Archiv: Buchpremiere

15.05. | Stella maris

Tom Bresemann —  31. März 2017 — Kommentieren

Montag, 15. Mai 2017, 20:00 Uhr (Eintritt: 5,- / erm. 4,-)
Stella maris
Vorstellung des neuen Romans von Isabella Feimer

Die Menschheit hat die Grenzen des ihr bekannten Himmels überschritten, die Erde ist zu einer Nichtigkeit geworden, der Mensch selbst seines die Nacktheit beschützenden Schleiers beraubt.

Eva hat in sich Geschichten vieler Epochen und unterschiedlicher Orte versammelt. Ihre Erinnerung ist der einzige Ort, der keine Begrenzung kennt. Evas Erinnerungsfragmente fügen sich mosaikartig zu einem überbordenden Gemälde, in dem sich ihre Erlebnisse in Rom und Paris verdichten. Zwischen den antiken Ruinen Roms, die immer noch vergangene Seelen in sich tragen, wuchern Angst und Faschismus in Richtung des nahenden Krieges. Jahrzehnte später in Paris sieht sich Eva erneut mit einer Epoche der Gewalt konfrontiert, in der dem vorherrschenden Terror nur mit Anarchie und der Überschreitung einer Liebe begegnet werden kann. Doch es scheint, als hätte Eva ihren Leitstern, den Stella maris, verloren.

In poetisch-bildhafter Sprache, die zwischen Schönheit und Grausamkeit changiert, erzählt Isabella Feimer eine Höllenfahrt durch Zeit und Raum, die beginnend mit der Renaissance in eine futuristische Welt führt.

Leseprobe:

„Erde, der verblasste, aufgebrauchte Planet, der längst aus unserem Sichtfeld verschwunden ist, manchmal sehe ich das strahlende Blau noch vor mir pochen, diesen kostbaren Saphir, Blau der Erinnerung, das mit jedem neuerlichen Blick in Veränderung ist, wechselt von einer Gestalt in eine andere,

ein Stück Seide aus einem Kleid gerissen,

eine Blume zum Trocknen unter ein Kissen gelegt,

eine Liebeserklärung niemals gemacht,

Erde ist diese optische Täuschung, in der ich mich verliere, und verloren bin ich seit langer Zeit, dennoch, vielleicht einer letzten Sehnsucht folgend, tupfe ich mit den Fingerspitzen in das Blau und spüre, dass ich darin versinke, eins werde mit dem Element,

so sehe ich mich, nicht das Leben, das ich führen muss,

ein maskiertes Ich lächelt mir im Taschenspiegel, den ich immer bei mir trage, ein Schmuckstück aus einer vergessenen Zeit, und die Ornamente, die ihn zieren, zieren auch meine Gedanken an diese Zeit,

noch zähle ich die Tage der Mission und ritze mir jeden Tag, der vergangen ist, mit den Nägeln in mein Herz.“

Über die Autorin:

© Manfredo Weihs

Isabella Feimer wurde 1976 geboren und wuchs in Schwechat, Niederösterreich, auf. Sie studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft und arbeitet seit 1999 als freie Theaterregisseurin und Schriftstellerin. Sie verfasste bisher Romane, Kurzgeschichten, Reiseprosa und Theatertexte. 2012 Nominierung bei den 36. Tagen der deutschsprachigen Literatur, 2. Platz beim Literaturwettbewerb der Akademie Graz, 2013 und 2015 Nominierung für den Alpha-Preis, 2013 Kulturpreis des Landes Niederösterreich, Anerkennungspreis Literatur. 2014 Stadtschreiberin von Schwaz, Tirol. 2015 erschien der Roman Trophäen bei Braumüller, und 2016 erhielt sie das Hans Weigel Stipendium des Landes Niederösterreich.

In einem Interview mit Telegramme erzählt sie: „Ich bin sehr glücklich, dass ich Stella maris geschrieben habe, nicht nur deshalb, weil ich endlich den Hauch Science-Fiction geschrieben habe, wie es schon lange mein Wunsch war, sondern auch deshalb, weil es mir für mich gelungen ist, komplexe Handlungsstränge zwischen Zeit und Raum und deren Negation zu verknüpfen und mich sprachlich wieder ein Stück weiterzuentwickeln.“ Hier geht es zum Interview, in dem Sie mehr über „Stella maris“ erfahren können.

Dienstag, 04.Oktober 20:00 Uhr, Eintritt 5.-/erm- 4.- Euro
Buchpremiere: Rot wie Schnee
Volker Kaminski liest aus seinem aktuellen Roman
Moderation: Berthold Eberhard

Tom Lautenschläger, ein seit Jahren gefragter, erfolgreicher Maler großer Bilderserien vom „schönen mondänen Leben“, thematisiert eines Tages Kriegserfahrungen und Gewalt. Er malt ein Bild von einem Jungen im „roten Schnee“ – ein Bild, das er aus den Fluchterzählungen seines Vaters zu kennen glaubt. In der Folge kommt es in seinem Atelier zu aberwitzigen Verwicklungen. Er erhält Besuch von seinem toten Vater, mit dem er unversehens in einen Dialog über den Zweiten Weltkrieg tritt und der ihm in seine Arbeit hineinzureden versucht. Zum Schrecken von Toms Galeristen verändert sich das vielversprechende Bild von dem Jungen im Schnee auf unerklärliche Weise von selbst. Doch nach und nach ändert sich auch Toms Sicht darauf, als er in unzähligen Gesprächen Schicht um Schicht von der eigenen Familiengeschichte abträgt, und parallel dazu die Farbe auf immer neuen Leinwänden aufträgt. Wer ist der geheimnisvolle Junge auf dem Schneebild – eine Erfindung oder doch eine lang verdrängte Erinnerung? In seinem spannend und temporeich erzählten Roman zeigt Volker Kaminski die Kunst als akribische Forschungsarbeit, als Grenzwanderung zwischen Rationalem und Irrationalem und als große Reise ins eigene Herz.

Volker Kaminski wurde 1958 in Karlsruhe geboren. Nach dem Abitur und diversen Jobs zog er 1980 nach Freiburg, um Germanistik und Philosophie zu studieren. Nach dem Grundstudium wechselte er 1983 an die Freie Universität in Berlin (Magisterabschluss 1990), wo er heute lebt. Bisher hat er vier Romane veröffentlicht (u. a. Spurwechsel, DVA 2001, und Gesicht eines Mörders, Lindemanns Bibliothek 2014). Daneben schreibt er Kurzgeschichten und Erzählungen für verschiedene Zeitschriften. Er rezensiert regelmäßig Romane für diverse Medien und ist Lehrbeauftragter an der Alice Salomon Hochschule in Berlin für „Creative Writing“.

Autorenseite
Verlagsseite

Dienstag, 7. Juni, 20:00 Uhr. Eintritt 4,- Euro
readux book series 7 launch
With Marie Gamillscheg and Sascha Macht, New German Fiction winners, 2016

Readux_marie            Readux_Sascha
“New German Fiction” is a contest, which is looking for the newest movements in german literature. The winning texts are supposed to provide views outside the german box and be interesting for an international audience. The original, german version will be published in the literary journal “Edit”. The texts will also be translated into english and published in Readux Book.
The winners of New German Fiction 2016 are Marie Gamillscheg and Sascha Macht.

Marie Gamillscheg studied German literature in Graz and Lyon. Her journalism has been published in Der Standard, Falter, SZ Magazin, and Die Welt.

Sascha Macht was born in 1986 in Frankfurt (Oder). He studied at the German Institute for Literature in Leipzig and is a member of the writers’ collective Vereinigung 1. Februar. He has published prose, poetry, and drama in various anthologies and literary magazines. Since 2013, he has worked as a researcher at the German Institute for Literature. His debut novel, The War in the Garden of the King of the Dead, was published in spring 2016 by DuMont.

This event is mainly in English.

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Heute Abend um 20:00h in der Lettrétage mit:

Yevgeniy Breyger: flüchtige monde. Gedichte
Martina Hefter: Ungeheuer. Stücke. Gedichte
Dagmara Kraus: das vogelmot schlich mit geknickter schnute. Gedichte
Mathias Traxler: Unterhaltungsessays

 

Breyger neuYevgeniy Breyger wurde 1989 in der Ukraine geboren. Er studierte Literarisches Schreiben in Hildesheim und am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. 2011 gewann er den Selma Meerbaum-Eisinger Literaturpreis, 2012 war er Finalist beim 20. Open Mike in Berlin. Seine Gedichte wurden in Zeitschriften und Anthologien veröffentlicht. Yevgeniy Breyger lebt in Frankfurt am Main. flüchtige monde ist sein erster Einzelband.


HefterMartina Hefter, geboren 1965 in Pfronten/Allgäu, lebt als Dichterin und Performancekünstlerin in Leipzig. Sie veröffentlichte die Gedichtbände Nach den Diskotheken, kookbooks 2010, Vom Gehen und Stehen. Ein Handbuch, kookbooks 2013, und zuletzt den Essay Tanzen, Verlagshaus Berlin 2014. Ihre jüngsten performativen Arbeiten waren Two Minutes To Tomorrow, gemeinsam mit der Künstlergruppe Bewegungsschreiber in Leipzig, sowie Writing Ghosts, eine performative Installation innerhalb des Projekts Step-Text am Literarischen Colloquium Berlin, beide 2015. Seit 2015 ist sie Mitglied der Leipziger Performancegruppe Kollektiv ♠ 7. Für ihre Arbeiten wurde sie unter anderem mit dem Hermann-Lenz-Stipendium 2005, dem Lyrikpreis Meran 2008 und einem Stipendium der Kulturstiftung Sachsen 2013 ausgezeichnet.

 

KrausDagmara Kraus, geboren 1981 in Wrocław, lebt als Lyrikerin und Übersetzerin in Carpentras und Berlin. Sie veröffentlichte die Einzelbände kummerang. Gedichte, kookbooks 2012 und kleine grammaturgie, Urs Engeler/roughbooks 2013 sowie als Übersetzerin von Miron Białoszewski Wir Seesterne, Reinecke & Voss 2012 und Geheimes Tagebuch, Edition Fototapeta 2014. Dagmara Kraus erhielt den GWK-Förderpreis für Literatur 2010, ein Stipendium des Berliner Senats 2011, ein Stipendium des Künstlerhauses Edenkoben 2014 und den Karl-Sczuka-Förderpreis 2015.

 

TraxlerMathias Traxler, geboren 1973 in Basel, lebt als Schriftsteller und Übersetzer in Berlin. Unterhaltungsessays ist sein zweiter Einzelband nach You’re welcome, kookbooks 2011. www.traxlerm.net

 

 

 

 

Eintritt 5,- /erm. 4,- Euro.

Ungeheure Vogelmots – kooksbooks feiert Berliner Buchpremiere

Yevgeniy Breyger: flüchtige monde. Gedichte
Martina Hefter: Ungeheuer. Stücke. Gedichte
Dagmara Kraus: das vogelmot schlich mit geknickter schnute. Gedichte
Mathias Traxler: Unterhaltungsessays

 

Breyger neuYevgeniy Breyger wurde 1989 in der Ukraine geboren. Er studierte Literarisches Schreiben in Hildesheim und am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. 2011 gewann er den Selma Meerbaum-Eisinger Literaturpreis, 2012 war er Finalist beim 20. Open Mike in Berlin. Seine Gedichte wurden in Zeitschriften und Anthologien veröffentlicht. Yevgeniy Breyger lebt in Frankfurt am Main. flüchtige monde ist sein erster Einzelband.


HefterMartina Hefter, geboren 1965 in Pfronten/Allgäu, lebt als Dichterin und Performancekünstlerin in Leipzig. Sie veröffentlichte die Gedichtbände Nach den Diskotheken, kookbooks 2010, Vom Gehen und Stehen. Ein Handbuch, kookbooks 2013, und zuletzt den Essay Tanzen, Verlagshaus Berlin 2014. Ihre jüngsten performativen Arbeiten waren Two Minutes To Tomorrow, gemeinsam mit der Künstlergruppe Bewegungsschreiber in Leipzig, sowie Writing Ghosts, eine performative Installation innerhalb des Projekts Step-Text am Literarischen Colloquium Berlin, beide 2015. Seit 2015 ist sie Mitglied der Leipziger Performancegruppe Kollektiv ♠ 7. Für ihre Arbeiten wurde sie unter anderem mit dem Hermann-Lenz-Stipendium 2005, dem Lyrikpreis Meran 2008 und einem Stipendium der Kulturstiftung Sachsen 2013 ausgezeichnet.

 

KrausDagmara Kraus, geboren 1981 in Wrocław, lebt als Lyrikerin und Übersetzerin in Carpentras und Berlin. Sie veröffentlichte die Einzelbände kummerang. Gedichte, kookbooks 2012 und kleine grammaturgie, Urs Engeler/roughbooks 2013 sowie als Übersetzerin von Miron Białoszewski Wir Seesterne, Reinecke & Voss 2012 und Geheimes Tagebuch, Edition Fototapeta 2014. Dagmara Kraus erhielt den GWK-Förderpreis für Literatur 2010, ein Stipendium des Berliner Senats 2011, ein Stipendium des Künstlerhauses Edenkoben 2014 und den Karl-Sczuka-Förderpreis 2015.

 

TraxlerMathias Traxler, geboren 1973 in Basel, lebt als Schriftsteller und Übersetzer in Berlin. Unterhaltungsessays ist sein zweiter Einzelband nach You’re welcome, kookbooks 2011. www.traxlerm.net

 

 

 

 

Um 20:00h in der Lettrétage. Eintritt 5,- /erm. 4,- Euro.

Lese-Klick: Nicki Pawlow, die Dritte. Am 09. September in der Lettrétage – Buchpremiere „der bulgarische Arzt“

Neugierig? „Der bulgarische Arzt“ von Nicki Pawlow

Nicki Pawlow stellte am 09. September ihren neuen Roman der bulgarische Arzt in der Lettrétage vor. Die Buchpremiere war eine Veranstaltung der Verlage LangenMüller, Herbig, nymphenburger und terra magica. Vielen Dank an alle Beteiligte und das zahlreiche Publikum!


Am Dienstag stellt die Autorin Nicki Pawlow ihr neues Buch der bulgarische Arzt in der Lettrétage vor. Ein Auszug davon gibt’s vorab im Netz, als kleiner Vorgeschmack auf die Buchpremiere.

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Start ist wie gewohnt, aber nicht gewöhnlich, um 20:00 Uhr.

 

 

 

 

20:00 Uhr, Eintritt frei

Premiere des neuen Romans von Jörn Birkholz
Programmreihe Creative Commons

Jörn Birkholz - Schachbretttage, März 2014 im Folio Verlag erschienenSchnoddrig und mit trockenem Humor erzählt Schachbretttage vom Lebensgefühl der Thirtysomethings und switcht gekonnt zwischen ironischer Verzweiflung und dem Zynismus junger Erwachsener, zwischen Perspektivlosigkeit und dem herzhaften Versuch eines Jungautors, im Literaturbetrieb Fuß zu fassen.

Jörn Birkholz beschreibt eine skurrile Lesereise voll Irrwitz und überraschender Wendungen: Der Protagonist des Romans, Benedikt Buchholz, Erstlingsautor, weiß: Bei knapp hunderttausend Buchneuerscheinungen im Jahr ist er nicht der einzige Autor, der die Leiter des Erfolgs erklimmen will. Darum nimmt er kurz entschlossen sein Telefon in die Hand und versucht unermüdlich, seinen Namen skeptischen Buchhändlern und argwöhnischen Bibliothekaren vertraut zu machen. Seine Beharrlichkeit trägt Früchte, und so touren Benedikt und Viktor – Freund und Vorleser des Buches – durch die deutsche Provinz, um die spärliche Zuhörerschaft von der Qualität des Romans Derangiert zu überzeugen.

birkholzBirkholz begleitet den Autor und seinen Vorleser von Kleinstadtbüchereien bis in ein Luxushotel auf Rügen – wo wie aus heiterem Himmel ein Mann vom Balkon stürzt.

Jörn Birkholz, geboren 1972, lebt in Bremen. Studium der Geschichts- und Kulturwissenschaften an der Uni Bremen. Veröffentlichungen in verschiedenen Zeitschriften und Magazinen. Sein Romanerstling Deplatziert erschien 2009 und befindet sich mittlerweile in dritter Auflage.