Archiv: Cia Rinne

Volles Haus am Freitag, 27.01.2017. Der Grund: die Auftaktveranstaltung von CON_TEXT, unserem Programmschwerpunkt im Jahr 2017 – eine Veranstaltungsreihe, die das Format „Lesung“ neu zu denken und zu thematisieren sucht. Jede CON_TEXT-Veranstaltung wird von einem/r Autor/in und einem/r Künstler/in aus einer anderen Sparte gemeinsam erarbeitet und umgesetzt. Ziel ist, interdisziplinäre Formate vom literarischen Text ausgehend zu entwickeln und dabei die literarische Veranstaltung als ein eigenes künstlerisches Werk zu verstehen.

Den Auftakt der insgesamt zehn Veranstaltungen bildeten die schwedisch-finnische Autorin und Klangkünstlerin Cia Rinne (http://lettretage.de/Lettretagebuch/cia-rinne-2/) und der bildende und darstellende Künstler Gernot Wieland (http://lettretage.de/Lettretagebuch/gernot-wieland-2/). Für alle, die es live verpasst haben: Auszüge aus manifest hominis fabri und Ink in Milk:

 

7 Tage, 2 Künstler*innen, 1 Ort: Im Rahmen des Projekts CON_TEXT erarbeiten jeweils zwei Künstler*innen innerhalb einer Woche in der Lettrétage gemeinsam eine Veranstaltung

Die Lyrikerin und Verlegerin Daniela Seel besuchte die CON_TEXT-Künstler*innen Cia Rinne und Gernot Wieland in der Lettrétage

Daniela Seel: Fangen wir vorne an: Wie habt ihr euch für die Zusammenarbeit miteinander entschieden[i], was hat euch aneinander interessiert?

Cia Rinne: Ich glaube, ich war sehr irrational. Ich mochte Gernot auf Anhieb gern und konnte mir gut vorstellen, mit ihm zusammenzuarbeiten – nur hatte ich im Gegensatz zu anderen möglichen Kooperationen gar keine klare Vorstellung davon, was wir machen könnten. Diese Offenheit ist eine Herausforderung, die ich sehr mag. Tatsächlich arbeiten wir anders, als ich es gewohnt bin – ich bin froh, dass wir einander kennengelernt haben. Das Auswahlverfahren war ambivalent; es war sehr schön, die verschiedenen Künstler*innen zu treffen, nur war dies gefärbt vom bevorstehenden Auswählen, eine menschlich heikle Angelegenheit.

Gernot Wieland: Ich finde auch, diese Bedingungen waren merkwürdig. Was ist, wenn alle zehn Künstler*innen mit Cia zusammenarbeiten wollen und keiner mit einer anderen Schriftstellerin, einem anderen Schriftsteller? Bei uns stimmte die Chemie einfach. Ich wüsste aber auch nicht, wie man das anders machen kann.

DS: Ende 2016 standen die Teams fest, Ende Januar 2017 müsst ihr schon präsentieren. Das ist ein fast irrwitziger Zeitplan.

GW: In der bildenden Kunst gibt es verschiedene Typen. Es gibt die, die ins Atelier gehen, sich den Blaumann anziehen und loslegen. Ich bin eher so ein Deadline-Künstler. Ich werde zu einem Projekt eingeladen, da gibt es ein Thema, eine Deadline, ich mach eine Arbeit. Das hilft mir.

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Mittwoch, 25. Januar, 18:00 Uhr (Eintritt frei)
CON_TEXT. Werkstattgespräch zur Auftaktveranstaltung.
Mit Cia Rinne & Gernot Wieland

Die Veranstaltungsreihe CON_TEXT ist der Programmschwerpunkt der Lettrétage im Jahr 2017. CON_TEXT ist ein Modellprojekt, in dessen Rahmen neue, interdisziplinäre Formate von Literaturveranstaltungen von einem spartenübergreifenden Künstler-Duo konzipiert und umgesetzt werden. Insgesamt finden zehn Abendveranstaltungen und eine Abschlusskonferenz statt. Die Künstler*innen arbeiten eine Woche lang gemeinsam an Ihrer Veranstaltung und stellen während dieser Produktionsphase bei einem informellen Werkstatt-Gespräch ihre Arbeit in progress vor. Besucher sind eingeladen, Einblicke in die künstlerische Produktion zu gewinnen und ihre Fragen einzubringen.

Weitere Infos zur Veranstaltungsreihe und zu den beteiligten Künstler*innen und Veranstaltungsterminen.

Freitag, 27. Januar 2017, 20:00 Uhr (Eintritt frei)
Programmschwerpunkt CON_TEXT
Mit Cia Rinne & Gernot Wieland

Im Januar 2017 startet in der Lettrétage die Veranstaltungsreihe CON_TEXT, die das Format „Lesung“ neu zu denken und zu thematisieren sucht. Jede der zehn geplanten CON_TEXT-Veranstaltungen wird von einem/r Autor/in und einem/r Künstler/in aus einer anderen Sparte gemeinsam erarbeitet und umgesetzt. Ziel ist, interdisziplinäre Formate vom literarischen Text ausgehend zu entwickeln und dabei die literarische Veranstaltung als ein eigenes künstlerisches Werk zu verstehen. Selbstverständliche Veranstaltungsformate und Rollen des Literaturhausbetriebs werden dabei ästhetisch lustvoll in Frage gestellt.

Die erste Veranstaltung wird von Cia Rinne (Autorin) und Gernot Wieland (bildender und darstellender Künstler) konzipiert und umgesetzt. 

Weitere Infos zur Veranstaltungsreihe und zu den beteiligten KünstlerInnen und Veranstaltungsterminen.

CON_TEXT wird von der Senatsverwaltung für Kultur und Europa gefördert.

Dienstag, 1.November 14:00 Uhr Symposium (Eintritt 3.- Euro) und
20:00 Uhr Lesung (Eintritt 8,-/erm. 6,- Euro)
DICT
Symposium und Lesung im Rahmen des Literaturfestivals
STADTSPRACHEN mit Ricardo Domeneck, Orsolya Kalász, Dagmara Kraus, Eugene Ostashevsky, Cia Rinne, Joel Scott

Immer mehr Dichter*innen leben in mehreren Sprachen, bewegen sich durch multiple Orte und Traditionen. Daraus entstehen dicht geknüpfte Poetiken, die Interlingualität und Hybridsprachlichkeit als bewusste kompositorische Mittel einsetzen. Damit überschreiten sie überkommene Literaturverständnisse, unterlaufen nationalliterarische Grenzziehungen und schaffen so „Bastarde“ mit poetischer wie politischer Sprengkraft. Im öffentlichen Werkstattsymposium „DICT“ werden interlinguale Dichter*innen Impulsvorträge zu Fragen hybrider Poetiken und ihrer eigenen Praxis geben und im Gespräch miteinander und mit dem Publikum die Potenziale solcher Formen erörtern.

Mehr über die Autoren: Ricardo Domeneck, Orsolya Kalász, Dagmara Kraus, Eugene Ostashevsky, Cia Rinne, Joel Scott

STADTSPRACHEN

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Samstag, 5.November 20:00 Uhr, Eintritt 6.-/erm- 4.- Euro
THE LANGUAGE FACTORY
Lesung im Rahmen des Literaturfestivals STADTSPRACHEN
mit Cia Rinne, Tomomi Adachi, Roberto Equisoain, Andrej Hočevar und Haukur Már Helgason.

DichterInnen erschaffen ihre Sprache heute selbst, heißt es. Die TeilnehmerInnen der LANGUAGE FACTORY tun dies in einem fast wörtlichen Sinne: Fünf dauerhaft oder temporär in Berlin lebende LyrikerInnen aus fünf verschiedenen Ländern mit mehr als fünf verschiedenen Muttersprachen schreiben eine Woche lang zusammen ein Gedicht. In der Dialektik des Gruppengedichts müssen also nicht nur fünf Poetiken und fünf Persönlichkeiten Platz finden, sondern letztlich müssen auch fünf oder mehr Sprachen unter einen Hut gebracht werden. Da die einzige Verständigungssprache der fünf nicht-muttersprachliches Englisch ist, bildet dieses Broken English die Basis für den gemeinsamen Text – ob als verbindlicher Sprachstandard oder eher als poetischer Generator, wird sich zeigen.

Das Setup des Projekts verweist nicht nur auf die babylonische Sprachverwirrung, die Teile der Stadt Berlin ergriffen hat, sowie auf das Pfingstwunder des meist funktionierenden Zusammenlebens und -arbeitens – es reflektiert zugleich die Produktionsbedingungen und Voraussetzungen von Lyrik und Literatur überhaupt. Das übliche romantische Klischeemodell – ARMER Poet sitzt EINSAM und ALLEIN und NACHTS im Kämmerlein und schafft GENIALES – wird partiell auf den Kopf gestellt und die Dichter werden wenigstens vorübergehend fest angestellt. Lyriker als Nine-to-Five-Job – wird das funktionieren? Am Samstagabend stellen die fünf ProtagonistInnen ihre lyrische Wochenproduktion dem Publikum vor.

Mehr über die Autoren: Cia Rinne, Tomomi Adachi, Roberto Equisoain, Andrej Hočevar und Haukur Már Helgason.

Konzeption: Moritz Malsch

STADTSPRACHEN  LogoHKF-S-RGB[1]

Donnerstag, 15. September, 20:00 Uhr, Eintritt 5 Euro, erm. 4 Euro
Soma for soloists
Lesung mit Birgit Kreipe und Cia Rinne

 

SomaSigmund Freud liebte Reisen zu antiken Ausgrabungsorten, verglich die Erinnerungsarbeit der Psychoanalyse mit Archäologie, als wären Erinnerungen Bruchstücke, die sich aus der Asche realer innerer Begebenheiten bergen und wieder zusammensetzen ließen. Der Selbstversuch jedoch zeigt, dass Erinnerungen außerdem – von Phantasien durchwuchert, Fermentierungsprozessen unterworfen, durch Deutungen neu sortiert – eigenständige innere Akteure sind, traumgleich, verdichtet. Was geschieht, wenn diese Erinnerungsprozesse im Gedicht fortgeschrieben werden? Die Frau mit den Kuckuckshänden taucht auf, begleitet Sie. Kleine Blätter fallen aus dem Licht über den Baumstümpfen. Geister von Ponys wissen den Weg. Früher oder später gelangt Sie in eine Stadt aus Mörtel, der Sie umarmt (ein antikes Werkzeug der Bindungstheorie), mindestens aber über die Alpen.

Bild: Renate von Mangoldt

 

BirgitBirgit Kreipe, geboren 1964 in Hildesheim, arbeitete zunächst als Buchhändlerin und studierte später Psychologie und Neuere Deutsche Literatur in Marburg, Wien und Göttingen. Neben ihrer klinischen Tätigkeit veröffentlichte sie Gedichte unter anderem in der FAZ, in Lichtungen, Ostragehege und Edit, im Jahrbuch der Lyrik sowie in den Anthologien „Die Schönheit ein deutliches Rauschen“, Connewitzer Verlagsbuchhandlung 2010, „Schneegedichte“, Schöffling & Co. 2011, und „Venedig“, Schöffling & Co. 2015. Ihr Gedichtband „schönheitsfarm“ erschien 2012 im Verlagshaus J. Frank. Ihre Gedichte wurden mit dem Irseer Pegasus 2014 und dem Münchner Lyrikpreis 2013 ausgezeichnet. 2016 erhielt sie ein Arbeitsstipendium des Berliner Senats

 

 

Notes for soloists und l’usage du mot sind Sequenzen visueller und konkreter Poesie, die v.a. auf Englisch, Deutsch und Französisch verfasst sind. Angeregt durch ein tiefes Misstrauen gegenüber der Sprache und ihrer Anwendung untersuchen die kurzen Texte die kleinsten Teile der Sprache und deren Rhizom, phonetische Ähnlichkeiten zwischen den Sprachen und Bedeutungsverschiebungen, um nicht selten humorvoll auf den Punkt zu kommen. Die minimalistischen Texte sind das Ergebnis einer steten Reduzierung gen Nichts und dienen gleichsam als Partituren für die Performance

Rinne

Cia Rinne ist eine finnlandschwedische Lyrikerin und Autorin, die in Berlin lebt. Ihre visuelle, akustische und konzeptuelle Poesie in verschiedenen Sprachen wurde international ausgestellt und veröffentlicht. Ihr neuestes Buch, das auch die Reihe l’usage du mot enthält, erscheint 2016 bei kookbooks (Berlin)

Stimmen die Stimmen

joHanna —  22. April 2016 — Kommentieren

Heute Abend ist der KOOK e.V. in der Lettrétage zu Gast und mit ihm 13 Autoren.

reuther++ Was ist die eigene Stimme, was kann ich mit ihr tun? Wie mit Appropriation arbeiten? Im Kollektiv? Wie kann ich Vielstimmigkeit, auch Mehrsprachigkeit, in der Poesie Raum und Stimme geben? Sprechen, singen? ++

Tagsüber Symposium und Workshops, abends Präsentationen. Dazu laden wir euch herzlich ein! Mit Daniel Bayerstorfer, Andreas Bülhoff, Black Cracker, Sirka Elspass, Ernesto Estrella, Christiane Heidrich, Tabea Xenia Magyar, Rick Reuther, Cia Rinne, Lara Rüter, Max Wallenhorst, Anja Utler und Nora Zapf. Moderation: Rike Scheffler und Daniela Seel. Tontechnik: Kevin Nagel.

 

Eine Veranstaltung von KOOK e.V., mit freundlicher Unterstützung der Berliner Senatskanzlei für Kulturelle Angelegenheiten.

 

Freitag, 22. April, 20:00 Uhr. Eintritt 8,-/erm. 6,- Euro

Geben am Sonntag ordentlich was aus Ohr: Jelle Meander, Tomomi Adachi, Cia Rinne und Ernesto Estrella setzen in ihrer Performance Poesie, experimentelle Musik und linguistische Konzepte auseinander und puzzeln sie neu zusammen…

If you´re not distracted, you haven´t payed attention!

 

Sonntag,  09. November 2014, 20:00 Uhr, Eintritt 5,- / erm. 4,- Euro