Archiv: JOURNAL VON DER BEZAHLTEN SPRENGUNG GÄNGIGER FORMATE

Mara Genschel im literaturlabor in der Lettrétage

Einen Monat lang, vom 13. Januar bis zum 13. Feburar 2014, widmete sich Mara Genschel in einem Blogversuch der ehrenvollen Aufgabe, gängige literarische (und andere) Formate zu sprengen. Die Ergebnisse dieses JOURNALS VON DER BEZAHLTEN SPRENGUNG GÄNGIGER FORMATE präsentierte Mara Genschel bei einer Vernissage-Lesung-Performance-Gala-Gesprächsabendveranstaltung vergangene Woche.

Das literaturlabor in der Lettrétage wurde gefördert vom Berliner Senat.

 

Mara Genschel im literaturlabor in der Lettrétage

Einen Monat lang, vom 13. Januar bis zum 13. Feburar 2014, widmete sich Mara Genschel in einem Blogversuch der ehrenvollen Aufgabe, gängige literarische (und andere) Formate zu sprengen. Die Ergebnisse dieses JOURNALS VON DER BEZAHLTEN SPRENGUNG GÄNGIGER FORMATE präsentierte Mara Genschel bei einer Vernissage-Lesung-Performance-Gala-Gesprächsabendveranstaltung vergangene Woche. Wie dieses Video vom Video vom Herrn Büchertisch beweist.

Das literaturlabor in der Lettrétage wurde gefördert vom Berliner Senat.

About_About

Das literaturlabor in der Lettrétage, unterstützt vom Berliner Senat, on- und offline im Lettrétagebuch und am Mehringdamm 61, in Kreuzberg 61. Mara Genschel in persona diesen Freitag in der Lettrétage!

beb_logo_medium_rgb_r

Sätze_Grundierung

Das literaturlabor in der Lettrétage, unterstützt vom Berliner Senat, on- und offline im Lettrétagebuch und am Mehringdamm 61, in Kreuzberg 61. Mara Genschel in persona diesen Freitag in der Lettrétage!

beb_logo_medium_rgb_r

Sprich: die Frage in welcher Form literarische Produkte verwertet werden (könnten), treibt ihre Wurzeln noch viel tiefer hinein in den Vorgang des Produzierens selbst. Sogar noch tiefer: die Frage nach dem Anlass.

Mein Anlass klebt hier überall Post-it®-förmig an den Wänden des literaturlabors: den Krieg gegen das kulturelle Verwertungsmanagement gewinnen, wie erbärmlich. Und auch noch ohne essayistische Kompetenzen. Am Ansatz wiederum zu kleben, gleicht strukturell einer geistigen Krankheit. Nicht einer Besessenheit oder ähnlich edel Konnotiertem. Eher der Verkantung darin, dem Hängenbleiben. (Nicht der Sucht!)

Nicht zum Beispiel bewirken zu können, dass keine Produzenten vor den europäischen Grenzen mehr ertrinken müssen

hat mehr mit der Ohnmacht im literaturlabor zu tun, als

Nicht zum Beispiel beschreiben zu können, wie Produzenten vor den europäischen Grenzen ertrinken

wen Kulturmanager vor den europäischen Grenzen ertränken

bzw.

Das literaturlabor in der Lettrétage, unterstützt vom Berliner Senat, on- und offline im Lettrétagebuch und am Mehringdamm 61, in Kreuzberg 61. Mara Genschel in persona diesen Freitag in der Lettrétage!

beb_logo_medium_rgb_r

Aber das Wort „Sex“ steht nur in der Headline, um die minimal gebotene Aufmerksamkeit für mein Anliegen weiterhin zu gewährleisten. In Wirklichkeit laufen hier alle bisherigen Fäden zusammen:

Das Mädchen nämlich, das ich überwunden und gesprengt glaubte, traf ich am Wochenende wieder. Diesmal in Form, nicht einer Pädagogik-, auch keiner Medienpädagogik- sondern einer Kulturmanagementstudentin und zwar auf einem subventionierten Event mit kostenlosem Alkohol.

Und unser Gespräch verlief derart günstig, dass ich mich bald schon in der Lage sah sie zu fragen, ob denn nun auch in ihrer, gutaussehenden, modisch versierten, sehr professionellen Szene an oberster Stelle, weit über Geld und Schönheit noch, weit über dem, was sie unter dem Stichwort „Kultur“ zu hegen / pflegen trachteten, ob denn nun an oberster Stelle auch bei ihnen allen der sogenannte Eros prange, und zwar in seiner allevordergründigsten Definiton, sprich: ob der angestrebte Erfolg sich letztendlich nicht auch bei ihnen allen ausschließlich in sexuellen Zugriffssmöglichkeiten spiegele. Bei „uns“ sei das so, so ich –

und wie sie da JA gesagt hatte, sehr aufrecht und ohne zu zucken, es mir sehr kämpferisch, im Grunde karrieristisch direkt ins Gesicht gesagt hatte: „JA, auch bei uns Kulturmanagern spiegelt sich der angestrebte Erfolg letztendlich in sexuellen Zugriffsmöglichkeiten“ –

seit dieser Stunde sind mir Gestalt und Ausmaß unseres Konfliktes neu bewusst.

Ich sage das hier sehr ernst und ironiefrei: zwischen Kulturproduzenten und Kulturmanagern herrscht Krieg. Und er wird schlimmer werden, er wird sehr schlimm werden. Er wird sich absolut zulasten der Produktion entwickeln –

Das literaturlabor in der Lettrétage, unterstützt vom Berliner Senat, on- und offline im Lettrétagebuch und am Mehringdamm 61, in Kreuzberg 61. Mara Genschel in persona am 14. Februar!

beb_logo_medium_rgb_r

Abb_1_Grinnerey

Abb_2_Schlendigkeit

Abb_3_Reiz-Assoziationsgesetz-Vorstellung

Abb_4_Problem_Weeksigual

Abb_5_Ates_Material

Abb_6_loberäut

Abb_7_Exp

 

Das literaturlabor in der Lettrétage, unterstützt vom Berliner Senat, on- und offline im Lettrétagebuch und am Mehringdamm 61, in Kreuzberg 61. Übrigens: Mara Genschel live in der Lettrétage am 14. Februar!

beb_logo_medium_rgb_r

Um meiner Beschäftigung mit dem Traum vom sittsamen Werkeln ein wenig theoretisches Rüstzeug zur Seite zu stellen, habe ich SIGMUND FREUD: DIE TRAUMDEUTUNG aus der Reihe PSYCHOLOGIE FISCHER antiquarisch erworben. Kostenpunkt: 1,28 €.

Ich schlug es auf / Und siehe da:

Mehrere Mädchenin aller Sorglosigkeit ziehe ich als Autor Heute mit diesem Vorurteil ins Feld, mehrere, d.h. verschiedene – Mädchen schienen sich ebenfalls darin zu tummeln.. /getummelt zu haben.. /ganz sicher weiß ich’s nicht zu sagen! Es waren:

 

Grinnerey

Schlendigkeit

Reiz-Assoziationsgesetz-Vorstellung

Problem: Weeksigual

Ates Material

loberäut, eventuell romantischer Reise

* Exp.!

 

Dies sind die sieben Mädchen des sittsamen Werkelns, die es im Folgenden ausführlicher zu betrachten gilt.

 

PS: Die siebente, das bin ich!

 

Das literaturlabor in der Lettrétage, unterstützt vom Berliner Senat, on- und offline im Lettrétagebuch und am Mehringdamm 61, in Kreuzberg 61. Übrigens: Mara Genschel live in der Lettrétage am 14. Februar!

beb_logo_medium_rgb_r

Aberdogmas_AugDas literaturlabor in der Lettrétage, unterstützt vom Berliner Senat, on- und offline im Lettrétagebuch und am Mehringdamm 61, in Kreuzberg 61. Übrigens: Mara Genschel live in der Lettrétage am 14. Februar!

beb_logo_medium_rgb_r

 

 

Als AUTOR HEUTE aber ist es meine vornehmste Pflicht, die To-Do-Liste sprengungswürdiger Bedingungen fortzuschreiben.

Unter dem Büchertisch befindet sich, gleich als nächstes, das sog. Aberdogma. Es ist ein blöde äugendes. Während der Lesung, des Schreibens und auch des Lesens lugt es meist zwischen den Tischbeinen hervor, im Bemühn, das Geschlecht des Autors zu bestimmen. Es ist völlig nebensächlich, was es dabei herausfindet. Schlimm ist, dass es sich um ein sog. Komplexauge handelt: durch sein bloßes (blödes nämlich) Ausschaun löst es bereits Angst und Unzulänglichkeitsgefühle aus, bei allen Beteiligten. Alle fühlen sich unzulänglich. Das waren die Startversuche zu diesem Text gestern:

14:02 Aber das blöde Dogma, das immer mit aber beginnt.

15:18 Aber das blöde Dogma, immer mit aber.

20:31 Aber das blöde Dogma im blöden aber schon.

22:30 Aber das blöde Dogma im blöden aber schon.

03:07 Aber das blöde Dogma schon im blöden aber.

04:43 Aber das Dogma schon im blöden aber.

Das literaturlabor in der Lettrétage, unterstützt vom Berliner Senat, on- und offline im Lettrétagebuch und am Mehringdamm 61, in Kreuzberg 61. Übrigens: Mara Genschel live in der Lettrétage am 14. Februar!

beb_logo_medium_rgb_r