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Juli 2017



Donnerstag bis Sonntag, 06. bis 09. Juli 2017, Vernissage und Finissage 19:00 Uhr, dazwischen begehbar (Eintritt frei)
Modificating Singularity
Ausstellung im Rahmen der Osteuropatage


Die große Völkerwanderung liegt weit in der Geschichte zurück. Tatsächlich? Und wie aktuell ist der Begriff „Volk“ oder gar „Nation“? Wir wurden im Land X geboren, leben in Y und ziehen aus beruflichen Gründen in das Land Z um. Heute werden solche Lebenswege immer mehr zum Normalfall. Auf diesen Wegen verändert sich auch die Singularität der Gesellschaft und mit ihr die Singularität von einzelnen Menschen. Vor allem Künstler_innen sind sehr sensibel, was die Veränderung von sozialen Strukturen angeht. Dabei sind sie auch nur Menschen und in ihrer Welt tritt die Pluralität an die vorderste Stelle. Singularität im Wandel. Nichts ist konstant. Die Gesellschaft und mit ihr die Kunst sind ein Spiegel davon, ganz gleich, ob es um Herkunft, Muttersprache, Geschlecht oder die Seele geht. Wir sind im 21. Jahrhundert. Modificating Singularity zeigt die subjektive Wahrnehmung der Künstler_innen, wie sie diese Veränderungen erleben und wie sie sich selbst modifizieren.

Akteure

Boriana Pertchinska
ist 1974 in Sofia, Bulgarien geboren. 2009 zog sie nach Deutschland. Sie lebt und arbeitet heutzutage in Berlin. Sie hat eine Magistratur in Wandmalerei von der Nationalen Kunstakademie in Sofia, Bulgarien.Ihre Arbeiten bewegen sich zwischen Abstraktion und konkreter Form, wozu ihr Strukturen aus der Natur als Inspirationsquelle dienen. Technisch orientiert Pertchinska sich an den Arbeiten der „alten Meister“. Sie experimentiert auf der Basis dieser Techniken, die sie in ihre Handschrift interpretiert.

Desislava Deneva ist 1966 in Sofia, Bulgarien geboren. Sie hat Wandmalerei an der Nationalen Kunstakademie in Sofia absolviert und arbeitet auf dem Gebiet der Malerei, Grafik und Wandmalerei. Sie ist Mitglied der Union der bulgarischen Künstler. Desi Deneva hat ihre neue Ausstellung, die sie 2017 im Bulgarischen Kulturinsitut Berlin presentiert , „Die Naturgeschenke“ benannt. Es ist eine Art Allegorie der Frau verstanden als die ewige Eva, die Vitalität und Fruchtbarkeit verkörpert.

Marc Lingk ist 1964 in Berlin geboren. Er studierte Physik an der Technischen Universität Berlin und absolvierte ein Studium der Komposition an der Hochschule der Künste Berlin. Er komponierte Musikstücke für den Konzertsaal, Theater-, Tanztheater- und Filmmusiken und entwickelte elektronische und informatische interaktive Klanginstallationen und Klangobjekten in der Zusammenarbeit mit bildenden Künstlern. An der Ausstellung „Transforming Identities“ wird er mit dem Klangobjekt „Sprachbox“, einem interaktiven Klangkunst-Objekt teilnehmen.

Joanna Hofbauer, 1971 in Polen geboren, ist Absolventin der Oberschule für Künste „Constantin Brancusi“ in Stettin / Polen. Mit Ihren Bildern verarbeitet sie den Traum von idealen Werten, Proportionen und Schönheit. Die Darstellung des weiblichen Körpers mit seiner naturgegebener Vollkommenheit und Schönheit bildet den Schwerpunkt ihrer Malerei. Ihre Arbeiten befinden sich in privaten Sammlungen in Polen, Österreich, Tschechien, den USA und Deutschland.

Aleksandr Keller ist 1989 in Samarkand, Usbekistan geboren und zog mit 16 mit seiner Familie nach Deutschland. Er beschäftigt sich mit der Malerei und der Bildhauerei, etwa veranstaltete er zwischen 2013 und 2014 zwei erfolgreiche Soloausstellungen in der Galerie „playing with eels“ in Berlin.

Marie-Thérèse Schreiber ist 1991 in Berlin geboren und lebt immer noch dort. Nach ihrem ersten Studium der Politikwissenschaft und Philosophie entschied sie sich, Europastudien mit dem Schwerpunkt Osteuropa zu studieren. Philosophisch ist ihr daran gelegen, Strukturen und Logiken zu erkennen, die alle Menschen miteinander teilen, die bei aller Transformation konstante Größen bleiben. Dies spiegelt sich in ihrer künstlerischen Arbeit wieder.

Diese Veranstaltung findet im Rahmen der Osteuropa-Tage Berlin 2017 statt. Das Festival ist eine Initiative von Städtepartner Stettin e.V. und der Städtepartnerschaft Kreuzberg




Freitag, 07. Juli 2017, 20:00 Uhr (Eintritt 5,- / erm. 4,-)
textes en route: Zum 10-Jährigen Jubiläum des Literaturinstituts Biel
Lesung und Gespräch mit Thomas Flahaut, Paula Fürstenberg, Matthias Nawrat und Lorena Simmel


„Es passiert ja auch immer etwas, wenn nichts passiert“, lautete einst der knappe Kommentar eines Dozenten an eine Studierende, die eine sogenannte Schreibkrise hatte. Inzwischen ist das Literaturinstitut in Biel 10 Jahre alt. Und es ist dann doch eine Menge passiert. Rund hundert Absolventen hat es hervorgebracht, viele von ihnen haben bei namhaften Verlagen publiziert und Preise erhalten. Das Schweizerische Literaturinstitut ist zu einer festen Größe in der deutschsprachigen Literaturlandschaft geworden. Aber was (ver)lernt man eigentlich genau an einem Literaturinstitut? Und wie lebt und schreibt es sich fort nach drei Jahren im abgeschiedenen Biel/Bienne?

Die Jubiläumstournee „textes en route“ findet ihren Abschluss in der Berliner lettrétage. Lesung und Gespräch mit Thomas Flahaut, Paula Fürstenberg, Matthias Nawrat und Lorena Simmel, Moderation: Aurélie Maurin. Mit großzügiger Unterstützung der Ernst Göhner Stiftung und Pro Helvetia.

Matthias Nawrat, 1979 im polnischen Opole geboren, zog als Zehnjähriger mit seiner Familie nach Bamberg um. Er studierte in Freiburg und Heidelberg Biologie, danach am Schweizer Literaturinstitut in Biel. Für seinen Debütroman „Wir zwei allein“ (2012) erhielt er u.a. den Adelbert-von-Chamisso-Förderpreis, sein Roman „Unternehmer“ (2014), für den Deutschen Buchpreis nominiert, wurde u.a. mit dem Kelag-Preis und dem Bayern 2-Wortspiele-Preis ausgezeichnet. «Die vielen Tode unseres Opas Jurek» (2015), sein dritter Roman, brachte ihm den Förderpreis des Bremer Literaturpreises sowie die Alfred Döblin-Medaille ein. Matthias Nawrat lebt in Berlin.

Lorena Simmel, geboren in Fribourg (CH), aufgewachsen in der Schweiz, studierte am Schweizerischen Literaturinstitut in Biel/Bienne, sowie an der Humboldt-Universität zu Berlin und in Warschau.

Paula Fürstenberg, Jahrgang 1987, wuchs in Potsdam auf. Nach einem zweijährigen Aufenthalt in Frankreich studierte sie von 2008 bis 2011 am Schweizerischen Literaturinstitut in Biel. Seither lebt, schreibt und studiert sie in Berlin. Ausgezeichnet wurde sie u.a. mit dem Hattinger Förderpreis für Junge Literatur und dem Arbeitsstipendium des Landes Brandenburg; 2014 war sie Stipendiatin der Autorenwerkstatt am Literarischen Colloquium Berlin. Ihr Debütroman »Familie der geflügelten Tiger« erschien 2016 bei Kiepenheuer & Witsch.

Thomas Flahaut wurde 1991 in Montbéliard (F) geboren. Er lebt, studiert und arbeitet in Lausanne, wo er das literarische Kollektiv „Hétérotrophes“ mitbegründet hat. Sein Debütroman „Ostwald“ erscheint im August 2017 im Pariser Verlagshaus éditions de l’Olivier.

Aurélie Maurin lebt in Berlin als freie Literaturvermittlerin, Kuratorin und Moderatorin sowohl für Institutionen (u.a.Haus für Poesie, Haus der Kulturen der Welt) als auch für zahlreiche Einrichtungen der freien Szene (u.a. Kookread, Ausland). Seit 2016 ist sie als Jurorin des Berliner Senats für die City Tax-Kulturmittel tätig und stellvertretende Vorsitzende des „Netzwerks der freien Berliner Literaturszene“ sowie Sprecherin für die Koalition der Freien Szene Berlin. Seit zwölf Jahren leitet sie die internationale Übersetzungswerkstatt „Versschmuggel“ und ist Mitherausgeberin der gleichnamigen Buchreihe (Verlag das Wunderhorn). Sie ist Publikationsdirektorin der deutsch-französischen Literaturzeitschrift „la mer gelée“, Literaturübersetzerin und auch Musikerin.








Montag, 10. Juli 2017, 20:00 Uhr (Eintritt 5,- / erm. 4,-)
The Short Story Project
Launch-Lesung mit David Wagner, Nora Bossong und Denis Abrahams


Kuratiert | Mehrsprachig | Online

The Short Story Project ist ein von einer israelischen Non-Profit-Organisation finanziertes digitales Magazin, das sich dem Genre der Erzählung verschrieben hat. Jede Woche werden meist junge internationale Stimmen veröffentlicht und ins Englische, Spanische und Hebräische übersetzt.
http://www.shortstoryproject.com/de/.

Die Seite funktioniert über Empfehlungen von Leuten aus der Literaturszene. Zum Start der deutschen Seite liest Denis Abrahams Arno Schmidts Erzählung „Trommler beim Zaren“, empfohlen von Nora Bossong, sowie Volker Zastrow, „Ein Abend mit Extralänge“, empfohlen von David Wagner. Nora Bossong und David Wagner lesen eigene Texte und geben Auskunft zu ihrer Textauswahl.




Dienstag, 18. Juli 2017, 18:00 Uhr (Eintritt frei)
Try-Out CON_TEXT VII: memory foam
Mit Rike Scheffler und Jochen Roller

In einem sensorischen Raum inszenieren die Lyrikerin
Rike Scheffler und der Choreograf Jochen Roller Text als raumklangliches und haptisches Ganzkörpererlebnis. Das Berliner Publikum ist herzlich zu einem öffentlichen Try-Out am 18. Juli eingeladen: Während des Testlaufs können die Teilnehmer*Innen die Installation erproben und den Künstler*innen ihr Feedback geben!
Die finale Veranstaltung "memory foam" findet am darauffolgenden Mitwoch, den 19.07., statt.

CON_TEXT wird gefördert durch die Senatsverwaltung für Kultur und Europa.






Mittwoch, 19. Juli 2017, 20:00 Uhr (Eintritt frei)
CON_TEXT VII: memory foam
Mit Rike Scheffler und Jochen Roller

Bei der siebten Auflage unserer Reihe CON_TEXT trifft der Choreograf und Tänzer
Jochen Roller auf die Autorin Rike Scheffler: In einem sensorischen Raum inszenieren sie Text als raumklangliches und haptisches Ganzkörpererlebnis. Die Besucher werden von Hosts/Hostessen in die begehbare Installation und zurück geleitet. Die Veranstaltung findet auf deutsch statt.

Die Veranstaltungsreihe CON_TEXT vesucht das Format Lesung neu zu denken und zu thematisieren. Jeweils ein/e Autor/in und ein/e Künstler/in einer anderen Sparte erarbeiten gemeinsam eine Woche lang in der Lettrétage ein interdisziplinäres Veranstaltungsformat. TänzerInnen, MusikerInnen, Bildende und Darstellende KünstlerInnen sowie FilmemacherInnen sind die künstlerischen PartnerInnen der AutorInnen. Ausgehend vom literarischen Text entwickeln die KünstlerInnen-Tandems interdisziplinäre Formate und thematisieren dabei den Prozess der gemeinsamen Arbeit. Die so entstehende literarische Veranstaltung wird als ein eigenes, weit über die bloße Textpräsentation hinausgehendes, künstlerisches Werk begriffen. Die KünstlerInnen arbeiten ohne inhaltliche Vorgaben, der Prozess ist ergebnisoffen.

Insgesamt finden zehn Abendveranstaltungen und eine Abschlußkonferenz statt. Zu jeder Veranstaltung erscheinen vorab ein Interview mit einem Experten und im Nachhinein eine kurze filmische Dokumentation im Lettrétagebuch. Dort findet sich auch weitere Information zur Veranstaltungsreihe und zu den beteiligten KünstlerInnen und Veranstaltungsterminen.

CON_TEXT wird gefördert durch die Senatsverwaltung für Kultur und Europa.




© Claudio Puntin
Rike Scheffler ist Lyrikerin, Künstlerin und Performerin. Sie ist in Berlin geboren und verbindet in ihren Arbeiten Sprache, Musik und Performance. Sie veröffentlicht Gedichte in Zeitschriften und Anthologien, oder baut mit ihnen szenisch-musikalische Sprach/Klang/Rauminterventionen, in denen Wahrnehmungs- und Erlebnisweisen hinterfragt und geöffnet werden.





© Thomas Marek
Jochen Roller, geboren 1971 in West-Berlin, studierte Angewandte Theaterwissenschaft in Giessen und Choreografie am Laban Centre in London. Er choreografierte bisher über 50 Arbeiten für Bühnen, Galerien, Mode und Film. Seine Bühnenproduktionen touren in Europa, Nahost, Asien und in der Pazifikregion. Die dreistündige Solo-Trilogie „perform performing“ (2002-2004) wurde 147 Mal aufgeführt und 2009 vom Auktionshaus Christie’s in Hamburg versteigert.






Freitag, 21., bis Dienstag, 25. Juli 2017, Vernissage 21.07., 19:00 Uhr (Eintritt frei)
Das Tor der Verwandlung
Ausstellung mit Nune Arazyan, der „Schule des Südens“, Vladimir Egorov und Svetlana Veselova


© Nune Arazyan
Auch hundert Jahre nach der russischen Revolution von 1917 bleibt das Ereignis einer der faszinierendsten Fixpunkte der modernen Geschichte. Die radikale Umbruchsästhetik des Ereignisses, die in den 1920er Jahren bereits Schriftsteller wie Alexander Blok zu kreativer Höchstleistung anspornte, zieht auch Nune Arazyan an. Die Petersburger Künstlerin verfolgt in ihrer Ausstellung „Das Tor der Verwandlung“ gemeinsam mit der KünstlerInnengruppe „Schule des Südens“ sowie Vladimir Egorov und Svetlana Veselova das Motiv des Bruchs zwischen Vergangenheit und Zukunft. Die drängendste Frage der Revolution, so Arazyan, sei die Frage nach der Möglichkeit des Ausbruchs aus der Unterordnung unter die Vergangenheit. Dementsprechend wird in „Das Tor der Verwandlung“ nach neuen Verknüpfungen gesucht. In einer eigens vor Ort angefertigten drehbaren Installation werden scheinbar klar einander zugeordnete Fragmente auseinandergerissen, nur um darauf gänzlich neu zusammengefügt zu werden. Sind kausale Verknüpfungen also wirklich so eindeutig wie sie scheinen? Oder ist auch der Verlauf der Geschichte Feld radikaler Neuinterpretationen? Zum 100-jährigen Jubiläum der russischen Revolution drängen sich diese Fragen auch im Programm der Lettrétage auf.

© Vladimir Egorov
Nune Arazyan ist eine in Sankt Petersburg und Berlin lebende Künstlerin, Kulturwissenschaftlerin und Schriftstellerin. Arazyan ist Absolventin des drei bis fünfjährigen Schulzentrums des wohl bedeutendsten Kunstmuseums der russischsprachigen Welt, der Sankt Petersburger Ermitage. Ihre Werke hängen außerdem in Museen in Moskau, Frankfurt, Lissabon und Zagreb. Im letzten, für Nune sehr geschäftigen Jahr erschien ihr Gedichtband „Im Labyrinth der Freiheit“. Außerdem installierte sie die Ausstellung „Auf der Suche nach Zuflucht“ in Sankt Petersburg und konzipierte die Performance „Wir können es wiederholen… Nietzsche in Russland“, die sie in Velikij Novgorod zur Aufführung brachte. (Titel v. d. Red. aus dem Russischen übersetzt)






Montag, 31. Juli 2017, 20:00 Uhr (Eintritt 5,- / erm. 4,-)
Asemische Dialoge
Mit Tomomi Adachi und Jaap Blonk


Asemische Dichtung (Dichtung ohne semantische Bedeutung) tauchte als Kunstform erstmals vor rund 100 Jahren, in den frühen Avantgarde-Bewegungen des 20. Jahrhunderts wie Dada, Futurismus und Konstruktivismus, auf.
Tomomi Adachi und Jaap Blonk haben sich intensiv mit dem Material aus dieser Zeit auseinandergesetzt und es immer wieder neu präsentiert. Texte von Kurt Schwitters, Hugo Ball, Raoul Hausmann, Welimir Chlebnikow und – in Tomomis Adachis Fall auch von frühen japanischen Autoren – brachten sie zur erneuten Darbietung.

Trotzdem sind beide Performer auch einen Schritt weiter gegangen und haben ihre eigene Ausdrucksweise in diesem Bereich entwickelt. Sie spielen mit spontaner und strukturierter, manchmal auch computergenerierter Sprache und beleben dieses Spiel durch umfangreiche Erkundungen der Komplexen Phonetik und zeitgenössischen Klangverarbeitung. Mit dem kreativen Einsatz von Live-Elektronik erweitern sie ihre Arbeit fortwährend. Unterstützt durch ihre starke Bühnenpräsenz sprengt die Aufführung die Grenzen von Poesie und Musik, Text und Klang, Komposition und Improvisation, Akustik und Elektronik.

© naya collective
Tomomi Adachi ist Künstler, Komponist, Klang- und visueller Poet sowie Instrumentenbauer. Er ist bekannt für seinen vielseitigen Stil, führt seine eigene Stimme und außerdem elektronische Stücke, Klangpoesie, improvisierte Musik und Gegenwartsmusik auf. Er hat standortspezifische Kompositionen, Kompositionen für klassische Ensembles und Chorstücke für ungeschulte Musiker geschrieben und an den verschiedensten Orten der Welt, einschließlich der Tate Modern, dem Festival MaerzMusik, dem Centre Pompidou, dem Poesiefestival Berlin und dem Walker Art Center präsentiert. Adachi arbeitet mit selbst hergestellten Instrumenten, Twitter-Texten und sogar paranormalen Phänomenen. Als der einzige japanische Performer für Klangpoesie führte er 1996 Kurt Schwitters ‚Ursonate‘ als japanische Premiere auf. Seine CDs sind bei den Labels Tzadik, Omegapoint und naya records erschienen. Adachi war Gast des Artists-in-Berlin Programm des DAAD im Jahre 2012.

© Etang Chen
Jaap Blonk (geboren 1953 in Woerden, Niederlande) ist Komponist, Dichter, Musiker und Performer. Sein Studium der Physik, Mathematik und Musikwissenschaft brach er ab und begann, Saxophon zu spielen und zu improvisieren. In den frühen 80er Jahren entdeckte er sein stimmliches Potenzial und experimentierte fortan über Jahre mit Phonetik und den Möglichkeiten der menschlichen Stimme. Heute ist er ein Spezialist für das Kreieren und Aufführen von Lautpoesie. Er tritt weltweit auf und gibt regelmäßig Workshops. Mit dem Einsatz von Live-Elektronik hat der Spielraum und die Reichweite seiner Arbeit eine beträchtliche Erweiterung erfahren. Von seinen Lautpoesie-Partituren hat er darüber hinaus ein eigenes Werk an großformatigen Zeichnungen erschaffen, das veröffentlicht und in Ausstellungen gezeigt wurde. Seine Musik ist auf bislang 22 CDs bei seinem eigenen Label Kontrans erschienen; andere Aufnahmen finden sich u.a. bei VICTO (Kanada), Monotype Records (Polen) und Balance Point Acoustics (USA).




Montag bis Dienstag, 31. Juli bis 01. August 2017, 10:00 bis 17:00 Uhr (Eigenbeitrag 24,-)
"Schreiben heißt Teamarbeit"
Workshop

mit Martin Jankowski und Dr. Patrick Baumgärtel

Aus der Zeit der Romantik wurde er uns überliefert: Der Traum vom Künstler, der in einsamer Genialität ein Meisterwerk erschafft und daraufhin auf ewig in die Ruhmeshallen der Weltkultur aufsteigt… und auch wenn wir heute längst ahnen, dass es irgendwie anders läuft, finden wir diese Idee immer noch reizvoll. Dass Literatur in erster Linie harte Teamarbeit ist, merkt jeder, der sich professionell auf dieses Berufsfeld einlässt.

Welche Arbeitsschritte sind existenziell wichtig? Welche Verbündeten braucht ein Autor? Wie gewinnt man sie für sich? Die individuellen Anforderungen der Teilnehmer fließen hierbei in die Betrachtung ein. Für jede Zielsetzung erarbeiten wir konkrete Umsetzungsschritte.

Auch besprechen wir die wichtigsten Aspekte literarischer Teamarbeit und geben praktische Empfehlungen für Ihren persönlichen Weg zum Berufsautor.

1.Tag – Martin Jankowski:
– Autor und Leser: Braucht es mehr?
– Wie präsentiere und positioniere ich mich?
– Wie gehe ich mit der Öffentlichkeit um?
– Vermarkter: Verlage, grafische Gestalter, Webportale
– Leserbriefe, Pressekritiken und Internet-Kommentare
– Exkurs: Strategien kollektiven Schreibens

2. Tag – Dr. Patrick Baumgärtel:
– Erstleser und wie man mit ihnen umgeht: Agenten, Lektoren, Beta-Leser
– Was macht der Lektor mit meinem Text? Wozu ist das gut?
– Agenten und Agenturen: Wer sie sind und was sie bringen
– Öffentlichkeitsarbeit im Verlag und beim Selfpublishing

Anmeldungen bitte bis zum 10.07.2017 unter weiterbildung@foerderband.org oder 030 28 49 387-0/-27.

Martin Jankowski, geb. 1965 in Greifswald, lebt seit 1995 als freier Autor, Herausgeber und Kulturkurator in Berlin. Er veröffentlichte zahlreiche Bücher (Lyrik, Prosa, Sachthemen), gehört zu den Mitbegründern des „internationalen literaturfestivals berlin“, des „Netzwerk freie Literaturszene Berlin“ und leitet seit 2005 die „Berliner Literarische Aktion“. Der Autor und Projektleiter realisiert zahlreiche internationale Literaturprojekte. Als Literaturdozent ist er an zahlreichen Universitäten weltweit zu Gast, aktuell an der Portland State University in Oregon. www.martin-jankowski.de

Nach einem Germanistikstudium, einer Promotion über W.G. Sebald an der Humboldt-Universität zu Berlin sowie seiner Tätigkeit bei der Literaturagentur . GS.Jreenburger in New York City stellte sich Dr. Patrick Baumgärtel 2009 der Herausforderung, in sich wandelnden Zeiten eine Full-Service-Literaturagentur (inkl. PR-Arbeit und Lektorat) zu gründen. Der „Krimimarathon“, Berlin-Brandenburgs größtes Krimifestival, das er seit 2012 leitet, ist Teil davon. Patrick Baumgärtel ist Juror des Seume-Literaturpreises und Vorsitzender des Lesekultur Berlin e.V. Er gibt Kurse zu Themen der Verlagsbranche, unterrichtet Kreatives Schreiben und arbeitet als Lektor und Schreibcoach. www.schoneburg.de

Der Workshop ist Teil des Programms „Wort.Kunst.Markt“, welches Förderband e.V. in enger Verbindung mit dem „Netzwerk freie Literaturszene Berlin“ für in Berlin lebende freiberuflich arbeitende Autoren, Lektoren und Übersetzer konzipiert hat. Gefördert wird das Programm aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds im Programm „Qualifizierung Kulturwirtschaft“ (KuWiQ) und des Landes Berlin – Senatsverwaltung für Kultur und Europa. Für die Kofinanzierung ist ein Eigenbetrag von 2,00€/Stunde und Teilnehmenden nötig.