Archiv: Peter Dietze

In der Reihe „5 Fragen an…“ haben wir vor einiger Zeit Berliner LiteraturaktivistInnen vorgestellt. Ob AutorInnen, VerlegerInnen, VeranstalterInnen – mit uns sprachen sie darüber, was sie antreibt, was sie umtreibt und was sie überhaupt dazu bringt, sich literarisch zu engagieren.

Aus aktuellem Anlass hier noch mal Ausschnitte aus dem Gespräch mit Peter Dietze im Januar. Er spricht über die neue Ausgabe der Randnummer Literaturhefte, die inzwischen erschienen ist.

Peter Dietze, geboren 1987 in Dresden, ist Mitherausgeber der randnummer Literaturhefte. Er studierte Geschichte Ostmitteleuropas und Literaturwissenschaft in Erfurt, Ústí nad Labem und Frankfurt/Oder und Angewandte Literaturwissenschaft an der FU Berlin. 2015 erhielt er das Stipendium des Berliner Sentas.
Seit 2012 ist Peter Dietze freier Mitarbeiter und Blog-Redakteur bei unterschiedlichen Projekten vom KOOK Verein.
Zusammen mit Ondrej Buddeus ist Peter Dietze Projektleiter beim internationalen Kooperationsprojekt DISPLEJ, einer Gemeinschaftsplatform von randummer (Berlin, Hamburg) und Literaturzeitschrift Psí víno (Prag)

 

 Was wird das Besondere an der nächsten Ausgabe sein?

Wir versuchen in gewisser Weise, die „verpassten“ Nummern der letzten drei Jahre in einem Heft nachzuholen. Die neue Ausgabe wird dreiteilig sein, mit jeder Menge Texten absolut fantastischer Autoren, aber eben auch in einem haptischen Gesamterlebnis verpackt, wie wir es bislang noch nicht hatten. Wir wollen als Redaktion auch wieder viel mehr am gedruckten Heft mittun, d.h. selbst aktiv werden, kleine oder größere Teile davon selbst drucken – eben wieder mehr Handgemachtes. Das gefällt uns besser und wir hoffen, den Leser_innen dann auch. 🙂 Gleichzeitig überlegen wir aber schon seit mehr als einem Jahr nach Möglichkeiten, die sich digital für eine Zeitschrift wie die randnummer anbieten oder die erst noch entwickelt werden müssen. Da wollen wir 2016 auch ein ganzes Stück vorwärts kommen, vielleicht gibt es dann die nächste Nummer schon gedruckt und digital gleichermaßen. Allerdings wollen wir bei beiden Formaten am liebsten die Grenzen austesten und nichts machen, was genauso gut oder besser im jeweils anderen Format präsentiert werden könnte – das macht es dann schon wieder sehr kompliziert, aber das Komplizierte macht uns ja auch wahnsinnig viel Spaß!

 Displej ist eine Gemeinschaftsplattform der Literaturzeitschrift Psí víno (Prag) und randnummer (Berlin, Hamburg). Welche Möglichkeiten bietet ein länderübergreifender Ansatz in der Literatur?

Als Ondrej Buddeus und ich vor drei Jahren mit dem Projekt angefangen haben, war unser Ausgangspunkt einfach der, dass es tatsächlich seit den 60er Jahren keine Anthologie deutscher und tschechischer Autoren für beide Sprachen mehr gegeben hat. Wir empfanden das beide als einen weißen Fleck, den wir gerne ausfüllen wollten, vor allem, weil wir schnell gemerkt haben, dass die Autor_innen sich in beiden Sprachräumen mit ähnlichen Fragen, Verfahren und Traditionen beschäftigen – das klingt jetzt so banal, aber man kann schon das Gefühl bekommen, dass es zwischen Deutschland und Tschechien im literarischen Bereich kaum Austausch gibt, die Leute z.T. nicht einmal von einander wissen, dabei sind beide ja Nachbarländer. Klar gibt es da Ausnahmen, ganz tolle Initiativen wie sie z.B. immer wieder von den Deutsch-Tschechischen Kulturtagen in der Euroregion Elbe/Labe oder dem Dresdner Lyrikpreis, der ja für deutsche und tschechische Autor_innen gleichermaßen ausgeschrieben wird, ausgehen. Aber da geht mehr! Da geht vor allem mehr gemeinsames Arbeiten, gemeinsames Diskutieren und dann natürlich auch gemeinsames Präsentieren. Und das, darauf sind Ondrej und ich auch wirklich ein bisschen Stolz, hat an vielen Stellen des Projekts ganz hervorragend funktioniert, manchmal besser, als wir es erwartet hatten. Aber jetzt habe ich das Gefühl, dass ich nicht ganz präzise auf deine Frage geantwortet habe: Wir wurden das tatsächlich sehr oft gefragt, welchen Einfluss das Länderübergreifende auf die Literatur hat. Das ist natürlich total schwer zu sagen, aber klar, es ist immer eine gewinnbringende Sache für alle Beteiligten, den Horizont zu vergrößern, einander kennenzulernen, Unterschiede und Gemeinsamkeiten auszuloten. Und eigentlich müsste es in unserem Fall eher „sprachraumübergreifender Ansatz“ heißen, denn wir haben uns nicht unbedingt an Ländergrenzen orientiert bei der Auswahl. Das sieht man z.B. daran, dass nicht nur tschechische sondern auch slowakische Autor_innen in der Anthologie vertreten sind, obwohl beide Länder ja seit Anfang der 90er Jahre politisch getrennte Wege gehen. Darüber haben wir uns für die Anthologie großzügig hinweggesetzt.

 

INTRE:FACE – Die Konferenz vom 6. und 7. Februar in Bildern

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Ein Event im Rahmen der CROWD-Conference

Samstag, 6. Februar 2016. 20:00 Uhr. Eintritt frei. U6/U7 Mehringdamm, Mehringdamm 61.

Am 6. und 7. Februar findet in der Lettrétage eine CROWD-Conference zum Thema New ways of literary production, reception and dissemination with the help of digital means statt.

Im Mittelpunkt des CROWD-Projekts steht die Schaffung einer europäischen literarischen Öffentlichkeit. CROWD ermöglicht persönliche Begegnungen und digitale Interaktion mit aktueller, im Entstehen begriffener Literatur jenseits des etablierten literarischen Kanons. CROWD will die verschiedensten Ideen von gegenwärtiger Literatur in Europa kennenlernen, gemeinsam weiterentwickeln und in den öffentlichen,
europaweiten Diskurs bringen.

 

Im Zuge der zweitägigen Konferenz im Februar werden Berliner LiteraturaktivistInnen die Möglichkeit haben sich mit internationalen LiteraturaktivistInnen auf kultureller und literarischer Ebene auszutauschen. Unter den lokalen LiteratuaktivistInnen, die bei der Konferenz mitwirken werden, befinden sich Jürgen Neumann (DeepaMehta), Peter Dietze (KOOKread, randnummer), Moritz Malsch (spokesman literature‘Koalition der freien Szene‘ Berlin) und Nikola Richter (mikrotext). Zu den internationalen Teilnehmern zählt beispielsweise Jörg Piringer (AUT).

Am Abend des 6. Februars erwarten euch also New ways of literary production, reception and dissemination with the help of digital means – aktiv angewandt von nationalen und internationalen LiteraturaktivistInnen.

Gefördert von der Senatskanzlei für Kulturelle Angelgenheiten und dem Creative Europe Programm der Europäischen Union.

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In der Reihe „5 Fragen an…“ stellen wir Berliner LiteraturaktivistInnen vor. Ob AutorInnen, VerlegerInnen, VeranstalterInnen – mit uns sprechen sie darüber, was sie antreibt, was sie umtreibt und was sie überhaupt dazu bringt, sich literarisch zu engagieren.

© Alexander Gumz

© Alexander Gumz

Peter Dietze, geboren 1987 in Dresden, ist Mitherausgeber der randnummer Literaturhefte. Er studierte Geschichte Ostmitteleuropas und Literaturwissenschaft in Erfurt, Ústí nad Labem und Frankfurt/Oder und Angewandte Literaturwissenschaft an der FU Berlin. 2015 erhielt er das Stipendium des Berliner Sentas.
Seit 2012 ist Peter Dietze freier Mitarbeiter und Blog-Redakteur bei unterschiedlichen Projekten vom KOOK Verein.
Zusammen mit Ondrej Buddeus ist Peter Dietze Projektleiter beim internationalen Kooperationsprojekt DISPLEJ, einer Gemeinschaftsplatform von randummer (Berlin, Hamburg) und Literaturzeitschrift Psí víno (Prag).

 

1.) Die letzte Ausgabe von randnummer erschien 2012. Wann dürfen wir mit der nächsten Ausgabe rechnen? Was sind eure Pläne?

Die neue Ausgabe der randnummer kommt im März 2016 – wobei wir eine super-extended-version machen werden, bei der im Rahmen des für uns Machbaren alles ausgereizt wird, was geht. Nummer 5 von 2012 war ja schon ein ziemlicher Klopper, um es mal salopp zu sagen. Und nach einer solch langen Pause haben wir uns einfach gedacht, wir sollten das komplette Projekt neu denken, das Gute behalten, aber eben auch über viele Dinge nachdenken, die wir schon bei der letzten Ausgabe eigentlich anders machen wollten – vor allem in heftästhetischer Hinsicht, also Papier, Schrift, Format etc. Jetzt freuen wir uns auf das neue Heft, das eigentlich ein Buch sein wird, gerade, weil wir eine neue Layouterin gefunden haben, mit der es in jeder Hinsicht super passt und mit der wir gemeinsam die nächsten Ausgaben angehen möchten. weiterlesen…

Learn more about Ondrej Buddeus at Hilda Magazine.

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literaturlabor II in der Lettrétage

Das literaturlabor II lädt im Dezember 2014 und Januar 2015 AktivistInnen der freien Literaturszene der Stadt dazu ein, Texte und AutorInnen, die sie 2014 beeindruckt haben, in der Lettrétage vorzustellen. Acht Berliner VerlegerInnen, RezitatorInnen, ÜbersetzerInnen und VeranstalterInnen gestalten als kuratierende Laboranten besondere Lesungsabende, die sich moderner Präsentationsformen bedienen und dabei vor allem die Arbeit mit den Texten und die Vermittlungsaspekte in den Vordergrund stellen. Jede der acht Versuchsanordnungen legt ihre Handschrift, in diesem Falle die Lesart des Kurators/der Kuratorin, funkenschlagend offen.

Das Literaturlabor II bringt aktuelle Proben frischer Literatur zum Leuchten. Veranstalten ist schreiben ist kuratieren ist lesen. Jede Veranstaltung lebt – der Text als Anfang, und kein Ende in Sicht.

KuratorInnen (angefragt)
Jörg Sundermeier, Verleger Verbrecher Verlag
Valentina Uribe, Redakteurin SAND Journal
Rike Bolte, Veranstalterin Latinale
Denis Abrahams, freier Rezitator
Martin Jankowski, Veranstalter, Autor
Tobias Herold, Veranstalter ausland, Autor
Peter Dietze, Veranstalter, KOOKread
Carolin Beutel, freie Veranstalterin

Pressekontakt: info@lettretage.de

Gefördert von der Berliner Senatsverwaltung für kulturelle Angelegenheiten

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Freitag, 28. Februar 2014, 20:00 Uhr, Eintritt frei!

literaturlabor in der Lettrétage, gefördert vom Berliner Senat

Vor einem Jahr, im Januar/Februar 2013 gründete Nikola Richter den Berliner Digitalverlag mikrotext. Das erste Programm, mit einem Essay von Alexander Kluge und den Statusmeldungen des syrischen Autors Aboud Saeed, fand schnell Aufmerksamkeit. Seitdem erscheinen vierteljährlich zwei Ebooks zu einem gemeinsamen Thema, zwischendurch die Spontanproduktionen namens „shots“. „Zeitgeist für 2,99“, „Ebooks zum Kaffeepreis“ bezeichnete Holger Heimann (Börsenblatt) die Verlagsstrategie.

Wer und was noch so dahinter steckt, erzählen die Verlegerin Nikola Richter und ihre Verlagskollegin Andrea Nienhaus (Cover, Printdesign, Kommunikationsberatung) bei der mikrotext-Geburtstagsfeier natürlich anhand einer Facebookshow.

Dazu bringen mikrotext-Autorinnen und Autoren Texte und andere Kulturgüter mit: Jan Kuhlbrodt liest etwa per Skype aus einem Essay zur Literaturgeschichte des 20. Jahrhunderts, an dem er gerade arbeitet, von Thomas Palzer gibt es Kostproben seines Spam Poetry-Hörspiels, Aboud Saeed erklärt, unterstützt von Sandra Hetzl, wie er zusammen mit seinem syrischen Autorfreund Lukman Derky über Facebookfotos das Literaturverständnis revolutionieren will (vielleicht aber auch etwas ganz anderes), Sarah Khan zeigt Horror. Auftreten werden aber auch Sebastian Christ, Isabel Fargo Cole, Chloe Zeegen. Und vielleicht gibts noch einen Überraschungsgast aus dem Frühjahrsprogramm 2014.

Danach Tanzen mit Musik von DJ Koalblao und DJ Andrea.

Join the digital party! Fesbuk.

Auch unter: www.mikrotext.de oder bei Facebook und twitter.

Mittwoch, 26. Februar 2014, 20:00 Uhr, Eintritt frei!

bei anwesenheit mehrerer schallquellen die schallanteile r̶̶i̶̶c̶̶h̶̶a̶̶r̶̶d̶̶ ̶̶d̶̶u̶̶r̶̶a̶̶j̶̶,̶̶ ̶̶p̶̶e̶̶t̶̶e̶̶r̶̶ ̶̶d̶̶i̶̶e̶̶t̶̶z̶̶e̶̶,̶̶ ̶̶s̶̶i̶̶m̶̶o̶̶n̶̶e̶̶ ̶̶k̶̶o̶̶r̶̶n̶̶a̶̶p̶̶p̶̶e̶̶l̶̶ ̶̶u̶̶n̶̶d̶̶ ̶̶a̶̶n̶̶d̶̶r̶̶e̶̶a̶̶s̶̶ ̶̶b̶̶ü̶̶l̶̶h̶̶o̶̶f̶̶f̶ N.N, N.N., N.N und N.N. im lettrétage literaturlabor

„(…) nichts was meldung nach sich zieht. (…) gedröhn / der ampeln. early bird. in nischen dösig / dieser abakus aus eingerückten tauben / pigeonpigeoff. allseits stellvertreter / eines leerstands. absatzende. stille / weist sich aus. empörungsschlaf der klink. leuchtende kredenz soweit.“ (aus ‘weichbild 404′, s.k.)

zur Veranstaltung kommen?

[Video (c) by Joanna Machenaud]

literaturlabor in der Lettrétage, gefördert vom Berliner Senat

Donnerstag, 6. Februar 2014, 20:00 Uhr, Eintritt 5,- (ermäßigt 4,-)

Ali Hassans Intrige: Lesung mit Nihad Siris & Live-Musik von El Ritmo Arabe

Nihad Siris (1950), geboren und aufgewachsen in Aleppo, gilt als einer der wichtigsten syrischen Gegenwartsautoren. Seit den 80er-Jahren schreibt er Romane, TV-Serien und Dramen. Auf Deutsch erschien zuletzt sein Roman Ali Hassans Intrige (2008, Lenos; auf Englisch The Silence and the Roar), der 2013 mit dem Coburger Rückert-Preis ausgezeichnet wurde. In seinem Heimatland Syrien steht der Roman auf dem Index. Auf Druck der syrischen Regierung verließ Nihad Siris Anfang 2012 das Land und lebt seitdem in Ägypten und den Vereinigten Staaten.

Zur Homepage von Nihad Siris; Bayern 2 über Ali Hassans Intrige; ein Porträt über Nihad Siris in der NZZ.

Nihad Siris liest Auszüge aus seinem Roman auf Englisch – die deutsche Übersetzung liest Tom Bresemann. Im Anschluss an die Lesung gibt es Live-Musik von El Ritmo Arabe.

El Ritmo Arabe nennt sich das Duo aus Lamis Sires und Said Masri, das die Lettrétage an diesem Abend mit Oud und Riq zu rocken gedenkt. Vorbeikommen, überraschen oder hier schon einmal beflügeln lassen!

 

Dienstag, 11. Februar 2014, 20:00 Uhr, Eintritt frei!

Kleine Kassa: Ein Abend mit Martin Lechner

literaturlabor in der Lettrétage, gefördert vom Berliner Senat

Foto (c) by Katja Boldt

Foto (c) by Katja Boldt

Der Berliner Autor Martin Lechner ist ein langjähriger Freund der Lettrétage. Zuletzt verzückte er unser Publikum im vergangenen November mit kurzen Texten – diesmal hat er u. a. einen ganzen Roman im Gepäck! Martin Lechners Roman Kleine Kassa erscheint nur wenige Tage vor seiner Lesung in der Lettrétage. Mit dem Buch beschert uns Lechner nicht nur einen Haufen Provinzbestialität sondern, auch einen Romanerstling, der sich in seiner sprachlichen Virtuosität als ein glänzendes Stück Literatur entpuppt.

Martin Lechner, 1974 geboren, Studium der Philosophie und Literaturwissenschaft an der Universität Potsdam. Seit 2005 zahlreiche Veröffentlichungen in Literaturzeitschriften wie „Bella triste“, „manuskripte“ und „Edit“ sowie der Erzählungen „Bilder einer Heimfahrt“ (2005) und „Larsen“ (2009). Martin Lechner lebt und schreibt in Berlin, „Kleine Kassa“ ist sein erster Roman. Martin Lechner beim Residenz Verlag.

Und so liest sich Kleine Kassa zum Beispiel:

In weniger als achtunddreißtig Sekunden würde er, Georg, der Lehrling von Oskar Spick, durch die Welt laufen, nichts anderes mehr als einer dieser Bettler und Verbrecher, denen der Chef die ausgestreckten Hände am liebsten an den Kopf nageln würde. Immer weiter rückte der Zeiger über die Striche und Zahlen. Die Uhr dicht vor den Augen rannte er durch das Dickicht. Dreißig Sekunden noch. Er preschte durch ein Gebüsch, verhakte sich, stürzte, riss sich frei und rannte über eine Lichtung wellenartig wogender Farne. Noch zehn Sekunden, noch neun, noch acht, sieben, sechs, fünf, vier. Plötzlich verlor er den Halt und rutschte auf einem Teppich öliger Blätter kreischend ins Nichts.

 

 

Donnerstag, 13. Februar 2014, 20:00 Uhr, Eintritt frei!

Im Garten der Willingham: Heike Willingham & Bardo Henning

Eine Veranstaltung der Programmreihe Creative Commons

willingham

… ist eine Performance mit Musik von Bardo Henning und Gedichten von Heike Willingham.

Heike Willingham ist Lyrikerin und Mitherausgeberin der Literatur- und Kunstzeitschrift „Herzattacke„. Durch ihre Gedichte ist der Musiker und Komponist Bardo Henning dem thematischen Faden „Garten“ gefolgt. Daraus ist eine Klanginstallation entstanden, die im Zuge der Veranstaltungsreihe Creative Commons in der Lettrétage von den beiden live performed wird.

Zur Homepage von Bardo Henning; Heike Willingham beim Literaturport.

 

 

Freitag, 14. Februar 2014, 20:00 Uhr, Eintritt frei!

Von der bezahlten Sprengung gängiger Formate: Lesung und Gespräch mit Mara Genschel

literaturlabor in der Lettrétage, gefördert vom Berliner Senat

genschelMara Genschel wertet in einer Lesung die Resultate ihres Blogversuchs im literaturlabor der Lettrétage – das JOURNAL VON DER BEZAHLTEN SPRENGUNG GÄNGIGER FORMATE – aus, das sie im Zeitrahmen vom 13. Januar bis zum 13. Februar 2014 durchführt(e) …

Nach dieser Veranstaltung wird die Autorin ihre Mitwirkung an Lesungen bis auf weiteres einstellen. ( ! )

Mara Genschel, geboren 1982 in Bonn, lebt in Berlin. Studierte an der Hochschule für Musik in Detmold und am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. Veröffentlichte neben einem Gedichtband (2008) und einem Künstlerbuch mit CD (2009) verstreut in Anthologien und Zeitschriften. Außerdem verschiedene kurze Bühnenwerke, Hörstücke und Textfilme (viele davon sind frei einsehbar auf www.hoeherevasen.wordpress.com. Seit 2012 arbeitet sie an ihrem unabhängigen Publikationsprojekt „Referenzfläche„.

 

 

Mittwoch, 19. Februar 2014, 20:00 Uhr, Eintritt frei!

Cocktailparty-Effekt: literaturlabor in der Lettrétage, gefördert vom Berliner Senat

bei anwesenheit mehrerer schallquellen die schallanteile r̶̶i̶̶c̶̶h̶̶a̶̶r̶̶d̶̶ ̶̶d̶̶u̶̶r̶̶a̶̶j̶̶,̶̶ ̶̶p̶̶e̶̶t̶̶e̶̶r̶̶ ̶̶d̶̶i̶̶e̶̶t̶̶z̶̶e̶̶,̶̶ ̶̶s̶̶i̶̶m̶̶o̶̶n̶̶e̶̶ ̶̶k̶̶o̶̶r̶̶n̶̶a̶̶p̶̶p̶̶e̶̶l̶̶ ̶̶u̶̶n̶̶d̶̶ ̶̶a̶̶n̶̶d̶̶r̶̶e̶̶a̶̶s̶̶ ̶̶b̶̶ü̶̶l̶̶h̶̶o̶̶f̶̶f̶ N.N, N.N., N.N und N.N. im lettrétage literaturlabor

 

 

„(…) nichts was meldung nach sich zieht. (…) gedröhn / der ampeln. early bird. in nischen dösig / dieser abakus aus eingerückten tauben / pigeonpigeoff. allseits stellvertreter / eines leerstands. absatzende. stille / weist sich aus. empörungsschlaf der klink. leuchtende kredenz soweit.“ (aus ‚weichbild 404‘, s.k.)

 

 

Donnerstag, 20. Februar 2014, 20:00 Uhr, Eintritt frei!

N. N.: Daniela Seel

literaturlabor in der Lettrétage, gefördert vom Berliner Senat

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Daniela Seel, geboren 1974 in Frankfurt/Main, lebt als Dichterin und Verlegerin von kookbooks – Labor für Poesie als Lebensform in Berlin. Initiierte und organisierte zahlreiche interdisziplinäre und performative Literaturprojekte, meist im Rahmen von KOOK, zuletzt etwa „Bewegungsschreiber. Dichtung trifft Tanz“ und „Sprechende Gänge. KOOKwalks durch Berlin“. Künstlerische Kollaborationen unter anderem mit dem Illustrator Andreas Töpfer, dem Tänzer David Bloom, der Musikerin PLANNINGTOROCK und dem Dichter Rick Reuther. 2011 erschien ihr Gedichtband „ich kann diese stelle nicht wiederfinden“ bei kookbooks.

Daniela Seel bei tumblr und auf Lyrikline.org, wo auch einige Gedichte zu lesen sind.

 

[Foto: Robert Nock]

 

 

 

 

Sonntag, 23. Februar 2014, 20:00 Uhr, Eintritt frei!

Performanz der Teufel: Lesung mit Richard Duraj

literaturlabor in der Lettrétage, gefördert vom Berliner Senat

duraj

Richard Duraj im Bannkreis des Fluches, das Wunder der Faszination auf den Spuren der Jagd nach den verschollenen Gesichtern im Schatten des Erbes

Richard Duraj, Mitte der Achtziger geboren, lebt in Berlin. Veröffentlichungen von Gedichten in Zeitschriften, u.a. randnummer literaturhefte, Edit, Kolik.

 

[ Foto © Valentin Gienger valentingienger.com ]

 

 

Dienstag, 25. Februar 2014, 19:00 Uhr, Eintritt frei!

Menschenseilschaft Halbaffenbeil: Ausstellung – Performance – Lesung

literaturlabor in der Lettrétage, gefördert vom Berliner Senat

menschenseilschaft

Der Muffin ist ein Heuhaufen von Monet! Im Zeichen lichter Bande zwischen Dichtung und Kunst: Die Lyrikerin Sonja vom Brocke hat Künstlerinnen und Künstler zu einer Ausstellung mit Lesung eingeladen. Ein Abend mit Texten, Fotos, Zeichnungen, Gemälden, einer Maibaumattrappe und Tanzbär. Catering: Brod und Wein.

Mit dabei sind:

Rikke Aamann, Anne-Katrin Ahrens, Sarah Bohn, Sonja vom Brocke, André Butzer, Michaela Eichwald, Lisa Herfeldt, Maja Körner, Lina Launhardt, Michele Di Menna, Seda Mimaroğlu, Anne Rößner, Hank Schmidt in der Beek, Frank Stürmer, Thomas Winkler, Ulrich Wulff

 

 

Donnerstag, 27. Februar 2014, 20:00 Uhr, Eintritt 8,- (ermäßigt 6,-)

Diamanten Eddie: Sabine Kray & die Band The Fat City Rollers

Premierenlesung und Party

Sabine Kray erzählt in ihrem Debütroman Diamanten Eddie die Geschichte ihres Großvaters, der zu Wirtschaftswunderzeiten als Juwelendieb ein glamouröses Leben führte. Doch unter der Oberfläche zeichnet sich das Bild eines Mannes ab, der ein Leben Lang gegen den Strudel der Erinnerungen kämpft. Es sind die Erinnerungen an die Erlebnisse als Zwangsarbeiter im Zweiten Weltkrieg, die ihn immer wieder zurück in diesen Abgrund der Geschichte zu reißen drohen.

Sabine Kray, geboren 1984 in Göttingen. Nach dem Studium der Amerikanistik im Jahr 2010 entstand der Roman Diamanten Eddie.

Mehr zur Entstehungsgeschichte des Romans.

 

 

Freitag, 28. Februar 2014, 20:00 Uhr, Eintritt frei!

Der klügste Verlag auf Facebook – mikrotext-1-Jahres-Feier

literaturlabor in der Lettrétage, gefördert vom Berliner Senat

Vor einem Jahr, im Januar/Februar 2013 gründete Nikola Richter den Berliner Digitalverlag mikrotext. Das erste Programm, mit einem Essay von Alexander Kluge und den Statusmeldungen des syrischen Autors Aboud Saeed, fand schnell Aufmerksamkeit. Seitdem erscheinen vierteljährlich zwei Ebooks zu einem gemeinsamen Thema, zwischendurch die Spontanproduktionen namens „shots“. „Zeitgeist für 2,99“, „Ebooks zum Kaffeepreis“ bezeichnete Holger Heimann (Börsenblatt) die Verlagsstrategie.

Wer und was noch so dahinter steckt, erzählen die Verlegerin Nikola Richter und ihre Verlagskollegin Andrea Nienhaus (Cover, Printdesign, Kommunikationsberatung) bei der mikrotext-Geburtstagsfeier natürlich anhand einer Facebookshow.

Dazu bringen mikrotext-Autorinnen und Autoren Texte und andere Kulturgüter mit: Jan Kuhlbrodt liest etwa per Skype aus einem Essay zur Literaturgeschichte des 20. Jahrhunderts, an dem er gerade arbeitet, von Thomas Palzer gibt es Kostproben seines Spam Poetry-Hörspiels, Aboud Saeed erklärt, unterstützt von Sandra Hetzl, wie er zusammen mit seinem syrischen Autorfreund Lukman Derky über Facebookfotos das Literaturverständnis revolutionieren will (vielleicht aber auch etwas ganz anderes), Sarah Khan zeigt Horror. Auftreten werden aber auch Sebastian Christ, Isabel Fargo Cole, Chloe Zeegen. Und vielleicht gibts noch einen Überraschungsgast aus dem Frühjahrsprogramm 2014.

Danach Tanzen mit Musik von DJ Koalblao und DJ Andrea.

Join the digital party!

Auch unter: www.mikrotext.de oder bei Facebook und twitter.

 

bei anwesenheit mehrerer schallquellen die schallanteile r̶̶i̶̶c̶̶h̶̶a̶̶r̶̶d̶̶ ̶̶d̶̶u̶̶r̶̶a̶̶j̶̶,̶̶ ̶̶p̶̶e̶̶t̶̶e̶̶r̶̶ ̶̶d̶̶i̶̶e̶̶t̶̶z̶̶e̶̶,̶̶ ̶̶s̶̶i̶̶m̶̶o̶̶n̶̶e̶̶ ̶̶k̶̶o̶̶r̶̶n̶̶a̶̶p̶̶p̶̶e̶̶l̶̶ ̶̶u̶̶n̶̶d̶̶ ̶̶a̶̶n̶̶d̶̶r̶̶e̶̶a̶̶s̶̶ ̶̶b̶̶ü̶̶l̶̶h̶̶o̶̶f̶̶f̶
N.N, N.N., N.N und N.N. im lettrétage literaturlabor

Literatur ist ein Kommentar zur Welt, indem sie Realitäten erzeugt. Literaturvermittlung ist der Schlüssel zu diesen Lebenswelten. In einer Gesellschaft im Wandel muss sie sich immer wieder hinterfragen, um lebendig zu bleiben. Die sprichwörtliche ‚Wasserglas-Lesung‘ mit dem Autor auf dem Podium und den Zuhörern im Publikum zieht räumliche Grenzen und setzt eine (Gesprächs-)Hierarchie voraus: Autor, Moderator, Publikum haben fest zugewiesene Rollen. Der Autor wird als Autorität zur Erklärung seines Textes herangezogen, seine Interpretationshoheit gilt zumeist als unstrittig. Der Lesungsbesucher bleibt dabei in der Regel passiver Zuhörer in einer räumlichen Frontalsituation. Konventionalisierte Abläufe und Rollen lassen das konkrete Geschehen der literarischen Lesung absehbar werden. Doch gerade produktive Störungen provozieren Momente persönlicher Auseinandersetzung, in denen Literatur zu wirken beginnt.

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Projektteam bei der Arbeit (Christian, Peter, Katharina)

Wie kann eine solche lebendige Literaturvermittlung heute konkret aussehen? Welche Bilder können entstehen, die die ästhetische Faszination am Gegenstand Literatur vermitteln? Welche Potentiale in der öffentlichkeitswirksamen Außendarstellung von Literatur können dadurch erschlossen werden? Und wie kann in der Kulturmetropole Berlin eine solche lebendige Literaturvermittlung zugleich integrativ wirken, wenn sie auch junge Leser für die Literatur gewinnen und schon im Schüleralter als mündige Akteure in das vielfältige und internationale Kultur-Leben der Stadt integrieren will? weiterlesen…