Archiv: Harald Muenz

Für diejenigen die es verpasst haben und auch für die, die dabei waren und sich noch mal erinnern mochten… kommt ein kurzer Film zur zweiten CON_TEXT Veranstaltung „Haut-Parleurs“ mit Mathias Traxler und Harald Muenz!

 

 

Die nächste Veranstaltung erfolgt schon morgen, 14.03. in der Lettrétage um 20 Uhr, mit Kinga Tóth und Doro Billard!

Cristian Forte und Harald Muenz laden zur Generalprobe der sechsten CON_TEXT Veranstaltung
„müll fällt an [asemischer eingriff]“

Kommen Sie am 19.06. um 18 Uhr zur Lettrétage, um einen Einblick in den Entwicklungsprozess der Arbeit von Cristian Forte und Harald Muenz zu bekommen und bleiben Sie anschließend noch auf ein Getränk und ein entspanntes Gespräch mit den Künstlern!

Die finale Veranstaltung
„müll fällt an [asemischer eingriff]“
findet am nächsten Tag, Dienstag, 20.06. statt.

https://www.facebook.com/events/1288917414540414/

Das Projekt CON_TEXT wird gefördert durch die Berlin Senatsverwaltung für Kultur und Europa.

Dienstag, 20. Juni 2017, 20:00 Uhr (Eintritt frei)
„CON_TEXT VI: müll fällt an [asemischer eingriff]“
Mit Cristian Forte (Schriftsteller und Klangkünstler, Argentinien) und Harald Muenz (Komponist, Deutschland)

2 Räume, 2 Asemien.
2 Projektionen in permanenter Entstehung: 1 textliche mit aus Abfall transkribierten Informationen, 1 2. mit Müllbildern als Text.
2 Klangebenen: 1 „reine“ aus Elementarmaterial & 1 „unreine“ aus Müll.
Von Abfällen & Resten aus wird 1 installative Performance realisiert.

Was geschieht, wenn man Müll ans Licht bringt? Was, wenn aus dem Abfall Informationen transkribiert werden und Klang aus reinen Elementen und unreinem Müll entsteht? Die beiden Künstler Cristian Forte und Harald Muenz heben prekäre Materialien auf und tasten sie audio-visuell und klangmedial ab. Daraus entsteht eine Installation, die sie „Asemischen Eingriff“ nennen und mit dem sie zeigen werden, wie aus vermeintlich nutzlosen Objekten eine zufällige Menge an Möglichkeiten entsteht.

Die Veranstaltungsreihe CON_TEXT vesucht das Format Lesung neu zu denken und zu thematisieren. Jeweils ein/e Autor/in und ein/e Künstler/in einer anderen Sparte erarbeiten gemeinsam eine Woche lang in der Lettrétage ein interdisziplinäres Veranstaltungsformat. TänzerInnen, MusikerInnen, Bildende und Darstellende KünstlerInnen sowie FilmemacherInnen sind die künstlerischen PartnerInnen der AutorInnen. Ausgehend vom literarischen Text entwickeln die KünstlerInnen-Tandems interdisziplinäre Formate und thematisieren dabei den Prozess der gemeinsamen Arbeit. Die so entstehende literarische Veranstaltung wird als ein eigenes, weit über die bloße Textpräsentation hinausgehendes, künstlerisches Werk begriffen. Die KünstlerInnen arbeiten ohne inhaltliche Vorgaben, der Prozess ist ergebnisoffen.

Insgesamt finden zehn Abendveranstaltungen und eine Abschlußkonferenz statt. Zu jeder Veranstaltung erscheinen vorab ein Interview mit einem Experten und im Nachhinein eine kurze filmische Dokumentation im Lettrétagebuch. Dort findet sich auch weitere Information zur Veranstaltungsreihe und zu den beteiligten KünstlerInnen und Veranstaltungsterminen.

CON_TEXT wird gefördert durch die Senatsverwaltung für Kultur und Europa.

 

 

© Graham Hains

Cristian Forte / Dichter / 1977 in Buenos Aires geboren. Er war von 1999 bis 2006 Mitglied der Politikkunstgruppe Etcétera, einem interdisziplinären, vom Surrealismus beeinflussten Kollektiv in Buenos Aires. Seit 2009 lebt er in Berlin. 2010 gründete er den Nicht-Verlag Milena Berlin. Mit Katja von Helldorff formierte er die Band Leiseylento. 2014 erhielt er zusammen mit Érica Zíngano den Preis des Festivals Soundout / New Ways of Presenting Literature für das Projekt KM.0. 2015 kuratierte er das Projekt RAUMumDICHTUNG in Berlin, das vom Kulturamt Friedrichshain-Kreuzberg gefördert wurde, und mit Mirella Galbiatti und Ginés Olivares den Performance-Workshop „Die Stadt als Lochkamera“ für das Forum Stadtpark in Graz. 2016 war er Artist-in-Residence bei The Harbor/Beta-Local in San Juan, Puerto Rico, und außerdem Gast des 19. Hausacher LeseLenz. Er veröffentlichte die Gedichtbände „Abr.“, „Alfabeto Dactilar“, „Goldene Regel“. Texte von ihm erschienen in den Anthologien „El Tejedor en Berlín“ (LUPI, Bilbao, 2015) und „MMM DIARIUM“ (Hybriden Verlag, Berlin, 2016).

 

 

© Harald Muenz

Harald Muenz (*1965), Komponist und Musiker, widmet sich neben Kammer-, Orchester- und Vokalmusik besonders der Sprachkomposition, Ars Acustica und Instrumentalmusik mit und ohne Live-Elektronik. Häufige Kooperationsprojekte mit Schriftstellern, aktuell Kompositionsauftrag für das Festival 8 Brücken Köln für das Ensemble hand werk. Er erhielt Preise, Stipendien, Aufträge und Radiosendungen (fast alle ARD-Sender, BBC, RAI, Donaueschinger Musiktage, Ultraschall u.v.a.) weltweit. Mit Sigrid und Georg Sachse bildet er das Trio sprechbohrer, das Sprechkunst aus musikalischer Perspektive aufführt. Seit 2005 pendelt er als Sparten übergreifender Künstler zwischen Köln und London, wo er Komposition am Centre for Contemporary Music Practice der Brunel University unterrichtet. Über soundcloud und YouTube findet man Kostproben seiner Arbeit.

Norbert Lange an Mathias Traxler anläßlich der von Harald Muenz und Mathias Traxler gemeinsam konzipierten und präsentierten Literaturveranstaltung „Haut-Parleurs“ am 23. Februar 2017 in der Lettrétage im Rahmen des Projekts CON_TEXT:

 

7.3.2017

 

Lieber Mathias,

 

das war ein gutes Treffen! Auch eine schöne Gelegenheit, die Themen aufzufrischen, auf die wir in unseren Gesprächen oft zurückkommen. Auf dem Heimweg ist mir dann noch das richtige Wort eingefallen, um Robin Blasers Umgang mit den Wörtern zu beschreiben: Es war nicht „Eleganz“, an die ich dachte und wie ich zuerst erklären versuchte, auch wenn das, ganz sicher sogar, eine Eigenschaft von Blasers Gedichten ist; sondern das Wort, nach dem ich suchte, war „Achtsamkeit“. Ich bilde mir ein, dass man Dichtern anhören kann, wie sehr sie in ihren Gedichten den Wörtern Raum geben, oder wie wenig sie ihn ihnen überlassen. Wenn ich Blaser höre – und als ich Harald Muenz und Dir zuhörte, hatte ich denselben Eindruck –, spüre ich eine Aufmerksamkeit, die den Wörtern die Möglichkeit lässt, sich zu artikulieren. Es ist ein Hegen der Wörter, da man um ihre Sensibilität weiß und ebenso darum, welchen Zorn sie über einem entladen können, wenn sie falsch angefasst werden. Sensibilität und Zerbrechlichkeit sind eben nicht synonym. Die Angewohnheit der Wörter, sich gegen den zu wenden, der sie gebraucht, tritt dazwischen. Und nur Schwachköpfe oder selbstgerechte Autokraten glaubten dann, dass sie ihnen blind folgen. So schnell kann sich täuschen, wer meint, mit Wörtern auf etwas hinauszulaufen, während sie mit ihm schon umspringen, wie es ihnen gefällt. Wie man auf Wörter gekommen ist, so hat man sie sich möglicherweise schon eingefangen. Und wer trotz mehrerer Backpfeifen noch meint, keinen Grund zum Zweifel am eigenen Verhalten zu haben, der wurde unlängst zur Marionette seiner empfindlichen Wärter.

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Auszug aus der Mailkorrespondenz zwischen Harald Muenz und Mathias Traxler in Vorbereitung der CON_TEXT-Veranstaltungen „Haut-Parleurs“ am 22., 23. und 24. Februar 2017 in der Lettrétage, redigiert als Gespräch:

 

1: So, bevor ich nun die Partitur mal ausdrucke, muss ich rasch Papier holen gehen und ein paar Komissionen machen.

2: Anbei ein, zwei Beispiele, wie es im Minnesang II-Block aussehen könnte.

1: Hach, grad kommt deine Mail. Schön, Chopin, Schumann & Tristan!! Bist du das am Klavier?

2: Herzlichen Dank für den interlinearen Konrad — jetzt ist es natürlich ganz klar.

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Impressionen des zweiten Abends der CON_TEXT Veranstaltung mit Mathias Traxler und Harald Muenz, am 23.02.2017 in der Lettrétage:

 Mittwoch (22.), Donnerstag (23.) und Freitag, 24. Februar 2017, 20:00 Uhr (Eintritt frei)
 Programmschwerpunkt CON_TEXT
„Haut-Parleurs“ von und mit Mathias Traxler & Harald Muenz

 

Es geht weiter, im Januar hat es mit Cia Rinne und Gernot Wieland begonnen, im Februar bereiten im Rahmen der CON_TEXT Veranstaltungsreihe der schweizer Schriftsteller Mathias Traxler und deutscher Klangkünstler Harald Muenz gleich drei Abende vor!

(c) Robert Golinski

In den Wörtern des Tandems: „Im Klang von Orchester hört man die einzelnen Körper, die mit ihren Instrumenten hantieren. Dass bestimmte Bücher, die in einem Rucksack transportiert sind und sich darin berühren und zwischen den Menschen, die dieses Buch gelesen haben, eine Verbindung entsteht. In 2 Räumen versuchen Traxler und Muenz 1 Gedicht zu sagen.“

 

(c) Privat

Jede der zehn geplanten CON_TEXT-Veranstaltungen wird von einem/r Autor/in und einem/r Künstler/in aus einer anderen Sparte gemeinsam erarbeitet und umgesetzt. Ziel ist, interdisziplinäre Formate vom literarischen Text ausgehend zu entwickeln und dabei die literarische Veranstaltung als ein eigenes künstlerisches Werk zu verstehen. Selbstverständliche Veranstaltungsformate und Rollen des Literaturhausbetriebs werden dabei ästhetisch lustvoll in Frage gestellt.

Weitere Infos zur Veranstaltungsreihe und zu den beteiligten KünstlerInnen und Veranstaltungsterminen.

CON_TEXT wird gefördert durch die Senatsverwaltung für Kultur und Europa.