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Im Büro herrscht schon den ganzen April hindurch eine Heiden(vor)freude. Am Abend des dritten Mai gastiert bei uns der in Graz lebende kongolesische Autor Fiston Mwanza Mujila, der seinen erst im letzten Jahr in deutscher Übersetzung erschienenen Debütroman „Tram 83“ präsentieren wird. Das Werk stand unter anderem auf der Longlist des renommierten Man Booker Prize. Das wirklich bemerkenswerte an dieser Veranstaltung ist aber die Inszenierung des Textes, in ihrer Form so nur einmalig in der Lettrétage zu erleben: In Kooperation mit den Musikern Fyodor Stepanov (Bass), Marco Mingarelli (Schlagzeug) und Ben Kraef (Saxophon), sowie dem Sprecher Denis Abrahams wird eine Symbiose von Jazz und Literatur entstehen, die für alle Beteiligten ein Novum darstellt. Um uns über unsere Erwartungen an diese literarische Jazz-Performance klar zu werden, haben wir vorab mit Ben Kraef gesprochen.

Lettrétage: Ich beginne mit etwas Grundlegendem. Welche Aspekte des Projekts sind für Sie besonders interessant und haben Sie möglicherweise zur Zusage bewegt?

Kraef: Ich bin bei dem Projekt dabei, weil ich mich einerseits sehr für Literatur interessiere und gerne neue Autoren kennenlerne. Andererseits interessiere ich mich natürlich auch für Literatur, die sich in der einen oder anderen Form mit Musik und speziell Jazz befasst. Ein anderer Grund sind natürlich die anderen Musiker und dass ich bei einem Projekt in dieser Form auch noch nicht mitgemacht habe. weiterlesen…

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Heute haben wir einen BLOG-Tipp für euch:

 

http://sowiesaufstehen.tumblr.com/

 

Schaut mal rein, es lohnt sich! Folgt dem Blog auf Tumblr wenn er euch gefällt :).

In der Reihe „5 Fragen an…“ stellen wir Berliner LiteraturaktivistInnen vor. Ob AutorInnen, VerlegerInnen, VeranstalterInnen – mit uns sprechen sie darüber, was sie antreibt, was sie umtreibt und was sie überhaupt dazu bringt, sich literarisch zu engagieren.

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Odile Kennel. Foto: Heike Bogenberger.

Odile Kennel lebt, schreibt und bloggt in Berlin Mitte. Ihr erster Roman „Was Ida sagt“ ist 2011 erschienen, ihr Gedichtbanddebüt „oder wie heißt diese interplanetare Luft“ 2013. Außerdem übersetzt sie Literatur aus dem Spanischen, Französischen und Portugiesischen. weiterlesen…

DSC00135Die meisten Vorbereitungen (siehe Bild) sind bereits gelaufen, langsam kann’s losgehen und (fast) alle stehen in den Startlöchern:

¿COMMENT! – Lesen ist schreiben ist lesen

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Literatur ist ein Kommentar zur Welt, indem sie Realitäten erzeugt. Literaturvermittlung ist der Schlüssel zu diesen Lebenswelten. In einer Gesellschaft im Wandel muss sie sich immer wieder hinterfragen, um lebendig zu bleiben. Die sprichwörtliche ‚Wasserglas-Lesung‘ mit dem Autor auf dem Podium und den Zuhörern im Publikum zieht räumliche Grenzen und setzt eine (Gesprächs-)Hierarchie voraus: Autor, Moderator, Publikum haben fest zugewiesene Rollen. Der Autor wird als Autorität zur Erklärung seines Textes herangezogen, seine Interpretationshoheit gilt zumeist als unstrittig. Der Lesungsbesucher bleibt dabei in der Regel passiver Zuhörer in einer räumlichen Frontalsituation. Konventionalisierte Abläufe und Rollen lassen das konkrete Geschehen der literarischen Lesung absehbar werden. Doch gerade produktive Störungen provozieren Momente persönlicher Auseinandersetzung, in denen Literatur zu wirken beginnt.

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Projektteam bei der Arbeit (Christian, Peter, Katharina)

Wie kann eine solche lebendige Literaturvermittlung heute konkret aussehen? Welche Bilder können entstehen, die die ästhetische Faszination am Gegenstand Literatur vermitteln? Welche Potentiale in der öffentlichkeitswirksamen Außendarstellung von Literatur können dadurch erschlossen werden? Und wie kann in der Kulturmetropole Berlin eine solche lebendige Literaturvermittlung zugleich integrativ wirken, wenn sie auch junge Leser für die Literatur gewinnen und schon im Schüleralter als mündige Akteure in das vielfältige und internationale Kultur-Leben der Stadt integrieren will? weiterlesen…