Archiv: Graz

Im Büro herrscht schon den ganzen April hindurch eine Heiden(vor)freude. Am Abend des dritten Mai gastiert bei uns der in Graz lebende kongolesische Autor Fiston Mwanza Mujila, der seinen erst im letzten Jahr in deutscher Übersetzung erschienenen Debütroman „Tram 83“ präsentieren wird. Das Werk stand unter anderem auf der Longlist des renommierten Man Booker Prize. Das wirklich bemerkenswerte an dieser Veranstaltung ist aber die Inszenierung des Textes, in ihrer Form so nur einmalig in der Lettrétage zu erleben: In Kooperation mit den Musikern Fyodor Stepanov (Bass), Marco Mingarelli (Schlagzeug) und Ben Kraef (Saxophon), sowie dem Sprecher Denis Abrahams wird eine Symbiose von Jazz und Literatur entstehen, die für alle Beteiligten ein Novum darstellt. Um uns über unsere Erwartungen an diese literarische Jazz-Performance klar zu werden, haben wir vorab mit Ben Kraef gesprochen.

Lettrétage: Ich beginne mit etwas Grundlegendem. Welche Aspekte des Projekts sind für Sie besonders interessant und haben Sie möglicherweise zur Zusage bewegt?

Kraef: Ich bin bei dem Projekt dabei, weil ich mich einerseits sehr für Literatur interessiere und gerne neue Autoren kennenlerne. Andererseits interessiere ich mich natürlich auch für Literatur, die sich in der einen oder anderen Form mit Musik und speziell Jazz befasst. Ein anderer Grund sind natürlich die anderen Musiker und dass ich bei einem Projekt in dieser Form auch noch nicht mitgemacht habe. weiterlesen…

Vor Kurzem las der Berliner Autor Stephan Groetzner im Literaturhaus Graz aus seinem neu erschienenen Roman So ist das.
Die Lesung zum Nachhören gibt es jetzt hier im Lettretagebuch:

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Stefan Groetzner

Stephan Groetzner, geboren 1965 in Hamburg; verschiedene Tätigkeiten u.a. als Chorleiter, Galerist, Erntehelfer, Organist, Stanzer und Wachtmeister; lebt seit 1996 in Berlin; 1998 Preisträger beim Open Mike der LiteraturWERKstatt Berlin; Veröffentlichungen in Zeitschriften; 2012 wurde sein Erstling Die Kuh in meinem Kopf für den Debütpreis der litCologne nominiert.

»Protagonisten reden mit der Suppe, die Erbsensuppe wird überhaupt als Essenz der Welt dargestellt, aber spätestens wenn der Hausmeister in seinem Text auftaucht, hat man es schwarz auf weiß, dass die Sprache die Existenzgrundlage für alles ist, für alle. Ein Roman über die menschlich-sprachliche Existenz. Dieser Roman ist ein Glücksfall.« (Angelika Reitzer)