Archiv: Oktober 17

Sonntag, 01. Oktober 2017, 20:00 Uhr (Eintritt 5,- / erm. 4,-)
»Ungläubige« Gedichte und der Essay »Interview mit einem Gespenst«
Lesung John Mateer, Einleitung und Moderation: Daniel Terkl

Zweisprachige Lesung auf Englisch und Deutsch, Gespräch auf Englisch

»Kafir« ist ein arabisch-islamischer Begriff, der Personen bezeichnet, die »die Wahrheit verbergen«, aus islamischer Perspektive Ungläubige. Es ist die Wurzel des südafrikanischen Apartheid-Schimpfworts »Kaffer«, das aber zuerst von Arabern für Afrikaner, Xhosa und Bantu, verwendet wurde. »Wie kam ein Wort, das von Arabern für Afrikaner oder sollte ich eher sagen, von Muslimen für Afrikaner verwendet wurde, in die Sprache der weißen Männer?«, fragt sich John Mateer, und diese Frage stellt eine prototypische Kristallisation seiner Poetik dar. John Mateer spürt dichtend den Migrationsprozessen in den Sprachen und den mit ihnen verbundenen Wanderungs- und Verschleppungsvorgängen der Menschen mit einem Blick aufs große Ganze nach. Ungläubige sind auch – Perspektivenwechsel – aus Sicht des Westens die (islamischen) Mauren, die mit der Reconquista aus Spanien und Portugal vertrieben wurden und man könnte sich, wie John Mateer es tut, fragen, in welcher Art die folgende Kolonialisierung beinahe der gesamten Welt, von Spanien und Portugal ausgehend, eine Fortsetzung dieses Krieges war und wie die heutigen weltpolitischen Verwerfungen damit zusammenhängen. Literarisch mündet alles in dem nun vorliegenden, vollständig übersetzten Buch auch in eine umfangreiche Reise- und Biographie-Erzählung:
Wenn ich in meinem Traum auftauche / bin ich gar nicht wie John Mateer. // Ich bin ein alter chinesischer Mann, mit Stäbchen stöbere ich / durch Staub, Knochen und aschige Dinge // für einen Brocken Gold, einen Glanz, / der ihn zum Singen bringen wird.

John Mateer, *1971 in Roodeport/Johannesburg, Südafrika, wuchs dort und in Kanada auf. 1989 mit der Familie Übersiedelung nach Australien, Melbourne und später Perth, wo er heute als Kunstkritiker, Ausstellungskurator und Dichter lebt. Rege Reisetätigkeit. Regelmäßige Beiträge für Art Monthly Australia, Beiträge für internationale Literaturzeitschriften wie die Cerise Press. A Journal of Literature, Arts & Culture oder Jacket2. 2001 wurde er mit dem Victorian Premier’s Prize for Poetry bedacht. Gedichtbände: Burning Swans (1994); The Civic Poems (1996); Anachronism(1997); (Echo) (1998); Spitting Out Seeds (1999); Mister! Mister! Mister! (1999); Barefoot Speech(2000); Loanwords (2002); Makwerekwere (2002); The Ancient Capital of Images/Imaji no Koto(2003 und 2006); The Brewery Site: Six Poems (2004); Words in the Mouth of a Holy Ghost (2006); Southern Barbarians (2007); Elsewhere (2007); Ex-White/Einmal weiß (dt. von Ludwig Roman Fleischer, 2009); The Language (mit Layli Raksha, 2009); The Republic of the East (2009), Travels(2009); The West: Australien Poems 1989–2009 (2010); The Azanians (2010); This Dark Book/Este Livro Escuro (Übers.: Înes Dias, 2012); Der Narbenbaum (dt. von Andreas Schachermayr, 2015). Prosa: Semar’s Cave: an Indonesian Journal (2004); The Quiet Slave. A history in eight episodes(2015).

Samstag, 07. Oktober 2017, 20:00 Uhr (Eintritt frei)
CON_TEXT X: Alternative Fiction
Mit Elisa Müller und Gerhild Steinbuch

„We are not a democracy!“ (Donald Trump)

Wie werden Geschichten geschrieben – am Schreibtisch der Autorin, im Sprechen der Performerin, im Kopf der Rezipienten oder im Zwischenraum zwischen zwei Menschen, von denen er eine erzählt und der andere zuhört – oder hört, was er hören will?
Wie wird Geschichte geschrieben – an den Schreibtischen der Mächtigen, der Ohnmächtigen, in Zeitungen – oder doch eher in Kommentarspalten und OnlineForen? Wer entscheidet in Zeiten von „fake news“ auf der einen und „fake media“ auf der anderen Seite, welche Art der Geschichtsschreibung gehört wird – bzw. überhaupt gehört werden kann.?
In ihrer gemeinsamen Arbeit im Rahmen von CON_TEXT beschäftigen sich Elisa Müller und Gerhild Steinbuch mit der stillen Komplizenschaft von Autorin, Performerin und Zuhörer*innen des klassischen Lesungsformats und begeben sich in einen Wettstreit um die Gunst des Publikums. Welche Geschichte, welche Stimme wird gehört und wer schreibt hier wen?

Die Veranstaltungsreihe CON_TEXT vesucht das Format Lesung neu zu denken und zu thematisieren. Jeweils ein/e Autor/in und ein/e Künstler/in einer anderen Sparte erarbeiten gemeinsam eine Woche lang in der Lettrétage ein interdisziplinäres Veranstaltungsformat. TänzerInnen, MusikerInnen, Bildende und Darstellende KünstlerInnen sowie FilmemacherInnen sind die künstlerischen PartnerInnen der AutorInnen. Ausgehend vom literarischen Text entwickeln die KünstlerInnen-Tandems interdisziplinäre Formate und thematisieren dabei den Prozess der gemeinsamen Arbeit. Die so entstehende literarische Veranstaltung wird als ein eigenes, weit über die bloße Textpräsentation hinausgehendes, künstlerisches Werk begriffen. Die KünstlerInnen arbeiten ohne inhaltliche Vorgaben, der Prozess ist ergebnisoffen.

Insgesamt finden zehn Abendveranstaltungen und eine Abschlußkonferenz statt. Zu jeder Veranstaltung erscheinen vorab ein Interview mit einem Experten und im Nachhinein eine kurze filmische Dokumentation im Lettrétagebuch. Dort findet sich auch weitere Information zur Veranstaltungsreihe und zu den beteiligten KünstlerInnen und Veranstaltungsterminen.

CON_TEXT wird gefördert durch die Senatsverwaltung für Kultur und Europa.

 

 

© Christine Fenzl

Elisa Müller (Deutschland) gründete 2008 das Produktionslabel müller***** und entwickelt in unterschiedlichen Konstellationen und Zusammenarbeiten mit Künstlerinnen verschiedener Disziplinen Theater/Performanceproduktionen. In ihren Arbeiten werden gesellschaftliche, politische Zusammenhänge spielerisch auf die Theatersituation selbst und auf das Aufeinandertreffen von Darstellern und Zuschauern übertragen. Mit dem fiktiven „Institut für Widerstand im Postfordismus“ tritt sie in unterschiedlichen Plattformen und performativen Interventionen an namhaften Veranstaltungsorten an die Öffentlichkeit.

 

 

 

© privat

Gerhild Steinbuch (Österreich) studierte Szenisches Schreiben in Graz und Dramaturgie an der Hochschule für Schauspielkunst in  Berlin. Ihre Texte erschienen in verschiedenen Tageszeitungen. Sie erhielt zahlreiche Literaturpreise und war für den Ingeborg-Bachmann-Preis nominiert. Sie gewann den Stückewettbewerb der Schaubühne Berlin und war Hausautorin des Schauspielhauses Wien. Für die Arbeit an ihrem ersten Roman „Berge und Täler mit Männern und Frauen“ erhielt sie das Staatsstipendium des österreichischen Bundesministeriums. Gerhild Steinbuch unterrichtet an der Universität für angewandte Kunst in Wien und am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig.

Sonntag, 08. Oktober 2017, 19:00 Uhr (Eintritt frei)
MÉMOIRES D’OUTRE-MER und DAS BESSERE LEBEN
Lesung mit den Franz-Hessel-Preisträgern Michaël Ferrier und Ulrich Peltzer

In seinem Roman MÉMOIRES D’OUTRE-MER folgt Michaël Ferrier den Spuren seines Großvaters, der ein Akrobat in einem Wanderzirkus am Indischen Ozean war. Ferrier entdeckt dabei einen bislang ausgeblendeten Teil der französischen Geschichte und erzählt diesen neu. Vor dem Hintergrund der Kolonisation verfolgten die Nationalsozialisten mit dem »Projekt Madagaskar« das Ziel, die europäischen Juden physisch zu vernichten. Ein Roman über das Erinnern und Vergessen, der zu einem Nachdenken über die französische Identität führt.

In seinem Roman DAS BESSERE LEBEN stellt Ulrich Peltzer die Frage nach dem guten Leben. Ist das Leben, das seine Figuren führen, gelungen, nachdem sie sich von den revolutionären Idealen ihrer Jugend weit entfernt haben und in den globalen Geldströmen baden? Was wäre das bessere Leben? Die drei wichtigsten Figuren in Ulrich Peltzers Roman sind Rädchen im Getriebe der internationalen Geldströme. Jochen Brockmann, ein Sales-Manager aus Turin, dem die Kündigung droht, Sylvester Lee Fleming, ein zwielichtiger und skrupelloser Geschäftemacher aus São Paulo und Angelika Volkhart, Angestellte in einer Reederei, mittendrin im globalisierten Warenverkehr. Die Leben dieser drei berühren sich immer wieder, teilweise ganz offen, teilweise nur im Vorübergehen. Alles hängt mit allem zusammen in diesem hochkomplex komponierten Roman, der auf meisterhalte Art und Weise vor Augen führt, wie fragil und zufällig heutige Lebensentwürfe sind.

 

© Catherine Hélie Gallimard

Michaël Ferrier ist 1967 im Elsass geboren. Seine Kindheit verbringt er in Afrika und am Indischen Ozean. Er studiert Literaturwissenschaft in Paris und lehrt zurzeit an der Chuo-Universität in Tokio (Japan), wo er die Forschungsgruppe »Figures de l’étranger« (Gesichter des Fremden) leitet. Er ist der Autor von Essays und Romanen: Tokyo, Petits portraits de l’aube (2004), Sympathie pour le fantôme (2010) und Fukushima (2012), die alle in der Reihe »L’Inini, Gallimard« erschienen sind. Für Mémoires d’outre-mer (2015) erhält er den Franz-Hessel-Preis.

 

 

© Astrid Busch

Ulrich Peltzer, 1956 in Krefeld geboren, studiert Philosophie und Psychologie in Berlin, wo er seit 1975 lebt. Er veröffentlicht die Romane Die Sünden der Faulheit (1987), Stefan Martinez (1995), »Alle oder keiner« (1999), Bryant Park (2002) und Teil der Lösung (2007) sowie die Frankfurter Poetikvorlesungen Angefangen wird mittendrin (2011). Sein Werk wird mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, unter anderem dem Preis der SWR-Bestenliste, dem Berliner Literaturpreis und dem Heinrich-Böll-Preis. 2015 erscheint sein Roman Das bessere Leben, der auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises steht und mit dem Franz-Hessel-Preis ausgezeichnet wird.

Förderer und Partner der Veranstaltung:

Freitag, 20. Oktober 2017, 19:30 Uhr (Eintritt 5,-)
En otras palabras / In anderen Worten
Lesung der Latinale in der Lettrétage

Spoken word, Dub-Musik, Barockdichtung, die brasilianische Poesia marginal und die chinesische Gegenwartslyrik sind Material und Inspiration für die Dichter*innen der Latinale. Kuratiert von Rike Bolte, Laura Haber und Timo Berger lädt das lateinamerikanische Poesiefestival zum elften Mal junge Autor*innen aus Lateinamerika nach Berlin ein. Lesung mit Queen Nzinga Maxwell (Costa Rica), Frank Báez (Dominikanische Republik), Alejandro Tarrab (Mexiko), Miguel Ángel Petrecca (Argentinien), Adelaide Ivánova (Brasilien/Deutschland), Lina Nieves Avilés (Puerto Rico/Berlin)und Mayra Oyuela (Honduras) auf Deutsch, Spanisch und Portugiesisch.

In Zusammenarbeit mit Lateinamerika-Forum Berlin und alba. lateinamerika lesen

21.10. | Textremisten

Tom Bresemann —  16. August 2017 — Kommentieren

Samstag, 21. Oktober 2017, 11:00 Uhr (Für Mitglieder des Freien Deutschen Autorenverbands kostenlos, alle anderen werden um eine kleine Spende gebeten)
Textremisten
Textwerkstatt mit Jordan T.A. Wegberg

Die Textremisten treffen sich einmal monatlich in der Lettrétage, um reihum eigene Texte vorzustellen, die dann von den Teilnehmern ausgiebig besprochen werden. Die maximale Lesezeit beträgt 10 Minuten. Es können alle Prosaformen wie Kurzgeschichten, Romankapitel oder Essays präsentiert werden. Wir geben einander Tipps, Ratschläge, Anregungen, Feedback und Motivation.

Natürlich ist sowohl das Besprechen der Texte als auch die Teilnahme an den öffentlichen Lesungen freiwillig – wer möchte, kann auch nur zum Zuhören zu den Textremisten kommen!

23.10 | simultan(poesie

Tom Bresemann —  20. September 2017 — Kommentieren

Montag, 23. Oktober 2017, 20:00 Uhr (Eintritt 5,-/erm. 4,-)
Simultan(poesie
Simultandichtung im Quartett mit Lars-Arvid Brischke, Rainer Stolz, Christian Vater und T.G. Vömel

1 | eine gruppenimprovisation auf einer großen fläche papier:

vier dichter schreiben
gleichzeitig, versetzt, verzahnt,
um einen tisch schreitend, tanzend, tastend,
schließen hier an zeilen an, stoßen sich dort an welchen ab,
bestellen ein poetisches feld, säen und ernten zugleich
in einer stunde ist das gewebe geknüpft
das wortnetzwerk, das lyrisches synapsenfeld

2 | eine gruppenextraktion aus einer großen fläche papier:

vier dichter schlagen sich
durch das lyrische synapsenfeld,
spüren anziehungskräften nach,
gehen fallstricke entlang,
schauen in den wortgruben nach,
pflücken, extrahieren, destillieren,
suchen nach der essenz,
dem auszug, der lösung, tinktur

Lars-Arvid Brischke

geb. 1972 in Dresden, lebt in Berlin. Energietechniker, Politikberater und Zukunftsforscher, Mitbegründer des Lyrikkreises „Die Freuden des jungen Konverters“; Lyrikband „eine leichte acht“, Lyrikedition 2000, Allitera Verlag, München 2006; sowie gemeinsam mit Rainer Stolz: „flügelzeug. Laut-, Listen- und Raubgedichte. CD & Booklet. edition rast, Berlin 2015“, Mitglied im Internet-Literaturforum www.forum-der-13.de

Rainer Stolz

geb. 1966 in Hamburg, lebt in Berlin. Lyrik, Performance, Erwachsenenbildung, Herausgebertätigkeiten, Veranstaltungsreihen, poetische Spaziergänge, poetische Improvisation, Zusammenspiele mit Künstlerinnen und Künstlern verschiedener Sparten. Mehrere Gedichtbände, zuletzt: Selbstporträt mit Chefkalender (Horlemann Verlag, 2014) und Mitlesebuch 137 (Aphaia Verlag, 2016). Nähere Infos: www.rainerstolz.de

Christian Vater

geb. 1974 in Wien, Studium der Biochemie, 2001 Umzug nach Berlin. Lehramtsstudium der Fächer Deutsch und Chemie. 2016 Gründung des vauvau-verlags für interaktive lyrik gemeinsam mit T.G. Vömel: www.vauvau-verlag.de. Lebt und arbeitet als Lehrer und Verleger in Berlin. Zuletzt erschienene Gemeinschaftsarbeit: Faun und Zerfall. Sechs postalische Kontrafakturen, vauvau-verlag, Berlin 2017.

T.G. Vömel

geb. 1961 in Göppingen, Studium der evangelischen Theologie in Tübingen, Tätigkeiten als Schauspieler und Regisseur, Lehramtsstudium der Fächer Musik und Französisch in Hamburg. 1999-2005 Organisation und Leitung des Künstlersalons Der Blaue Salon mit dem Kunstkritiker Sven Grünwitzky. 2016 Gründung des vauvau-verlags für interaktive lyrik. Zuletzt erschienene Gemeinschaftsarbeit: Faun und Zerfall. Sechs postalische Kontrafakturen, vauvau-verlag, Berlin 2017.

Dienstag, 24. Oktober 2017, 19:00 Uhr (Eintritt 5,-/erm. 4,-)
Was bleibt
Buchpremiere mit Marlies Schmidl, musikalisch begleitet von Nicolas Krüger

Das neue Buch von Marlies Schmidl enthält sechs Erzählungen – Gehörtes und Erlebtes. In einer dieser Geschichten schildert sie den Beginn und einige Stationen einer lebenslangen Freundschaft. Eine andere handelt von einer jungen Frau, die sich nach ihrer großen Liebe sehnt. Als sie scheinbar am Ziel ihrer Träume ist, kommt jedoch alles anders als erhofft. Eine weitere Erzählung stellt anhand eines Konflikts zwischen einem Arbeiter und dem Ministerium für Staatssicherheit die Probleme des Lebens in einem totalitären Staat dar. Was bleibt ist ein Streiflicht über verschiedene Erlebnisse und zeigt, dass das, was bleibt, jeder für sich tragen muss.

Marlies Schmidl wurde 1934 in Berlin-Weißensee geboren. Sie studierte Kunstwissenschaft sowie Belletristik und nahm als Gasthörerin am Studium des Zivil-/ Urheberrecht an der Humboldt-Universität zu Berlin teil. Längere Zeit leitete sie die Kurverwaltung in Grünheide und kehrte 1977 wieder nach Berlin zurück. Hier übernahm sie in der Urheberrechtsgesellschaft der DDR (AWA) das Sachgebiet „Mechanische Vervielfältigung“, Ressort Diskotheken. Einige Jahre der Galerietätigkeit schlossen sich daran an und sie besuchte Malkurse bei Rainer Gerson. 2012 war sie an einer Ausstellung im Kunsthaus Tacheles beteiligt. Sie ist Mitglied des Friedrichshainer Autorenkreises und veröffentlichte bisher mehrere Lyrik- und Prosabände: Mitlesebuch 85 (2004), Stille atmen: Gedichte und Grafik (2007), eine rosa seidenbluse (2010), Es ist nie ein anderer Ort (2012), Zuflucht Shanghai: Erinnerungen 1938 -1948 (2014). Zudem veröffentlichte sie Beiträge in Anthologien und Zeitschriften (u.a. Die Brücke).

27.10 | Frische Texte!

Tom Bresemann —  18. September 2017 — Kommentieren

Die Abschlusslesung der Schreibwerkstatt „WARE WORTE“

Wert und Werte in der Literatur. Kann man vom Schreiben leben? Wie brotlos ist die Kunst? Ist ein Wort mehr wert als andere? Sind Bestseller Zufall? Welche Begriffe stehen gerade hoch im Kurs? Wer kauft mir sowas ab? Gibt es hier Zeilenhonorar? Was sind Literatur, Texte, Schreiben wert? Kann kommerziell überhaupt künstlerisch sein? Und Kunst kommerziell? Ist ein Buch viel wert, wenn es viel gekauft wird? Wo kann man Leser kaufen? Damit haben sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Jugendschreibwerkstatt »WARE WORT« vier Tage lang beschäftigt. Am letzten Abend präsentieren sie die Ergebnisse.

Lucija Stupica und Tone Škrjanec, eine performative Lesung

Poesie aus Slowenien, neuübersetzt und begleitet mit Musik und Film. In Zusammenarbeit mit Periskop e.V. und dem Slowenischen Schriftstellerverband, mit freundlicher Unterstützung von Slowenischer Buchagentur

Lucija Stupica (1971, Celje, Slowenien) ist Dichterin und Innenarchitektin. Ihr erster Gedichtband „Čelo na soncu“ (2000) wurde mit mehreren Preisen ausgezeichnet. 2010 erhielt sie den deutschen Hubert Burda Preis für junge osteuropäische Lyrik, 2014 den schwedischen Klas de Vylder Preis für Literatur. Sie ist Autorin zahlreicher interdisziplinärer künstlerischer Projekte. Zusammen mit Urška P. Černe ist sie Mitbegründerin des Pranger-Poesie-Festivals, einem Zusammentreffen slowenischer Lyriker, Kritiker und Lyrikübersetzer. Lucija Stupica lebt heute in Schweden, auf der Insel Oaxen. Foto: Henrik C. Enbohm

Tone Škrjanec (1953, Ljubljana, Slowenien) ist Dichter und Übersetzer moderner amerikanischer, kroatischer und serbischer Literatur. Er veröffentlichte zahlreiche Gedichtbände und Albums mit Poesie und Musik. Im Mai 2017 wurde er mit dem slowenischen nationalen Poesie-Preis „čaša nesmrtnosti“ für sein hervorragendes Opus ausgezeichnet. Škrjanec ist auch als Programmkoordinator der Kulturinstitution „KUD Franceta Prešerna“ und als Organisator des Ljubljana Poesiefestivals „Trnovski terceti“ tätig.

Foto: David Konečny