Archiv: Lesung

Montag, 27. November 2017, 19:00 Uhr (Eintritt 5,-/erm. 4,-)
Junge slowenische Lyrik
Lesung mit Katja Gorečan, Uroš Prah, Kaja Teržan und Jure Vuga 

 

Im Rahmen der Erarbeitung einer Anthologie junger slowenischer Lyrik in deutscher Sprache erfolgen in Berlin in Koorganisation des slowenischen Kulturzentrums in Berlin und des Lyrikers und Kritikers Aljaž Koprivnikar mehrere Lesungen junger slowenischer Lyriker und Lyrikerinnen in Übersetzung von Boštjan Dvořák. Das Projekt fokussiert sich auf junge und schon etablierte dichterische Namen, die mit ihrem Schaffen bedeutende Bewegungen in der slowenischen Literaturszene erzeugen. Die erste der Lesungen bringt am 27. November 2017 um 19 Uhr dem Berliner Publikum die Poetik von Katja Gorečan, Uroš Prah, Kaja Teržan und Jure Vuga näher. Im Anschluss folgt der Lesung noch ein Durchblick über das Schaffen des slowenischen Architekten Jože Plečnik anlässlich seines 60. Todestags und seines 145. Geburstags. Dazu wird in den Räumen der Lettrétage eine Ausstellung seiner Werke, wie auch eine Projektion seiner Freiheitskathedrale (Kristijan Tavčar) gezeigt. Die Lesung wird auf Slowenisch mit deutschen Übersetzungen gehalten, die Moderation findet auf Slowenisch statt und wird auf Deutsch gedolmetscht.

 

 

 

© Manca Suvajac

Katja Gorečan (1989) geb. in Celje. Studierte Vergleichende Literaturwissenschaft und ist zurzeit an der Akademie für Theater, Radio, Film und Television in Ljubljana im Masterstudiumgang Dramaturgie. 2007 wurde ihr erster Gedichtband Angeli istega porekla veröffentlicht, 2012 der Gedischtband Trpljenje mlade Hane, beim Zentrum für slowenische Literatur, mit dem sie für den Jenkova Preis nominiert wurde und für das BJCEM (Mediterranea Young Artists Biennale) ausgewählt worden ist. Sie ist in der Organisation des Literaturkritikfestivals Prager und als Dramaturgin tätig.

 

 

 

 

Uroš Prah (1988, Maribor) ist Lyriker, Redakteur, Übersetzer und Publizist. Bisher erschienen zwei seiner Gedichtbände: Čezse polzeči (CSK 2012), der 2017 in Kroatisch erscheint (Biakova, Zagreb), und Tišima (CSK 2015), der es 2016 auf die Short-Listen der zwei bedeutesten Lyrikpreise Sloweniens schaffte: den Simon Jenko Preis und den Veronika Preis. 2017 erhielt er das Autorenstipendium der Slowenischen Buchagentur. Übersetzungen seiner Texte wurden bis jetzt in Deutschland, Österreich, Kroatien, Serbien, Montenegro, Italien, Rumänien, Argentinien, Kanada und den USA veröffentlicht. Er war Mitbegründer und langjähriger Chefredakteur der Literaturzeitschrift IDIOT (2009-2016), Programmleiter des Internationalen Festivals für Literatur in Entwicklung Literodrom (2015-2016) und Mitbegründer des Museums des Wahnsinns, Trate. Zurzeit lebt er in Wien.
 

 

 

 

Kaja Teržan (1986) veröffentlichte 2015 beim Zentrum für slowenische Literatur ihr Debut-Lyrikband Delta, der auch für den Veronika Preis nominiert worden ist. Im selben Jahr nam sie mit der gleichnamigen Performance an der internationalen Bienale für junge Künstler Mediterranea in Mailand teil. 2016 schloß sie sich auch mit der Pianistin Manca Udovič zusammen, mit der sie häufig gemeinsam auftritt. Auch im Jahr 2016 bekam sie auf dem Lyrikturnier des Verlags Pivec den Preis des Plublikums für ihr Gedicht Ruj.

 

 

 

 

Jure Vuga (1983) geb. in Koper, fing mit schreiben auf dem Gymnasium in Koper unter der Mentorschaft der Dichterin Ines Cergol an. 2009 schloss er seinen Bachelor of Arts in Kunstgeschichte und Soziologie der Kultur ab. Im selben Jahr erschien beim Verlag Beletrina sein erster Gedichtsband Pod kamni plešem. Er studierte in Ljubljana, Florenc, Röm, Venedig, Mailand und London. 2015 veröffentlichte er beim Verlag Mladinska knjiga seinen zweiten Gedichtsband Modri plamen. 2016 präsentierte er seine Doktorarbeit mit dem Titel Vpliv Hypnerotomachie Poliphili na Giorgionejevo „Nevihto“. Er lebt in Ljubljana wo er als Reiseführer tätig ist.

 

Dienstag, 5. Dezember 2017, 20.00 Uhr (Eintritt 5,-/3,-)
Konzept*Feuerpudel
Anonyme Lesebühne. Zu Gast: Stefan Mesch, Journalist, Herausgeber und Übersetzer. 

Das Konzept*Feuerpudel ist eine monatliche Lesebühne für Autor*innen in Berlin. Oder sollte es „Vorlesebühne“ heißen? Denn beim Pudel liest einer, namentlich Diether Kabow, Texte vor, deren Urheber*innen sich anonym unters Publikum mischen. Auf diese Weise geben wir schreibenden Menschen die Möglichkeit, ihre Texte unter die Leute zu bringen, ohne dass sie selbst performen. Warum? Weil die Wirkung des Textes dann nicht von der Person der*des Autor*in abhängt. Autor*innen können heimlich im Publikum sitzen, sich gemütlich einen antrinken, unerkannt über ihre Texte sprechen oder einfach nur beobachten, wie ihre Texte – und nicht sie selbst – ankommen.

Konzept*Feuerpudel ist eine Lesebühne für die Neugierigen und Chaot*innen, Austester*innen, Anfänger*innen und alte Hasen. Ihre Texte entwickeln ein Eigenleben und die Autor*innen neue Perspektiven auf das eigene kreative Schaffen und sie erhalten die Möglichkeit, ihre Arbeit kritisch zu reflektieren. Während der Lesung entwirft ein*e IllustratorIn Zeichnungen zu jedem Text. Das Publikum kann die Entstehung der Illustrationen live mitverfolgen. Die GewinnerInnen erhalten ihre Illustration als Preis. Seit 2017 geben auch spannende Gäste aus dem Literaturbetrieb im Gespräch Insidertipps. Zu Gast im Dezember ist Stefan Mesch, Journalist, Herausgeber und Übersetzer.

Die Texte werden vor der Lesung durchgesehen, aber nicht ausgewählt – das Los entscheidet. Jede*r kann einen Text einreichen. Acht Texte werden am Abend verlesen. Drei wählt das Publikum zu Gewinnern. Zur Preisverleihung können die Autor*innen den schützenden Mantel der Anonymität ablegen und sich feiern lassen – wenn sie es möchten. Die kleinen, unerhörten Schreiber*innen, die heimlichen Textverliebten und genialen Angsthasen werden geliebt und gesucht.

Einen kleinen Vorgeschmack, was euch erwartet, gibt es hier!

5.1. | 10 Jahre hochroth

Tom Bresemann —  5. Dezember 2017 — Kommentieren

Freitag, 5. Januar 2018, 20.00 Uhr (Eintritt frei)
10 Jahre hochroth
Verlagsabend

Das internationale Verlagsnetzwerk hochroth feiert sein 10-jähriges Bestehen und lädt zu seinem traditionellen Jahresauftakt mit Lesungen aus dem aktuellen Programm ein. Mit Niklas Bardeli, Rike Bolte, G. H. H., Melanie Katz, Martina Lisa, Martin Mutschler, Johanna Schwering und Tzveta Sofronieva sowie einem Einblick ins Programm von hochroth München, gelesen von den Verlegern Tim Holland und Tristan Marquardt.

Niklas Bardeli wurde 1983 in Hamburg geboren; er lebt in Berlin. 2016 ist sein Lyrikdebüt „Illustrationen“ bei hochroth Wiesenburg erschienen. Er liest aus seinem zweiten Gedichtband bei hochroth, der pünktlich zum Verlagsabend erscheint. Niklas Bardeli: Illustrationen, hochroth Wiesenburg 2016.

Rike Bolte ist promovierte Literaturwissenschaftlerin, Mitbegründerin des mobilen lateinamerikanischen Poesiefestivals Latinale und Übersetzerin aus dem Spanischen und Französischen. Sie liest Gedichte von Roxana Crisólogo.

Roxana Crisólogo Correa ist eine peruanisch-finnische Lyrikerin, Kulturaktivistin und Reisende. Sie lebt und arbeitet in Helsinki. Von ihr liegen bislang vier Gedichtbände vor. Roxana Crisólogo: Eisbrecher, aus dem peruanischen Spanisch von Rike Bolte, hochroth, Berlin 2017.

G. H. H. liest Gedichte von Isabelle Sbrissa.

Isabelle Sbrissa (*1971), Dichterin und Theaterautorin, lebt in Genf und Undervelier (Schweizer Jura). Seit 2012 betreibt sie einen Selbstverlag, die Éditions disdill. Als Erweiterungen ihres Schreibens sieht sie das Zeichnen und Stricken, alles Möglichkeiten des Flechtens von Form und Sinn. Isabelle Sbrissa: LES RÉSUMÉS DE KURZGEFASSTE BÜCHEREI LITTÉRATURE, aus dem Französischen von G. H. H., hochroth Berlin 2017.

Melanie Katz studierte Deutsche Literaturwissenschaft und Sozialpsychologie an der Universität Hannover. Anschließend promovierte sie an der Universität Basel / Zentrum Gender Studies. Sie ist Mitglied des Autor*innenkollektivs index und Initiatorin diverser Lesereihen. „Silent Syntax“ ist ihr erster Gedichtband. Melanie Katz: Silent Syntax, hochroth Wiesenburg 2018 (erscheint zum 5.01.2018).

Martina Lisa (*1981 in Prag), lebt als Übersetzerin und Dozentin für Deutsch als Fremdsprache in Leipzig. Sie übersetzt geisteswissenschaftliche, journalistische und literarische Texte für Radio, Film, Online- und Printmedien. Martina Lisa liest Gedichte von Natálie Paterová, die in der tschechischen Reihe von hochroth Leipzig erscheinen werden.

Natálie Paterová (*1991) studierte Tschechische Philologie in Olomouc. Aktuell studiert sie Europäische Kulturgeschichte in Prag. Sie veröffentlicht in Literaturzeitschriften und Anthologien, 2012 erschien ihr Lyrikdebüt.

Martin Mutschler (*1986), ist Dramaturg, Autor, Übersetzer und Musiker. Er studierte Slavistik, Romanistik und Kunstgeschichte in Tübingen und Prag, und dann Musiktheater-Regie an der Musikakademie Hamburg. Seitdem arbeitet er an internationalen Theaterprojekten und -festivals wie den Salzburger Festspielen mit. Martin Mutschler liest Gedichte von Jaromír Typlt, die in der tschechischen Reihe von hochroth Leipzig erscheinen werden.

Jaromír Typlt (*1973) lebt als Schriftsteller und Performer in Prag. Er studierte Tschechisch und Philosophie an der Karlsuniversität und promovierte dort über surrealistische tschechische Poesie. Danach arbeitete er als Kurator und Dramaturg. In seinen künstlerischen Porjekten kooperiert er mit Musikern und visuellen Künstlern.

Johanna Schwering (*1981 in Hamburg) hat Lateinamerikanistik und Komparatistik studiert. Sie lebt als freie Lektorin in Berlin und übersetzt aus dem Spanischen. Johanna Schwering liest Gedichte von Maricela Guerrero.

Maricela Guerrero Reyes (*1977 in Mexiko-Stadt) schreibt Gedichte und anderes und arbeitet nebenher in einer Behörde. Bisher hat sie vier Lyrikbände veröffentlicht und erhielt für ihr Werk diverse Stipendien. Ihre Texte wurden in fünf Sprachen übersetzt. Maricela Guerrero: Reibungen, aus dem mexikanischen Spanisch von Johanna Schwering, hochroth Berlin 2017.

Tzveta Sofronieva wurde in Sofia, Bulgarien, geboren, und lebt heute, nach Aufenthalten in vielen Landern, in Berlin. Sie schreibt auf Deutsch, Bulgarisch und Englisch. Neben ihrem eigenen literarischen Schaffen ist sie als Übersetzerin, Kulturkorrespondentin und Dozentin tätig gewesen. Tzveta Sofronieva: Anthroposzene, hochroth Bielefeld 2017 Tzveta Sofronieva: selected affordable studio apartments, hochroth Berlin 2015.

Donnerstag, 18. Januar 2018, 19:00 Uhr (Eintritt 5,-/ erm. 4,-)
BRUETERICH PRESS proudly presents: Mara Genschel & Catherine Hales
Mit Mara Genschel, Catherine Hales und ihrem Übersetzer Konstantin Ames

Die Schöneberger BRUETERICH PRESS präsentiert an diesem Abend in der Lettrétage zwei nagelneue Gedichtbände: Catherine Hales' "08/15-hegemonien" (aus dem Englischen übertragen von Konstantin Ames) und Mara Genschels "Gablenberger Tagblatt" – zweimal schwierige Lyrik zu einem sehr hohen Preis!

© Atelier Tamara

Mara Genschel, geboren 1982 in Bonn, lebt in Stuttgart und Berlin. Dichterin und Musikerin.Zuletzt erschienen: Cute Gedanken; Berlin/Schupfart: roughbooks 2017


 

 

 

© Privat

Catherine Hales, geboren 1956 in Egham/UK, lebt in Berlin. Dichterin und Übersetzerin."08/15-hegemonien" ist ihre erste eigenständige Veröffentlichung in deutscher Sprache.

 

 

 

 

 

Konstantin Ames, geboren 1979 in Völklingen. Dichter und Übersetzer. Zuletzt erschienen:
sTiL.e(zwi) Schenspiele. Poesien; Saarbrücken: Edition Saarländisches Künstlerhaus 2016

 


 

19.1. | Moshabak Nächte

Tom Bresemann —  12. Dezember 2017 — Kommentieren

Freitag, 19. Januar 2018, 19:00 Uhr (Eintritt frei)
Moshabak Nächte

Konzert mit Mevan Younes, Hogir Göregen und Anastasia Suvorov sowie der Kurzfilm "Wada" von Khaled Jamal Mzher mit anschließender Diskussion               

Nawras, 2016 in Berlin als gemeinnützige Organisation gegründet mit dem Ziel, die Kontinuität der syrischen Kunst und Kultur zu fördern, lädt ein zum zweiten Abend der Moshabak Nächte! Diese sind eine Serie kultureller Veranstaltungen, die einmal im Monat syrische, deutsche, arabische und internationale Künstler zusammenbringt und präsentiert, die mit neuen Kunst- und Kulturformen die Gesellschaft bereichern. So soll ein Treffpunkt für regelmäßige Begegnungen zwischen syrischen und internationalen Künstlern, Produzenten und Aktivisten geschaffen werden.

© Salman Abdo

Der in der multikulturellen Stadt Al Hassaka im Norden Syriens geborene Musiker Mevan Younes hat sich mit der Buzuq auf ein traditionelles orientalisches Instrument spezialisiert. Bereits im Alter von sieben Jahren begann der musikalische Unterricht bei seinem Vater, der ihm anfangs hauptsächlich die kurdische Musik nahebrachte. Später setzte Younes seine musikalische Ausbildung an der Hochschule für Musik in Damaskus (Damascus Higher Institute of Music) fort und beendete sein Studium unter der Betreuung von Professor Askar Ali Akbar im Jahr 2011. In dieser Zeit nahm er auch die Arbeit als Buzuq-Lehrer auf. Younes ist Mitglied des syrischen arabischen Nationalorchesters und gastierte bisher bei zahlreichen Events wie zum Beispiel dem Morgenland-Festival in Osnabrück oder dem Roskilde-Festival in Dänemark. Engagements bei internationalen Events führten Younes in diverse Länder wie die Türkei, Tunesien, Ghana, Kurdistan, Dänemark, Frankreich und Deutschland. Seit 2015 lebt Mevan Younes im Großraum Berlin, wo er seine musikalische Ausbildung weiterbetreibt und in verschiedenen Bands und Ensembles aktiv ist. Unter anderem ist er Teil des Ugarit-Trios und des Berlin Orient Ensembles. Außerdem verfolgt er zusammen mit der Pianistin Anastasia Suvorov ein neues klassisches Musikprojekt, bei dem große Meister der Klassik neu interpretiert werden.
http://www.mevanyounes.com/

© Abd al Rahman Musa

Die Pianistin und Komponistin Anastasia Suvorov ist in Nowosibirsk (Russland) aufgewachsen, wo sie auch Klavier studiert hat. Mit 19 Jahren kam sie mit ihren Eltern nach Deutschland. Heute lebt sie in Eberswalde, wo sie als Lehrerin, Chorleiterin und Bandmitglied stets auch an Bühnenprogrammen feilt. Mit Mevan Younes bildet sie ein Duo.

Hogir Göregen wurde im Jahr 1986 in Bitlis/Tatvan in der Türkei geboren. 1990 siedelte die Familie nach Istanbul um. Er begann, eigenständig das Spielen traditioneller Instrumente, wie den anatolischen Trommeln Davul, Darbuka und der Erbane (Daf), zu erlernen. Istanbul als Schmelztiegel verschiedener Kulturen weckte zunehmend sein Interesse an anderen musikalischen Strömungen, weshalb er 2006 erstmals Indien besuchte, wo er von Pandit Charanjit Chatur Lal Im Tabla unterrichtet wurde. Es folgten zwei weitere Indienaufenthalte in den Jahren 2011 und 2013. Sowohl in, als auch außerhalb der Türkei hat er an zahlreichen Festivals teilgenommen und bei Studioaufnahmen für verschiedene Alben mitgewirkt. Er ist Teil vieler traditioneller und auch experimenteller Musikprojekte und erarbeitet neben diesen momentan auch ein Soloprojekt. Der Künstler lebt seit 2013 in Berlin.

Khaled Jamal Mzher wurde im Mai 1984 in Damaskus geboren, wo er 2007 das Institut für Schauspielkunst absolvierte. Danach zog er nach Polen, wo er von 2009 bis 2011 Filmregie an der Nationalen Polnischen Film-, Fernseh- und Theaterschule in Lodz (PWSFTViT) studierte. Im Jahr 2012 setzte er Khaled Jamal Mzher sein Studium an der Deutschen Film- und Fernsehakademie in Berlin (dffb) fort, wo er noch heute Regie studiert.

Mit dieser Veranstaltungsreihe möchte Nawras Türen für syrische Künstler in Deutschland öffnen und ein anregendes Umfeld schaffen, um die aktive Teilnahme zu ermöglichen und Kollaborationen zu fördern, damit Künstler unabhängig und interaktiv zusammenarbeiten können. Nawras sieht sich als unabhängige kulturelle Stiftung gefordert, den Veränderungen und Herausforderungen der heutigen Zeit zu begegnen, indem sie Kunst und Kultur als grundlegendes Menschenrecht und als ein mächtiges Mittel für den Dialog aufrechterhält. Von diesem Gedanken ausgehend arbeitet Nawras in einer deutschen Umgebung auf verschiedene Art und Weise mit dem Glauben an Gerechtigkeit, Würde und Frieden.

Donnerstag, 25. Januar 2018, 20:00 Uhr (Eintritt 5,-/ erm. 4,-)
Mit euch nicht in einem Atemzug IV
Lyrikerlesung mit Björn Schäfer, Juliane Liebert, Tom Bresemann, Sofie Lichtenstein  u. a.

© privat

Der Berliner Autor und Filmemacher Björn Schäfer liest aus seiner 2015 veröffentlichten Verserzählung "Moscow River". Schäfer nimmt den Leser mit auf eine emotionale Reise durch Städte, Wohnungen und Freundschaften, mit dem Zug quer durch Europa bis nach Moskau – in den wilden Osten, wohin es den jungen Erzähler aus Berlin verschlägt, mitten in das pulsierende Herz der russischen Haupstadt um die Jahrtausendwende. In seinen Hoffnungen und Erwartungen enttäuscht sucht er in der aufstrebenden Metropole nach neuen Zielen und Herausforderungen. Die Menschen, die ihm dabei begegnen, vor allem Maxim, verwickeln ihn jedoch zusehends in eine abstruse und zuweilen auch schillernde Szenerie aus Sex, Drogen, Macht und Geld.

 

 

Juliane Liebert liest aus ihrem Buch "Scheiß auf das Weltall":
»nachts bin ich wach und bedenke, wie viel mühe die erschaffung meines körpers war, wie viele kühe ich schon gefressen habe, wie viele menschen ich zum weinen gebracht habe oder zum hassen oder dazu, zu versuchen, etwas anderes zu sein als sie sind. ich mag, dass die nächte mir gehören, aber in gewissem sinne gehöre ich natürlich auch am tage der nacht.«
Juliane Liebert formuliert 13 poetische Ansatzpunkte für einen mindset, der sich aus dem Fatalismus unserer Zeit befreit. Ein Trip durch Musik, Wut und Meditation. Das ständige Umkreisen der inneren Leerstellen, der Erinnerungen, des eigenen Avatars. Die Dokumentation des persönlichen und politischen Umsturzes inmitten der Selbstoptimierung.
»ich frage mich: was diese furchen sind, die tief in unsere seelen gezogen wurden …«

Tom Bresemann liest aus seinem aktuellen Textprojekt "von jeglichem wort, das durch den mund den menschen vernewet" , einem Arrangement aus 500 Jahren häutigem Deutsch. Der Text bildet eine Welt- und Sprechhaltung ab, die über einfache Antworten, klare, archaisch anmutende Feind- und Freundbilder, Extremismus und Kommunikationsabbruch funktioniert. Zwischen den Zeilen lugt der „civilist mit dem gewehr in der hand“ unverhohlen und aggressiv hervor.

Sofie Lichtenstein, geb. 1989 in Neuruppin, Autorin, intersektionale Feministin und Herausgeberin bei SuKuLTuR.

06.11. | Freie Räume

Tom Bresemann —  18. September 2017 — Kommentieren

Montag, 06. November 2017, 19:00 Uhr
Freie Räume
Verlagspräsentation der Edition FZA

Die Wiener Literatur-Edition FZA aus Wien ist zum wiederholten Mal in der Lettrétage zu Gast und stellt Publikationen aus dem aktuellen Verlagsprogramm vor. Mit Texten von Mareen Bruns, Katja Schraml und Orla Wolf sorgen gleich drei Berliner Autorinnen für ein Heimspiel. Sebastian Hage-Packhäuser aus Paderborn bereichert das vielfältige Programm mit lyrischen Kontrasten. Mareen Bruns ist Hautpreisträgerin des Wiener Werkstattpreises 2017 und erhält den Preis gleich in Berlin verliehen. Orla Wolf stellt ihren neuen Lyrikband „Temporäre Zone“ vor. Katja Schraml und Sebastian Hage-Packhäuser lesen eigene Texte aus „Freie Räume“, der brandneuen Anthologie zum Wiener Werkstattpreis 2017. Peter Schaden, Verleger und Herausgeber der Edition FZA, präsentiert die neue Kulturzeitschrift „FLUCH’T’RAUM“.

Mareen Bruns Geboren 1989 in Bremen, absolvierte einen M.A. in Deutsche Gegenwartsliteratur an der Universität Göteborg; Lyrikerin und Übersetzerin für schwedische Literatur, 2015 war sie Stipendiatin der Bayrischen Akademie des Schreibens für das Lyrikseminar 2014 Stipendiatin des Bayrischen Kunstsommers für die Meisterklasse Lyrik, sie lebt in Berlin, Veröffentlichungen in Literaturzeitschriften.

 

 

 

 

 

Sebastian Hage-Packhäuser ( : Jahrgang 1981 – ) / ( : nach der Geburt – / : langwieriger Spracherwerb – / ( : dann Studium der Mathematik – / ( : im Anschluss – / : Promotion – )) / : naturgemäße Alterung – / ( : bei täglichem Gebrauch von Sprache – ) / : & trotz Textarbeit auf engem Raum – / ( : Lyrik – ) / : erste Anzeichen von Zersetzung – / ( : Auflösung inbegriffen – / ( : work in progress – Als Einzelveröffentlichungen sind seine Gedichte bereits in diversen Literaturzeitschriften und Anthologien erschienen. Verschiedene Auszeichnungen und Literaturpreise dokumentieren die sprachlichen Entwicklungen der vergangenen Jahre.

 

Katja Schraml Geboren 1977 in Bayern, Studium der Neueren deutschen Literatur, Sprachwissenschaft und Soziologie in Würzburg, lebt in Berlin. 2015 erschien ihr Debütroman „Josef der Schnitzer Stumpf“ im KUUUK-Verlag. Gewinnerin beim BR Hörspielmanuskript- und Ideen-Wettbewerb Public Workshop 2016. Veröffentlichungen in Anthologien und Zeitschriften (u.a. Wiener Werkstattpreis 2016, Karussell, keine!delikatessen, Am Erker, mosaik).

 

 

 

 

 

Orla Wolf Geboren 1971 in Düsseldorf, lebt als Autorin, Filmemacherin und Künstlerin in Berlin. Werke (Auswahl): Unter Insekten, Kurzprosa, Edition Hammer + Veilchen, Hamburg, 2016. Schwebende Architekturen, Gedichte & Fotografien, edition fza, Wien, 2015. Last Statement, Kurzfilm (30 min), Deutschland | USA | Kanada, 2013. Protokoll eines Nachtfalters, Gedichte, fixpoetry, Hamburg, 2010. Transit, Kurzfilm (20 min), Deutschland, 2008. entkernt, Theaterstück, UA: Theater unterm Dach, Berlin, 2008. Todesarten, Kurzfilm (13 min), Deutschland, 2007.

 

Dienstag, 07. November, 20:00 Uhr (Eintritt 5,- / erm. 4,-)
Versehentliche Asymmetrien
Lesung und Gespräch der Berliner Autor*innen Esther Becker, Sebastian Janata, Mariola Grzyb und Magdalene Schrefel. Moderation: Dr. Tomasz Stompor

Vier Berliner Autor*innen erzählen von küssenden Walen, Bikinis als Seeschlangen, tätowierten Armen, mutigem Handeln, zu optimierenden Körpern und zu ändernden Hosen.

Esther Becker liest aus ihrem entstehenden Körperroman Frauen und Behinderte (Arbeitstitel). Der Körper der Icherzählerin macht, was er will – nicht was er soll: Die Augen sehen nicht gut und stehen zu eng für eine Filmkarriere, die bikiniunfähige Brust vereitelt das Schwimmabzeichen, die Pubertät lässt den schlanken Kinderkörper zu einem unverschämt fetten, faulen, ungewaschenen Ding werden. Der Körper wird im wörtlichen Sinn zu einer Angriffsfläche, die es zu optimieren bzw. minimieren gilt.

Sebastian Janata liest aus seinem entstehenden Roman die ambassadorin (Arbeitstitel), der in Berlin und Wien spielt, auf Beerdigungen und Familienessen, in Kneipen und der Änderungsschneiderei von Tessa.

Mariola Grzyb liest Gedichte aus ihrem entstehenden Lyrikband Versehentliche Asymmetrien (Arbeitstitel). Haltungen, Räume und Lücken werden erkundet und ausgebreitet, erleben Ortswechsel. Das Gedicht, ein gelenkiges Gebilde, das auch im Außen bewegt werden will.

Bold, Never Regular ist der Titel der szenischen Erzählung von Magdalene Schrefel, nach der Tätowierung auf dem Arm einer Kollegin der Sicherheitsfachkraft, die im Zentrum der Erzählung steht. Im Interview mit einer Radioreporterin rekonstruiert sie die Ereignisse des Tages, an dem sie eben so gehandelt hat: mutig und nicht einfach nur regelgerecht.


Esther Becker ist Dramatikerin, Erzählerin und Performerin. Sie absolvierte den Masterstudiengang Scenic Arts Practice an der Hochschule der Künste Bern und studierte Literarisches Schreiben am Schweizerischen Literaturinstitut Biel und am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Ihre Theatertexte werden vom Verlag Felix Bloch Erben vertreten.

 

 

 

 

 

© Francoise Caraco
Sebastian Janata arbeitet als Musiker und Autor in Berlin. Seit 2006 ist er Mitglied bei der Gruppe „Ja, Panik.“ Nach fünf erfolgreichen Studioalben (Coverstorys u.a. im Musikexpress, Spex, Falter) veröffentlichte die Gruppe 2016 das im Kollektiv geschriebene Buch FUTUR II, welches sich auf unkonventionelle Weise mit der eigenen Bandhistorie auseinandersetzt.

 

 

 

 

© Alina Strmljan
Mariola Grzyb wurde in Zbrosławice geboren und lebt nach Stationen in Minden und Bielefeld seit 2008 in Berlin. Nach langjähriger Tätigkeit als Lehrerin, Tänzerin und Choreographin arbeitet sie seit einigen Jahren als Autorin und Musikerin.

 

 

 

 

 

© Charlie Jouvet
Magdalena Schrefel ist geboren und aufgewachsen in Wien. Nach längeren Arbeitsaufenthalten in Vukovar und Göteborg studierte sie Europäische Ethnologie/Volkskunde an der Universität Wien sowie am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Sie schreibt Prosa und szenische Texte und lebt in Berlin.

 

 

 

 

 

© Sarah Horvath

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

13.11 | Literazah

Tom Bresemann —  11. Oktober 2017 — Kommentieren

Montag, 13.11.2017, 19 Uhr (Eintritt 5,-/erm. 4,-)
Literazah
Extremperformance

Aus gesundheitlichen Gründen wurde die Veranstaltung ins Jahr 2018 verschoben. Wir bitten um Verständnis. Sobald ein neuer Termin feststeht, werden wir Sie informieren.

Literazah ist eine dreistündige Extremperformance, bei der die beiden Performer Raphaela Edelbauer und Jan Braun durchgehend Gewichte heben, während ein Text über Körperkult, Fitnesswahn und Rausch, der nur für diesen Anlass geschrieben wurde, rezitiert wird. Dabei erfolgt eine intensive Auseinandersetzung mit zeitgenössischen Konzepten von Leibesformung, Bodybuilding aber auch mit dem Trend zur Selbstzerstörung. Auch das Publikum wird an seine Grenzen geführt: Immer aufdringlichere Körperrhythmen, Leidensszenen und Wortorgien führen auch die Rezipienten zu einer quasi-sportlichen Erfahrung.
https://www.youtube.com/watch?v=9x-rhv78Vhk

Raphaela Edelbauer wurde 1990 in Wien geboren und studierte nach der Matura 2008 Sprachkunst an der Universität für Angewandte Kunst unter Robert Schindel. Abschluss 2012 mit dem Hörspiel Die drei Affen. Seit 2012 Studium der Philosophie an der Universität Wien; z.Z. als studentische Mitarbeiterin am Philosophischen Institut tätig. Arbeitsstipendium des BKA 2015 für Entdecker, das im Februar 2017 im Klever-Verlag erschienen ist. 2017 Finalistin des Berliner Hörspielfestivals. Ebenfalls seit 2017 Stipendiatin des Deutschen Literaturfonds für ihren gerade in Arbeit befindlichen Roman „Das flüssige Land“.

 

14.11 | Der raue Gesang

Tom Bresemann —  27. September 2017 — Kommentieren

Dienstag, 14. November 2017, 20:00 Uhr (Eintritt 5,- / erm. 4,-)
Premiere „Der raue Gesang“
Cornelia Becker stellt ihren neuen Roman vor

Was verbindet den jungen Berliner Koch Philipp mit dem Lebenswerk des Bildhauers Eduardo Chillidas? Wieso reist er kreuz und quer durch Spanien, um die Skulpturen des baskischen Künstlers zu besuchen? Was hofft er bei ihnen zu finden? Wie kommt ein zwölfjähriger Junge dazu, sich zu fragen, woher die Wellen kommen und ob man den Wind kämmen kann? Und was ist ein Gudari? Dies sind nur einige der Fragen, auf die der Roman „Der raue Gesang“, Antworten gibt. Das Buch versucht herauszufinden, wie Kunst in schwierigen Zeiten zum Navigator werden kann, durch unbekannte und unheilvolle Transitstrecken. www.corneliabecker.jimdo.com

„Fremd. Seit sie im Hafen eingelaufen waren, klang alles fremd. Noch hatte er das Brummen der Schiffsmotoren in den Ohren, und schon wurde es vom Lärm der Insel übertönt. Das Geschrei der Möwen, die Brandung, der Wind und die Stimmen der Menschen. Diese Klänge waren laut und grell wie das Licht draußen vor seinem Fenster. Und jeden Morgen, mit den ersten Sonnenstrahlen brach der Tumult wieder los; zuerst öffnete die Nachbarin gegenüber mit einem lauten Knall ihre Fensterläden, hustete ausgiebig, und schon fielen die Laute von Menschen und Tieren, Dingen und Maschinen ein. Der Silbo – eine Reihung von durchdringenden, mehrsilbigen Pfeiftönen – klang vom Hafen herüber: Fra-ge. Ant-wort. Es war ein brodelndes, wildes Durcheinander aus Tönen und Geräuschen; sie kletterten rechts den Hügel hinauf, mischten sich mit dem frühen Krähen der Hähne, krochen wieder herunter, näher zu Philipp heran – die knarrende Stimme von Fuscano, seinem Nachbarn links hinter der Mauer, übertönte für einen Moment alles – und dann waren sie bis spät in die Nacht hinein überall. Sie füllten die Luft im Tal. Lachten und polterten, flüsterten und weinten, wie die Klageweiber aus dem Chor in der griechischen Tragödie, von denen ihm sein Vater erzählt hatte. Nur in den heißen Mittagsstunden, während der Siesta, zogen sie sich zurück und summten leise hinter verschlossenen Türen, wie in einem Bienenstock.“

Cornelia Becker schrieb bisher Erzählungen und Hörstücke, die in Literaturzeitschriften und im Rundfunk publiziert wurden. 2009 wurde mit dem Hörbuch MagentaRot eine Sammlung von Erzählungen herausgegeben, schon zwei Jahre später erschien der Erzählungsband Eintritt frei. Im August 2014 publizierte sie den Roman Die Unsterblichkeit der Signora Vero im LangenMüller Verlag. Im März 2017 wurde die Erzählung Die Kinder meines Vaters im Bübül Verlag Berlin veröffentlicht. Im Sommer dieses Jahres hat der Contra-Bass-Verlag den Roman Der raue Gesang herausgegeben. Für ihre Arbeiten erhielt sie Auszeichnungen und Stipendien.