Film. Sie deckten verschiedene Lesarten auf, assoziierten, fragten, illustrierten und kritisierten auf comment.lettretage.de.

Und jetzt? Vier interdisziplinäre Performances, kuratiert von Berliner Autoren, führen die literarischen Texte und ihre Kommentare zusammen, übersetzen die digitale Welt des Blogs in die analoge des Literaturhauses: Die Lesung als polyphones Wortkonzert, als Rauminstallation, als assoziatives Schauspiel … Ein Experiment mit mündigen Lesern und offenem Ausgang. – Seid dabei!

Los geht es am 18.11. mit Gedichten des schottischen Lyrikers Ross Sutherland und Kommentaren seiner Leser; darunter Stefan Mesch, Kristoffer Cornils, Konstantin Ames sowie von Schülern der John F. Kennedy School, des Hildegard-Wegschneider Gymnasiums und des Paulsen Gymnasiums

Kuratiert von Simone Kornappel

Ross Sutherland wurde 1979 in Edinburgh geboren und arbeitet als Autor und Performer, Filmemacher und Dozent in Creative Writing. Er kombiniert live seine literarischen Texte mit Stand-Up-Elementen und Visuellem.

 

Sutherland veröffentlichte vier Gedichtbände, alle beim Londoner Independent Verlag Penned in the Margins:
„Things To Do Before You Leave Town“ (2009), „Twelve Nudes“ (2010), „Hyakuretsu Kyaku“ (2011) und „Emergency Window“ (2012).

Kuratorin Simone Kornappel, 1978 in Bonn geboren, ist Mitherausgeberin der „Randnummer Literaturhefte“. Ihr Debütband „raumanzug“ ist derzeit in Arbeit und erscheint demnächst bei Luxbooks, Wiesbaden.

 

 

Weitere Infos gibt´s auf unserem Blog: www.comment.lettretage.de

Dienstag, 18. November 2014, 19:00 Uhr, Eintritt frei

Auszüge aus dem ersten Roman LES VEILLEURS des französischen Autors und Kommentare seiner Leser, darunter Carolin Beutel, Karen Suender und Denis Abrahams sowie Schüler der Evangelischen Schule Köpenick und der John F. Kennedy School

Kuratiert von Gerhild Steinbuch

Vincent Message wurde 1983 in Paris geboren. Er studierte Literatur- und Geisteswissenschaften an der École Normale Supérieure. Nach einigen Jahren in Berlin und New York unterrichtet er seit 2008 Vergleichende Literaturwissenschaft an der Universität Paris VIII. Sein erster Roman LES VEILLEURS (Die Wächter) wurde im August 2009 im Verlag Éditions du Seuil veröffentlicht.

 

Gerhild Steinbuch, 1983 in Mödling geboren, studierte Szenisches Schreiben in Graz und seit Herbst 2012 den Master der Dramaturgie an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch Berlin. Derzeit schreibt sie im Auftrag der Opéra de Lille das Libretto für eine Oper von Wolfgang Mitterer, deren Uraufführung für die Spielzeit 2015/16 geplant ist, sowie an einem Auftrag für das Schauspiel Leipzig. Gemeinsam mit Jörg Albrecht erarbeitet Gerhild Steinbuch eine Performance für den Steirischen Herbst.

 

Weitere Informationen zu den Beteiligten sowie alle literarischen Texte und ihre Kommentare unter: www.comment.lettretage.de

Donnerstag, 20. November 2014, 19:00 Uhr, Eintritt frei

Prosa und Lyrik des kongolesischen Autors und Kommentare seiner Leser, darunter Sandra Gugic, Thomas Köck und Gernot Krämer sowie Schüler des Friedrich-Engels Gymnasiums, des Hildegard-Wegschneider Gymnasiums und des Eckener Gymnasiums

Kuratiert von Jörg Albrecht

Fiston Mwanza Mujila, 1981 in Lubumbashi (Demokratische Republik Kongo) geboren, studierte Literatur und Humanwissenschaften. Derzeit promoviert er über afrikanische Literatur an der Grazer Romanistik. Fiston Mwanza Mujila schreibt Gedichte und Kurzgeschichten, seit kurzem auch für das Theater; seit einigen Jahren nimmt er an vielen literarischen Veranstaltungen im Kongo und im (europäischen) Ausland teil. Veröffentlicht wurden seine Gedichte und Texte in Frankreich, Belgien, Deutschland, Österreich, Rumänien, und der Ukraine.

Jörg Albrecht wurde 1981 in Bonn geboren und wuchs in Dortmund auf, heute lebt er in Berlin. Er studierte von 2001 bis 2006 Komparatistik, Germanistik und Geschichte in Bochum und Wien. Albrecht schreibt Prosa/Romane, Theatertexte, Hörspiele, Essays, seine Foto- und Videoarbeiten und Performances beschäftigen sich als intermediale Serien mit Machtkonstellationen.

Seine literarischen Arbeiten zu Themen wie Überwachung, Prekarisierung und Queerness wurden als Rückkehr des Diskursiven und Politischen in die Literatur der jüngeren deutschen Generation gewertet.

Weitere Informationen zu den Beteiligten sowie alle literarischen Texte und ihre Kommentare unter: www.comment.lettretage.de

Dienstag, 25. November 2014, 19:00 Uhr, Eintritt frei

Gedichte des französischen Autors und Kommentare seiner Leser, darunter Rike Bolte, Karen Sünder und Denis Abrahams sowie Schüler des Tiergarten Gymnasiums und des Paulsen Gymnasiums

Kuratiert von Aurélie Maurin und Christian Filips

Christian Prigent wurde 1945 in Saint-Brieuc in der Bretagne geboren. Nach Aufenthalten in Rom (1978 – 1980) und Berlin (1985 – 1991) lebt er seit 2007 in Saint-Brieuc in der Bretagne. Er gründet Anfang der 70er Jahre die Zeitschrift TXT und arbeitet außerdem mit zahlreichen weiteren Zeitschriften in Frankreich und im Ausland zusammen und veröffentlicht, vor allem bei P.O.L., Gedichtsammlungen und literaturwissenschaftliche Arbeiten. Streitbar, provozierend, ironisch spielt er mit verschiedenen Formen in seinem Kampf gegen das „Falsche Sprechen“.

Aurélie Maurin wurde 1975 in Paris geboren und studierte Literaturwissenschaft und Linguistik in Paris. Magister über die Rezeption des Unheimlichen und E.T.A Hoffmans in Frankreich. Sie lebt seit 2000 als freie Veranstaltungskuratorin für verschiedene Institutionen und Autoreninitiativen in Berlin. Zurzeit übersetzt sie Gedichte von Dagmara Kraus, Rolf Dieter Brinkmann, Thomas Brasch, Bert Papenfuß und Steffen Popp.

Christian Filips wuchs in Osthofen bei Worms auf- Nach dem Besuch einer Europäischen Schule in Belgien studierte er von 2000 bis 2003 Philosophie und Germanistik an der Universität Wien und arbeitete zeitweise als Tanztheater-Dramaturg am Staatstheater Darmstadt. Für seinen ersten Gedichtband SCHLUCK AUF STEIN erhielt er 2001 den Rimbaud-Preis des Österreichischen Rundfunks. Heute lebt er als freier Autor, Regisseur und Musikdramaturg in Berlin. 2010 erschien der erste Band seines Fortsetzungsprojekts HEIßE FUSIONEN.

Weitere Informationen zu den Beteiligten sowie alle literarischen Texte und ihre Kommentare unter: www.comment.lettretage.de

Donnerstag, 27. November 2014, 19 Uhr, Eintritt frei

 

Tom Bresemann liest nicht nur, sondern gibt gleichzeitig sein Statement zu comment – lesen ist schreiben ist lesen – ab. Hier: das Gedicht Wann endet gleich noch mal im Himmel die Apartheid von Jeffrey Mc Daniel auf Fiston Mwanzas Text Monolog eines Verdammten.

Simone Kornappel, bei Comment Kuratorin Ross Sutherlands, knöpfte sich eines der Gedichte des schottischen Performers vor und ließ es – google macht’s möglich – mehrmals in verschiedenste Sprachen und zuletzt wieder ins Deutsche übersetzten.

Richard Branson heißt das Ausgangsgedicht und DAS ist das Ergebnis

Hier die beiden ersten Strophen im Vergleich:

Sutherlands Original:

Mein Liebling, ich fühle mich wie dieser Kunstdruck von Rothko.

Ich bin klein und glasig, und ich will dir imponieren,

selbst wenn ich dafür einen deiner Arbeitskollegen abmurksen müsste.

 

Und nach vielfältiger Übersetzung das Resultat:

Mir schönt, ich fühle mich nicht wie Kulturerbe, eher wie Kunstdruck von William Roscoe.

Und ihr sollt wissen, dass ich von Dingen weiß. Das Glas auch.

Und das ist nur, weil Gott die Kulturerbe-Forschung tröstet.

 

Wer kann da noch länger behaupten, Übersetzung habe nichts mit Dichtung zu tun?! Genauer nachlesen könnt ihr all das wie immer auf unserem Comment-Blog und natürlich wollen wir wissen, wie ihr darüber denkt!

Bei der Lesung des NaRr letzte Woche gab es eine neu eingerichtete Kommentierstation, bei der die Besucher ihren Senf zu einem Textausschnitt geben konnten. Schaut selbst rein und macht mit unter: http://comment.lettretage.de/

DSC00135Die meisten Vorbereitungen (siehe Bild) sind bereits gelaufen, langsam kann’s losgehen und (fast) alle stehen in den Startlöchern:

¿COMMENT! – Lesen ist schreiben ist lesen

Mal reinklicken und mitschreiben unter TEXTE & KOMMENTARE