Archiv: Monatsprogramm Lettrétage

Samstag, 07. Oktober 2017, 19:00 Uhr (Eintritt frei)
CON_TEXT X: Alternative Fiction
Mit Elisa Müller und Gerhild Steinbuch

„We are not a democracy!“ (Donald Trump)

Wie werden Geschichten geschrieben – am Schreibtisch der Autorin, im Sprechen der Performerin, im Kopf der Rezipienten oder im Zwischenraum zwischen zwei Menschen, von denen er eine erzählt und der andere zuhört – oder hört, was er hören will?
Wie wird Geschichte geschrieben – an den Schreibtischen der Mächtigen, der Ohnmächtigen, in Zeitungen – oder doch eher in Kommentarspalten und OnlineForen? Wer entscheidet in Zeiten von „fake news“ auf der einen und „fake media“ auf der anderen Seite, welche Art der Geschichtsschreibung gehört wird – bzw. überhaupt gehört werden kann.?

In ihrer gemeinsamen Arbeit im Rahmen von CON_TEXT beschäftigen sich Elisa Müller und Gerhild Steinbuch mit der stillen Komplizenschaft von Autorin, Performerin und Zuhörer*innen des klassischen Lesungsformats und begeben sich in einen Wettstreit um die Gunst des Publikums. Welche Geschichte, welche Stimme wird gehört und wer schreibt hier wen?
Gefördert von der Senatsverwaltung für Kultur und Europa.

Die Veranstaltungsreihe CON_TEXT vesucht das Format Lesung neu zu denken und zu thematisieren. Jeweils ein/e Autor/in und ein/e Künstler/in einer anderen Sparte erarbeiten gemeinsam eine Woche lang in der Lettrétage ein interdisziplinäres Veranstaltungsformat. TänzerInnen, MusikerInnen, Bildende und Darstellende KünstlerInnen sowie FilmemacherInnen sind die künstlerischen PartnerInnen der AutorInnen. Ausgehend vom literarischen Text entwickeln die KünstlerInnen-Tandems interdisziplinäre Formate und thematisieren dabei den Prozess der gemeinsamen Arbeit. Die so entstehende literarische Veranstaltung wird als ein eigenes, weit über die bloße Textpräsentation hinausgehendes, künstlerisches Werk begriffen. Die KünstlerInnen arbeiten ohne inhaltliche Vorgaben, der Prozess ist ergebnisoffen.

Insgesamt finden zehn Abendveranstaltungen und eine Abschlußkonferenz statt. Zu jeder Veranstaltung erscheinen vorab ein Interview mit einem Experten und im Nachhinein eine kurze filmische Dokumentation im Lettrétagebuch. Dort findet sich auch weitere Information zur Veranstaltungsreihe und zu den beteiligten KünstlerInnen und Veranstaltungsterminen.

CON_TEXT wird gefördert durch die Senatsverwaltung für Kultur und Europa.

 

 

© Christine Fenzl

Elisa Müller (Deutschland) gründete 2008 das Produktionslabel müller***** und entwickelt in unterschiedlichen Konstellationen und Zusammenarbeiten mit Künstlerinnen verschiedener Disziplinen Theater/Performanceproduktionen. In ihren Arbeiten werden gesellschaftliche, politische Zusammenhänge spielerisch auf die Theatersituation selbst und auf das Aufeinandertreffen von Darstellern und Zuschauern übertragen. Mit dem fiktiven „Institut für Widerstand im Postfordismus“ tritt sie in unterschiedlichen Plattformen und performativen Interventionen an namhaften Veranstaltungsorten an die Öffentlichkeit.

 

 

 

© privat

Gerhild Steinbuch (Österreich) studierte Szenisches Schreiben in Graz und Dramaturgie an der Hochschule für Schauspielkunst in  Berlin. Ihre Texte erschienen in verschiedenen Tageszeitungen. Sie erhielt zahlreiche Literaturpreise und war für den Ingeborg-Bachmann-Preis nominiert. Sie gewann den Stückewettbewerb der Schaubühne Berlin und war Hausautorin des Schauspielhauses Wien. Für die Arbeit an ihrem ersten Roman „Berge und Täler mit Männern und Frauen“ erhielt sie das Staatsstipendium des österreichischen Bundesministeriums. Gerhild Steinbuch unterrichtet an der Universität für angewandte Kunst in Wien und am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig.

Dienstag, 26. September 2017, 19-21 Uhr: Open doors working day (Eintritt frei)
Freitag, 29.September 2017, 20 Uhr: Final public presentation (Eintritt frei)

CON_TEXT IX: The hairy goddess‘ misstory

von und mit Érica Zingano, Tatiana Ilichenko, Marion Breton, Barbara Marcel, Tom Nobrega

For English please visit this link.

Vorgestern. Wir trauern. Das 21. Jahrhundert ist gestorben, aber noch bereiten wir seine Beerdigung vor. Schau auf deine Hände, beide Hände. Auf der einen Hand liegt die Geschichte einer Apokalypse. Wie jede Geschichte über die Zeit, natürlich wird es in einer großen Klimax enden, bing bang, bow wow wow. Natürlich ist die Hauptfigur dieses Abenteuers Gott, der auf den Schultern seiner Armee verschlüsselter Engel steht. Auf der anderen Hand liegt die umgedrehte Version dieser Geschichte: diese können wir Revolution nennen. Eine Revolution, die als haarige Göttin reinkarnierte. Sie / er ist überall, überall fühlt sich so nah wie nirgendwo an. Immanent in unseren unordentlichen Rucksäcken, brüllend in unseren inneren Dschungeln. Diese Version ändert die Geschwindigkeit der Züge und Autos und Flugzeuge, durch die wir die Welt wahrnehmen. Wähle ein Wort und mache dich auf den Weg. Mysterium. Chaos. Rauch. Tiere. Magie. Zünde noch ein Streichholz an. Es ist eine fortlaufende Geschichte. Sie kommt in einem Päckchen, geliefert von DHL. Die Sonne ist das dritte Zeichen auf dem Weg. Einem langen Weg. An deiner Fingern Spitze.

Die Veranstaltungsreihe CON_TEXT vesucht das Format Lesung neu zu denken und zu thematisieren. Jeweils ein/e Autor/in und ein/e Künstler/in einer anderen Sparte erarbeiten gemeinsam eine Woche lang in der Lettrétage ein interdisziplinäres Veranstaltungsformat. TänzerInnen, MusikerInnen, Bildende und Darstellende KünstlerInnen sowie FilmemacherInnen sind die künstlerischen PartnerInnen der AutorInnen. Ausgehend vom literarischen Text entwickeln die KünstlerInnen-Tandems interdisziplinäre Formate und thematisieren dabei den Prozess der gemeinsamen Arbeit. Die so entstehende literarische Veranstaltung wird als ein eigenes, weit über die bloße Textpräsentation hinausgehendes, künstlerisches Werk begriffen. Die KünstlerInnen arbeiten ohne inhaltliche Vorgaben, der Prozess ist ergebnisoffen.

Insgesamt finden zehn Abendveranstaltungen und eine Abschlußkonferenz statt. Zu jeder Veranstaltung erscheinen vorab ein Interview mit einem Experten und im Nachhinein eine kurze filmische Dokumentation im Lettrétagebuch. Dort findet sich auch weitere Information zur Veranstaltungsreihe und zu den beteiligten KünstlerInnen und Veranstaltungsterminen.

 

CON_TEXT wird gefördert durch die Senatsverwaltung für Kultur und Europa.

 

 

 

© Lotto Theißen

Érica Zíngano wurde 1980 in Fortaleza, Brasilien, geboren und lebt seit 2014 in Berlin. Ihre künstlerische Praxis übertritt Grenzen zwischen Lyrik und visueller Kunst in unterschiedlichen Richtungen. Als eine Frau, die sich tagtäglich mit fremden Sprachen beschäftigt und sich daher ständig in einem Zustand linguistischer Verrenkungen wiederfindet, hat Érica Zíngano eine Leidenschaft für das Phänomen der Stimme und hat zunehmend die Aussprache von Gedichten in performativen Aktionen und Lesungen untersucht. Während ihrer Zeit in Frankreich im vergangenen Sommer, wo sie die extremeren Aspekte der post-tuquetism Theorie in die Tat umsetzte, entdeckte sie den Poeten Christophe Tarkos, der schon auf sie gewartet hatte und in ihre Kopfhörer flüsterte:

“dans quatre mois et on est dedans“. „Immanenz: Ich denke es ist ein guter Tipp, keine Pläne, allem Anschein nach, keine Ziele, kein Gestöhne, sondern ein Überströmen von Geächze.“, schrieb sie in eines ihrer Notizbücher. Würden wir etwas mehr Zeit damit verbringen, in eines ihrer aktuellen Notizbücher zu schauen, würden wir vermutlich erkennen, dass sich ihre literarischen Interessen um die Kombination von Wörtern wie „Vibration“, „Körper“, „weiblicher Körper“, „Maschinen“, „Träume“, „Intensität“, „Sprachen“, „Partnerschaft“, „Verlangen“, „Gemeinschaft“, „Tierhaftigkeit“, „Kühlschrank“ und „Freundschaft“ drehen. Vielleicht merkt man, dass sie oft in Versuchung ist, dadaistische und surrealistische Dichtung mit zeitgenössischer Literatur zu kombinieren, oder vielleicht – anders ausgedrückt – könnten Sie festgestellt haben, dass sie bloß versucht zu sagen (um einen ihrer besten Freunde, Antoine Hummel, zu zitieren, der es auf Französisch sagen würde): „Guten Morgen an all die aktuellen Probleme der Welt“. Sie verbringt ihre Zeit häufig mit dem Versuch, eine ethische Brücke zwischen dem „Ich“ und dem „Anderen“ zu entwickeln, die immer noch gebaut werden muss, irgendwo, irgendwie. Bolaño zu lesen ruft starke emotionale Reaktionen hervor – das “Reis-Interview” ganz besonders – aber man sollte auch „Putas asesinas“ erwähnen, usw., usw., usw.

 

© Moritz Metzner

Tatiana Ilichenko ist eine Künstlerin und Filmemacherin aus Russland, zurzeit lebt sie in Berlin.

Sie arbeitet mit Video- und Performance-Hybridformen und entwickelt Projekte mit doku-fiktionalen, ort-spezifischen und kollaborativen Ansätzen, in denen sehr persönliche Perspektiven und heterogene Stimmen auf polyphone Art zusammenkommen. Inhaltlich drehen sie sich um Artikulation radikaler Erfahrungen von Verlust, geschlechtsspezifischer Gewalt und Unterdrückung; Politik und Ethik der visuellen Darstellung; künstlerische Kollaboration; Liebe, Fürsorge und Empathie im Bereich der Politik und des Aktivismus; gesellschaftliche Utopien in einem post-kommunistischen Zustand; selbstorganisierte Gemeinschaften und Formen des Zusammenseins; Groteske, Feiern und Glamour als eine Form des Wiedererstands in marginalisierten und queeren Gemeinschaften.

Tatiana studierte Art in Context an der Universität der Künste in Berlin, bildende Kunst und Philosophie am Bard College Berlin, Film an der russischen staatlichen Filmhochschule in Moskau und beschäftigte sich intensiv mit Tanz, Performance und physischem Theater. Ihre Projekte wurden bereits in zahlreichen Institutionen sowie auf Kunst- und Performance-Veranstaltungen in Berlin und in Europa präsentiert. Zudem arbeitet sie regelmäßig für politische Dokumentarfilme und unterschiedliche Formen gesellschaftlicher Organisation.

 

Marion Breton, Génération 90. Wohnhaft in Berlin und geboren in Paris unter dem Namen Marion – einem Namen, den ihr Großvater für ein böses Omen ansah: « Marion? Souillon  », das heißt Tölpel! Als Antwort auf diese anfängliche Verwünschung nannte sie sich manchmal selbst Ablana Thanalba (Hocus Pocus auf Hebräisch), als ob sie die Welt verzaubern und sich auf einen gemeinsamen locus (im Lateinischen loci, loca, für Uterus) berufen müsste, in welchem sie ihr bestimmtes Wesen als sponge-actor entwickelt. Sie schluckt und verdaut alle Arten von Stimmungen und Materialien: Videos, Poesie, Texte und Schriften. Aber bei nochmaliger Überlegung wäre sie wohl eher ein Tölpel in ihrer Tonne; einer Tonne wo sie alle aufheben und –sammeln könnte, die sie auf ihrem Weg findet, und wo sie die Bedingungen eines unproduktiven Lebens, einer unermüdlichen Erneuerung der Trägheit, begreifen könnte.

 

Tom Nobrega spricht mit einem Akzent, selbst in seiner eigenen Sprache. Er nutzt zwei Hörhilfen, hat sieben Nägel aus Titan in seinem Knöchel, trägt Kontaktlinsen und drei künstliche Zähne. Er hat kein Zuhause, hat kein Handy und ist sich nie sicher, wo genau in der Welt er in den nächsten Monaten sein wird. Er wurde in Sao Paulo, Brazilien, geboren, hat jedoch mehr als nur einen Namen und eine Nationalität – die offiziellen, die emotionalen und die mythischen eingeschlossen. Er ist ein notorischer Reisender und macht eine Menge nicht direkt nützlicher Dinge wie zum Beispiel seltsame Äußerungen in einer nichtexistierenden Sprache, eine unglaubliche Menge an Gegenständen verlieren, Amulette finden, astrologische Kalender lesen, Gedichte schreiben, wiederholende Gesten machen und Musikinstrumente spielen, die er eigentlich gar nicht spielen kann. Gerade widmet er sich der Unknown University, einer mysteriösen Universität ohne festen Ort, die jeden seiner Schritte begleitet, selbst wenn er ihr gar keine Aufmerksamkeit schenkt.

 

© Julian Menand

Barbara Marcel (Rio de Janeiro, 1985) ist eine in Berlin lebende Filmemacherin und Künstlerin, deren Werke die Beziehung zwischen Natur, ihrer kulturellen Geschichte und ihrer kolonialen Imaginationen untersucht. Während ihrer künstlerischen Forschung im Rahmen ihrer Promotion an der Bauhaus-Universität in Weimar setzt sich Marcel mit Essay-Filmen als historiographische Medien für dekolonialisiertes Denken auseinander, wobei der Botanische Garten Berlin-Dahlem und seine Pflanzen gegenwärtig Gegenstand ihrer Studien sind.

Kürzliche Ausstellungen: Fit Frame to Content, Urlaub Projects Berlin (2017); Universidad Desconocida at Standard Deluxe, Lausanne (2017); Tropic Matters V240 Amsterdam (Einzelausstellung, 2017), Omonoia, Athens Biennial (2016); There will come soft rains, GMK Berlin (2016); Vision and Fear Station, Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig (2015); On Projection, Kühlhaus Berlin (2015); Through the looking screen, 175 Gallery Seoul (2015); Desvenda, Galeria Marta Traba – Fundação Memorial da América Latina, São Paulo (2013); Return to Forever, TZB Gallery of the Czech Centre Berlin (2013).

Dienstag, 05. September 2017, 20:00 Uhr (Eintritt frei)
CON_TEXT VIII: War im Park / Krieg im Park
Ausstellung und Führung mit Yevgenia Belorusets und Charlotte Warsen

Ein zentral gelegener Park in Kiew, in dem sich der kriegerische Konflikt in der Ostukraine in die alltägliche Kulisse der Stadt mischt: Das ist der Ort, zu dem die bildende Künstlerin Yevgenia Belorusets (Ukraine/Deutschland) und die Dichterin Charlotte Warsen (Deutschland) ihre Berliner Besucher*innen führen wollen.

Die Künstlerinnen, die sich in ihrer Praxis zwischen Literatur, bildender Kunst und politischem Aktivismus bewegen, entwickeln für die Dauer eines Abends gemeinsam eine Versuchsanordnung, in der das Publikum in den Dialog zwischen ihren Arbeiten einbezogen wird. Die fotografische Serie von Yevgenia Belorusets, die in Momenten der Eskalation des Krieges im Osten der Ukraine entstand, und die Texte von Charlotte Warsen erkunden die Möglichkeiten und Grenzen der Worte und Bilder zwischen politischen Ängsten, solidarischen und poetischen Gesten. (Wie) lässt sich gegen Ansprüche des Dokumentarischen eine Zone des Träumerischen behaupten? Gerade dann, wenn so vieles in den fortlaufenden Ereignissen undeutlich, traumatisch und entfremdend bleibt – oder weit entfernt scheint?

Die Veranstaltungsreihe CON_TEXT vesucht das Format Lesung neu zu denken und zu thematisieren. Jeweils ein/e Autor/in und ein/e Künstler/in einer anderen Sparte erarbeiten gemeinsam eine Woche lang in der Lettrétage ein interdisziplinäres Veranstaltungsformat. TänzerInnen, MusikerInnen, Bildende und Darstellende KünstlerInnen sowie FilmemacherInnen sind die künstlerischen PartnerInnen der AutorInnen. Ausgehend vom literarischen Text entwickeln die KünstlerInnen-Tandems interdisziplinäre Formate und thematisieren dabei den Prozess der gemeinsamen Arbeit. Die so entstehende literarische Veranstaltung wird als ein eigenes, weit über die bloße Textpräsentation hinausgehendes, künstlerisches Werk begriffen. Die KünstlerInnen arbeiten ohne inhaltliche Vorgaben, der Prozess ist ergebnisoffen.

Insgesamt finden zehn Abendveranstaltungen und eine Abschlußkonferenz statt. Zu jeder Veranstaltung erscheinen vorab ein Interview mit einem Experten und im Nachhinein eine kurze filmische Dokumentation im Lettrétagebuch. Dort findet sich auch weitere Information zur Veranstaltungsreihe und zu den beteiligten KünstlerInnen und Veranstaltungsterminen.

CON_TEXT wird gefördert durch die Senatsverwaltung für Kultur und Europa.

 

 

Info-Partner der Veranstaltung: n-ost und Kul´tura

 

© Jurij Kruchak

Yevgenia Belorusets lebt als Künstlerin und Autorin in Kiew und Berlin. Sie ist Mitbegründerin und Herausgeberin der ukrainischen Zeitschrift für Kunst und Literatur „Prostory“ und Mitglied der Kuratorengruppe „Hudrada“. Die Künstlerin arbeitet mit den Medien Video, Fotografie und Installation, ihre Arbeiten befinden sich an der Schnittstelle von Kunst, Literatur und Aktivismus. Seit 2014 engagiert sie sich in sozialen Initiativen im Osten der Ukraine. Zahlreiche internationale Ausstellungen, u.a. in der Gedenkstätte Berliner Mauer sowie auf der 56. Biennale in Venedig. „Die Siege der Besiegten“ wurde 2016 in Kiew gezeigt.

 

© Valerie Schmidt

Charlotte Warsen ist Dichterin, Malerin und wissenschaftliche Mitarbeiterin im Forschungsprojekt ‚Kulturtechnik Malen‘ an der Düsseldorfer Kunstakademie. Sie promoviert in der Philosophie und organisierte mit Freunden die Veranstaltungsreihe ‚Politik der Lyrik‘ im Theater Vierte Welt und im Studio Я des Maxim-Gorki-Theaters. Ihr erstes Buch vom speerwurf zu pferde erschien 2014. Für ihre Gedichte erhielt sie 2016 den GWK-Förderpreis für Literatur, 2017 ein Arbeitsstipendium des Berliner Senats.

Dienstag, 21. November 2017, 19.00 Uhr (Eintritt frei)
Textarbeit im Verborgenen – Was dem Lektorat auffällt
Veranstaltung mit der Gruppe Berliner Lektorat

Niemand schafft so im Geheimen wie Lektorinnen und Lektoren. In den Büchern werden sie selten genannt, man erfährt kaum einmal, welche Lektoren die Bücher welcher Autoren bearbeitet haben. In Diskussionen rund um den Buchmarkt tauchen sie fast nie auf, werden selten interviewt und arbeiten im Dunkeln wie Maulwürfe, die unter den Buchseiten leben und von denen man nur die Produkte sieht: die korrigierten Bücher. Weil niemand so recht weiß, was Lektorinnen und Lektoren eigentlich machen, haben viele Autoren Horrorvorstellungen über das Lektorat. Das soll sich ändern.

Einmal im Monat, und zwar jeden dritten Dienstag im Monat, möchten wir Einblicke ins Lektorat geben und eingereichte Texte beispielhaft lektorieren. Wir wollen ein Diskussionsforum bieten für angehende Autorinnen und Autoren, die erfahren möchten, wie man konkret an Texten und Stoffen arbeiten kann. Welche unterschiedlichen Techniken es gibt, welche Wirkungen sie haben – und welche Nebenwirkungen?

Die Lektorinnen und Lektoren der Gruppe „Berliner Lektorat“ gestalten ihre jeweilige Veranstaltung selbst, sie werden dabei unterschiedliche Schwerpunkte setzen. Denn es gibt für Probleme in Texten nie nur eine Lösungsmöglichkeit. Dabei geht es uns nicht um „Fehler“, die erkannt und beseitigt werden, sondern darum, Texte zu verbessern. Ein eindeutiges Richtig oder Falsch gibt es beim Lektorat meistens nicht.

An diesem Auftaktabend der Veranstaltungsreihe sprechen Karla Schmidt und Hans Peter Röntgen über klassische Anfängerfehler und wie ein Profilektorat damit umgeht.

 

Weitere Veranstaltungen im ersten Quartal 2018:

  1. Januar 2018: „Gefühle schreiben: weg vom Klischee“ mit Lisa Kuppler  (krimilektorat.de/lisa221b)
  1. Februar 2018: „Exposé und Klappentext“ mit Hans Peter Röntgen  (hanspeterroentgen.de/)
  1. März 2018: „Dialoge schärfen: Infodump raus, Subtext rein“ mit Karl Schmidt  (karla-schmidt.de/ueber-mich/)

https://www.facebook.com/berlinerlektorat/

Dienstag, 21. und Mittwoch 22. November 2017, 10:00 bis 17:00 Uhr (Eigenbeitrag 24,-)
Wege in die Veröffentlichung
Workshop

mit Dr. Patrick Baumgärtel

Ihr Werk ist fertig. Jetzt soll es „nur noch“ sein Publikum finden. Gut ist nun mal nicht gleich erfolgreich, und dass erfolgreich auch nicht gleich gut sein muss stimmt zwar, hilft Ihnen jetzt aber auch nicht weiter. Wer sich etablieren will muss wissen worauf es ankommt. Um die Fragen, die jetzt plötzlich ganz aktuell werden geht es in diesem Workshop, und die Antworten werden gleich mitgeliefert! Oder besser: Da es im hochgradig ausdifferenzierten Literaturbetrieb nur wenige „Standardantworten“ gibt, werden wir uns die für Sie passende Lösung gemeinsam erarbeiten.

 

Anmeldungen bitte bis 27.10.2017 unter
weiterbildung@foerderband.org oder 030 28 49 387-0/-27.

Nach einem Germanistikstudium, einer Promotion über W.G. Sebald an der Humboldt-Universität zu Berlin sowie der Arbeit bei der renommierten amerikanischen Literaturagentur Greenburger Associates (New York) stellte sich Dr. Patrick Baumgärtel 2009 der Herausforderung, in sich wandelnden Zeiten eine Full-Service-Literaturagentur (inkl. PR-Arbeit und Lektorat) zu gründen. Der „Krimimarathon“, Berlin-Brandenburgs größtes Krimifestival, das er seit 2012 leitet, ist Teil davon. Er ist Juror beim Seume-Literaturpreis und Vorsitzender des „Lesekultur Berlin e.V.“ Patrick Baumgärtel gibt Kurse zu Themen der Verlagsbranche, unterrichtet Kreatives Schreiben und arbeitet als Lektor und Schreibcoach. www.schoneburg.de

Der Workshop ist Teil des Programms „Wort.Kunst.Markt“, welches Förderband e.V. in enger Verbindung mit dem „Netzwerk freie Literaturszene Berlin“ für in Berlin lebende freiberuflich arbeitende Autoren, Lektoren und Übersetzer konzipiert hat. Gefördert wird das Programm aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds im Programm Qualifizierung Kulturwirtschaft (KuWiQ) und des Landes Berlin – Senatsverwaltung für Kultur und Europa. Für die Kofinanzierung ist ein Eigenbetrag von 2,00€/Stunde und Teilnehmenden nötig.

Freitag, 24. November 2017, 19:00 Uhr
Eine Sekunde vor dem Aufwachen
Lesung und anschließende Diskussion mit der Dichterin Claudia Gauci und dem Autor Walid Nabhan

Ein Abend mit Gedichten und einer Erzählung, die von Verlust, Vertreibung, Tod, aber auch von Liebe handeln.

Es sind sehr persönliche Bekenntnisse der Dichterin Claudia Gauci aus Malta, die mit ihrer Sprache Bilder einfängt wie eine Fotografie, aus der sich eine Geschichte entfaltet. Sie ist stets auf der Suche nach Räumen, wo ihr Unbehagen einen Platz hat. Diese Bilder berühren ohne zu erdrücken. Die Gedichte sind ihrer ersten Poesiesammlung Sekonda qabel tqum (Eine Sekunde vor dem Aufwachen) entnommen, für die sie 2013 den 2. Nationalpreis für Poesie erhielt.

 

Walid Nabhan, ein Malteser palästinensischen Ursprungs, der mittlerweile auf Maltesisch schreibt, erzählt in seiner Geschichte L-Eżodu taċ-Ċikonji (Exodus der Storche) – für die er im Jahre 2013 mit dem Nationalen Preis für Literatur in Malta ausgezeichnet wurde – die Geschichte eines Mannes, dessen Leben unwiderruflich mit dem Schicksal Palästinas verbunden ist und der zu verstehen versucht, wie die Dinge im Nahen Osten sich entwickelt haben, insbesondere seit dem Sechs-Tage-Krieg. Die Ereignisse in der Geschichte finden hauptsächlich in Jordanien und in Malta statt, wohin es den Protagonisten später verschlägt.

Lesung mit anschließender Diskussion mit den Autoren.

Montag, 27. November 2017, 19:00 Uhr (Eintritt 5,-/erm. 4,-)
Junge slowenische Lyrik
Lesung mit Katja Gorečan, Uroš Prah, Kaja Teržan und Jure Vuga 

 

Im Rahmen der Erarbeitung einer Anthologie junger slowenischer Lyrik in deutscher Sprache erfolgen in Berlin in Koorganisation des slowenischen Kulturzentrums in Berlin und des Lyrikers und Kritikers Aljaž Koprivnikar mehrere Lesungen junger slowenischer Lyriker und Lyrikerinnen in Übersetzung von Boštjan Dvořák. Das Projekt fokussiert sich auf junge und schon etablierte dichterische Namen, die mit ihrem Schaffen bedeutende Bewegungen in der slowenischen Literaturszene erzeugen. Die erste der Lesungen bringt am 27. November 2017 um 19 Uhr dem Berliner Publikum die Poetik von Katja Gorečan, Uroš Prah, Kaja Teržan und Jure Vuga näher. Im Anschluss folgt der Lesung noch ein Durchblick über das Schaffen des slowenischen Architekten Jože Plečnik anlässlich seines 60. Todestags und seines 145. Geburstags. Dazu wird in den Räumen der Lettrétage eine Ausstellung seiner Werke, wie auch eine Projektion seiner Freiheitskathedrale (Kristijan Tavčar) gezeigt. Die Lesung wird auf Slowenisch mit deutschen Übersetzungen gehalten, die Moderation findet auf Slowenisch statt und wird auf Deutsch gedolmetscht.

 

 

 

© Manca Suvajac

Katja Gorečan (1989) geb. in Celje. Studierte Vergleichende Literaturwissenschaft und ist zurzeit an der Akademie für Theater, Radio, Film und Television in Ljubljana im Masterstudiumgang Dramaturgie. 2007 wurde ihr erster Gedichtband Angeli istega porekla veröffentlicht, 2012 der Gedischtband Trpljenje mlade Hane, beim Zentrum für slowenische Literatur, mit dem sie für den Jenkova Preis nominiert wurde und für das BJCEM (Mediterranea Young Artists Biennale) ausgewählt worden ist. Sie ist in der Organisation des Literaturkritikfestivals Prager und als Dramaturgin tätig.

 

 

 

 

Uroš Prah (1988, Maribor) ist Lyriker, Redakteur, Übersetzer und Publizist. Bisher erschienen zwei seiner Gedichtbände: Čezse polzeči (CSK 2012), der 2017 in Kroatisch erscheint (Biakova, Zagreb), und Tišima (CSK 2015), der es 2016 auf die Short-Listen der zwei bedeutesten Lyrikpreise Sloweniens schaffte: den Simon Jenko Preis und den Veronika Preis. 2017 erhielt er das Autorenstipendium der Slowenischen Buchagentur. Übersetzungen seiner Texte wurden bis jetzt in Deutschland, Österreich, Kroatien, Serbien, Montenegro, Italien, Rumänien, Argentinien, Kanada und den USA veröffentlicht. Er war Mitbegründer und langjähriger Chefredakteur der Literaturzeitschrift IDIOT (2009-2016), Programmleiter des Internationalen Festivals für Literatur in Entwicklung Literodrom (2015-2016) und Mitbegründer des Museums des Wahnsinns, Trate. Zurzeit lebt er in Wien.
 

 

 

 

Kaja Teržan (1986) veröffentlichte 2015 beim Zentrum für slowenische Literatur ihr Debut-Lyrikband Delta, der auch für den Veronika Preis nominiert worden ist. Im selben Jahr nam sie mit der gleichnamigen Performance an der internationalen Bienale für junge Künstler Mediterranea in Mailand teil. 2016 schloß sie sich auch mit der Pianistin Manca Udovič zusammen, mit der sie häufig gemeinsam auftritt. Auch im Jahr 2016 bekam sie auf dem Lyrikturnier des Verlags Pivec den Preis des Plublikums für ihr Gedicht Ruj.

 

 

 

 

Jure Vuga (1983) geb. in Koper, fing mit schreiben auf dem Gymnasium in Koper unter der Mentorschaft der Dichterin Ines Cergol an. 2009 schloss er seinen Bachelor of Arts in Kunstgeschichte und Soziologie der Kultur ab. Im selben Jahr erschien beim Verlag Beletrina sein erster Gedichtsband Pod kamni plešem. Er studierte in Ljubljana, Florenc, Röm, Venedig, Mailand und London. 2015 veröffentlichte er beim Verlag Mladinska knjiga seinen zweiten Gedichtsband Modri plamen. 2016 präsentierte er seine Doktorarbeit mit dem Titel Vpliv Hypnerotomachie Poliphili na Giorgionejevo „Nevihto“. Er lebt in Ljubljana wo er als Reiseführer tätig ist.

 

Montag, 27. und Dienstag 28. November 2017, 10:00 bis 17:00 Uhr (Eigenbeitrag 24,-)
Schreiben heißt Teamarbeit
Workshop

mit Martin Jankowski und  Dr. Patrick Baumgärtel

Aus der Zeit der Romantik wurde er uns überliefert: Der Traum vom Künstler, der in einsamer Genialität ein Meisterwerk erschafft und daraufhin auf ewig in die Ruhmeshallen der Weltkultur aufsteigt… und auch wenn wir heute längst ahnen, dass es irgendwie anders läuft, finden wir diese Idee immer noch reizvoll. Dass Literatur in erster Linie harte Teamarbeit ist, merkt jeder, der sich professionell auf dieses Berufsfeld einlässt.

Welche Arbeitsschritte sind existenziell wichtig? Welche Verbündeten braucht ein Autor? Wie gewinnt man sie für sich? Die individuellen Anforderungen der Teilnehmer fließen hierbei in die Betrachtung ein. Für jede Zielsetzung erarbeiten wir konkrete Umsetzungsschritte.

Auch besprechen wir die wichtigsten Aspekte literarischer Teamarbeit und geben praktische Empfehlungen für Ihren persönlichen Weg zum Berufsautor.

Anmeldungen bitte bis 06.11.2017 unter
weiterbildung@foerderband.org oder 030 28 49 387-0/-27.

Martin Jankowski, geb. 1965 in Greifswald lebt seit 1995 als freier Autor, Herausgeber und Kulturkurator in Berlin. Er veröffentlichte zahlreiche Bücher (Lyrik, Prosa, Sachthemen), gehört zu den Mitbegründern des „internationalen literaturfestivals berlin“, des „Netzwerk freie Literaturszene Berlin“ und leitet seit 2005 die „Berliner Literarische Aktion“. Der Autor und Projektleiter realisiert zahlreiche internationale Literaturprojekte. Als Literaturdozent ist er an zahlreichen Universitäten weltweit zu Gast, aktuell an der Portland State University in Oregon. www.martin-jankowski.de

Nach einem Germanistikstudium, einer Promotion über W.G. Sebald an der Humboldt-Universität zu Berlin sowie seiner Tätigkeit bei der renommierten amerikanischen Literaturagentur Greenburger Associates in New York City stellte sich Dr. Patrick Baumgärtel 2009 der Herausforderung, in sich wandelnden Zeiten eine Full-Service-Literaturagentur (inkl. PR-Arbeit und Lektorat) zu gründen. Der „Krimimarathon“, Berlin-Brandenburgs größtes Krimifestival, das er seit 2012 leitet, ist Teil davon. Patrick Baumgärtel ist Juror des Seume-Literaturpreises und Vorsitzender des Lesekultur Berlin e.V. Er gibt Kurse zu Themen der Verlagsbranche, unterrichtet Kreatives Schreiben und arbeitet als Lektor und Schreibcoach. www.schoneburg.de

Der Workshop ist Teil des Programms „Wort.Kunst.Markt“, welches Förderband e.V. in enger Verbindung mit dem „Netzwerk freie Literaturszene Berlin“ für in Berlin lebende freiberuflich arbeitende Autoren, Lektoren und Übersetzer konzipiert hat. Gefördert wird das Programm aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds im Programm Qualifizierung Kulturwirtschaft (KuWiQ) und des Landes Berlin – Senatsverwaltung für Kultur und Europa. Für die Kofinanzierung ist ein Eigenbetrag von 2,00€/Stunde und Teilnehmenden nötig.

Mittwoch, 29. November 2017, 20:00 Uhr (Eintritt 8,- / erm. 6,-)
Berliner Geschichten: Wie sieht die „Stadt der Anderen“ aus?
Mit Tilman Rammstedt und Jane Flett (Schottland), Lucy Fricke und Assaf Alassaf (Syrien), Maren Kames und Erica Zingano (Brasilien). Fotografien: Maria Sewcz

Berlin ist groß, vielschichtig, immer im Werden – und voller spannender Menschen und Geschichten. Jeder hat sein Bild von Berlin. Wie aber sehen die anderen die Stadt? Sehen sie dieselbe Stadt – oder eine völlig andere? Welchen Einfluss hat die eigene Herkunft und Geschichte auf die Wahrnehmung der Welt, in der man lebt? KOOK hat drei deutschsprachige und drei internationale Autor*innen, die in Berlin leben, eingeladen, einander „ihr“ Berlin zu zeigen: ihre Orte, ihre Geschichten, ihre Sicht auf die Stadt und deren Bewohner.

Assaf Alassaf, Jane Flett, Lucy Fricke, Maren Kames,  Tilman Rammstedt und Erica Zingano verabreden sich im Herbst jeweils zu zweit zu Spaziergängen durch Berlin. Begleitet werden sie von der Fotografin Maria Sewcz, die ihren eigenen künstlerischen Blick mitbringt. Literatur und Fotografie treffen Stadt. Aus diesen individuellen Touren entwickeln die Autor*innen Texte über eine Metropole im Wandel. Sie eröffnen einander neue Perspektiven, erzählen neue und alte Geschichten – von der Volksbühne, von Flüchtlingsunterkünften, der Sonnenallee oder vom alten Westberliner Zoo.

Am 29. November werden die dabei entstandenen Texte und Fotografien in der Lettrétage im Rahmen einer großen Abschlussveranstaltung vorgestellt. Die Lesungen finden auf Deutsch, Englisch, Arabisch und Portugiesisch statt. Übersetzungen sind vorhanden.

© Ramy Alashek

Assaf Alassaf (* 1975, Syrien) ist Autor, Mediziner und Journalist. Seine Texte gibt es auf Facebook und bei Mikrotext, etwa das eBook „Abu Jürgen. Mein Leben mit dem deutschen Botschafter“ (2015).

 

 

 

 

©Tom Moore

Jane Flett (* 1984, Schottland), ist Autorin und Musikerin. Ihre Texte erschienen in zahlreichen Anthologien und Literaturzeitschriften. Ausserdem ist sie Teil der Roit Grrl Band „Razor Cunts“.

 

 

 

 

Lucy Fricke (* 1974) ist Autorin und Literaturveranstalterin. Zuletzt veröffentlichte sie „Takeshis Haut“ (2014, Rowohlt Verlag). 2018 erscheint ihr vierter Roman „Töchter“ (Rowohlt Verlag).

 

 

 

©Dagmar Morath

Tilman Rammstedt (* 1975) ist Autor und Kolumnist. Zuletzt veröffentlichte er den Roman „Morgen mehr“ (Hanser Verlag, 2016), dessen Entstehungsprozess zuvor als Fortsetzungsroman im Netz verfolgt werden konnte.

 

 

 

© Dirk Skiba

Maren Kames (* 1984) ist Lyrikerin. Ihr vielbeachtetes Debüt „Halb Taube Halb Pfau“ erschien 2016 im Secession Verlag.

 

 

 

 

Erica Zingano (* 1980, Brasilien) ist eine transdisziplinär arbeitende Lyrikerin. Zahlreiche Veröffentlichungen, zuletzt „eine Sache für die andere“ (bulky news press, 2017).

 

 

 

Maria Sewcz (* 1960) ist eine vielfach ausgezeichnete Fotografin. Zahlreiche Einzelausstellungen, zuletzt mit Fotografien und Videos im Haus am Kleistpark („Jetzt, Berlin“, 2016)

Samstag, 2. Dezember 2017, 15.00-19.00 Uhr (Eintritt frei)
Für mehr Bibliodiversität
Welche Unterstützung brauchen unabhängige Verlage und Literaturzeitschriften?

Unabhängige Literaturverlage und literarische Magazine sind aus dem literarischen Leben nicht wegzudenken. Mit ihrer Offenheit fürs Neue und Experimentelle, mit ihrer Bereitschaft, bisher nicht etablierten literarischen Stimmen Gehör zu verschaffen, tragen sie maßgeblich zur Pflege und Weiterentwicklung der literarischen Kultur bei. De jure sind diese Verlage Wirtschaftsunternehmen – de facto sind solche Aktivitäten aber in den seltensten Fällen gewinnträchtig. Vielmehr tragen die Verlegerinnen und Verleger, Herausgeberinnen und Herausgeber oftmals mit großem Engagement wie auch finanziellem Einsatz zum literarischen Leben bei und unterstützen damit Autor*innen. Leider fallen Verlage normalerweise durch den Rost des bisherigen Fördersystems, oftmals mit der praxisfernen Begründung, dass das Verlegen und Herausgeben von Büchern und Zeitschriften keine gemeinnützige, sondern eine gewinnorientierte Tätigkeit sei.

Das Netzwerk freie Literaturszene e.V. fordert eine bessere Förderung der Independent-Verlage und Literaturmagazine und lädt in Zusammenarbeit mit der Kurt-Wolff-Stiftung sowie der Berliner Literaturkonferenz alle Interessierten und Betroffenen zu einer Bestandsaufnahme. Was brauchen die Verlage und Magazine? Wie ist ihnen zu helfen? Wie müssten entsprechende Förderinstrumente aussehen und wo können sie angesiedelt sein? Wie lassen sich diese argumentieren und ans bisherige Fördersystem andocken? Wie kann politischer Druck aufgebaut werden und welche Verbündeten haben wir? Dies und mehr ist Gegenstand der Veranstaltung.

Eine Veranstaltung des Netzwerks freie Literaturszene Berlin e.V. in Zusammenarbeit mit der Berliner Literaturkonferenz.