Archiv: Im Gespräch

Was bedeutet Literatur für dich und wo siehst du die Zukunft der/deiner Literatur?

Tagtäglich verfolgt den Menschen seine eigene innere Stimme, welche Sämtliches in kryptischer Weise aufarbeitet, und für mich ist Literatur eine Möglichkeit den Kommentator zu wechseln.

Die Zukunft dieser Stimmen liegt demnach auch in unserer Bereitschafft anderen Menschen zuzuhören und zu lesen.

Was bedeutet Literatur für dich und wo siehst du die Zukunft der/deiner Literatur?

ZUSAMMENFÜHRUNG.

Was bedeutet Literatur für dich und wo siehst du die Zukunft der/deiner Literatur?

Im Kern ist die Literatur meiner Ansicht nach wie jede Art der Kommunikation nur ein Beispiel des immerwährenden Versuchs, die vor uns liegende und unbewegliche Spalte zu überschreiten.In der Zukunft wird es einem vielleicht gelingen.

Was bedeutet Literatur für dich und wo siehst du die Zukunft der/deiner Literatur?

Ich liebe Literatur. Manchmal bin ich am Morgen sehr traurig. Die Sonne fällt mir ins Gesicht, ich muss mich wegdrehen, selbst das fällt mir manchmal schwer, aber wenn ich an die Literatur denke, dann geht mein Herz auf. Sie ist mein Grund aufzustehen, der tiefe Abgrund lichtet sich, die Sonne lacht. Unsere Zukunft sehe ich sehr traditionell, ein Haus, zwei Kinder, Lyrik, Prosa, vielleicht eine Katze. Abends sitzen wir dann zusammen im Garten, am Apfelbaum…

Was bedeutet Literatur für dich und wo siehst du die Zukunft der/deiner Literatur?

Das wird sich ein bisschen cheesy anhören, aber ist eben so 🙂

Literatur für mich ist das was verbleibt, wenn man alles weg macht – wenn die Impulse über den Gedanken greifen, wenn man sehr viel redet oder schreibt, und dann nichts mehr sagen oder schreiben kann. Dieses nichts ist Literatur.

Und was die Zukunft angeht… mal sehen 🙂 

Soundpoet Dirk Hülstrunk und Tänzerin Milla Koistinen im Gespräch.

A_Pile_of_Frames

Für eure Performance „A Pile of Frames“ spielt das Thema der Wiederholung eine wichtige Rolle. Könnt ihr das etwas genauer erklären?

Dirk: Ich arbeite mit einer sogenannten “Loop Station”, das ist ein Gerät, mit dem ich auf drei verschiedenen Spuren etwas aufnehmen und wiederholen kann. Damit kann ich die Spuren dann auch mischen. Wiederholung ist ein Element unseres Programms, ich persönlich sehe es als grundlegenden Bestandteil des Lebens. Es unterliegt ja allen möglichen Tätigkeiten und Apparaturen, von denen wir umgeben sind und ich versuche, dieses Prinzip künstlerisch zu nutzen. Das Spannende dabei ist, dass Wiederholung immer auch etwas Strukturierendes ist – und je mehr man versucht, zu strukturieren, desto chaotischer wird es am Ende. Es gibt da so einen Kipp-Punkt, an den wir auch mit unserer Performance zu kommen versuchen, an dem sich die Wiederholung selbst aufhebt und ins Chaos umstürzt: Deshalb auch “A Pile of Frames”, also Rahmen, die sich überlagern und übereinander undurchsichtig werden.

weiterlesen…

© Anna Hawliczek

© Anna Hawliczek

Am 8. November wurden die Preisträger des Open Mike 2015 gekürt. Zwei Österreicherinnen, darunter Jessica Lind, gewannen dieses Jahr das Wettlesen, das mittlerweile zu den wichtigsten Literatur-Nachwuchswettbewerben im deutschsprachigen Raum zählt. Jessica Lind überzeugte die Jury mit ihrer Erzählung Mama, die von den Schwierigkeiten Mutter zu werden handelt. In Jan Brandts Laudatio heißt es: „Ein magischer Realismus, der bald zum manischen Realismus wird und eine geisterhafte, aber verbindliche Imagination schafft.“

Jessica Lind nahm sich Zeit für ein Gespräch mit Lisa Lettrétage:

Der diesjährige Open Mike zeichnete sich durch eine besonders hohe Qualität der Beiträge aus. In drei Worten, wie fühlte es sich an, als Sie realisierten, dass Sie gewonnen hatten? weiterlesen…

Lyrikerin Katharina Schultens steht Körper und Antwort im Fotointerview. Heute ist sie beim zwischen/wege Festival in Freiburg aufgetreten, das versucht den Kompromiss in der Kunst zu verorten. Auf die Frage, ob ihre Kunst kompromisslos sei erwiderte sie:

„Du musst wissen, dass es nicht funktioniert,

damit es funktioniert.“

Der Rest des Interviews erfolgt in Bildern… weiterlesen…

 

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Autor Valentin Moritz jagt seinen Text; Foto: Susanne Kilmroth

Der Autor = ein wahnwitziger Zoogänger? Bei Valentin Moritz’ Leseperformance „WILDWECHSEL | Eine Entgrenzung auf vier Beinen“ wird der Autor zum todesmutigen Zoobesucher, der nicht nur die informative Beschriftung des Tiergeheges lesen will, sondern selbst ins Gehege springt, die Gitter öffnet und dem wildgewordenen Text freien Lauf lässt. Im Zuge des zwischen/wege-Festival in Freiburg, 17.-18. Juli, tritt Valentin Moritz zum ersten Mal mit „WILDWECHSEL“ auf. Aus diesem Grund haben wir ihn in ein Gespräch verwickelt, über die Jagd nach dem Text, neue Technologien, und Kompromisse in der Kunst.

weiterlesen…

„Je tiefer man in einer Sprache sitzt, desto mehr wird man von ihr besessen und desto mehr braucht man eine andere Sprache, um auf Distanz bleiben zu können.“, sagt der berühmte Übersetzer Georges-Arthur Goldschmidt, in dessen Namen jedes Jahr ein Stipendium für junge Übersetzer vergeben wird. Im Rahmen des Goldschmidt-Programms finden sich fünf deutsche und fünf französische Jung-Übersetzer in Arbeitstandems zusammen, um unter der Betreuung der erfahrenen Übersetzer Yasmin Hofmann und Frank Heibert an ihren Projekten zu arbeiten. Im Gespräch berichten Mentor Frank Heibert und Teilnehmer Frédéric Balmès von der gemeinsamen Arbeit und den Herausforderungen des Übersetzer-Berufes.  weiterlesen…

IbnRushd

Catherine Warnier und Salah Al Hamdani. Foto: Augustin Detinne.

Eine multimediale Performance entsteht, wenn die Cellistin Catherine Warnier Johann Sebastian Bachs Suiten völlig neu interpretiert und der irakisch-französische Dichter Salah Al Hamdani dazu seine Gedichte vorträgt. Abgerundet wird die Veranstaltung, die am Sonntag, den 12. 7. in der Lettrétage zu Gast ist, von Fotografien aus dem Irak. weiterlesen…

"A Bear as a Bear" - SJ Fowler (copyright: SJ Fowler)

„A Bear as a Bear“ – SJ Fowler (copyright: SJ Fowler)

What is possible in writing concerning medium, questioning authorship, in writing as a language or as a form of art? In a non-determined open space writers and artists are collaborating in encounters to do collaborative events. UK-based Steven J Fowler initiated The Enemies Project in 2010 to have writers, photographers, artists and musicians in over 100 events in about a dozen countries come together in an experimental environment without restrictions to method or content matter. Therefor each collaboration depends totally on the individual writers. On the occasion of The Enemies Project visiting Berlin I had the chance to interview Steven J Fowler. weiterlesen…

IMG_0047

Klaus Johannes Thies, © Michaela Frey

Seit nun mehr als 25 Jahren schreibt Schriftsteller und Journalist Klaus Johannes Thies an seinen Texten, die auf meist nicht mehr als einer Seitenlänge mühelos auf der Schnittstelle von Lyrik und Prosa balancieren. In seinem Band Unsichtbare Übungen – 123 Phantasien taucht der Leser 123 Mal ausgehend von verschiedensten Alltagssituationen ein in ein Sammelsurium an Gedanken, Assoziationen und Träumen. Prosaminiaturen, Kürzestgeschichten, Miniaturprosa, Prosagedichte – all das findet man an Bezeichnungen, wenn es um Thies’ Stücke geht und all das scheint wenig markttauglich. Dass die erste Auflage seines Band nun kurz nach der Veröffentlichung vergriffen sein würde, hat auch ihn überrascht. weiterlesen…

Frankfurter Buchmesse 2014 - Ted van Lieshout

Schriftsteller Ted van Lieshout; © dpa

Der niederländische Schriftsteller Ted van Lieshout beschreibt in seinem Gedichtband Sehr kleine Liebe die Beziehung, die er als zwölfjähriger Junge zu einem erwachsenen Mann hatte. Dabei spricht er nicht von Missbrauch und Opfer, sondern versucht die sensible Gefühlswelt seines damaligen Ichs einzufangen. Fragen nach Liebe und Legalität, der Rolle des Opfers und die Schuld des Täters werden neu aufgerollt: Wie kommt das Opfer aus seiner Unmündigkeit? Ist jeder Pädophile gleich Straftäter? Was wenn die Beziehung auf gegenseitigem Einverständnis erfolgte? Bewusst geht van Lieshout mit seiner eigenen Geschichte an die Öffentlichkeit, um der Debatte eines der letzten Tabuthemen unserer Gesellschaft einen neuen Anstoß zu verleihen. weiterlesen…