Archiv: Saskia Trebing

Mittwoch, 15. Februar, 20:00 Uhr (Eintritt 5,-/erm. 4,-)
Idealismus und Kulturpräkariat
Buchpräsentation, Diskussion und Lesung

Wie sieht die junge, zeitgenössische Literaturpräsentation aus? Welche Personen stehen dahinter? Und wird das eine zeitlich begrenzte Randerscheinung, eine Subkultur, bleiben – oder bildet sich hier bereits die Literaturszene der Zukunft?

In den vergangenen Jahren haben sich zahlreiche unabhängige Literaturprojekte im gesamten deutschsprachigen Raum entwickelt. Diese Bewegung versucht die in Buchform erschienene Studie Idealismus und Kulturpräkariat zu fassen: Sieben repräsentative Vertreter*innen dieser neuen, breiten Bewegung werden in Fallstudien vorgestellt, ihre individuellen Ansätze und gemeinsamen Probleme offengelegt. In drei Essays beleuchten Max Czollek, Marko Dinic und Josef Kirchner verschiedene regionale und interdisziplinäre Ausprägungen, stoßen auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede, Probleme und Lösungsansätze. In der Diskussion mit Vertreter*innen zeitgenössischer Berliner Literaturprojekte loten wir den Status quo der Literaturpräsentation aus, zeigen mögliche Probleme auf und werfen den Blick in die Zukunft: Was könnten Strategien sein, um gemeinsam junge Literatur am besten zu fördern? Lesungen von Autor*innen der einzelnen Projekte ergänzen das Programm – es lesen Lars Werner, Rudi Nuss und Tobias Roth.
Einführung in das Thema – Josef Kirchner Keynote: Gedanken zur neuen deutschen Gegenwartslyrik – Max Czollek Diskussion: Gegenwart und Zukunft zeitgenössischer Literaturprojekte

Moderation Josef Kirchner, mit

  • Anneke Lubkowitz (Sachen mit Woertern)
  • Malte Abraham (Kabeljau und Dorsch)
  • Max Czollek (Babelsprech)
  • Jo Frank (Verlagshaus Berlin)
  • Saskia Trebing (54stories)

Nach der Pause:

Lesung Tobias Roth (Verlagshaus Berlin, Mosaik)
Lesung: Rudi Nuss (Sachen mit Woertern)
Lesung: Lars Werner (Kabeljau und Dorsch)

12.12. | 54stories

Tom Bresemann —  16. November 2016 — 1 Kommentar

Montag, 12. Dezember 20:00 Uhr (Eintritt frei)
54stories
Lesung mit Annelyse Gelman, Gerasimos Bekas, Ruth Herzberg, Sarah Berger und Svenja Viola Bungarten.

Es gibt nie genug Geschichten. Unter diesem Grundsatz haben Saskia Trebing und Tilman Winterling auf ihrer Online-Plattform einen Prosa- und Lyrikschatz angehäuft. Ab dem 1. Dezember erscheint dort wieder jeden Tag ein handverlesener Text im literarischen Adventskalender. Am 12.12.2016 verlässt das Projekt das Internet und landet als Lesung in der Lettrétage. Dabei sind die New Yorker Lyrikerin Annelyse Gelman, der Open-Mike Finalist und Theaterautor Gerasimos Bekas, die Berliner Kolumnistin und Bloggerin Ruth Herzberg und die Fotografin und Miniaturenautorin Sarah Berger. Szenisches kommt von Svenja Viola Bungarten, Redakteurin des STILL Magazins. Gelesen werden Texte aus dem Adventskalender sowie bisher noch ungeöffnete Geschichtenpäckchen. Soweit wir schon mal hineinspionieren durften, könnten sich darin deutsche Taschenuhren, nackte Körper auf Motorhauben und ein Ausflug ans Meer verstecken.

 

Gerasimos Bekas, geboren 1987, lebt als Autor und Theatermacher in Berlin und Athen. Von zdf.kultur wurde er 2013 als Autor für die Produktion „Radikal Büchner“ im Bauhaus Dessau ausgewählt. 2013/14 war er Teil der Bayerischen Akademie des Schreibens des Literaturhauses München. 2014 gewann er den taz-Publikumspreis beim 22. open mike in Berlin. Aktuelle Produktionen: „Glitsch-Gott“ (Maxim Gorki Theater, 2015), „G for Gademis“ (Griechisches Nationaltheater -1, 2015) und „Das große Wundenlecken“ (Theater Augsburg, 2016/17).

© Stefan Loeber

 

Sarah Berger, geb. 1985, studierte in Heidelberg Philosophie, lebt und arbeitet in Berlin, schreibt Kurzprosa auf ihrem eigenen (www.milchhonig.net) und anderen Blogs und Romane für die Schreibtischschublade. 2016 ist sie die Gewinnerin des Publikumspreises des Wiener Werkstattpreises für junge Literatur.

 

 

Svenja Viola Bungarten, 1992 geboren, lebt und arbeitet in Berlin und studiert Szenisches Schreiben an der UdK. Eine ihrer Geschichten wurde in der BELLA triste #42 veröffentlicht. Sie gewann mit ihrem Libretto POST NUCLEAR LOVE den Berliner Opernpreis 2016 und ist für den Retzhofer-Drama-Preis 2017 nominiert.

© Martina Thalhofer

 

Ruth Herzberg wurde in Berlin geboren. Sie studierte Drehbuch und Filmdramaturgie in Babelsberg. Ruth lebt in Berlin, tritt gelegentlich auf Lesebühnen auf und schreibt regelmäßig auf www.frauruth.de. Sie veröffentlichte Kolumnen in der Berliner Zeitung, auf der Website der Volksbühne und debütierte August 2015 bei mikrotext mit: „Wie man mit einem Mann glücklich wird. Beobachtungen.“

 

 

Annelyse Gelman, geboren in Kalifornien, ist Lyrikerin und Musikerin und lebt derzeit in Berlin. Ihre Gedichte sind unter anderem im New Yorker erschienen, ihr Lyrikband „Everyone I know is a Stranger To Someone“ war für den Believer Poetry Award nominiert.

 

 

 

Tilman Winterling (jetzt Hamburg) und Saskia Trebing (jetzt Berlin) stammen beide aus dem hessischen Bad Hersfeld und haben schon im Deutsch-Grundkurs ausgiebig über Literatur debattiert. Seit Dezember 2014 betreiben die beiden die Online-Plattform 54stories, die die namensgebenden 54 Geschichten längst überschritten hat. Tilman ist Rechtsanwalt und bloggt an vielerlei Orten über Literatur. Saskia studiert Kunst und Literaturwissenschaften und schreibt selbst Kurzprosa.

www.54stories.dewww.54books.de

In der Reihe „5 Fragen an…“ stellen wir Berliner LiteraturaktivistInnen vor. Ob AutorInnen, VerlegerInnen, VeranstalterInnen – mit uns sprechen sie darüber, was sie antreibt, was sie umtreibt und was sie überhaupt dazu bringt, sich literarisch zu engagieren.

Die Online-Plattform 54stories betreibt Saskia Trebing gemeinsam mit Tilman Winterling. Was als Adventskalender mit 24 Kurzgeschichten begann, hat sich zu einem Fundus an 54 Texten unterschiedlicher Autoren entwickelt. Nun wagt sich das Team von 54stories auf die Lesebühnen und präsentiert die Texte einem Live-Publikum.

Gab es für dich ein Erlebnis, nach dem du beschlossen hast, dich literarisch zu engagieren – wann und wie ist der Funke übergesprungen?

S.T.: Das war eigentlich weniger ein Erlebnis als vielmehr ein längerer Prozess. Ich habe Schreiben zunächst als rein professionelles Werkzeug kennengelernt und benutzt. Literatur gab es für mich eigentlich außerhalb von Büchern nicht. Als ich dann nach Berlin gezogen bin, habe ich hier die freie Szene entdeckt und bemerkt, dass es noch so viel mehr Literatur gibt, die nicht bloß zwischen zwei Buchdeckeln stattfindet. weiterlesen…

Lesung mit AutorInnen der Online-Plattform 54stories.

„Es gibt nie genug Geschichten.“ Dies dachten sich im Dezember 2014 auch der Literaturblogger Tilman Winterling und die Autorin Saskia Trebing und gründeten die Online-Plattform „54stories“. Inzwischen haben sich auf der Seite die titelgebenden 54 Autorinnen und Autoren verewigt, und der entstandene Lyrik- und Prosa-Schatz wird nun auch außerhalb des Internets gehoben. weiterlesen…

brauseMittwoch, 7. Mai, 20 Uhr

Brause und Asphalt.

Abendbaustelle in Text – Bild – Ton

 

mit Michael Kolja Kölling, Saskia Trebing, Valentin Moritz (alle drei Text), Jan Franke (Bild), Tobias Münzer aka Radarfilm (Ton)

und dem göttlichen Denis Abrahams – hier in einem Mini-Sneak-Preview:

 

 

Gib mir  mehr Info dazu, büdde!

20:00 Uhr, Eintritt frei

Abendbaustelle in Text – Bild – Ton
Programmreihe literaturlabor

brauseEinige Momente lang werden sie noch leuchten, die Fassaden, wie im Zoologischen die Augen der Kinder. Und noch einige Momente lang werden auch die aufgeschäumten Pflasterfugen glänzen im Frühlingsregen, bevor sie darüber und über uns fegen die Schuttstaubwellen, so dass wir meinen, Brückenköpfe rollen zu sehen wie kantiges, ungeschicktes tumbleweed durch uns‘re Straßen, und wir meinen, es nun doch mit der Angst bekommen zu müssen, ein wenig vielleicht – noch einige Momente lang werden sie also aufschimmern, die Straßen, und ärger, noch ärger erstrahlen, doch dann verschütten die Weingläser die Leute und wir alle zeigen mit Fingern, von den Bäumen und Dächern stoßen sich Krähen in den Himmel, die Muttis schließen die Fenster, des Schalls, des Rauchs, der mühsam erzählten Erbsenlandschaft, des zerfetzten Geflechts da draußen wegen – aber die Stahlträger wiegen lustig im Wind, lecken sich die Sollbruchstellen und alsbald rauschen schon die Autos wieder.

Drei Figuren dreier Geschichten unterwegs in einer Stadt, wo man sich die eigene Formverlorenheit ins Ohr zu nuscheln nicht getraut, die Rauchzeichen nicht zu deuten weiß. Eingebettet in Gezeichnetes und Getöntes, verlaufen die Geschichten an diesem Abend zu Flecken über der Struktur deines Bauarbeiterhemds, mit Abrissbirnenparty und Konzert.

Michael-Kolja-KoellingMichael Kolja Kölling, geboren 1986, studiert in Berlin Regenerative Energiesysteme. Er organisiert regelmäßig Lesungen und hat unter dem Namen Demotape – Zehn kurze Kurzgeschichten für die nächste Sitzblockade zwei Anthologien herausgeben. 2013 erschienen zwei seiner Kurzgeschichten in Zeitschriften, und Anfang 2014 gewann er den Jurypreis des Wettbewerbs zum 15jährigen Bestehen der Samuel-Fischer-Gastprofessur der FU Berlin.

 

 

Saskia_TrebingSaskia Trebing, geboren 1987 im osthessischen Bad Hersfeld, absolvierte ihr Zeitungsvolontariat bei der Hessischen Niedersächsischen Allgemeinen in Kassel und lebt als Studentin der Skandinavistik und Kunstgeschichte sowie als Kunstvermittlerin und freie Journalistin in Berlin. Neben den Geschichten zum Broterwerb verfasst sie Prosatexte, die nicht auf Zeitungsseiten, sondern auf Lesungen ihre Zuhörer vermuten.

 

 

Valentin_MoritzValentin Moritz wurde 1987 in Niederdossenbach geboren. Folglich zwanzig Jahre später Studium in Berlin. Germanistik, Hispanistik, Literaturwissenschaft. 2012 Teilnehmer des vom Peter-Szondi-Instituts ausgerichteten Autorenkollegs bei Rainald Goetz. Seitdem auf kleineren Berliner Lesebühnen zu Hause, als Gast, Organisator und als Lesender. Freut sich über erste Veröffentlichungen in Literaturzeitschriften.

 

 

radarfilm2Tobias Münzer aka Radarfilm, geboren 1986, ist Musiker, Elektronikingenieur und Mensch in Berlin. Er kombiniert elektronische Klänge zu einer Mischung aus Acid, Ambient und Emotionen. Er veröffentlichte das Album „Hinter der Wahrheit“ (2007) sowie „7 not danceable dancetracks“ (2009). Er spielt live mit analogen, teils selbst gebauten Instrumenten und ist Mitglied der Experimental/Noise-Band „Phantom Crunch“.

Soundbeispiele auf http://radarfilm.net

Jan_FrankeJan Franke, 1987 in Berlin geboren, studierte Bildende Kunst und Französisch auf Lehramt an der Universität der Künste und der Freien Universität in Berlin. Im kunstwissenschaftlichen Rahmen setzt er sich seit längerem mit der Rekonstruktionspraxis im Städtebau auseinander. Seine künstlerischen Arbeiten waren u. a. in den Ausstellungen „Projekt für die Gegenwart“ und „a minute is not a minute“ in Berlin sowie in „Fragments of an Unknown City“ in Sankt Petersburg zu sehen.