Archiv: Gespräch

Florian Neuner, Daniel Malpica, Tomomi Adachi, CON_TEXT, Time to deliver X³, Gespräch, Hide Kinoshita, Dadaismus, X

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Morgen ist es nun endlich so weit: die Jazzlesung zu Fiston Mwanza Mujilas Debütroman „Tram 83“ steht bevor. Bereits vor wenigen Tagen erschien an höchstselbiger Stelle ja bereits ein Interview mit Saxophonist Ben Kraef, der gemeinsam mit Fyodor Stepanov, Marco Mingarelli und Denis Abrahams am 03. Mai auf Mujila und dessen Text treffen wird. Wir wollen also gar nicht noch einmal allzu viele Worte über die Charakteristik dieses außergewöhnlichen Werkes verlieren. Besser wäre es, man ließe einfach den Autor selbst sprechen.

Lettrétage: Ich fange mit der gleichen, ganz allgemeinen Frage an, die ich auch dem Rest der Gruppe gestellt habe: Welche Aspekte dieses Projektes beziehungsweise dieser Performance, überzeugte Sie, dem Event zuzustimmen?

Fiston: In meiner Heimatstadt spricht man Suaheli. In dieser Sprache schätze ich den Begriff „Makutano“. Es bedeutet der Ort der Begegnung. Leute treffen Leute, um sich über die Welt und die Gesellschaft auszutauschen. Unsere Jazzlesung ist Makutano. Jeder von uns kommt mit seiner Geschichte, seiner Einsamkeit, seinem Schicksal, seiner Poesie, seiner Freude und zusammen versuchen wir nicht den Turm zu Babel aber eine Zitadelle der Erwartung zu errichten. Denis Abrahams bringt seine Stimme, Ben Kraef am Tenorsaxphon, Fyodor Stepanov spielt Bass und Marco Mingarelli am Schlagzeug. Meine Hoffnung ist, dass die Performance nicht entweder als eine Lesung oder ein Konzert verstanden wird, sondern wie ein Gespräch zwischen Menschen. Was genau passieren wird, weiß ich noch nicht … weiterlesen…

Im Interview: CON_TEXT

Anna Lange —  20. Januar 2017 — Kommentieren

Kulturjournalist Michael Lösch im Gespräch mit CON_TEXT-Projektleiterin Katharina Deloglu

 

CON_TEXT ist der Programmschwerpunkt der Lettrétage im Jahr 2017 – eine Veranstaltungsreihe, die das Format „Lesung“ neu zu denken und zu thematisieren sucht. Jede CON_TEXT-Veranstaltung wird von einem/r Autor/in und einem/r Künstler/in aus einer anderen Sparte gemeinsam erarbeitet und umgesetzt. Ziel ist, interdisziplinäre Formate vom literarischen Text ausgehend zu entwickeln und dabei die literarische Veranstaltung als ein eigenes künstlerisches Werk zu verstehen.
… so heißt es in der Website zu dem Projekt.

Nun ist es ja durchaus nicht ungewöhnlich, Textinhalte durch Hintergrundmusik zu untermalen, um Dramatik und Emotionalität zu betonen, zu verstärken. Das kennen wir ja auch zunehmend von modernen Theateraufführungen, in denen Musik sehr gezielt und auch gekonnt als emotionaler Botenstoff genutzt wird.  Geht es bei CON_TEXT nun  um den Versuch, einem Text durch Verknüpfung mit anderen sagen wir Kunstformen nicht nur zu untermalen oder anzureichern, sondern daraus etwas ganz Neues, eine  eigene Kunstform zu machen? Ist das die Grundidee, der Anspruch?

Ganz genau. Die Idee ist, die Veranstaltung selbst als Kunstwerk zu verstehen, also als einmaliges und damit auch vergängliches Geschehen. Es entsteht ein Kunstwerk, das nur zum Zeitpunkt seiner „Aufführung“ existiert und daher nicht fixierbar ist. Die Künstler*innen entwickeln ihre Veranstaltung gemeinsam während einer Arbeitswoche vor Ort in der Lettrétage. Damit wird bewusst der künstlerischen Veranstaltungs-Produktion Raum und Zeit gegeben. Auf Hierarchien zwischen den beteiligten Künsten (und Künstlern) wird dabei verzichtet: Der Ausgangspunkt der künsterlerischen Arbeit ist zwar der literarische Text, doch wirken andere Künste gleichberechtigt mit, also gerade nicht als „Anreicherung“ oder „Untermalung“.

Selbstverständliche Veranstaltungsformate und Rollen des Literaturhausbetriebs werden dabei ästhetisch lustvoll in Frage gestellt.
Wie hat man sich so eine lustvolle Infragestellung und performative Neugenese konkret vorzustellen? Worauf könnte sich ein literatur- und kunstinteressierter Mensch so gefasst machen? Worauf sollte er sich einlassen? Könntest Du mal ein Beispielszenario anführen?

Dies kann je nach künstlerischer Herangehensweise wirklich sehr unterschiedlich aussehen. Neben Ansätzen wie Literaturinstallationen, visuellen Umsetzungen von Texten, literarischen Ausstellungen, Performances, Happenings etc. gibt es Elemente der Aleatorik (also nicht-systematisches Vorgehen, das zu unvorhersehbaren, zufallsbedingten Ergebnissen führt) sowie der Zuschauereinbindung, die Verbindung von Produktion und Präsentation, all dies oftmals unter Verwendung neuer Medien und Technologien sowie teilweise eigens geschriebener Software.

Wer es genauer wissen möchte ist vorab zum Werkstatt-Gespräch mit Cia Rinne und Gernot Wieland am Mittwoch, 25. Januar, um 18:00 Uhr eingeladen. Dort werden sie ihre Arbeit in progress vorstellen. Welche Ansätze und Herangehensweise dabei zum Tragen kommen, wird die Autorin und Verlegerin Daniela Seel herausfinden: Sie ist während der Erarbeitungsphase mit den Künstler*innen zum Interview verabredet. Dieses Interview wird im Lettrétagebuch voraussichtlich am kommenden Donnerstag veröffentlicht.

Zehn Veranstaltungen im Jahr 2017 werden von einem/r literarischen Autor/in und einem/r Künstler/in einer anderen Kunstsparte gemeinsam entwickelt und umgesetzt.
Gibt es, was den künstlerischen Teil betrifft, Schwerpunkte? Dominiert Musik? Welche – nennen wir sie – Co-Künstler und welche Co-Künste kommen zum Einsatz?

Ich  habe versucht, möglichst ausgewogen Künstler*innen der verschiedenen Sparten einzuladen: An drei Veranstaltungen sind Musiker*innen beteiligt, an zwei weiteren bildende Künstler*innen, die auch filmisch und performativ arbeiten, außerdem sind zwei Tänzer/Choreographen und eine Schauspielern/Regisseurin eingeladen.

Gibt es da oder hat es schon vergleichbare Vorstöße in diese Richtung gegeben oder wird mit „CON_TEXT“ da künstlerisches Neuland betreten?

Die Frage nach neuen Formaten der Literaturveranstaltung bewegt uns schon seit geraumer Zeit. Im Winter 2013/14 und 2014/15 haben wir an jeweils acht bis zehn Abenden Künstler*innen, Autor*innen und Literaturveranstalter*innen aus Berlin eingeladen, interdisziplinäre Formate zu entwickeln. Im Mai/Juni 2014 haben wir diese Frage auf internationaler Ebene weiterverfolgt und durch eine europaweite Ausschreibung Künstler*innen aufgefordert, Konzepte einzureichen. Von den über hundert Ideen aus über 35 Ländern konnten wir am Ende ungefähr 25 zur Präsentation während des Festivals SOUNDOUT einladen. Das Programmheft des SOUNDOUT-Festivals zeigt, wie kreativ und vielfältig die Ansätze sind. Gerade durch SOUNDOUT habe ich den Eindruck gewonnen, dass Künstler in der ganzen Welt sich mit der Frage nach neuen Formaten der literarischen Präsentation beschäftigen, dass ihnen aber leider zu selten eine Bühne geboten wird, um ihre Arbeiten zu zeigen. Positive Gegenbeispiele sind das SARDAM-Literaturfestival für neue Veranstaltungsformate in Zypern, auch Einzelveranstaltungen des poesiefestivals in Berlin thematisieren neue Veranstaltungskonzepte. Letztens erst las ich etwas von einer Veranstaltungsreihe irgendwo in den Alpen auf der Alm, die sich dem Thema widmet. Ich wünsche mir, dass CON_TEXT neben dem Publikumsbezug auch Künstler*innen miteinander ins Gespräch über neue Veranstaltungskonzepte bringt und sie mehr voneinander erfahren.

Worum geht es in der Auftaktveranstaltung am 27.1.? Was erwartet den für Literatur und Kunstperformance Aufgeschlossenen da?

Die Frage ist sehr berechtigt, jedoch schwer zu beantworten, weil wir den Künstler*innen bewusst den Freiraum geben wollen, binnen einer Arbeitswoche vor Ort ihre Veranstaltung auszuarbeiten, d.h. eine Woche vor der Veranstaltung ist das meiste noch ungewiss. Allerdings waren Cia Rinne und Gernot Wieland, die die Auftaktveranstaltung gestalten, so freundlich, schon einen Einblick in das zu geben woran sie arbeiten. Sie schreiben: „Wir arbeiten an einer Lesung/Lecture Performance, die durch gemeinsame Inhalte verwoben wird und Kristalle und Psychiatrien, Träume und Kartoffeldrucke von Tieren, Erinnerungen an unsere Kindheit, ‚J´accuse‘ und merkwürdige Diagramme beinhaltet.“ – Ich bin gespannt!

 

3 Fragen an 54stories

Lisa Lettretage —  9. Dezember 2016 — Kommentieren

54Es gibt nie genug Geschichten – da sind sich Saskia Trebing und Tilman Winterling einig. Ihre Online-Plattform 54stories ist eine wahre Schatztruhe der Prosa und der Lyrik. Am 1. Dezember erscheint dort wieder jeden Tag ein handverlesener Text im literarischen Adventskalender. Am 12. Dezember verlässt das Projekt das Internet und landet als Lesung in der Lettrétage. Wir wollten mehr erfahren – über das Projekt und die Menschen, die dahintersteckten.

Lettrétage: Geht es, ganz jahreszeitgemäß um Weihnachtstexte?

Saskia Trebing: Unsere Texte haben thematisch gar nicht unbedingt etwas mit Weihnachten zu tun, wir machen vom Inhalt her keine Vorgaben. Wir bedienen uns lediglich des Formates des Adventskalenders und des Türenöffnens, indem wir jeden Tag einen neuen Text auf der Seite veröffentlichen. Da wir bereits im dritten Jahr sind, lesen am 12.12. Autorinnen und Autoren aus unseren Kalendern 2014, 2015 und 2016. Die Themen sind nicht festgelegt.

Lettrétage: Danach (also nach den Adventskalendern) erscheinen in unregelmäßigen Abständen weitere „Stories, Essays, Gedichte und Texte junger Autoren, die uns begeistern und es wert sind mit euch geteilt zu werden, so steht es ja auf eurer Website. Wie aber verhält sich das zu den Texten, die im Adventskalender veröffentlicht werden. Steht die geöffnete Tür für Handverlesenheit, für besondere Güte?

Tilman Winterling: Grundsätzlich sind alle unsere Texte handverlesen. Der Adventskalender allerdings ist unsere Institution geworden und bildet quasi den turnusmäßigen Aufhänger.

Lettrétage: Hinter unseren Türchen verstecken sich junge Autoren, die mit ihren Gedanken den besten Schutz gegen vorweihnachtliches Gefühlsduseln bieten.Na, das klingt ja mutig. Wer geht da mit welchen Inhalten und Themen gegen die Jahresendbesinnlichkeiten an. Können Sie 3,4 appetizende Beispiele nennen.

Tilman Winterling: Natürlich können wir nicht garantieren, dass überhaupt kein Gefühlsduseln aufkommt; im Gegenteil haben wir eine Menge Autoren, die mit ihren Texten Emotionen auslösen wollen. Wir nehmen aber für uns in Anspruch, dass keine „Standard-Weihnachts-Schemata“ transportiert werden. Gerade auch solche Texte, die gar keinen Bezug zur Jahreszeit haben, bilden unserer Meinung nach ein schönes Gegengewicht zu der kitschig-triefenden Vorweihnachtszeit, die zur Anheizung des Konsums inzwischen ab September herrscht, mit blinkenden Rentiergeweihen auf Weihnachtsmärkten und Kinderchormusik von der Konserve garniert wird.

Die Lettrétage bedankt sich ganz herzlich für das Interview und freut sich darauf, am 12. Dezember gemeinsam mit Annelyse Gelman, Gerasimos Bekas, Ruth Herzberg, Sarah Berger und Svenja Viola Bunggartenein weiteres Kalendertürchen zu öffnen. Seid auch Ihr mit dabei?

Montag, 12. Dezember 20:00 Uhr (Eintritt frei)
54stories
Lesung mit Annelyse Gelman, Gerasimos Bekas, Ruth Herzberg, Sarah Berger und Svenja Viola Bunggarten.

VS_97835504081118-Lecoq-Die-Theorie-vom-Marmeladenbrot_U1.inddParis im Jahr 2006: In einem Chatroom begegnen sich drei Menschen, deren Wege sich im realen Leben niemals gekreuzt hätten. Christophe, ein Web-Journalist der ersten Stunde, versucht der Pleite zu entgehen und Investoren zu finden. Die Bloggerin Marianne müht sich mit ihrem Prof ab, um ihre Abschlussarbeit zu schreiben, und Paul rebelliert gegen seine Eltern, indem er als Hacker in die Tiefen des Web abtaucht. Aus der flüchtigen Begegnung wird bald ein großes Abenteuer: Die drei haben sich vorgenommen, das Internet als Raum der unbegrenzten Möglichkeiten zu erobern.

Neun Jahre später und sind Marianne, Christophe und Paul — notgedrungen — erwachsen geworden, und die Welt im Netz gehört nicht mehr nur den Unangepassten und Rebellen. Ihre großen Träume drohen zu scheitern, im Leben wie in der Liebe, doch reift in ihnen eine wichtige Erkenntnis: Mit echten Freunden kann das Aufwachen in der Realität sehr angenehm sein.

 

Nur wenige AutorInnen beschäftigen sich in der Literatur so genau mit dem Internet und seinen Auswirkungen auf all unsere Lebensbereiche, wie Titiou Lecoq es in Die Theorie vom Marmeladenbrot tut.  Im Gespräch mit der Bloggerin und Journalistin Julia Korbik präsentiert sie ihren außergewöhnlichen Roman aus dem kurze Textpassagen auf Deutsch und/oder Französisch vorgelesen werden.

 

Auteur AU DIABLE VAUVERTTitiou Lecoq, 1980 geboren, verbrachte viele Jahre mit Kaffeetrinken und dem Studium der Semiotik, bevor sie sich nach einem richtigen Job umsah. In der Folge arbeitete sie als Nachtwächterin, Empfangsdame, Sekretärin, Erzieherin, bei einer Bank und beim Arbeitsamt. Schließlich entschied sie sich für den Journalismus, schreibt seither als freie Mitarbeiterin für verschiedene Magazine und hat einen vielbesuchten Blog: girlsandgeeks. Ihr Roman Die Theorie vom Marmeladenbrot erscheint im April bei Ullstein. Julia Korbik

Julia Korbik, 1988 geboren, lebt als freie Journalistin und Autorin in Berlin. Sie studierte European Studies, Kommunikationswissenschaften und Journalismus in Frankreich und Deutschland. 2012 kam sie nach Berlin und arbeitete bei dem Debattenmagazin The European, heute schreibt sie für verschiedene Medien. Ihre journalistischen Schwerpunkte sind  Feminismus, Politik und (Pop-)Kultur. 2014 erschien ihr erstes Buch: Stand Up. Feminismus für Anfänger und   Fortgeschrittene bei Rogner & Bernhard.

 

Heute Abend um 20:00 Uhr in der Lettrétage am Mehringdamm 61, 10961 Berlin. Eintritt 5,-/erm.4.- Euro.

Mit freundlicher Unterstützung des Institut Français Berlin, des Bureau du Livre der Französischen Botschaft und der Ullstein Buchverlage. Veranstaltung auf Deutsch und Französisch.

 

VS_97835504081118-Lecoq-Die-Theorie-vom-Marmeladenbrot_U1.inddParis im Jahr 2006: In einem Chatroom begegnen sich drei Menschen, deren Wege sich im realen Leben niemals gekreuzt hätten. Christophe, ein Web-Journalist der ersten Stunde, versucht der Pleite zu entgehen und Investoren zu finden. Die Bloggerin Marianne müht sich mit ihrem Prof ab, um ihre Abschlussarbeit zu schreiben, und Paul rebelliert gegen seine Eltern, indem er als Hacker in die Tiefen des Web abtaucht. Aus der flüchtigen Begegnung wird bald ein großes Abenteuer: Die drei haben sich vorgenommen, das Internet als Raum der unbegrenzten Möglichkeiten zu erobern.

Neun Jahre später und sind Marianne, Christophe und Paul — notgedrungen — erwachsen geworden, und die Welt im Netz gehört nicht mehr nur den Unangepassten und Rebellen. Ihre großen Träume drohen zu scheitern, im Leben wie in der Liebe, doch reift in ihnen eine wichtige Erkenntnis: Mit echten Freunden kann das Aufwachen in der Realität sehr angenehm sein.

 

Nur wenige AutorInnen beschäftigen sich in der Literatur so genau mit dem Internet und seinen Auswirkungen auf all unsere Lebensbereiche, wie Titiou Lecoq es in Die Theorie vom Marmeladenbrot tut.  Im Gespräch mit der Bloggerin und Journalistin Julia Korbik präsentiert sie ihren außergewöhnlichen Roman aus dem kurze Testpassagen auf Deutsch und/oder Französisch vorgelesen werden.

 

Auteur AU DIABLE VAUVERTTitiou Lecoq, 1980 geboren, verbrachte viele Jahre mit Kaffeetrinken und dem Studium der Semiotik, bevor sie sich nach einem richtigen Job umsah. In der Folge arbeitete sie als Nachtwächterin, Empfangsdame, Sekretärin, Erzieherin, bei einer Bank und beim Arbeitsamt. Schließlich entschied sie sich für den Journalismus, schreibt seither als freie Mitarbeiterin für verschiedene Magazine und hat einen vielbesuchten Blog: girlsandgeeks. Ihr Roman Die Theorie vom Marmeladenbrot erscheint im April bei Ullstein. Julia Korbik

Julia Korbik, 1988 geboren, lebt als freie Journalistin und Autorin in Berlin. Sie studierte European Studies, Kommunikationswissenschaften und Journalismus in Frankreich und Deutschland. 2012 kam sie nach Berlin und arbeitete bei dem Debattenmagazin The European, heute schreibt sie für verschiedene Medien. Ihre journalistischen Schwerpunkte sind  Feminismus, Politik und (Pop-)Kultur. 2014 erschien ihr erstes Buch: Stand Up. Feminismus für Anfänger und   Fortgeschrittene bei Rogner & Bernhard.

 

Mittwoch, 20. April um 20:00 Uhr in der Lettrétage am Mehringdamm 61, 10961 Berlin. Eintritt 5,-/erm.4.- Euro.

Mit freundlicher Unterstützung des Institut Français Berlin, des Bureau du Livre der Französischen Botschaft und der Ullstein Buchverlage. Veranstaltung auf Deutsch und Französisch.

 

Lesen ist schreiben ist lesen galt auch bei der Lesung mit Frédéric Ciriez und Jonas Lüscher am 01. Oktober. Die beiden Franz-Hessel Preisträger stellten den Roman Mélo und die Novelle Frühling der Barbaren vor.

 

Am 04. September war NaRr – das narrativistische Literaturmagazin aus der Schweiz zu Besuch in der Lettrétage. Mitbegründer der Literaturzeitschrift Daniel Kissling moderierte durch den Abend, bei dem variationsreiche Texte von insgesamt sieben Autoren und Autorinnen gelesen wurden. Mehrere Einblicke in den Abend gibt’s auf youtube.

Am 08.06.2012 (!) erschien ein Interview mit den NaRr-Gründern Klaus Gloor, Daniel Kissling und René Frauchiger zu den Anfängen des Literaturmagazins. Hier eine kleine Auswahl der Zitate:

„Das Narr ist ein Literaturmagazin für junge Literatur. Wir vertreten dabei die Idee, möglichst frei zu sein und beschränken uns nicht auf bestimmte Gattungen. Und auch nicht auf das Alter der Autorin oder des Autors. Jung meint: unbekannte, frische Literatur, die noch keinen Verlag hat.“narr13

„Schön wäre es, in Zukunft noch mehr an Präsenz zu gewinnen und die Sache weiter professionalisieren zu können.“

„Nun stehen wir an der Schwelle zu 500 Exemplaren.“

Wir sind gespannt, was aus den Vorsätzen geworden ist. Zu sehen und zu hören gibt es das morgen in der Lettrétage.

 

Anfang September stellen wir euch „NaRr“, das narrativistische Literaturmagazin aus der Schweiz vor.

Es lesen: Adam Schwarz, Raúl Fuertes, Kristina Schippling, Marion Dick, Lukas Gloor, Doris Wirth und René Frauchiger
Moderation: Daniel Kissling

Es wird fleißig aus den bisher dreizehn Ausgaben vorgetragen. Die Herausgeber werden persönlich vor Ort sein und die Zeitschrift im Zusammenhang mit oder in Abgrenzung zu anderen Literaturmagazinen präsentieren.
Neben den regulären Veröffentlichungen sind auch gewitzte Sonderausgaben wie das „KochLesBuch“ oder die „NaRrgenda“ erschienen, die mit neuen Formen experimentieren und der Frage nachgehen, was heutige Literatur kann oder soll und somit frischen Wind in den Literaturbetrieb bringen.
Dabei wird auch der Frage der Schweizer Identität, nach einem besonderen Merkmal etwa, nachgegangen. Um der Veranstaltung noch interaktiver zu gestalten, sind die Besucher zum Mitmachen aufgefordert und werden hierfür hinreichend belohnt …

Marion Dick (*1981) übersiedelte 1996 mit ihrer Familie nach New York und lebt seit 2000 in Berlin. Sie studierte Theaterwissenschaft, Neue deutsche Literatur und Kultur Nordamerikas sowie Deutsch als Fremdsprache. Heute arbeitet sie als Literaturübersetzerin und Fremdsprachendozentin. Sie ist Autorin eines Erzählbands („Fieber im Thermometer“) und Herausgeberin einer Anthologie argentinischer Schriftstellerinen („Die Nacht des Kometen“).

René Frauchiger (*1981) wuchs im bernischen Madiswil auf. Er arbeitete u.a. als Laufbursche in einer Bäckerei, kaufmännischer Angestellter, Englischlehrer, Call-Center-Versicherungsvertreter, Journalist, Berndeutschexperte (berndeutsch.be), Hirte auf einer Bündner Alp und als Wörterbuchschreiber. Zurzeit ist er ein Flurnamenforscher. Mitbegründer und Herausgeber des NaRr.

Raúl Fuertes (* 1986 in Luzern) lebt und arbeitet in Basel. Nach Abschluss seines Bachelor-Studiums der Philosophie und Germanistik arbeitet er derzeit an seinem ersten Roman.

Lukas Gloor (*1985) ist im Aargau aufgewachsen. 2006 zog er nach Basel, wo er seither wohnt, mit zwischenzeitlichen Abstechern nach Untersiggenthal (AG) und Berlin. Er studierte Germanistik, Philosophie und Soziologie und schloss mit einer Arbeit über Robert Walser ab. Zurzeit arbeitet er als freier Kulturjournalist und freier Mitarbeiter beim Aargauer Literaturhaus Lenzburg.

Daniel Kissling (* 1987) lebt in Olten. Dort führt er das Kulturlokal Coq d’Or gleich hinter dem Bahnhof, macht Rock’n’Roll, veranstaltet Kultur-Zeugs, liest Bücher, mischt Cocktails und trinkt sie auch. Über all dies schreibt er. Mitbegründer und Herausgeber des NaRr.

Kristina Schippling (*1983 in Halle/Saale) wohnt in Berlin und promoviert derzeit an der Martin-Luther-Universität in Halle/Saale. Eigene Texte hat sie bisher in den Anthologien „Anschluss halten!“ und „Anschluss sichern!“ sowie in der Literaturzeitschrift „Ort der Augen“ und im „NaRr“ publiziert. Ihr erstes Buch mit dem Titel „Drei Gesichter“ ist im Mitteldeutschen Verlag erschienen.

Adam Schwarz (*1990 in Bülach) lebt, schreibt und studiert in Basel. Seit einigen Jahren veröffentlicht er Prosatexte in verschiedenen Literaturzeitschriften, z.B. «entwürfe», «NaRr», «Lasso» oder «Bierglaslyrik«.

Doris Wirth (*1981) in Zürich geboren. Sie studierte Germanistik, Filmwissenschaft und Philosophie in Zürich und Berlin. Den Sommer 2010 verbrachte sie schreibend im Künstlerhaus NAIRS am Inn. Dann zog sie nach Berlin, wo sie seither als freie Autorin lebt. Im Herbst 2012 wohnte sie als Stadtschreiberin im Bischöflichen Konvikt in Rottweil. Ihre Texte wurden in zahlreichen Zeitschriften und Anthologien abgedruckt und bei Wettbewerben ausgezeichnet. „Ausgekippt im All“ ist ihr erster Erzählband.

Weitere Infos: www.dasnarr.ch


Donnerstag, 4. September 2014, 20:00 Uhr, Eintritt 5,-, / erm. 4,- Euronarr13