Érica Zíngano

(c) Lotto Thießen

Webseite Adresse: http://ericazingano.com/

Érica Zíngano wurde 1980 in Fortaleza, Brasilien, geboren und lebt seit 2014 in Berlin. Ihre künstlerische Praxis übertritt Grenzen zwischen Lyrik und visueller Kunst in unterschiedlichen Richtungen.

Als eine Frau, die sich tagtäglich mit fremden Sprachen beschäftigt und sich daher ständig in einem Zustand linguistischer Verrenkungen wiederfindet, hat Érica Zíngano eine Leidenschaft für das Phänomen der Stimme und hat zunehmend die Aussprache von Gedichten in performativen Aktionen und Lesungen untersucht.

Während ihrer Zeit in Frankreich im vergangenen Sommer, wo sie die extremeren Aspekte der post-tuquetism Theorie in die Tat umsetzte, entdeckte sie den Poeten Christophe Tarkos, der schon auf sie gewartet hatte und in ihre Kopfhörer flüsterte:

“dans quatre mois et on est dedans“. „Immanenz: Ich denke es ist ein guter Tipp, keine Pläne, allem Anschein nach, keine Ziele, kein Gestöhne, sondern ein Überströmen von Geächze.“, schrieb sie in eines ihrer Notizbücher. Würden wir etwas mehr Zeit damit verbringen, in eines ihrer aktuellen Notizbücher zu schauen, würden wir vermutlich erkennen, dass sich ihre literarischen Interessen um die Kombination von Wörtern wie „Vibration“, „Körper“, „weiblicher Körper“, „Maschinen“, „Träume“, „Intensität“, „Sprachen“, „Partnerschaft“, „Verlangen“, „Gemeinschaft“, „Tierhaftigkeit“, „Kühlschrank“ und „Freundschaft“ drehen. Vielleicht merkt man, dass sie oft in Versuchung ist, dadaistische und surrealistische Dichtung mit zeitgenössischer Literatur zu kombinieren, oder vielleicht – anders ausgedrückt – könnten Sie festgestellt haben, dass sie bloß versucht zu sagen (um einen ihrer besten Freunde, Antoine Hummel, zu zitieren, der es auf Französisch sagen würde): „Guten Morgen an all die aktuellen Probleme der Welt“. Sie verbringt ihre Zeit häufig mit dem Versuch, eine ethische Brücke zwischen dem „Ich“ und dem „Anderen“ zu entwickeln, die immer noch gebaut werden muss, irgendwo, irgendwie. Bolaño zu lesen ruft starke emotionale Reaktionen hervor – das “Reis-Interview” ganz besonders – aber man sollte auch „Putas asesinas“ erwähnen, usw., usw., usw.