Archiv: Lyrik

Montag, 16. Januar 2017 20:00 Uhr (Eintritt frei)
Poesie und Musik aus Patagonien
Lesung und Konzert

Am 16. Januar empfängt die Lettrétage hohen Besuch aus dem tiefen Süden: Die patagonischen Autoren Yenny Paredes, Jorge Spíndola, Sergio Mansilla Torres lesen aus ihren poetischen Werken. Anschließend nimmt uns Anahí Rayen Mariluan mit auf eine musikalische Reise durch die Klangwelten der Mapuche.

Anahí Rayen Mariluan

„Wenn man davon ausgeht, dass es Formen der Selbstdefinition gibt – denn in meiner Kultur sind Definitionen nichts Statisches –, würde man wahrscheinlich sagen: Sängerin oder Übersetzerin der Geräusche, die uns umgeben. Um sich selbst vorzustellen, sollte man seine tuwun, seine Herkunft beschreiben und so würde man auf seine Vorfahren zu sprechen kommen und auf das Land, das sie bewohnten. Hier beginnt das Zentrum dessen, was man ist: Man ist ein wir, eine lange Vergangenheit und eine noch längere Zukunft.“

Die Sängerin Anahí Rayen Mariluan wurde in der argentinischen Stadt Neuquén Capital geboren und wohnt derzeit in Bariloche. Ihre Liedtexte sind größtenteils in Mapuzungun, der Sprache der Mapuche verfasst. Musikalisch greift die Sängerin auf Traditionen der Mapuche zurück, lässt jedoch auch zeitgenössische Elemente einfließen. Instrumente der Mapuche treffen bei ihr auf Klangwelten verschiedener Herkunft.

Mehr Informationen über Anahí Rayen Mariluan finden Sie auf der Homepage der Künstlerin oder in ihrer Biografie.

Yenny Paredes (*1968 in Valdivia, Chile)

Yenny Paredes ist Dichterin, Graffiti-Künstlerin und Dozentin für Literatur an der Universidad Austral de Chile. Im Jahr 2008 veröffentlichte sie Manoblanca y los pájaros del pavimento.

Jorge Spíndola (*1961 in Comodoro Rivadavia, Argentinien)

Jorge Spíndola war Leiter des Künstler- und Autorentreffens Culturas del Sur del Mundo, das sich an Akteure aus dem Süden Argentiniens und Chiles richtet. Er ist Gründer der Biblioteca popular Rodolfo Walsh in Trelew im Süden Argentiniens und Koordinator des dort ansässigen Künstlerkollektivs Bajo los Huesos. Derzeit promoviert er an der Universidad Austral de Valvida in Chile. Er veröffentlichte mehrere Gedichtesammlungen, darunter Mátame si no te sirvo (1994), Calles laterales (2003), Jerez volcado (2008) und Perro lamiendo luna (2014).

Sergio Mansilla Torres (*1958 in Anchao/Chiloe, Chile)

Sergio Mansilla Torres ist Professor für Literatur an der Universidad Austral de Chile. Als Akademiker und Autor veröffentlichte er zahlreiche Lyrikbände sowie kritische Studien zur Literatur und Handbücher der Sprach- und Literaturvermittlung. Im Jahr 2009 wurde er für sein Werk Retratos y autorretratos deformes mit dem Preis Consejo de Libro y la Lectura in der Kategorie „unveröffentlichte Poesie“ ausgezeichnet. Zu seinen weiteren Publikationen zählen Cauquil (Santiago: Cuarto Propio, 2005), Óyeme como quien oye llover (Ottawa: Editorial Poetas Antiimperialistas de América, 2004), Respirar en el desfiladero (Valdivia: Ediciones Pudú, 2000), De la huella sin pie (Valdivia: Ediciones Barba de Palo, 1995, 2ª ed. aumentada, Santiago: Editorial Cuarto Propio, 2000), El sol y los acorralados danzantes (Valdivia: Paginadura, 1991), Noche de agua (Santiago: Rumbos, 1986).

Donnerstag, 8. Dezember 20:00 Uhr (Eintritt 5,-/erm. 4,- Euro)
Mit euch nicht in einem Atemzug III
Autorenlesung mit Franz Tettinger, Christian Vater, T. G. Vömel, Bastian Winkler und Titus Meyer

Titus Meyer arbeitet gerne mit Buchstaben- und Silbenanordnungen. Er schreibt hauptsächlich Anagramm- und Palindrom-Gedichte, die stets versuchen, menschliche Körperteile aus der Wirklichkeit heraus zu amputieren um sie anschließend zu ganz neuen textlichen Gebilden und Bedeutungen zusammenzusetzen. Es mündet in Gedankenskulpturen und Dekors, die sich aber ebenso wie ihre Ausgangsmodelle dem Verbleib in der Lebenswirklichkeit verpflichtet fühlen.

Er wird heute Texte lesen, die seinem geplanten Gedichtband entstammen. Es handelt sich um düstere, naturverbundene Themen aus der Feder eines fiktiven, wahnsinnigen Einsiedlers.

 


Bastian Winkler dichtet sich frei von schlechter Atmosphäre. Er sucht das Weite durch Ahnenflucht, steigt nicht ins Auto von Vertrauten und fährt 0,5-herzig den Berg der Verwerfung hinauf.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Franz Tettinger lebt in Wien als selbständiger Grafikdesigner, Texter und Lektor. Er schreibt Lyrik und Kurzprosa und arbeitet an transmedialen Projekten mit Schriftstellern und Künstlern aus anderen Medien.

Christian Vater lebt seit 2001 in Berlin, wo er derzeit als Gymnasiallehrer tätig ist. Autor und Verleger, hat er u.a. schon mit dem Fotografen Andreas W. Rausch und dem Grafiker und Autor Franz R. Tettinger zusammengearbeitet.

T. G. Vömel lebt seit 1995 in Berlin. 1999 gründete er mit dem Kunstkritiker Sven Grünwitzky den Künstlersalon „Der Blaue Salon“ und hat in Literaturzeitschriften wie z. B. „Lauter Niemand“, „Intendenzen“, „Feigenblatt“ u.a. Texte veröffentlicht. Zurzeit ist er als Gymnasiallehrer, Autor und Verleger tätig.

 

FAUN UND ZERFALL 

… abkratzen, einfärben, abstempeln, überschreiben, kaschieren, aufkleben, beflecken, radieren, zerschneiden, retuschieren, bedrucken, schwärzen und weißen … Worte schreiben sich ein, lösen sich ab, Spruchbänder reißen Lücken, öffnen Räume. Bilder suchen sich, fliehen weiter, werfen Schatten, verlieren Kontur und Raum. Was heißt das konkret? Drei Autoren schicken sich sechs Postkarten im Kreis. Du weißt: Du bekommst eine Postkarte. Du beschreibst, überschreibst, schreibst sie fort und schickst sie an einen weiter, der sie wiederum beschreibt, überschreibt, fortschreibt, bemalt, beklebt und weiterschickt. Du weißt: Deine Karte, die du gerade geschrieben hast, gibt es bald nicht mehr. Sie wird aufgegriffen, weitergeführt, überformt. Was heißt das: Jede neue Schicht wird zum Sediment und du fragst dich am Ende: Was trägt und bleibt?

 


In Zusammenhang mit dem im Februar 2016 gegründete vauvau-verlg für interaktive lyrik. www.vauvau-verlag.com

Lisa Lettrétage liest Brief under Water von Cyrus Console. © 2016 Brueterich Press.

Lisa Lettrétage liest Metallischer Herbst von Andrew Duncan, Radio Vortex, © 2016 Brueterich Press.

Samstag, 5.November 20:00 Uhr, Eintritt 6.-/erm- 4.- Euro
THE LANGUAGE FACTORY
Lesung im Rahmen des Literaturfestivals STADTSPRACHEN
mit Cia Rinne, Tomomi Adachi, Roberto Equisoain, Andrej Hočevar und Haukur Már Helgason.

DichterInnen erschaffen ihre Sprache heute selbst, heißt es. Die TeilnehmerInnen der LANGUAGE FACTORY tun dies in einem fast wörtlichen Sinne: Fünf dauerhaft oder temporär in Berlin lebende LyrikerInnen aus fünf verschiedenen Ländern mit mehr als fünf verschiedenen Muttersprachen schreiben eine Woche lang zusammen ein Gedicht. In der Dialektik des Gruppengedichts müssen also nicht nur fünf Poetiken und fünf Persönlichkeiten Platz finden, sondern letztlich müssen auch fünf oder mehr Sprachen unter einen Hut gebracht werden. Da die einzige Verständigungssprache der fünf nicht-muttersprachliches Englisch ist, bildet dieses Broken English die Basis für den gemeinsamen Text – ob als verbindlicher Sprachstandard oder eher als poetischer Generator, wird sich zeigen.

Das Setup des Projekts verweist nicht nur auf die babylonische Sprachverwirrung, die Teile der Stadt Berlin ergriffen hat, sowie auf das Pfingstwunder des meist funktionierenden Zusammenlebens und -arbeitens – es reflektiert zugleich die Produktionsbedingungen und Voraussetzungen von Lyrik und Literatur überhaupt. Das übliche romantische Klischeemodell – ARMER Poet sitzt EINSAM und ALLEIN und NACHTS im Kämmerlein und schafft GENIALES – wird partiell auf den Kopf gestellt und die Dichter werden wenigstens vorübergehend fest angestellt. Lyriker als Nine-to-Five-Job – wird das funktionieren? Am Samstagabend stellen die fünf ProtagonistInnen ihre lyrische Wochenproduktion dem Publikum vor.

Mehr über die Autoren: Cia Rinne, Tomomi Adachi, Roberto Equisoain, Andrej Hočevar und Haukur Már Helgason.

Konzeption: Moritz Malsch

STADTSPRACHEN  LogoHKF-S-RGB[1]

Dienstag, 25.Oktober 19:30 Uhr, Eintritt frei
Mit Sprache Realität schaffen
Indonesische Gegenwartslyrik in der Lettrétage

Eine Veranstaltung der Botschaft der Republik Indonesien in Kooperation mit dem Verlagshaus Berlin.

Mit sprachlicher und performativer Wucht erzählen die drei Lyrikerinnen von gesellschaftlicher Gewalt aus weiblicher Perspektive ebenso wie von den Konflikten einer religiös und geografisch komplexen Gesellschaft. Indonesische Literatinnen können „mit Sprache Realität gestalten“ formuliert es Dorothea Rosa Herliany, Indonesiens renommierteste Lyrikerin der Gegenwart, die bereits zum wiederholten Mal zu Gast in Berlin sein wird.

Dorothea Rosa Herliany wurde 1963 in Magelang, Zentral-Java geboren. Sie gilt als stilbildend für die postmoderne Lyrik ihres Landes. Für ihre teils in mehrere Sprachen übersetzten 27 Publikationen wurde sie mehrfach ausgezeichnet. 2009 war sie Stipendiatin der Heinrich-Böll-Stiftung, 2013 des DAAD und 2014 der niederländischen Poets of All Nations. Ein wichtiges Thema ihrer Lyrik ist gesellschaftliche Gewalt aus weiblicher Perspektive. Nicht zuletzt deshalb wurde Herlianys Werk von der Literaturkritik immer wieder als „feministisch“ oder „antipatriarchalisch“ verstanden, was sie selbst jedoch ausdrücklich nicht für sich in Anspruch nimmt.

Im Herbst 2015 erschien Dorothea Rosa Herlianys Band „Hochzeit der Messer“ im Verlagshaus Berlin – übersetzt von Brigitte Oleschinski und Ulrike Draesner. Damit liegt zum ersten Mal eine zweisprachige Sammlung ihrer wichtigsten Gedichte vor. Eigens angefertigte Zeichnungen der Berliner Illustratorin Doro Petersen und ansprechende Typographie lassen die Übersetzungen der Texte in einem Gewand erscheinen, das dem hohen Anspruch des Textes gerecht wird.
dorothearosaherliany.com

Hanna Fransisca wurde 1979 in Singkawang, West-Kalimantan, geboren. Die chinesisch-stämmige Autorin ist Lyrikerin, Essayistin und Journalistin. Sie veröffentlicht in Tageszeitungen sowie in literarischen Magazinen und Zeitschriften wie Pusat, Horison, Jurnal Sajak, Jurnal Sastra. Zuletzt publizierte die Lontar Foundation den dreisprachigen Lyrikband „Der badende Mann und andere Gedichte“ (2015). Weitere Veröffentlichungen sind ihre Gedichtbände „Benih Kayu Dewa Dapur“ (2012) und „Konde Penyair Han“ (2010) sowie den Erzählband „Sulaiman Pergi ke Tanjung Cina (2012)“ und das Drama „Kawan Tidur“ (2012). Ihr Debüt wurde 2011 vom Magazin Tempo als „Best Poetry Book“ prämiert. Hanna Fransisca beschäftigt sich in ihren Texten insbesondere auch mit der Rolle der wirtschaftlich wichtigen chinesischen Minderheit in Indonesien sowie deren gesellschaftlicher Diskriminierung.

Nenden Lilis Aisyah, geboren 1971 in Garut, West-Java, schreibt und veröffentlicht Lyrik, Erzählungen, Essays und journalistische Arbeiten in nationalen und internationalen Medien – unter anderem die Gedichtbände „Negeri Sihir“ („Magical Land“), „Maskumambang Buat Ibu“ („Maskumambang for Mother“). Für ihre Erzählung in der Soloanthologie „Ruang Belakang“ („Backroom“, Kompas, 2003) erhielt sie den Pusat Bahasa Award. Wie Dorothea Rosa Herliany war sie 2015 Teil der Autorendelegation anlässlich des indonesischen Ehrengastauftritts auf der Frankfurter Buchmesse.

Die Dichterinnen folgen der Einladung des diesjährigen 3. Schamrock-Festivals der Dichterinnen in München mit dem Länderschwerpunkt Indonesien, welches vom 28. bis 30. Oktober 2016 in der Pasinger Fabrik stattfindet (www.schamrock.org/festival), unterstützt durch den Attaché für Bildung und Kultur der Botschaft der Republik Indonesien in Berlin.

Moderation: Johannes Frank
Lesung der deutschen Texte: Brigitte Oleschinski
Dolmetscherin: Gudrun Ingratubun


 

Embassy of the Republic of Indonesia Berlin

Mittwoch, 26.Oktober 20:00 Uhr, Eintritt 5.-/erm- 4.- Euro
Das bisschen Goldstandard in unserem Vokabular
Gedichtabend mit Mara-Daria Cojocaru und Ron Winkler

Mara-Daria Cojocaru gibt in ihrem zweiten Gedichtband ANSTELLE EINER UNTERWERFUNG ebenso vorsichtige wie eindringliche Antwortversuche auf die uralte Frage nach dem Verhältnis von Mensch und Tier. Im Spiel mit Fachsprachen und poetischen Formen legen ihre Texte Zeugnis ab von den Konflikten, die immer auch dort entstehen, wo sich der Mensch seiner eigenen Tierlichkeit nicht sicher ist.
Ron Winkler moderiert an diesem Abend und antwortet mit Gedichten, neuen und animalierten aus dem bisherigen Werk.

Mara-Daria Cojocaru wurde 1980 in Hamburg geboren. An der LMU München studierte sie Politik- und Theaterwissenschaft, Recht und Philosophie. Heute lehrt sie Praktische Philosophie als Dozentin an der Hochschule für Philosophie München SJ und forscht zum philosophischen Pragmatismus und zur Tierphilosophie. Als Finalistin beim Leonce-und-Lena-Preis 2015 machte sie mit ihrer Lyrik auf sich aufmerksam.

 

Donnerstag, 27.Oktober 20:00 Uhr, Eintritt 5.-/erm- 4.- Euro
Grenzüberschreitung
mit Sarah Berger, Katja Schraml, Tina Lauer, Orla Wolf und Wolfgang Kindermann. Moderation: Peter Schaden

„Grenzüberschreitung“ ist ein Motto, das die Gesellschaft des 21. Jahrhunderts zu prägen scheint. Nahezu überall werden Grenzen ausgelotet, um sie schlussendlich überschreiten zu können. Sei es im Sport, in Freizeitaktivitäten, in politischen Manifestationen und nicht zuletzt bei den vielen Menschen auf der Flucht. Strukturen lösen sich auf, um wiederum neue zu schaffen. Was bleibt, und was vergeht? Mit diesen und ähnlichen Fragen beschäftigen sich die Texte des Abends in facettenreicher Weise. Drei Autoren – Sarah Berger, Katja Schraml und Tina Lauer lesen aus der Anthologie „Grenzüberschreitung“ zum Wiener Werkstattpreis 2016. Wolfgang Kindermann und Orla Wolf wiederum präsentieren Texte aus ihren in der Edition FZA erschienen Lyrikbänden „Schon ist es falsch“ sowie „Schwebende Architekturen“.

Sarah Berger ist Schriftstellerin und lebt, seit ihrem Abschluss in Philosophie an der Universität Heidelberg, in Berlin. Hier arbeitet sie als freie Texterin/Autorin und betreibt einen literarischen Blog unter milchhonig.net. Zudem wurden ihre Texte auf klischeeanstalt.net, 54Stories.de und 1000Zeichen.de veröffentlicht. 2014 produzierte sie in Zusammenarbeit mit Benjamin Egger und Lorenz Erdmann ein Hörstück, das auf Deutschlandradio Kultur veröffentlicht wurde. 2015 nahm sie u.a. am ReadBERLIN Festival teil. 2016 stand sie auf der Shortliste des Write&Read Literaturpreises des Junge Verlagsmenschen e.V.

Tina Lauer, geboren 1978 in Süddeutschland, studierte Zentralasienwissenschaften an der Universität Bonn und promovierte an der Universität Bern in Central Asian Studies. Neben weiteren Publikationen ist ihre Dissertation mit dem Titel „Wir sind keine kleinen Dalai Lamas“ – Lebenswelten von Tibeterinnen und Tibetern der zweiten Generation in Indien und der Schweiz im Peter Lang Verlag erschienen.

 

Katja Schraml, geboren 1977 in Bayern, Studium der Neueren deutschen Literatur, Sprachwissenschaften und Soziologie in Würzburg, lebt und arbeitet in Berlin. Im Mai 2015 erschien ihr Debütroman „Josef der Schnitzer Stumpf“ im KUUUK-Verlag. Preisträgerin des 5. Kurzgeschichtenbewerbs „zeilen.lauf“ im Rahmen des art-experience.at Kulturfestivals 2015 in Baden bei Wien mit dem Text „Die Frau am Meer“ (4. Platz).

Orla Wolf, geboren 1971 in Düsseldorf. Studium der Neueren deutschen Philologie, Germanistischen Sprachwissenschaft, Philosophie, Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften und Medienkommunikation an der Universität Trier, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Ruhr-Universität Bochum. Lebt als Autorin (Prosa, Lyrik, Drama, Drehbuch), Künstlerin und Filmemacherin in Berlin.

 

Wolfgang Kindermann, geboren 1967 in Wien. Dramatiker, Lyriker, Texter, Creative Director. Studium der Publizistik und Theaterwissenschaft. Aufführungen und Lesungen u. a. in Wien, Innsbruck, München und Berlin. Mitglied der Grazer Autorenversammlung (GAV). Stücke (Auswahl): Abstand. Aufstand. Auferstehung. (Uraufführung 1992, Ausstellungsraum 1020 Wien, Regie J. C. Hoflehner),Publikationen (Auswahl): Gedichte. EDITION DOPPELPUNKT 2003. Schon ist es falsch. Gedichte. Edition FZA 2016.

 

Freitag, 14.Oktober 20:00 Uhr, Eintritt 5.-/erm- 4.- Euro
Lyrik ist Happening
Experimente mit Wort und Ton

Bei der Veranstaltungsreihe „Lyrik ist Happening“ treffen Autor*innen auf Musiker*innen um mit Wort und Ton zu experimentieren. Anne Munka war im März das erste Mal mit ihrer Reihe in der Lettrétage zu Gast mit dem FreeJazz Duo Christopher Rumble und den Autor*innen Warsen/Keil/Skudlarek Im Oktober werden der chinesische Dichter und Klangkünstler Yan Jun und die Berliner Dichterin und Übersetzerin Lea Schneider in einem von Munka konzipierten lyrischen Livehörspiel zu hören/sehen sein. Unterstützt werden sie dabei von dem Freiburger Improvisationsmusiker Jan F. Kurth. Diese Aufführung ist außerdem die Buchmessen-Vorpremiere zur Veröffentlichung (erscheint am 15.10.) der von Lea Schneider konzipierten Anthologie „CHINABOX. Neue Lyrik aus der Volksrepublik“ beim Verlagshaus Berlin, in welcher auch Yan Jun vertreten ist.

Lea Schneider (*1989 in Köln), lebt nach längeren Studienaufenthalten in China und Taiwan als freie Autorin und Übersetzerin in Berlin. Sie ist Mitglied des Lyrikkollektivs G13. 2014 erschien ihr Debutband „Invasion ruckwärts“ im Verlagshaus Berlin, der u. a. mit dem Dresdner Lyrikpreis ausgezeichnet wurde. 2016 folgte das an der Grenze von Lyrik, Prosa und Bildender Kunst operierende E-Book „O0“ Als Übersetzerin und Kuratorin chinesischer Gegenwartslyrik war sie fur das poesiefestival berlin, lyrikline.org und die Bundeskulturstiftung tätig.

Yan Jun (*1973 in Lanzhou) lebt in Beijing, wo er als Lyriker, Essayist, DJ, Komponist, Performer und Herausgeber arbeitet und das Guerilla-Label „Subjam“ betreibt. Er hat zahlreiche Bücher, Künstlerbücher und Buch-CD-Kompilationen veröffentlicht. Sein Interesse gilt improvisierter Musik und field recordings: dem Zusammenkommen von Hintergrundgeräuschen, Noise, Low Tech und Stille. Dieses Interesse spiegelt sich auch in seinen Gedichten wider. Yan Jun ein Dichter, der seine künstlerische Praxis immer auch als eine politische versteht. 2016 erscheint unter dem Titel „internationaler tag der reparatur“ eine Auswahl seiner Gedichte bei hochroth berlin (übersetzt von Lea Schneider).

Anne Munka ist Musikerin und Klangkünstlerin. Sie arbeitet intensiv mit den Kontaktpunkten von Sprache und Musik. Munka studierte Jazzgesang, Gitarre und Rhythmik in Dresden, sowie Jazz Studies und Poetry Writing in Columbus OH, USA. Munka komponierte Hörstücke für D-Radio Kultur, tourte international wirkte in diversen Musik- und Tanztheaterproduktionen mit. Seit 2014 organisiert sie in Dresden und Leipzig die Reihe “Lyrik ist Happening”, bei welcher sie nicht nur konzeptionelle Leiterin sondern auch performende Künstlerin ist.

Jan F. Kurth studierte Jazzgesang, Blockflöte und Filmmusik. Als Sänger, Improvisationsmusiker und Komponist bewegt er sich zwischen improvisierter Musik, zeitgenössischem Jazz, Film-und Bühnenmusik und Neuer Musik. Er war Projektstipendiat der Fabrica Musica in Treviso, Italien (2005/06) und der Akademie Schloss Solitude.

Am heutigen Abend soll es in der Lettrétage um Paul Ernst und seine Gedichtsammlung „Polymeter“ gehen.

Denis Abrahams, ausgewiesener Lyrikkenner und -Rezitator wird lesen. Die Moderation übernimmt Ralf Gnosa.

FotoPaul Ernsts Gedichtsammlung „Polymeter“ stehen in ihrem Erscheinungsjahr 1898 scheinbar isoliert in der zeitgenössischen Lyriklandschaft. Zwar gibt es mehr Querbezüge, als man im ersten Moment annimmt, aber sie stießen in der Kritik auf Unverständnis, Ablehnung, ja, sogar Hohn, soweit sie überhaupt wahrgenommen wurden – einzig Georg Simmel fand lobende Worte. Heute wirken sie zeitgenössischer als manches Andere um 1900.
Zum 150. Geburtstag Ernsts 2016 hat nun der Verlag Reinecke & Voß eine schön gestaltete Neuausgabe der „Polymeter“ erstellt.

Details zu Autor und Text gibt es hier: http://reinecke-voss.de/cms/paulernst.html

Die Veranstaltung findet im Rahmen des Internationalen Paul-Ernst-Symposiums in Berlin statt.

Der Eintritt beträgt 5 Euro, erm. 4 Euro.

Um 20:00 Uhr geht’s los!

Denis Denis Abrahams, geboren 1974 in Wiesbaden, studierte Schauspiel an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt am Main. Bereits während des Studiums spielte er am Staatstheater Mainz. Weitere Stationen waren u.a. das Staatstheater Wiesbaden, die Oper Frankfurt, Stuttgart und das Theater der Stadt Koblenz. Seit Mitte der Neunziger Jahre tritt Denis Abrahams als Rezitator und Vorleser auf und hat sich seither ein breites Repertoire erarbeitet. Seit 2004 lebt und arbeitet Denis Abrahams als freier Sprecher und DJ in Berlin und hat bereits in zahlreichen Hörspielen mitgewirkt.