Archiv: Fotos

Donnerstag bis Sonntag, 16.-19. Dezember 2017
Zweiter WiSU-Branchentreff Literatur
im Haus der Kulturen der Welt

Der Branchentreff Literatur versammelt die Solo-Selbständigen der Literaturbranche, um aktuelle Themen der Literaturszene und politische Entwicklungen zu diskutieren. Dieses Jahr stehen alternative Formen der Arbeitsorganisation, Kooperation und Genossenschaftsmodelle im Blickpunkt der Arbeitsgruppen, Panels, Vorträge und Workshops. Im Projektemarkt findet das Crowd-Prinzip unmittelbar praktische Anwendung. Die Teilnahme am gesamten Angebot ist kostenlos.

Die offizielle Eröffnung mit einem Begrüßungswort von Moritz Malsch und einer Performance vom G13-Lyrikkollektiv findet am Freitag um 19:00 Uhr statt. Die Abschlussveranstaltung beginnt am Sonntag um 18:00Uhr: Aperó und Abschlusslesung mit Denis Abrahams (Sprecher und Schauspieler) und Ben Kraef (Saxophonist).

Mehr Informationen gibt es unter: http://literaturszene.berlin/branchentreff/

Die Anmeldung erfolgt unter: http://literaturszene.berlin/anmeldung-branchentreff-literatur-2017/

In Kooperation mit dem Haus der Kulturen der Welt.

Der Branchentreff Literatur wird von der Senatsverwaltung für Kultur und Europa und dem EFRE-Fonds gefördert.

BuchBerlin 2017

Tom Bresemann —  6. November 2017 — Kommentieren

Im November findet die Buchmesse BuchBerlin zum vierten Mal statt. Auch die Lettrétage wird mit dem Projekt WiSU dort vetreten sein. Vorab haben wir mit BuchBerlin-Gründerin Steffi Bieber-Geske ein Interview geführt.

Die deutsche Literaturlandschaft besitzt mit den Buchmessen in Frankfurt und Leipzig bereits zwei sehr große, prominente und international bekannte Foren für Verlage, Veranstalter und Medien. Warum braucht es da noch die Buch Berlin?
Weil die großen Buchmessen für unabhängige Verlage und Selfpublisher nur bedingt interessant sind. Viele können sich die exorbitanten Standgebühren schlicht nicht leisten – und wenn, dann sitzen sie an einem winzigen Stand, in den sich niemand hineintraut, und gehen neben den riesigen, aufwendig gestalteten Ständen der großen Verlage schlicht unter.
Das ist auf der BuchBerlin anders. Bei uns stehen die kleineren und mittelständischen Verlage sowie Autoren und Selfpublisher im Mittelpunkt.
Außerdem ist Berlin eine traditionelle Literaturstadt, in der rund 200 Verlage ansässig sind und weit mehr als 1000 Autoren leben. Viele Berliner lesen gern und freuen sich daher, nun direkt in der Hauptstadt eine Buchmesse besuchen zu können.
Bei uns geht es gemütlicher und familiärer zu als in Leipzig und Frankfurt, der Eintritt kostet viel weniger und man hat die Chance, an einem Tag alle interessanten Aussteller zu besuchen und muss sich nicht auf ein, zwei Hallen beschränken. Alle Aussteller verkaufen ihre Bücher direkt am Stand und weil zahlreiche Autoren vor Ort sind, kann man sich viele Titel auch signieren lassen.

Die Buch Berlin ist innerhalb von nur vier Jahren auf eine beträchtliche Größe gewachsen. Wie beurteilen Sie rückblickend diese Entwicklung und was erwarten Sie für die kommenden Jahre?
Bereits im ersten Jahr waren wir ausgebucht – es war daher schnell klar, dass die Verlage und Autoren auf eine Messe wie die BuchBerlin gewartet haben. Ich bin ja selbst Verlegerin und habe bei der BuchBerlin das umgesetzt, was ich mir selbst als Ausstellerin gewünscht habe. Viele Aussteller sind uns von Anfang an treu geblieben, weil sie sich auf der BuchBerlin einfach wohlfühlen – und teilweise auch wirklich gute Umsätze machen. Zahlreiche andere sind hinzugekommen.
Auch die Zahl der Besucher steigt von Jahr zu Jahr – inzwischen kommen Leseratten aus ganz Deutschland, weil sie wissen, dass sie bei uns tollen Autoren und Verlage treffen und besondere Bücher finden, die es nicht in jeder Buchhandlung und oft auch nicht auf den großen Messen gibt.
Weil viele Aussteller größere Stände gebucht haben, werden wir in diesem Jahr doch keine 300 Autoren und Verlage vor Ort haben, sondern nur knapp 250. Im nächsten Jahr werden wir dann voraussichtlich auf 300 Aussteller wachsen.
Sehr viel größer wird die BuchBerlin dann aber nicht mehr werden, denn wir hoffen, ab 2018 eine dauerhafte Location gefunden zu haben, und dort ist der Platz natürlich auch begrenzt. In Berlin eine noch größere Location zu einem Preis zu finden, bei dem wir unsere günstigen Standgebühren halten können, ist so gut wie unmöglich.
Außerdem wollen wir uns auch weiterhin gut um unsere Aussteller und Besucher kümmern und alles so professionell wie möglich organisieren. Das funktioniert bei mehr als 400 Ausstellern vermutlich nicht mehr. Wir organisieren die BuchBerlin ja nicht als Messeveranstalter mit einem großen Team, das den ganzen Tag nichts anderes tut, sondern als gemeinnütziger Verein mit viel ehrenamtlichem Engagement.

Das literarische Publikum, aber auch die AutorInnen selbst sind so vielfältig und divers aufgestellt wie nie zuvor. Welche Zielgruppe möchten Sie ansprechen und wie erreichen Sie diese?
Unsere Zielgruppe ist so bunt und vielfältig wie die unabhängige Literaturszene – und wie Berlin. Zu uns kommen Verlage und Autoren aus allen Genres und Besucher aus allen Altergruppen und gesellschaftlichen Bereichen. Nur Nazis finden bei uns kein Forum.

Die BuchBerlin findet am 25. & 26. November 2017 von 10 bis 18 Uhr im Congress Center des Hotels Estrel, Sonnenallee 225, 12057 Berlin, statt. Die Lettrétage ist im Rahmen des WiSU-Projekts auch auf der Buch Berlin vertreten: Kommt vorbei, ihr findet uns auf der Empore! An unserem Stand habt ihr die Möglichkeit euch zum Thema Freiberuflichkeit im Literaturbereich zu informieren und eine Kurzberatung in Anspruch zu nehmen: http://literaturszene.berlin/beratungsangebot/beratungen-auf-der-buchberlin/

Mittwoch, 29. November 2017, 20:00 Uhr (Eintritt 8,- / erm. 6,-)
Berliner Geschichten: Wie sieht die „Stadt der Anderen“ aus?
Mit Tilman Rammstedt und Jane Flett (Schottland), Lucy Fricke und Assaf Alassaf (Syrien), Maren Kames und Erica Zingano (Brasilien). Fotografien: Maria Sewcz

Berlin ist groß, vielschichtig, immer im Werden – und voller spannender Menschen und Geschichten. Jeder hat sein Bild von Berlin. Wie aber sehen die anderen die Stadt? Sehen sie dieselbe Stadt – oder eine völlig andere? Welchen Einfluss hat die eigene Herkunft und Geschichte auf die Wahrnehmung der Welt, in der man lebt? KOOK hat drei deutschsprachige und drei internationale Autor*innen, die in Berlin leben, eingeladen, einander „ihr“ Berlin zu zeigen: ihre Orte, ihre Geschichten, ihre Sicht auf die Stadt und deren Bewohner.

Assaf Alassaf, Jane Flett, Lucy Fricke, Maren Kames,  Tilman Rammstedt und Erica Zingano verabreden sich im Herbst jeweils zu zweit zu Spaziergängen durch Berlin. Begleitet werden sie von der Fotografin Maria Sewcz, die ihren eigenen künstlerischen Blick mitbringt. Literatur und Fotografie treffen Stadt. Aus diesen individuellen Touren entwickeln die Autor*innen Texte über eine Metropole im Wandel. Sie eröffnen einander neue Perspektiven, erzählen neue und alte Geschichten – von der Volksbühne, von Flüchtlingsunterkünften, der Sonnenallee oder vom alten Westberliner Zoo.

Am 29. November werden die dabei entstandenen Texte und Fotografien in der Lettrétage im Rahmen einer großen Abschlussveranstaltung vorgestellt. Die Lesungen finden auf Deutsch, Englisch, Arabisch und Portugiesisch statt. Übersetzungen sind vorhanden.

© Ramy Alashek

Assaf Alassaf (* 1975, Syrien) ist Autor, Mediziner und Journalist. Seine Texte gibt es auf Facebook und bei Mikrotext, etwa das eBook „Abu Jürgen. Mein Leben mit dem deutschen Botschafter“ (2015).

 

 

 

 

©Tom Moore

Jane Flett (* 1984, Schottland), ist Autorin und Musikerin. Ihre Texte erschienen in zahlreichen Anthologien und Literaturzeitschriften. Ausserdem ist sie Teil der Roit Grrl Band „Razor Cunts“.

 

 

 

 

Lucy Fricke (* 1974) ist Autorin und Literaturveranstalterin. Zuletzt veröffentlichte sie „Takeshis Haut“ (2014, Rowohlt Verlag). 2018 erscheint ihr vierter Roman „Töchter“ (Rowohlt Verlag).

 

 

 

©Dagmar Morath

Tilman Rammstedt (* 1975) ist Autor und Kolumnist. Zuletzt veröffentlichte er den Roman „Morgen mehr“ (Hanser Verlag, 2016), dessen Entstehungsprozess zuvor als Fortsetzungsroman im Netz verfolgt werden konnte.

 

 

 

© Dirk Skiba

Maren Kames (* 1984) ist Lyrikerin. Ihr vielbeachtetes Debüt „Halb Taube Halb Pfau“ erschien 2016 im Secession Verlag.

 

 

 

 

Erica Zingano (* 1980, Brasilien) ist eine transdisziplinär arbeitende Lyrikerin. Zahlreiche Veröffentlichungen, zuletzt „eine Sache für die andere“ (bulky news press, 2017).

 

 

 

Maria Sewcz (* 1960) ist eine vielfach ausgezeichnete Fotografin. Zahlreiche Einzelausstellungen, zuletzt mit Fotografien und Videos im Haus am Kleistpark („Jetzt, Berlin“, 2016)

Montag, 4. Dezember 2017, 20 Uhr (Eintritt 5,-/4,-)
Den Berg durchgraben
Szenische Lesung und Publikumsgespräch

Diese Lesung findet ein zweites Mal statt – und zwar hier!

Sie sitzen in einem 2,5 Meter mal 3,5 Meter großen Zimmer. Die Decke ist 2 Meter hoch. Eigentlich ein volles Zimmer, das leer wirkt, weil es klein ist. Das Licht ist nur eine kleine Lampe am Tisch, eher kühl, und ein Laptop. Irgendetwas ist passiert. In diesem Zimmer. Sie sitzen nebeneinander, blicken nach vorne. Sie ist Journalistin. Er ist Autor. Sie fragt ihn, wie sich sein Schreiben durch den Krieg verändert hat. Er antwortet: Soll ich noch einen drehen?, und wartet ihre Reaktion nicht ab.

Der Text „Den Berg durchgraben“ von Luna Ali ist eine Liebesgeschichte:es geht um zwischenmenschliche Liebe, um Berufung, Identität, Sprache, Theater, Literatur und das Schreiben. Wenn wir schreiben, beschreiben wir nicht nur Realität, sondern schaffen sie zugleich neu. Aus genau dieser Motivation begibt sich eine Journalistin auf den Weg, um über das Schreiben in Konflikten zu schreiben. Sie interviewt einen syrischen Autoren zu den Bedingungen seines Schreibens. Schnell stellen sie fest, dass sich zwischen ihnen mehr abspielt. 40 Kilometer vom Abgrund der Welt entfernt geht es um Erinnerung und ihre Zerstörung, um Identität und ihre Zerstörung, um Übersetzung, Intimität, um Sprache und ihre Unvollkommenheit.

Luna AlisText „Den Berg durchgraben“ ist Monolog, Dialog, Erzählung, Dokumentation, Theaterstück und Stream-of-Consciousness zugleich und basiert zu großen Teilen auf autobiographischen Erlebnissen der Autorin.

Text: Luna Ali
Regie: Naomi Boyce
gelesen von: Carolin Kipka, Dürten Thielk, Anna Tilling
Kostüm/Fotografie: Inga Aleknaviciute

Luna Ali – *1993 in Syrien / Derzeit Studium am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig / B.A. Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis in Hildesheim / Theatertreffen der Jugend 2009 und 2012 / Seit 2012 Kuratorin beim Fuchsbau Festival / Treffen junger Autoren der Berliner Festspiele 2012 / Dramenwerkstatt InZukunft II 2014 / Berliner Hörspielfestival 2015 / Zusammenarbeit mit andcompany&Co. in Düsseldorf 2017

© Inga Aleknaviciute

© Inga Aleknaviciute

© Inga Aleknaviciute

Mittwoch, 6. Dezember 2017, 20 Uhr
„…because the king had no money left.“
Konzert-Premiere von ‚Axe and Pile’

In der umgangssprachlichen Welt der Musik stehen elektrische Gitarre und Schlagzeug seit der Entwicklung neuer Spieltechniken im Vordergrund der sogenannten vernakularen oder nicht geschrieben Musik: Vom Pop bis zur rein improvisierten Musik: in allen Formen und Kontexten sind beide Instrumente immer zu hören und haben ihr kulturelles Erbgut in den verschiedenen Varianten der populären Musik weit und breit durchgesetzt. Trotz der enormen Entwicklung der zeitgenössischen komponierten Musik seit den 50er-Jahren, blieben und bleiben beide Instrumente, vor allem die elektrische Gitarre, im Hintergrund und werden als Rock-, Jazz- oder reine Pop-Elemente angesehen und als Außenseiter in der zeitgenössischen Musikwelt abgestempelt. ‚Axe and Pile’ hat junge, lebendige und in Berlin lebende Komponisten, die stark beeinflusst sind durch populäre Formen der Musik, den Auftrag gegeben, neue Werke – im Rahmen und Kontext zeitgenössischer komponierter oder notierter Musik im weitesten Sinn – für sie zu schreiben.  Die reiche Klangwelt der schon länger entstehende vernakularen Tradition der elektrischen Gitarre und des Schlagzeugs kann nur durch eine neue Formalisierung und Kontextualisierung noch reicher werden. Das kulturelle Erbe der vernakularen Form der 50er-Jahre überschneidet sich mit den neuen Tendenzen der jungen Generation von Komponisten, die mehr und mehr ausschließlich in notierten Musikformen und Kontexten zeitgenössischer Musik arbeiten.

Axe and Pile sind Seth Josel (Gitarre) und Michael Weilacher (Schlagzeug). Sie spielen neue Kompositionen von Leah Muir, Thomas Meadowcroft und Amir Shpilman. Das genaue Programm wird am Abend des Konzerts veröffentlicht werden.

Der Schlagzeuger Michael Weilacher ist 1969 in Rochester NY geboren. Nach seinem Studium an der Eastman School of Music und am Conservatory of Music in Cincinnati, wo er in verschiedenen Rock-Gruppen und Orchestern aktiv war,  zog er nach Rotterdam, um am dortigen Konservatorium sein Master-Diplom abzulegen. In Europa wandte sich Weilacher zunehmend der zeitgenössischen und improvisierten Musik zu und trat mit verschiedenen Performance-
Gruppen und Ensembles auf. Seit einigen Jahren lebt Michael in Berlin, gastiert als Solist und spielt mit Ensembles. Seit 2014 ist er festes Mitglied des Berlin Piano Percussion Ensembles und tritt regelmäßig mit dem Ali Askin Jazz Quintett auf. Michael ist aktiv als Studiomusiker und widmet sich seinen eigenen Kompositionen für Film und Performance. 2014 arbeitete er mit Constanza Macras/ DorkyPark an der Produktion ‚The Past’. Hierfür entwickelte er sowohl eigene Kompositionen, improvisierte zusammen mit der Musikerin Miako Klein und interpretierte Musik des Komponisten Oscar Bianchi. Im Februar 2015 komponierte er die Musik für „Slipping“, ein Tanzstück der amerikanischen Choreografin Sandrine Harris. Michael ist zudem kontinuierlich aktiv als Schlagzeuger und Arrangeur in verschiedenen Bands in Berlin (u.a. bei The Somnambulist, Ray Gibson und dem Schachtner Weilacher Duo). Im April 2015 erschien bei Sony Classics „The Living Loving Maid“, die erste CD der Band Kronthaler, für die er im Studio einspielte und für deren Konzerte er regelmäßig als Gastmusiker auftritt.

Seth Josel wurde 1961 in New York geboren. Er erhielt seine musikalische Ausbildung an der Manhattan School of Music in New York und der Yale University. 1988 Fulbright-Hays Stipendium der amerikanischen Regierung. 1992/93 Stipendium der Akademie Schloß Solitude, Stuttgart. Solokonzerttätigkeit seit 1986 in zahlreichen Ländern West- und Osteuropas sowie in Israel, Japan, Kanada und in den USA. Er ist als Solist bei namhaften Festivals für Neue Musik engagiert worden, darunter Donaueschingen, Eclat, Huddersfield, MaerzMusik, New York Philharmonic Biennale. 1991-2000 war er festes Mitglied der musikFabrik. Er beriet und arbeitete mit zahlreichen Komponisten zusammen, darunter Mauricio Kagel, Helmut Lachenmann, Tristan Murail, Phill Niblock und James Tenney. Zudem engagiert er sich sehr in Kollaborationen mit einigen der führenden jungen Komponisten unserer Zeit wie etwa Peter Ablinger, Richard Barrett, Chaya Czernowin, und Manfred Stahnke, die für ihn und sein Talent Werke geschrieben haben.

 

Die Veranstaltung wird gefördert von INM e.V. Berlin

Montag, 11. Dezember 2017, 20 Uhr (Eintritt 5,-/4,-)
Den Berg durchgraben
Szenische Lesung und Publikumsgespräch

Diese Lesung findet zum ersten Mal bereits am 4. Dezember statt. Siehe Ankündigung hier!

Mittwoch, 13. Dezember 2017, 19:00 Uhr (Eintritt frei)
Moshabak-Nächte
mit Ibrahim Keivo und Alina Amers

Nawras lädt euch zum ersten Abend der „Moshabak Nächte“ ein! Moshabak Nights ist eine Serie kultureller Veranstaltungen, die einmal im Monat syrische Künstler zusammenbringt, um ihre Werke und Talente zu präsentieren. Jeden Monat werden verschiedene syrische Künstler vorgestellt, die mit neuen Kunst- und Kulturformen die Gesellschaft bereichern und so einen Treffpunkt mit regelmäßigen Begegnungen zwischen Syrischen und internationalen Künstlern, Produzenten, und Aktivisten schaffen. In der Lettrétage zu Gast sein werden an diesem Abend der Musiker Ibrahim Keivo und die Künstlerin Alina Amers.

Ibrahim Keivo ist ein syrischer Sänger und Komponist aus der mesopotamischen Stadt Al-Hassakeh. Sein Werk ist durchdrungen von den Wurzeln traditioneller syrischer Musik und er ist einer der wenigen Sänger, welche die arabische, syrische, armenische und kurdische Musik weiterentwickelt und auf diese Weise das musikalische Erbe Nord-Syriens bereichert haben. Zudem ist er bekannt dafür landestypische Instrumente wie Buzug, Saz und Baghlama zu spielen. Keivo ist Preisträger der Goldenen Ornina des Syrischen Song Festivals. In ein Konzert kann man bereits hier hineinhören!

Alina Amers wurde 1988 in Odessa geboren und lebt und arbeitet zurzeit in Berlin. 2012 schloss sie ihr Studium der Architektur und Städtebauplanung in Damaskus ab. 2013 zog sie wegen des Krieges nach Beirut und versuchte sich fortan durch verschiedene Kunstformen und Medien auszudrücken. Ihr Werk umfasst Mixed Media Malerei, Installationen, Performances, Videokunst und Theater. Amers beschäftigt sich vor allem mit den versteckten Untergrundstrukturen der Stadt, jenem System, welches all die Überreste unseres alltäglichen Lebens aufnimmt und verdaut. Einen EIndruck von ihrer Arbeit kann man hier gewinnen!

Nawras ist eine gemeinnützige Organisation in Berlin, die 2016 gegründet wurde um die Kontinuität der syrischen Kunst und Kultur zu fördern. Nawras öffnet Türen für syrische Künstler in Deutschland und schafft so ein anregendes Umfeld, um die aktive Teilnahme zu ermöglichen und die Möglichkeit für Kollaborationen zu fördern, damit Künstler unabhängig und interaktiv zusammen arbeiten können. Als unabhängige kulturelle Stiftung glaubt Nawras daran, sich den Veränderungen und Herausforderungen der heutigen Zeit an diesem Ort zu stellen, indem sie Kunst und Kultur als grundlegendes Menschenrecht und als ein mächtiges Mittel für den Dialog aufrechterhält. Von diesem Gedanken ausgehend arbeitet Nawras in einer deutschen Umgebung auf verschiedenen Arten und Weisen mit dem Glauben an gemeinsame Gerechtigkeit, Würde und Frieden.

 

06.11. | Freie Räume

Tom Bresemann —  18. September 2017 — Kommentieren

Montag, 06. November 2017, 19:00 Uhr
Freie Räume
Verlagspräsentation der Edition FZA

Die Wiener Literatur-Edition FZA aus Wien ist zum wiederholten Mal in der Lettrétage zu Gast und stellt Publikationen aus dem aktuellen Verlagsprogramm vor. Mit Texten von Mareen Bruns, Katja Schraml und Orla Wolf sorgen gleich drei Berliner Autorinnen für ein Heimspiel. Sebastian Hage-Packhäuser aus Paderborn bereichert das vielfältige Programm mit lyrischen Kontrasten. Mareen Bruns ist Hautpreisträgerin des Wiener Werkstattpreises 2017 und erhält den Preis gleich in Berlin verliehen. Orla Wolf stellt ihren neuen Lyrikband „Temporäre Zone“ vor. Katja Schraml und Sebastian Hage-Packhäuser lesen eigene Texte aus „Freie Räume“, der brandneuen Anthologie zum Wiener Werkstattpreis 2017. Peter Schaden, Verleger und Herausgeber der Edition FZA, präsentiert die neue Kulturzeitschrift „FLUCH’T’RAUM“.

Mareen Bruns Geboren 1989 in Bremen, absolvierte einen M.A. in Deutsche Gegenwartsliteratur an der Universität Göteborg; Lyrikerin und Übersetzerin für schwedische Literatur, 2015 war sie Stipendiatin der Bayrischen Akademie des Schreibens für das Lyrikseminar 2014 Stipendiatin des Bayrischen Kunstsommers für die Meisterklasse Lyrik, sie lebt in Berlin, Veröffentlichungen in Literaturzeitschriften.

 

 

 

 

 

Sebastian Hage-Packhäuser ( : Jahrgang 1981 – ) / ( : nach der Geburt – / : langwieriger Spracherwerb – / ( : dann Studium der Mathematik – / ( : im Anschluss – / : Promotion – )) / : naturgemäße Alterung – / ( : bei täglichem Gebrauch von Sprache – ) / : & trotz Textarbeit auf engem Raum – / ( : Lyrik – ) / : erste Anzeichen von Zersetzung – / ( : Auflösung inbegriffen – / ( : work in progress – Als Einzelveröffentlichungen sind seine Gedichte bereits in diversen Literaturzeitschriften und Anthologien erschienen. Verschiedene Auszeichnungen und Literaturpreise dokumentieren die sprachlichen Entwicklungen der vergangenen Jahre.

 

Katja Schraml Geboren 1977 in Bayern, Studium der Neueren deutschen Literatur, Sprachwissenschaft und Soziologie in Würzburg, lebt in Berlin. 2015 erschien ihr Debütroman „Josef der Schnitzer Stumpf“ im KUUUK-Verlag. Gewinnerin beim BR Hörspielmanuskript- und Ideen-Wettbewerb Public Workshop 2016. Veröffentlichungen in Anthologien und Zeitschriften (u.a. Wiener Werkstattpreis 2016, Karussell, keine!delikatessen, Am Erker, mosaik).

 

 

 

 

 

Orla Wolf Geboren 1971 in Düsseldorf, lebt als Autorin, Filmemacherin und Künstlerin in Berlin. Werke (Auswahl): Unter Insekten, Kurzprosa, Edition Hammer + Veilchen, Hamburg, 2016. Schwebende Architekturen, Gedichte & Fotografien, edition fza, Wien, 2015. Last Statement, Kurzfilm (30 min), Deutschland | USA | Kanada, 2013. Protokoll eines Nachtfalters, Gedichte, fixpoetry, Hamburg, 2010. Transit, Kurzfilm (20 min), Deutschland, 2008. entkernt, Theaterstück, UA: Theater unterm Dach, Berlin, 2008. Todesarten, Kurzfilm (13 min), Deutschland, 2007.

14.11 | Der raue Gesang

Tom Bresemann —  27. September 2017 — Kommentieren

Dienstag, 14. November 2017, 20:00 Uhr (Eintritt 5,- / erm. 4,-)
Premiere „Der raue Gesang“
Cornelia Becker stellt ihren neuen Roman vor

Was verbindet den jungen Berliner Koch Philipp mit dem Lebenswerk des Bildhauers Eduardo Chillidas? Wieso reist er kreuz und quer durch Spanien, um die Skulpturen des baskischen Künstlers zu besuchen? Was hofft er bei ihnen zu finden? Wie kommt ein zwölfjähriger Junge dazu, sich zu fragen, woher die Wellen kommen und ob man den Wind kämmen kann? Und was ist ein Gudari? Dies sind nur einige der Fragen, auf die der Roman „Der raue Gesang“, Antworten gibt. Das Buch versucht herauszufinden, wie Kunst in schwierigen Zeiten zum Navigator werden kann, durch unbekannte und unheilvolle Transitstrecken. www.corneliabecker.jimdo.com

„Fremd. Seit sie im Hafen eingelaufen waren, klang alles fremd. Noch hatte er das Brummen der Schiffsmotoren in den Ohren, und schon wurde es vom Lärm der Insel übertönt. Das Geschrei der Möwen, die Brandung, der Wind und die Stimmen der Menschen. Diese Klänge waren laut und grell wie das Licht draußen vor seinem Fenster. Und jeden Morgen, mit den ersten Sonnenstrahlen brach der Tumult wieder los; zuerst öffnete die Nachbarin gegenüber mit einem lauten Knall ihre Fensterläden, hustete ausgiebig, und schon fielen die Laute von Menschen und Tieren, Dingen und Maschinen ein. Der Silbo – eine Reihung von durchdringenden, mehrsilbigen Pfeiftönen – klang vom Hafen herüber: Fra-ge. Ant-wort. Es war ein brodelndes, wildes Durcheinander aus Tönen und Geräuschen; sie kletterten rechts den Hügel hinauf, mischten sich mit dem frühen Krähen der Hähne, krochen wieder herunter, näher zu Philipp heran – die knarrende Stimme von Fuscano, seinem Nachbarn links hinter der Mauer, übertönte für einen Moment alles – und dann waren sie bis spät in die Nacht hinein überall. Sie füllten die Luft im Tal. Lachten und polterten, flüsterten und weinten, wie die Klageweiber aus dem Chor in der griechischen Tragödie, von denen ihm sein Vater erzählt hatte. Nur in den heißen Mittagsstunden, während der Siesta, zogen sie sich zurück und summten leise hinter verschlossenen Türen, wie in einem Bienenstock.“

Cornelia Becker schrieb bisher Erzählungen und Hörstücke, die in Literaturzeitschriften und im Rundfunk publiziert wurden. 2009 wurde mit dem Hörbuch MagentaRot eine Sammlung von Erzählungen herausgegeben, schon zwei Jahre später erschien der Erzählungsband Eintritt frei. Im August 2014 publizierte sie den Roman Die Unsterblichkeit der Signora Vero im LangenMüller Verlag. Im März 2017 wurde die Erzählung Die Kinder meines Vaters im Bübül Verlag Berlin veröffentlicht. Im Sommer dieses Jahres hat der Contra-Bass-Verlag den Roman Der raue Gesang herausgegeben. Für ihre Arbeiten erhielt sie Auszeichnungen und Stipendien.

 

23.10 | simultan(poesie

Tom Bresemann —  20. September 2017 — Kommentieren

Montag, 23. Oktober 2017, 20:00 Uhr (Eintritt 5,-/erm. 4,-)
Simultan(poesie
Simultandichtung im Quartett mit Lars-Arvid Brischke, Rainer Stolz, Christian Vater und T.G. Vömel

1 | eine gruppenimprovisation auf einer großen fläche papier:

vier dichter schreiben
gleichzeitig, versetzt, verzahnt,
um einen tisch schreitend, tanzend, tastend,
schließen hier an zeilen an, stoßen sich dort an welchen ab,
bestellen ein poetisches feld, säen und ernten zugleich
in einer stunde ist das gewebe geknüpft
das wortnetzwerk, das lyrisches synapsenfeld

2 | eine gruppenextraktion aus einer großen fläche papier:

vier dichter schlagen sich
durch das lyrische synapsenfeld,
spüren anziehungskräften nach,
gehen fallstricke entlang,
schauen in den wortgruben nach,
pflücken, extrahieren, destillieren,
suchen nach der essenz,
dem auszug, der lösung, tinktur

Lars-Arvid Brischke

geb. 1972 in Dresden, lebt in Berlin. Energietechniker, Politikberater und Zukunftsforscher, Mitbegründer des Lyrikkreises „Die Freuden des jungen Konverters“; Lyrikband „eine leichte acht“, Lyrikedition 2000, Allitera Verlag, München 2006; sowie gemeinsam mit Rainer Stolz: „flügelzeug. Laut-, Listen- und Raubgedichte. CD & Booklet. edition rast, Berlin 2015“, Mitglied im Internet-Literaturforum www.forum-der-13.de

Rainer Stolz

geb. 1966 in Hamburg, lebt in Berlin. Lyrik, Performance, Erwachsenenbildung, Herausgebertätigkeiten, Veranstaltungsreihen, poetische Spaziergänge, poetische Improvisation, Zusammenspiele mit Künstlerinnen und Künstlern verschiedener Sparten. Mehrere Gedichtbände, zuletzt: Selbstporträt mit Chefkalender (Horlemann Verlag, 2014) und Mitlesebuch 137 (Aphaia Verlag, 2016). Nähere Infos: www.rainerstolz.de

Christian Vater

geb. 1974 in Wien, Studium der Biochemie, 2001 Umzug nach Berlin. Lehramtsstudium der Fächer Deutsch und Chemie. 2016 Gründung des vauvau-verlags für interaktive lyrik gemeinsam mit T.G. Vömel: www.vauvau-verlag.de. Lebt und arbeitet als Lehrer und Verleger in Berlin. Zuletzt erschienene Gemeinschaftsarbeit: Faun und Zerfall. Sechs postalische Kontrafakturen, vauvau-verlag, Berlin 2017.

T.G. Vömel

geb. 1961 in Göppingen, Studium der evangelischen Theologie in Tübingen, Tätigkeiten als Schauspieler und Regisseur, Lehramtsstudium der Fächer Musik und Französisch in Hamburg. 1999-2005 Organisation und Leitung des Künstlersalons Der Blaue Salon mit dem Kunstkritiker Sven Grünwitzky. 2016 Gründung des vauvau-verlags für interaktive lyrik. Zuletzt erschienene Gemeinschaftsarbeit: Faun und Zerfall. Sechs postalische Kontrafakturen, vauvau-verlag, Berlin 2017.