Archiv: Gedichte

Donnerstag, 10.November 19:00 Uhr, Eintritt 8.-/erm. 5.- Euro
Mitlesebuch 135
Rumiana Ebert liest aus ihrem neuen Gedichtband

Der neue, vierte Gedichtband von Rumiana Ebert ist gerade als „Mitlesebuch 135“ im APHAIA Verlag erschienen. In zwanzig neuen Gedichten fixiert es die Erfahrungen, die in einer von Bulgarien über München, Heidelberg und Basel nach Berlin führenden Lebensgeschichte zu machen waren. Nicht Gefühle, sondern sinnliche Wahrnehmungen von Bildern und Vorgängen in der Alltagswelt bilden den Stoff ihrer Gedichte. Was diesen Gedichten, sehr zu ihren Gunsten, völlig fehlt, ist Sentimentalität, jener Ton des Selbstmitleids und des Ressentiments, der sich so leicht in Beiträge zur deutschen Literatur von Autoren nichtdeutscher Muttersprache einschleicht. Diese Gedichte schöpfen auch aus der Seelenvielfalt und Lebensbuntheit der Anderen.

Für dieses Wochenende empfehlen wir die folgende Veranstaltung heute Abend:

Metamorphosen Release Party Lyrik Special

Anthologien, die Stimmen der Gegenwartslyrik versammeln, gehen derzeit glücklicherweise noch regelmäßig in Druck. Gespräche über einzelne Gedichte dagegen nicht. Deshalb ist die vierzehnte Ausgabe der metamorphosen ein Lyrik-Spezial geworden: Die Rubrik »Ein Gedicht von …« ist auf Heftlänge ausgedehnt. Dreizehn junge LyrikerInnen wurden um ein Gespräch gebeten. Dabei sollten nicht bestimmte Poetiken herausgestellt werden oder gar der »Lektüreschlüssel« gereicht; »Verständlichkeit«, heißt es in einem der Gespräche, sei »kein Qualitätsmerkmal.« Die Währung des Gedichts ist die Gesamtheit seiner Zugänge, im besten Fall ist die Anzahl der LeserInnen das Maß. Das Gespräch über den einzelnen Text, so die Hoffnung, s(t)imuliert das Gespräch zwischen LeserIn und Gedicht.

Lesung mit: Anna Hetzer, Carla Hegerl, Lena Bruns und Tobias Herold.

Beginn ist 20:00 Uhr

Veranstaltungsort:mrr7v8

ORi Berlin

Friedelstr. 8
12047 Berlin
lesebuehne@ori-berlin.de
www.ori-berlin.de

weitere Informationen zur neuen Ausgabe: http://www.magazin-metamorphosen.de/nr-14-ein-gedicht-von/

V. Lozynskyi

Am 15.07. waren Dmitri Dragilew und Vasyl Lozynskyj in der Lettrétage zu Gast.

Vasyl Lozynskyj hat aus: „Das Fest nach dem Untergang“, ukrainisch/deutsch, aus dem Ukrainischen von Jakob Mischke, Anna Kauk und Beatrix Kersten unter Mitwirkung von Ron Winkler und Uljana Wolf, hochroth Wiesenburg 2016 gelesen.

hier liest er das Gedicht: An Aus

Dmitri Dragilew hatte seinen Band: „Städtische Ligaturen“, russisch/deutsch, aus dem Russischen von Hendrik Jackson, Olga Kouvchinnikova, Ingolf Hoppmmann, Elena Blokhina und Sergei Gladkich. Mit Zeichnungen von Petrus Akkordeon und einem Nachwort von Monika Rinck, hochroth Berlin 2016 dabei.

hier hört ihr das Gedicht:  Städtische Ligaturen

 

Mehr Infos zu den Autoren gibt es hier!

Am heutigen Abend soll es in der Lettrétage um Paul Ernst und seine Gedichtsammlung „Polymeter“ gehen.

Denis Abrahams, ausgewiesener Lyrikkenner und -Rezitator wird lesen. Die Moderation übernimmt Ralf Gnosa.

FotoPaul Ernsts Gedichtsammlung „Polymeter“ stehen in ihrem Erscheinungsjahr 1898 scheinbar isoliert in der zeitgenössischen Lyriklandschaft. Zwar gibt es mehr Querbezüge, als man im ersten Moment annimmt, aber sie stießen in der Kritik auf Unverständnis, Ablehnung, ja, sogar Hohn, soweit sie überhaupt wahrgenommen wurden – einzig Georg Simmel fand lobende Worte. Heute wirken sie zeitgenössischer als manches Andere um 1900.
Zum 150. Geburtstag Ernsts 2016 hat nun der Verlag Reinecke & Voß eine schön gestaltete Neuausgabe der „Polymeter“ erstellt.

Details zu Autor und Text gibt es hier: http://reinecke-voss.de/cms/paulernst.html

Die Veranstaltung findet im Rahmen des Internationalen Paul-Ernst-Symposiums in Berlin statt.

Der Eintritt beträgt 5 Euro, erm. 4 Euro.

Um 20:00 Uhr geht’s los!

Denis Denis Abrahams, geboren 1974 in Wiesbaden, studierte Schauspiel an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt am Main. Bereits während des Studiums spielte er am Staatstheater Mainz. Weitere Stationen waren u.a. das Staatstheater Wiesbaden, die Oper Frankfurt, Stuttgart und das Theater der Stadt Koblenz. Seit Mitte der Neunziger Jahre tritt Denis Abrahams als Rezitator und Vorleser auf und hat sich seither ein breites Repertoire erarbeitet. Seit 2004 lebt und arbeitet Denis Abrahams als freier Sprecher und DJ in Berlin und hat bereits in zahlreichen Hörspielen mitgewirkt.

Tom Bresemann liest: Birgit Kreipe „Soma“ – Gedichte, S.18 No.2, aus dem Kapitel „In der Hauptstadt ist dieser Strand unbekannt“, Kookbooks, Reihe Lyrik Bd. 49, 2016

Heute Abend sind Sebastian Flaig und Sebastian Fuchs bei uns zu Gast! Sie werden Gedichte von Tomas Tranströmer vortragen.

 

Transtroemer

Sebastian Fuchs ist Sprecher und Vokalartist ohne Pseudonym. 2004-2008 Studium der Sprecherziehung an der staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart. 2007-2008 Mitarbeit im Sprecherteam des Südwestrundfunks. 2008-heute Dozent für Sprecherziehung an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ Berlin. 2011-2012 zusätzlich Gastprofessor an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg. Seit 2013 Freier Sprecher für Doku, Hörbuch, Werbung, Vokalkunst.

Sebastian Flaig aus Freiburg studierte ethnische Perkussion und Jazzdrumset an der Hochschule für Musik in Leipzig.   Von der orientalischen Musik zum Jazz und experimenteller Musik bis hin zur Alten Musik reicht sein stilistisches Spektrum  in verschiedenen Ensembles wie dem Taner Akyol Trio, Pain Perdu, KalhorFlaig Duo, Susan Weinert, u.a. Sebastian war Mitglied des Bundesjazzorchester und spielte in verschiedenen Tanz- und Theaterproduktionen u.a an der Komischen Oper, am Stadttheater Freiburg, Bauhaus Dessau. Er komponierte die Musik zu Dokumentarfilmen und Theaterstücken und tourte im Iran, Libanon, Syrien und der Türkei.

Der Abend soll Tomas Tranströmer gewidmet sein.

Tomas Tranströmers Gedichte sind Luftspiegelungen, realer als physische Gegebenheiten.  Sie sind Türen zum Hinterzimmer eines scheinbar unscheinbaren Moments. Auf engstem Raum werden aus Kleinigkeiten Ungetüme, aus flüchtigen Beobachtungen Visionen. Sebastian Flaig (Perkussion) und Sebastian Fuchs (Stimme) verleihen den Sprachbildern Tranströmers einen momenthaften Klangkörper. 

Hier ein kleiner Vorgeschmack:Hörbeispiel

20:00 Uhr. Eintritt 5.-/erm- 4.- Euro
Der halbfertige Himmel – musikalische Lesung von Gedichten Tomas Tranströmers
Sebastian Fuchs und Sebastian Flaig

Sonntag, 17.Juli, 20:00 Uhr. Eintritt 5.-/erm- 4.- Euro
Paul Ernst zum 150. Geburtstag – Polymeter
Lesung mit Denis Abrahams und Ralf Gnosa

 

 

Paul Ernsts GFotoedichtsammlung „Polymeter“ stehen in ihrem Erscheinungsjahr 1898 scheinbar isoliert in der zeitgenössischen Lyriklandschaft. Zwar gibt es mehr Querbezüge, als man im ersten Moment annimmt, aber sie stießen in der Kritik auf Unverständnis, Ablehnung, ja, sogar Hohn, soweit sie überhaupt wahrgenommen wurden – einzig Georg Simmel fand lobende Worte. Heute wirken sie zeitgenössischer als manches Andere um 1900.
Zum 150. Geburtstag Ernsts 2016 hat nun der Verlag Reinecke & Voß eine schön gestaltete Neuausgabe der „Polymeter“ erstellt, aus der Denis Abrahams, ausgewiesener Lyrikkenner und -Rezitator lesen wird. Die Moderation übernimmt Ralf Gnosa.

Informationen zu Autor und Text

 

Die Veranstaltung findet im Rahmen des Internationalen Paul-Ernst-Symposiums in Berlin statt – Gäste sind herzlich willkommen:

weitere Informationen hierzu

 

 

 

Dichterlesung – eine Veranstaltung der Klaus Mann Initiative Berlin

Mittwoch, 17. Februar. 20:00 Uhr. Eintritt 5,-/ erm. 4,- Euro. U6/U7 Mehringdamm, Mehringdamm 61.

Wer heutzutage Gedichte schreibt, kann manchmal als Sonderling gelten. Doch rufen eigentlich Krisen und Abgründe zum Schreiben auf. Der Schriftsteller Klaus Mann verdichtete zeitlebens seine Hoffnungen und Träume in Romanen und Erzählungen. Breiten Raum nahmen dabei auch die Schattenseiten der Seele ein. Der Problematik von Kunst und Leben wollen zwei junge Autoren, Florian Wolf-Roskosch und Rico Kullik, in ihren eigenen Dichtungen nachspüren.

Das Thema des Abends Ich bin, also schreibe ich. Poesie als Nahrung. fragt nach der Notwendigkeit des Schreibens und dem nahezu körperlichen Bedürfnis nach Tagtraum, Flucht und Melancholie. Dabei könnte es sein, dass der Grundkonflikt zwischen Dionysos und Apollon in den Versen an die Oberfläche durchbricht…

DownloadFlorian Wolf-Roskosch wurde 1983 in Berlin geboren. Er studierte Geschichte und Sozialwissenschaften und ist Autor von Gedichten, Prosa und Theaterszenen sowie Vorstandsmitglied der Klaus Mann Initiative Berlin e.V.. Er lebt in Berlin.

 

 

 

rico-kullikRico Kullik wurde 1984 in Berlin geboren. Er studierte Betriebswissenschaften, Literatur und Philosophie. Derzeit ist er Head of Finance & Controling in einem IT-Startup und lebt in Berlin. Er verfasst Gedichte, Kurzgeschichten und Essays. Zur Zeit arbeitet er an einem Romanprojekt.

 

 

 

 

Literatur ist….

Larissa —  20. Januar 2016 — Kommentieren

….gefährlich?!

Für wen? Warum? Und wer bestimmt das?

Letzten Donnerstag hat sich die Lettrétage an dem weltweiten Leseabend für Ashraf Fayadh beteiligt, den die saudi-arabische Regierung für seinen Gedichtband Instructions within zum Tode verurteilt hat.

Eigentlich geht es nicht einmal um den Gedichtband, zumal dieser bereits 2008 veröffentlicht worden war und die Repressionen gegen den Autor erst 2013 begannen und die islamkritische Tendenz von Fayadhs Lyrik nicht festzustellen ist. Der Autor und seine Freunde vermuten vielmehr, dass das betroffene Buch bloß Mittel zum Zweck ist, ihn aufgrund regierungskritischer Ansichten und Aktivitäten hinzurichten.

Der weltweite Leseabend hat angesichts der großen Resonanz in den verschiedensten Ländern – bei den verschiedensten Einrichtungen, Gruppierungen und Organisationen – ein Zeichen gesetzt, dass Fayadhs Verurteilung nicht ohne Protest und Anteilnahme bleibt – auch wenn dies in Saudi-Arabien (nach außen hin) vermutlich, wie so Vieles, auf „taube Ohren“ stoßen wird.

Und trotzdem: Nehmen wir Literatur wahr als das, was sie auch hier möglich macht : Dem sonst Totgeschwiegenen eine Stimme zu verleihen, ein Aufruf zu sein für etwas, das lieber nicht gehört würde – und ein Aufruf an alle Leser- und (Zu-)hörerInnen, weiter zu denken, zu hinterfragen und sich mitnehmen zu lassen auf eine Reise ins Ungewisse, bei der bloß feststeht, dass sich danach etwas an der eigenen Perspektive geändert haben wird.

Zeitschriftenbibliothek: Tom Bresemann liest im Spätsommer in der schönen Natur. Dieses Mal ein Gedicht mit dem Titel Männchen-Mäntelchen von Andreas Kohm aus allmende – Zeitschrift für Literatur. Nr. 93 erschienen im August 2014 (Mitteldeutscher Verlag).