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Mai 2017



Mittwoch, 03. Mai 2017, 19:00 Uhr (Eintritt: 8,- / erm. 6,-)
Tram 83 - Jazzlesung mit Fiston Mwanza Mujila
Literarische Jazzperformance

Mit:
Fiston Mwanza Mujila (Autor, Rep. Kongo/Österreich)
Denis Abrahams (Sprecher und Schauspieler, Deutschland)
Ben Kraef (Saxophon, Deutschland)
Marco Mingarelli (Schlagzeug, Italien)
Fyodor Stepanov (Kontrabass, Russland)

Moderation: Linde Nadiani (Lettrétage e. V.)

© Leonhard Hilzensauer/Paul Zsolnay Verlag

Der Debütroman des in Graz lebenden kongolesischen Autors Fiston Mwanza Mujila erschien im Sommer 2016 endlich in der deutschen Übersetzung von Katharina Meyer und Lena Müller. Autor und Buch genießen seitdem große mediale Aufmerksamkeit, zu Recht wie wir finden. Bereits im Jahr 2014 arbeitete das Literaturhaus Lettrétage mit Fiston Mwanza Mujila zusammen, im Rahmen des Schüler-Projekts comment! - Lesen ist schreiben ist lesen. Dieses Projekt generierte auch die erste Übersetzung einiger Seiten des Buches aus dem Französischen ins Deutsche. Ein Grund mehr, diesen erfolgreichen und äußerst spannenden Debütroman in der Lettrétage vorzustellen!

Einer der programmatischen Schwerpunkte des Literaturhauses Lettrétage ist im Jahr 2017 die interdisziplinäre Kollaboration zwischen AutorInnnen und AktuerInnen verschiedenster Kunstsparten der Berliner und internationalen freien Szene. Am 03. Mai 2017 wird eine performative Jazzlesung entstehen: Der Autor, ein deutscher Sprecher sowie drei internationale und in Berlin lebende Musiker treffen im Rahmen zweitägiger Proben aufeinander, um das Buch "Tram 83" in ein einzigartiges musikalisches und literarisches Erlebnis zu verwandeln.

Durch gemeinsame Aktion vor Ort entsteht ein rhythmisches und komplexes Muster aus Stimmen, Klängen, Text und Jazz-Melodien. Für einen Abend wird das Berliner Publikum somit in den Nachtclub des Romangeschehens hineinversetzt.

Mit freundlicher Unterstützung des Österreichischen Kulturforums Berlin.




Donnerstag, 4. Mai 2017, 20:00 Uhr (Eintritt: 5,-/erm. 4,-)
"Dass wir uns haben"
Luise Maier liest aus ihrem Romandebüt

"Ich hatte mir aus Mutters Schreibtisch ein Notizheft geklaut. Dort schrieb ich hinein: Ich darf niemals Kinder haben. Ich darf niemals Kinder haben. Ich darf niemals Kinder haben. [...] Bis alle Seiten gefüllt waren."

© Nora Longatti

Wenn ein junges Mädchen zu einer Erzählung über ihre Familie ansetzt und dabei eine solche Episode als Einstieg wählt, ist das wohl Anlass zur Sorge. Und in der Tat ist Luise Maiers Debütroman "Dass wir uns haben" angefüllt mit Berichten über häusliche Gewalt, tiefe Verzweiflung und dysfunktionale Abhängigkeiten. Die namenlose Ich-Erzählerin liefert einen Report über ihre eigene Kindheit auf dem Land, der im Wesentlichen als Kammerspiel mit vier Beteiligten konzipiert ist: Mutter, Vater, Bruder und Protagonistin existieren fast ausschließlich in Bezug aufeinander und bringen es doch nicht fertig, dieses Verhältnis untereinander zu artikulieren. Die Folge ist Sehnsucht nach Nähe, genauso wie die Erfahrung von Gewalt - ein Spannungsverhältnis, an dem die Familie langsam zerbricht. Die junge Tochter der Familie erzählt die schnelle Abfolge an Episoden mit einer Distanz, fast schon Indifferenz, die den Leser paradoxerweise direkter trifft als jeder andere denkbare Ansatz. Das widersprüchliche Verhältnis von Nähe und Distanz im Umgang der Figuren untereinander wird von Maier famos in die sprachliche Gestaltung des Textes übersetzt.

Luise Maier wurde 1991 in Schardenberg in Österreich geboren und wuchs im niederbayerischen Vilshofen auf. Sie studierte ab 2012 am Schweizerischen Literaturinstitut Biel/Bienne, wo sie auch heute noch lebt. Nach Veröffentlichungen verschiedener Texte u.a. in der Liesettelittéraire, der BELLA triste und den horen erschien ihr Erstling "Dass wir uns haben" 2017 beim Wallstein Verlag.



Donnerstag, 11. Mai 2017, 18:30 Uhr (Eintritt frei)
Offene Werkstatt zu CON_TEXT IV: Concrete Skin
Mit Maria A. Ioannou & Momo Sanno

Der rumänische Tänzer und Choreograf
Momo Sanno und die zypriotische Autorin Maria A. Ioannou laden am Donnerstag, 11. Mai, in die Lettrétage zu einer offenen Werkstatt ein, um gemeinsam mit ihren Besucher*innen Text und Bewegung für ihre Veranstaltung am folgenden Freitag Abend zu erkunden. CONCRETE SKIN wird auf Grundlage von Ioannous Kurzgeschichte Philip auf Objekte fokussieren. Objekte und die "Objekt-ivierung" in Bezug auf den Körper und das Schreiben stehen im Mittelpunkt. Die Künstler versprechen Einblicke in einen Dialog zwischen Körper/Bewegung und Text/Lesung und zudem in ihre interkulturelle Zusammenarbeit.

CON_TEXT ist ein Modellprojekt, in dessen Rahmen neue, interdisziplinäre Formate von Literaturveranstaltungen von einem spartenübergreifenden Künstler-Duo konzipiert und umgesetzt werden. Insgesamt finden zehn Abendveranstaltungen und eine Abschlusskonferenz statt. Die Künstler*innen arbeiten eine Woche lang gemeinsam an Ihrer Veranstaltung und stellen während dieser Produktionsphase mit einem informellen Werkstatt-Format ihre Arbeit in progress vor.

CON_TEXT wird gefördert durch die Senatsverwaltung für Kultur und Europa.






Freitag, 12. Mai 2017, 20:00 Uhr (Eintritt frei)
CON_TEXT IV
Mit Maria A. Ioannou & Momo Sanno

Die Veranstaltungsreihe CON_TEXT vesucht das Format Lesung neu zu denken und zu thematisieren. Jeweils ein/e Autor/in und ein/e Künstler/in einer anderen Sparte erarbeiten gemeinsam eine Woche lang in der Lettrétage ein interdisziplinäres Veranstaltungsformat. TänzerInnen, MusikerInnen, Bildende und Darstellende KünstlerInnen sowie FilmemacherInnen sind die künstlerischen PartnerInnen der AutorInnen. Ausgehend vom literarischen Text entwickeln die KünstlerInnen-Tandems interdisziplinäre Formate und thematisieren dabei den Prozess der gemeinsamen Arbeit. Die so entstehende literarische Veranstaltung wird als ein eigenes, weit über die bloße Textpräsentation hinausgehendes, künstlerisches Werk begriffen. Die KünstlerInnen arbeiten ohne inhaltliche Vorgaben, der Prozess ist ergebnisoffen.

Insgesamt finden zehn Abendveranstaltungen und eine Abschlußkonferenz statt.
Zu jeder Veranstaltung erscheinen vorab ein Interview mit einem Experten und im Nachhinein eine kurze filmische Dokumentation im
Lettrétagebuch. Dort findet sich auch weitere Information zur Veranstaltungsreihe und zu den beteiligten KünstlerInnen und Veranstaltungsterminen.

Die vierte Veranstaltung wird von Maria A. Ioannou (Schriftstellerin) und Momo Sanno (Tänzer und Choreograf) konzipiert und umgesetzt.

CON_TEXT wird gefördert durch die Senatsverwaltung für Kultur und Europa.






Maria A. Ioannou wurde 1982 in Limassol, Zypern, geboren. Sie studierte Englische Literatur und Literatur des 20. Jahrhunderts in Großbritannien und ist derzeit Doktorandin für kreatives Schreiben. Ihre Kurzgeschichtensammlung „The Gigantic Fall of an Eyelash“ (Gabrielides Publishing, Athens 2011) wurde mit dem ‚Emerging Writer Literary Prize‘ von Zyperns Ministerium für Bildung und Kultur ausgezeichnet und ausgewählt, um Zypern sowohl beim ersten Budapester Buch Festival 2014 als auch beim Kikinda Kurzgeschichten Festival zu repräsentieren. Maria A. Ioannou ist auch die Gründerin von ‚Sardam‘, einem jährlichen Literaturfestival, das seit 2013 alternative Literaturlesungen von Autoren aus Zypern und dem Ausland präsentiert. Ihre zweite Kurzgeschichtensammlung ‚Cauldron‘ wurde bei Nefeli Publishing veröffentlicht (Athen, 2015). Das Buch wurde für den ‚Best Young Writer Award‘ von Clepsydra/Enastron in Griechenland nominiert und ausgewählt, um in Serbisch und Ungarisch übersetzt zu werden.





(c) Maria Ioannou


Momo Sanno ist ein in Berlin und Bukarest lebender Tänzer und Choreograf. Nach einer klassischen Ausbildung mit Abschlüssen an Akademien wie der „Floria Capsali Schol of Choreography“ in Bukarest und der „John Cranko Dance Academy“ in Stuttgart entdeckte Sanno seine Liebe zum zeitgenössischen Tanz, die ihn bis heute antreibt. Seine Karriere führte in bereits zur Garth Fagan Dance Company in den USA und von dort weiter nach Brasilien, Jamaika, und Haiti. Seine weltweit gesammelte Erfahrung bündelte Momo Sanno 2009 in seiner ersten eigenen Choreographie „Travelling Body“ und dem darauf folgenden „…Minutes, Seconds“, die 2010 für NDTC Jamaika produziert wurde. Seit seiner Rückkehr nach Rumänien im Jahr 2012 arbeitete Sanno an einer Vielzahl verschiedener Projekte, unter anderem an den Choreographien „Two.One.1“ und „Forgotten Rhythms“. Darüber hinaus ist er aktuell als movement director und Tänzer in unterschiedlichen Produktionen und Kooperationen mit Künstlern aus ganz Europa tätig.





(c) Alina Usurelu



Sonntag, 14. und 21. Mai 2017, 10:00 bis 17:00 Uhr (Eigenbeitrag 24,-)
"Erfolgreich Projektanträge stellen"
Workshop

mit Katharina Deloglu

Ob Lesereihe in der Kiezkneipe oder Literaturfestival, ob Autorenkonferenz oder Hörspiellabor - für Berliner Literaturveranstalter*innen gibt es zahlreiche Finanzierungsmöglichkeiten aus öffentlichen Mitteln. Doch welche passt zum geplanten Projekt? Was muss ich bei der Antragstellung unbedingt beachten, was vermeiden? Wie erstelle ich einen realistischen Finanzplan? Was verbirgt sich hinter "Kofinanzierung", "Fehlbedarf" und "Eigenleistung"? Wie überhaupt entwickle ich ein Projekt, das meinen persönlichen Kompetenzen entspricht und wo finde ich - wenn nötig - die geeigneten Partner?

Nach einem Überblick über das Spektrum an Finanzierungsmöglichkeiten für Literaturveranstaltungsprojekte (Kommune, Land, Bund) und einer Checkliste formaler Kriterien sehen wir uns den Antrag und seine einzelnen Bestandteile gründlich an. Wir lernen Projektmittel-Ausschreibungen genau zu lesen und zu verstehen und betrachten exemplarisch erfolgreiche geförderte Projekte. Eine Analyse des eigenen Antragsteller-Profils und ein erster Entwurf eines eigenen Projektantrags runden den zweitägigen Workshop ab.

Wer möchte, kann gern einen eigenen Projektentwurf mitbringen.

Anmeldungen bitte bis 10.05.2017 unter weiterbildung@foerderband.org oder 030 28 49 387-0/-27.

Katharina Deloglu studierte Komparatistik, Romanistik und Kunstgeschichte in Mainz, Tours und Madrid und promovierte an der HU Berlin in Neuerer Deutscher Literatur. Bis 2005 war sie als Kultur-Journalistin für u.a. SZ, FR, NZZ, F.A.Z, 3sat Kulturzeit und als freie Mitarbeiterin des Goethe-Instituts Frankfurt tätig. Als Mitgründerin und -betreiberin der Lettrétage ist sie seit 2006 zuständig für die Konzeption und Umsetzung des laufenden Veranstaltungsprogramms sowie die Fördermittelakquise und Leitung verschiedener internationaler Projekte, zuletzt CROWD - CReating Other Ways Of Dissemination und CON_TEXT. Jurytätigkeiten: Autorenstipendien des Berliner Senats 2011, Anna Seghers-Preis 2012.

Der Workshop ist Teil des Programms "Wort.Kunst.Markt", welches Förderband e.V. in enger Verbindung mit dem "Netzwerk freie Literaturszene Berlin" für in Berlin lebende freiberuflich arbeitende Autoren, Lektoren und Übersetzer konzipiert hat. Gefördert wird das Programm aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds im Programm "Qualifizierung Kulturwirtschaft" (KuWiQ) und des Landes Berlin - Senatsverwaltung für Kultur und Europa. Für die Kofinanzierung ist ein Eigenbetrag von 2,00€/Stunde und Teilnehmenden nötig.




Montag, 15. Mai 2017, 20:00 Uhr (Eintritt: 5,- / erm. 4,-)
"Stella maris"
Vorstellung des neuen Romans von Isabella Feimer



Die Menschheit hat die Grenzen des ihr bekannten Himmels überschritten, die Erde ist zu einer Nichtigkeit geworden, der Mensch selbst seines die Nacktheit beschützenden Schleiers beraubt.

Eva hat in sich Geschichten vieler Epochen und unterschiedlicher Orte versammelt. Ihre Erinnerung ist der einzige Ort, der keine Begrenzung kennt. Evas Erinnerungsfragmente fügen sich mosaikartig zu einem überbordenden Gemälde, in dem sich ihre Erlebnisse in Rom und Paris verdichten. Zwischen den antiken Ruinen Roms, die immer noch vergangene Seelen in sich tragen, wuchern Angst und Faschismus in Richtung des nahenden Krieges. Jahrzehnte später in Paris sieht sich Eva erneut mit einer Epoche der Gewalt konfrontiert, in der dem vorherrschenden Terror nur mit Anarchie und der überschreitung einer Liebe begegnet werden kann. Doch es scheint, als hätte Eva ihren Leitstern, den Stella maris, verloren.

In poetisch-bildhafter Sprache, die zwischen Schönheit und Grausamkeit changiert, erzählt Isabella Feimer eine Höllenfahrt durch Zeit und Raum, die beginnend mit der Renaissance in eine futuristische Welt fährt.



Leseprobe:

"Erde, der verblasste, aufgebrauchte Planet, der längst aus unserem Sichtfeld verschwunden ist, manchmal sehe ich das strahlende Blau noch vor mir pochen, diesen kostbaren Saphir, Blau der Erinnerung, das mit jedem neuerlichen Blick in Veränderung ist, wechselt von einer Gestalt in eine andere,

ein Stück Seide aus einem Kleid gerissen,

eine Blume zum Trocknen unter ein Kissen gelegt,

eine Liebeserklärung niemals gemacht,

Erde ist diese optische Täuschung, in der ich mich verliere, und verloren bin ich seit langer Zeit, dennoch, vielleicht einer letzten Sehnsucht folgend, tupfe ich mit den Fingerspitzen in das Blau und spüre, dass ich darin versinke, eins werde mit dem Element,

so sehe ich mich, nicht das Leben, das ich führen muss,

ein maskiertes Ich lächelt mir im Taschenspiegel, den ich immer bei mir trage, ein Schmuckstück aus einer vergessenen Zeit, und die Ornamente, die ihn zieren, zieren auch meine Gedanken an diese Zeit,

noch zähle ich die Tage der Mission und ritze mir jeden Tag, der vergangen ist, mit den Nägeln in mein Herz."

Über die Autorin:

Isabella Feimer wurde 1976 geboren und wuchs in Schwechat, Niederösterreich, auf. Sie studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft und arbeitet seit 1999 als freie Theaterregisseurin und Schriftstellerin. Sie verfasste bisher Romane, Kurzgeschichten, Reiseprosa und Theatertexte. 2012 Nominierung bei den 36. Tagen der deutschsprachigen Literatur, 2. Platz beim Literaturwettbewerb der Akademie Graz, 2013 und 2015 Nominierung für den Alpha-Preis, 2013 Kulturpreis des Landes Niederösterreich, Anerkennungspreis Literatur. 2014 Stadtschreiberin von Schwaz, Tirol. 2015 erschien der Roman Trophäen bei Braumüller, und 2016 erhielt sie das Hans Weigel Stipendium des Landes Niederösterreich. (© Manfredo Weihs)

In einem Interview mit Telegramme erzählt sie: "Ich bin sehr glücklich, dass ich Stella maris geschrieben habe, nicht nur deshalb, weil ich endlich den Hauch Science-Fiction geschrieben habe, wie es schon lange mein Wunsch war, sondern auch deshalb, weil es mir für mich gelungen ist, komplexe Handlungsstrünge zwischen Zeit und Raum und deren Negation zu verknüpfen und mich sprachlich wieder ein Stück weiterzuentwickeln."
Hier geht es zum Interview, in dem Sie mehr über "Stella maris" erfahren können.




Dienstag, 16. Mai 2017, 19:00 Uhr (Eintritt: 5,- / erm. 4,-)
"Versetzter Stein"
Lesung mit Nikola Madzirov und Denis Abrahams

Nikola Madzirov, 1973 in Strumica / Mazedonien geboren, hat drei Gedichtbände veröffentlicht. Er war Stipendiat in Berlin, an der University of Iowa und Gast der Villa Waldberta in München. Derzeit hält sich Madzirov als Stipendiat des Berliner Künstlerprogramms des DAAD in Berlin auf.

"Ein Überbleibsel eines anderen Jahrhunderts sind wir"-schreibt Nikola Madzirov in einem seiner Gedichte,und Adam Zagajewski kommentiert: "-und wie kaum ein anderer vermag er uns zu überzeugen. Wir sollten auf diesen Dichter hören!" Mit diesem ersten Gedichtband in deutscher übersetzung wird endlich dieser mazedonische Autor vorgestellt, der auf der ganzen Welt begeisterte Leser gefunden hat. Mit überraschenden Bildern und einer bezwingenden Klarheit vermisst er die Welt neu - die Kindheit, seine Heimat, seinen Glauben: "Ich will wachsen wie wildes Gras, das die Überbleibsel / unserer Kindheit umarmen wird, / eins sein mit dem Eis, dem Wasser / dem Dampf, der Leere ..."

Denis Abrahams liest die deutschen Übersetzungen der Gedichte. Anschließend gibt es ein Gespräch mit dem Autor auf Englisch.




Donnerstag, 18. Mai 2017, 20:00 Uhr (Eintritt: 5,- / erm. 3,-)
"Blau, blau, blau ist meine Lieblingsfarbe"
Fünf Autoren aus der vierten Ausgabe der Literaturzeitschrift JENNY lesen

Glamour aus Wien zu Gast in Berlin – JENNY tourt durch Deutschland und legt auch in Berlin einen Stopp ein.

An diesem Abend lesen für euch: Helene Bukowski, Luca Manuel Kieser, Oravin, Frank Ruf und Jan Skudlarek. Die Zuhörer erwarten Geschichten und Verse von brachialer Liebe, sanfter Entrückung und bizarrer Courage – heftige Körperlichkeiten, vom Fleck weg Gestyltes, bezaubernde Eitelkeiten und brandgefährliche Coolness. Kurz gesagt: die hohe Literatur, nur ein bisschen fetziger, mit Schirmchen drin.

Einmal im Jahr erscheinen Texte der jungen deutschsprachigen Gegenwartsliteratur in dem aufwändig gestalteten Magazin, das in Zusammenarbeit mit dem Wiener Grafikdesignbüro studio VIE entsteht und von einem kleinen Redaktionsteam aus Studenten des Instituts für Sprachkunst an der Universität für angewandte Kunst Wien herausgegeben wird. JENNY ist blau, neunmalklug, über 100 Seiten stark und schön wie ein Buch.




Freitag, 19. Mai 2017, 20:00 Uhr (Eintritt frei)
"Sprachkunst aus dem Ritterverlag"
Lesung

Moderation: Florian Neuner
Unterstützt durch: BKA-Kunstsektion
Ritterverlag

Es lesen:

Stefan Schweiger: liegen bleiben

"liegen bleiben" ist die Ausfaltung eines Verlusts, der den Protagonisten sukzessive in einen stuporösen Zustand gleiten lässt. Der Textfluss, der über weite Strecken eine Dialogform zwischen Lebenden und Toten bedient, löscht die Welt des Erzählers nach und nach aus. Der Erzähler als ein von der Möglichkeit zu enden Besessener erinnert nicht nur den Tod des anderen, sondern seinen eigenen in einer treibenden Bewegung von der Zukunft wie auch von der Vergangenheit aus auf die Gegenwart zu. In einer Welt fortwährender Zerstreuung erscheint "liegen bleiben" schließlich als einzig mögliche Alternative zum Vergessen. Stefan Schweigers Prosa ist ein lakonisch-monumentales memento mori, gerichtet an eine Gesellschaft, die Funktionieren über das Denken stellt. In staunenswerter Prägnanz und mit hintersinnigem Humor dekliniert der Autor Sprechweisen heutiger intentionsloser Hyperaktivität und chronischer Überfordertheit und lässt diese konterkarierend ins Leere laufen. "liegen bleiben" ist eine minuziöse poetische Arbeit zum Sprach- und Bewusstseinsstand der Zeit wider das Geraune eines anything goes.

Stefan Schweiger lebt und publiziert nach dem Studium der Philosophie und Literaturwissenschaft seit 1991 als Sozialpsychologe und freier Autor in Berlin. Regelmäßige Buchveröffentlichungen, zuletzt "Trennungsmuster" gemeinsam mit Jordis Brook (2014) sowie zahlreiche Beiträge in Anthologien, Gemeinschaftsprojekten u. Literaturzeitschriften. Im Ritter Verlag erschienen: "Kiefer. Fäden. Shoah" (2009), "ruptus. marktgeschehen" (2012), "liegen bleiben. prosa" (2016). (© Schweiger)

D. Holland-Moritz: The Daily Planet. Ein Para-Feuilleton.

"The Daily Planet" versammelt ein Best Of von D. Holland-Moritz' Kurzprosa der letzten Jahre zu einer literarischen "Konzeptzeitung" mit "Leitartikeln", "Breaking-News", "Reisebeilagen" und einem Fortsetzungsroman - la Perry Rhodan, um das zu berichten, was sonst keine Nachrichten bringen. Als Aficionado streift der Autor durch Galerien und Musik-Clubs (West-)Berlins und kreiert, deren Events und Protagonisten kommentierend, eine kühn mäandernde Form der Kritik, in die persönliche Spurensuche und Zeitanalyse eng verwoben sind. Rückblicke bis in die 1960er führen über eine Szene-Chronik zwischen hochfliegenden Ideen und substanzbedingten Abstürzen hinaus und rufen ein widerständiges Denken in Erinnerung, das stets über die Segregationsgrenzen des Undergrounds hinausreicht. Holland-Moritz' Recherche nach Gegenkonzepten jenseits von Freiheitsschimären und obsoleter Idyllen setzt die Programme seiner letzten Bücher "Fan Base Pusher" und "Promoter" fort: Das heiter-melancholische, intelligent-angriffige Journal "The Daily Planet" empfiehlt sich als Leitmedium für die konsequente Arbeit am eigenen ästhetischen und politischen Bewusstsein - ein Leben lang. (© BURQAMASCHINEN)

D. Holland-Moritz, geb. 1954 in Solingen, lebt als Germanist und freier Autor in Berlin. Zahlreiche Veröffentlichungen und Leseperformances seit 1983. Regelmäßig in perspektive - hefte für zeitgenössische literatur (Graz/Berlin) publizierend und mit perspektive literatur berlin e.V. operativ tätig. Unterhielt bis 2015 mit dem Publizisten Ralf B. Korte und dem Verleger Uwe Warnke den Literatursalon TEXT TOTAL. Im Ritter Verlag erschienen: "Fan Base Pusher" (2008), "Promoter" (2011), "The Daily Planet. Ein Para-Feuilleton" (2017).

Hansjörg Zauner: 99.144 gedichtnasenlöcher schießen auf mich bis alles paßt

Hansjörg Zauner ist ein Dichter von staunenswerter Konsequenz, der sich auf einige wenige sprachmanipulative Verfahren konzentriert, die er in stets neuen Facetten und auf exzessive Weise anwendet. Geradezu ein Markenzeichen seiner Kunst ist das Auf-die-Spitze-Treiben komplexer Wortzusammensetzungen, die nach dem Maßstab herkümmlicher Semantik aberwitzig erscheinen. Alles scheint mit allem verbunden und kombinierbar, ohne Unterschied paaren sich Materialien, Gerätschaften, Pflanzen, Tier und Mensch. Im vorliegenden Gedichtband irrlichtern solcherart Monstra durch Kompanien ebenförmiger Langzeilen in Strophenformation dahin. Gegenläufig zur abstrakten Gliederung treibt der Autor ein anarchisches Wortbildungsspektakel zur Erschaffung eines schroffen, eigengesetzlichen Sprachuniversums. Hansjörg Zauners schier unstillbarer Drang nach immer neuen Kompositakreationen bereitet jeglicher Übung linearen Lesens den Garaus. Das Nachspüren der kreativen Energien seiner beispiellosen Materialausbreitung verspricht ein Lektüreerlebnis von selten erreichter Intensität. (© Zauner)

Hansjörg Zauner, geb. 1959 in Salzburg, lebt in Wien und Obertraun. Dichtung, visuelle Arbeiten, Kurzfilme, Herausgebertätigkeit. Im Ritter Verlag erschienen: "mein mund das saegeloch handtuch" (1997), "die tafel schreibt. gedichte. Mit einem Essay von Franz Josef Czernin" (2012), "sie ist im lieblingssong mit skistöcken als lächeln hängengeblieben" (2013), "99.144 gedichtnasenlöcher schießen auf mich bis alles paßt"

Florian Neuner, geboren 1972 in Wels, lebt in Berlin. Sein Arbeitsschwerpunkt als Publizist ist die Neue Musik. Im Klever Verlag (Wien) gibt er die Zeitschrift Idiome. Hefte für Neue Prosa heraus und hat dort zuletzt das Buch Satzteillager veröffentlicht. Im Verlag Peter Engstler ist 2013 unter dem Titel Moor (oder Moos) eine "den Inseltexten vorgelagerte Textinsel" erschienen. - Im Ritter Verlag erschienen: "Jena Paradies" (2004) und "Zitat Ende" (1997).




Samstag, 20. Mai 2017, 20:00 Uhr (Eintritt frei)
INTRE:TEXT live
Digitale Ausstellung und musikalische Installation von Werken von Maren Kames, Charlotte Warsen, T.G. Vömel, Christian Vater, Barbara Wrede und Falk Nordmann; Sound: Sabine Worthmann, Video-Installation: Nils Linscheidt

Ein Text steht nie für sich allein. Wenn das für Sie nach einem unsäglich abgedroschenen Einstieg klingt, dann schlichtweg, weil es einer ist. Natürlich kann die Vielfalt der Arten, auf die Werke verschiedener Autoren zueinander in Beziehung stehen, nicht geleugnet werden. Was die westliche Literaturwissenschaft erst im 20. Jahrhundert nennenswert aufgriff, machte sich aber die japanische Literatur schon vor hunderten von Jahren ganz praktisch zu eigen: die Rede ist vom Prinzip des japanischen Kettengedichts.

© Falk Nordmann

Wir haben uns in Kooperation mit dem Berliner vauvau-verlag vorgenommen, produktiv an diese Tradition anzuknüpfen. Zusammen mit einem kleinen Kreis teilnehmender AutorInnen und KünstlerInnen wurde Anfang 2017 das Format INTRE:TEXT ins Leben gerufen. Ziel des interdisziplinären Projekts war es, die Teilnehmenden ganz explizit zur produktiven Reaktion aufeinander einzuladen. Die Beiträge sind auf der Projektseite intretext.lettretage.de nachzulesen und nachzuschauen.

Für die Live-Installation des INTRE:TEXTs haben wir einen Autoren mit Schwerpunkt auf digitaler Literatur und eine Musikerin eingeladen, die Beiträge der Webseite weiterzuverarbeiten. Das Prinzip Kettendichtung wird also ein weiteres Mal übersetzt - vom stillen Kämmerlein der Produktion hinein in die Welt der Live-Rezeption in den Räumen am Mehringdamm 61.





Die Teilnehmenden

Maren Kames wurde 1984 in Überlingen am Bodensee geboren. Sie studierte Kulturwissenschaften, Philosophie und Theaterwissenschaften in Tübingen und Leipzig, danach am Institut für Literarisches Schreiben in Hildesheim. 2016 erschien ihr literarisches Debut "HALB TAUBE HALB PFAU". Auszüge daraus gewannen bereits 2013 den Publikumspreis des 21. Open Mike.

Charlotte Warsen, geboren 1984 in Recklinghausen, schreibt Lyrik. Ihre Texte wurden in verschiedensten Anthologien und Zeitschriften - u.a. poet, BELLA triste, und der Greif - publiziert. 2009 stand sie im Finale des 19. Open Mike. Warsen studierte zudem Kunst und Englisch in Düsseldorf, Kön und Joensuu. Zur Zeit promoviert die in Berlin lebende Schriftstellerin im Fachbereich Philosophie. Ihr Debut "vom speerwurf zu pferde" erschien 2014.

Christian Vater und T.G. Vömel sind beide Gymnasiallehrer, Autoren und Verleger. 2015 setzten sie es sich zum Ziel, Gemeinschaftsproduktionen lyrischer Autoren zu veröffentlichen und gründeten zu diesem Zweck den vauvau-verlag. Über ihre Arbeit an Projekten wie "FAUN UND ZERFALL" sind beide mit dem konkreten Umgang mit Intertextualität bestens vertraut.

Ursprünglich aus Niedersachsen stammend, verfolgte Barbara Wrede ihren Weg über ein Studium der freien Kunst in Kassel und ist 1995 schließlich in Berlin angekommen. Hier lebt und arbeitet sie seitdem als freie Künstlerin und Autorin. Dem Projekt Intre:Text trat sie in ersterer Funktion bei. Nach Lehraufträgen an verschiedenen Hochschulen arbeitet sie nun seit 2015 als Dozentin bei Jugend im Museum, Berlin.

Falk Nordmann ist ein in Berlin lebender Illustrator und Zeichner. In seiner Beschäftigung mit digitaler Illustration und analoger Zeichnung arbeitet er mit Pinsel und Stift genauso wie mit Photoshop. Bei Intr:Text übernimmt Nordmann die Rolle des Grafikers.

Nils Linscheidt, geboren 1988, lebt als Kameramann und Videokünstler in Berlin. Als "MaiNull3" schafft er zusammen mit Björn Schäfer Kurzfilme, Dokumentationen, Poetry Clips, Animationen, Malerei und Videokunst. Als Beteiligter an verschiedenen visuellen Textinstallationen ist Linscheidt mit Projekten wie Intre:Text live bestens vertraut.

Sabine Worthmann schreibt als Musikerin für Theater, Radio und Film. Unter anderem wirkte sie an dem Hörspiel "Das Rätsel der Qualia" mit, das 2011 den ARD Online Award gewann. Außerdem spielt(e) Worthmann in verschiedenen Bands aus Bereichen von Jazz, über Folk, bis hin zu noisemusic.

Das Projekt INTRE:TEXT wird gefördert von der Senatsverwaltung für Kultur und Europa.










Sonntag, 21. Mai 2017, 19:00 Uhr (Eintritt frei)
Verbockt! Die Depression hat mich bestimmt. Jetzt bin ich dran. Vielleicht.
Lesung mit Markus Bock

Markus Bock spricht über das, was viele nur denken können: Wie fühlen sich Depressionen und Suizidgedanken an? Was passiert bei einer Therapie und im persönlichen Umfeld? Es geht nicht um Zahlen, Daten, Fakten, Medikamente. In "Die Depression hat mich bestimmt. Jetzt bin ich dran. Vielleicht " - geht es um einen ungeschönten Blick auf die Gefühlswelt in depressiven Lebensabschnitten und deren Auswirkungen. Die Lesung ist kein Ratgeber, sondern ein verständnisvoller Tatsachenbericht, in dem Bock Einblicke in viele Abgründe gibt.








© Bock




Dienstag, 23. Mai 2017, 20:00 Uhr (Eintritt 5,-/erm.3,-)
Ibn Rushd Lecture
Vortrag und Diskussion mit Salam Said und Nisreen Habib

In dieser Ibn Rushd Lecture soll es um die spezielle Situation von Frauen in und aus Syrien gehen.

In Syrien: Wie lebten Frauen im prä-revolutionären Syrien, d.h. in der Zeit zwischen der Unabhängigkeit Syriens 1946 und dem Ausbruch der Revolution im Jahr 2011? Wie war ihre soziale und politische Situation, wodurch das Alltagsleben bestimmt, welche gesellschaftlichen Freiräume gab es oder gab es nicht? Als die Proteste gegen autoritäre Herrschaft im Zuge der arabischen Revolutionen schließlich auch in Syrien begannen, hofften die protestierenden Menschen auf Veränderungen und stritten zunächst eine lange Zeit friedlich dafür. Welche Veränderungen erhofften die Frauen für sich, waren ihre Hoffnungen anders als die der neben ihnen protestierenden Männer? Und was war ihre Rolle innerhalb der Revolution; waren sie gleichberechtigte Akteurinnen, oder kämpften sie auch darum, solche zu werden?

Aus Syrien: Die Erfahrung von Gewalt, Vertreibung und Flucht ist für jeden Menschen traumatisch. Es gibt jedoch geschlechts- und genderspezifische Unterschiede in der Auswirkung und im Erleben dieser Ereignisse, die sich in der Folge auch auf das eigene Selbstverständnis als gesellschaftliches Subjekt und Frau auswirken. Wie ist die Situation der aus Syrien geflüchteten Frauen in Deutschland, wie wird die neue Lebensumgebung wahrgenommen und in der persönlichen Lebensgestaltung genutzt?

Der Vortrag erfolgt dialogisch, sprich in arabischer Sprache mit deutscher Simultanübersetzung.

Nisreen Habib kam nach Deutschland um über die sich ändernden Gender-Rollen syrischer geflüchteter Frauen in Deutschland zu forschen. Sie schloß 2005 ein Ingenieurstudium an der Universität von Damaskus im Bereich ‚Netzwerke und Betriebssysteme‘ ab und verließ das Land zu Beginn der bewaffneten Kämpfe, um an der Lund Universität Schweden mit dem Schwerpunkt ‚Soziale Innovation im digitalen Kontext‘ zu studieren und danach ein Diplom in Frauenstudien an der Arabischen Universität von Beirut zu machen. Dort forschte sie zur Lebensituation syrischer Familien, die seit 2011 nach Libanon geflüchtet waren.

Dr. Salam Said schloß ein Studium in Wirtschaftswissenschaften an der Universität von Damaskus ab und promovierte 2010 an der Universtiät Bremen. Seit 2009 forschte sie zu arabischen Ökonomien, regionaler ökonomischer arabischer Integration und zur politischen Ökonomie des Nahen Ostens an verschiedenen deutschen Universitäten. Derzeit arbeitet sie als wissenschaftliche Koordinatorin des in Tunis ansässigen Projekts ‚For Socially Just Development in MENA‘ der Friedrich-Ebert-Stiftung. Sie publizierte zahlreiche Artikel und Beiträge in Büchern über die sozioökonomische und politische Ökonomie in Syrien sowie über die Bedeutung höherer Bildungsabschlüsse syrischer Geflüchteter.

Übersetzung: Dr Günther Orth




Dienstag und Mittwoch, 23. und 24. Mai 2017, 10:00 bis 17:00 Uhr (Eigenbeitrag 24,-)
"Wege in die Veröffentlichung"
Workshop

mit Dr. Patrick Baumgärtel

Ihr Werk ist fertig. Jetzt soll es "nur noch" sein Publikum finden. Gut ist nun mal nicht gleich erfolgreich, und dass erfolgreich auch nicht gleich gut sein muss stimmt zwar, hilft Ihnen jetzt aber auch nicht weiter. Wer sich etablieren will muss wissen worauf es ankommt. Um die Fragen, die jetzt plötzlich ganz aktuell werden geht es in diesem Workshop, und die Antworten werden gleich mitgeliefert! Oder besser: Da es im hochgradig ausdifferenzierten Literaturbetrieb nur wenige "Standardantworten" gibt, werden wir uns die für Sie passende Lösung gemeinsam erarbeiten. Das sieht im Einzelnen so aus:

Literaturwettbewerbe, Stipendien, Literaturzeitschriften:
- Was gibt es alles?
- Was ist für mich wichtig?
- Wie verschaffe ich mir Zugang? Wie werde ich ein Teil der Szene?

Exposé:
- Was genau will ich eigentlich erreichen? An wen soll ich mich wenden?
- Wie bewerbe ich mich bei einem Verlag? Was sollte eine Bewerbung beinhalten? Und was auf keinen Fall?
- Wozu brauche ich ein Exposé, und: was ist das eigentlich?
- Wie sollte ich mein Exposé gestalten?

Selfpublishing vs. Verlag:
- Wozu brauche ich einen Verlag, wenn ich doch einfach selbst veröffentlichen kann? Was tut der Verlag für mich?
- Vor- und Nachteile: Verlag vs. Selbstverlag
- Sterben Verlage aus?
- Selfpublishing - wie geht das?

E-Publishing:
- Was bedeutet elektronisches Publizieren heute?
- Welche Möglichkeiten gibt es, und welche sind sinnvoll für mich?

Blogging:
- Kann man denn davon leben?
- Vom Sinn des Bloggens. Sind Blogger die weniger kompetenten Journalisten?
- Wie und was bloggt man wann am besten?
- Wer soll das alles lesen? An wen richtet sich der Blogger?

Anmeldungen bitte bis zum 07.05.2017 unter weiterbildung@foerderband.org oder 030 28 49 387-0/-27.

Nach einem Germanistikstudium, einer Promotion über W.G. Sebald an der Humboldt-Universität zu Berlin sowie der Arbeit bei der renommierten amerikanischen Literaturagentur Greenburger Associates (New York) stellte sich Dr. Patrick Baumgärtel 2009 der Herausforderung, in sich wandelnden Zeiten eine Full-Service-Literaturagentur (inkl. PR-Arbeit und Lektorat) zu gründen. Der "Krimimarathon", Berlin-Brandenburgs größtes Krimifestival, das er seit 2012 leitet, ist Teil davon. Er ist Juror beim Seume-Literaturpreis und Vorsitzender des "Lesekultur Berlin e.V." Patrick Baumgärtel gibt Kurse zu Themen der Verlagsbranche, unterrichtet Kreatives Schreiben und arbeitet als Lektor und Schreibcoach. www.schoneburg.de

Der Workshop ist Teil des Programms "Wort.Kunst.Markt", welches Förderband e.V. in enger Verbindung mit dem "Netzwerk freie Literaturszene Berlin" für in Berlin lebende freiberuflich arbeitende Autoren, Lektoren und Übersetzer konzipiert hat. Gefördert wird das Programm aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds im Programm "Qualifizierung Kulturwirtschaft" (KuWiQ) und des Landes Berlin - Senatsverwaltung für Kultur und Europa. Für die Kofinanzierung ist ein Eigenbetrag von 2,00€/Stunde und Teilnehmenden nötig.




Donnerstag, 25. Mai 2017, 20:00 Uhr (Eintritt 5,-/erm. 4,-)
"Bessermann"
Lesung mit Adrian Kasnitz und Kathrin Bach


© Knithaki

Der traumatisierte Kriegsreporter Bessermann kehrt nach Deutschland zurück, schottet sich in seiner Wohnung ab und beschränkt die Kontakte mit der Außenwelt auf ein Minimum: Menschen in seiner Straße, die Kreuzung, das Lokal gegenüber werden zu erzählerischen Miniaturen, Splitter einer narrativen Kamerafahrt, bei der der Autor mit Perspektivenwechseln spielt. Adrian Kasnitz hat einen Roman über Bedrohung, Gewalt und die Paranoia geschrieben, die alle langsam befällt. Gibt es ein Schicksal, dem niemand entkommt? Oder gelingt es Bessermann, sich Schritt für Schritt von seiner Isolation zu befreien?


"Sie kümmerten sich um ihn, fragten nach dem Wohlergehen, nach den Plänen für diese Woche und schlugen ihm einen kleinen Text vor, einen Kommentar oder Erinnerungsbericht, den er ohne weiteres hätte aufschreiben können, galt er doch als Experte. Aber er war nicht willens. (...) Er kannte ja die Frage und sie wussten seine Antwort. Also ging es ihnen um etwas anderes, um eine Versicherung, dass er noch am Leben sei."

Adrian Kasnitz, an der Ostsee geboren, lebt als Schriftsteller und Herausgeber in Köln. Er veröffentlichte den Roman "Wodka und Oliven" (2012) und mehrere Gedichtbände, zuletzt "Glückliche Niederlagen" (2016) und "Kalendarium #1 bis #3" (2015f.). Er betreut die Edition parasitenpresse und ist Gastgeber der Kölner Lesereihe Literaturklub. Sein neuester Roman "Bessermann" erscheint im Launenweber Verlag.

Es lesen Kathrin Bach und Adrian Kasnitz.
Moderation: Mladen Gladic




Sonntag, 28. Mai 2017, 11:00 Uhr (Eintritt frei)
Literarischer Brückenbau zwischen Indonesien und Deutschland
Lesung und Gespräch mit Agus R. Sarjono und Berthold Damshäuser

17.000 Inseln der Imagination“ – so lautete das Motto des Ehrengastes Indonesien auf der Frankfurter Buchmesse 2015. Im Pavillon des Ehrengastes präsentierten 180 Verlage insgesamt 850 Übersetzungen von Büchern aus und über Indonesien aus 30 Ländern. Noch nie zuvor waren so viele Autoren, Künstler und Verleger aus Indonesien in Deutschland zu Gast. Die Frankfurter Rundschau titelte damals: „Ein Rätsel namens Indonesien“ und stellte fest, dass die Gastnation 2015 nicht wirklich präsent ist im deutschen Literaturbetrieb.

Wir fragen uns in unserem 82. Sarasehan, ob sich das durch die Buchmesse geändert hat. Gibt es inzwischen eine deutsche Leserschaft indonesischer Literatur? Welchen Einfluss hat die Frankfurter Buchmesse auf die Literaturszene Indonesiens genommen und wie wurde sie dort registriert? Zur Klärung dieser Fragen haben wir zwei Kenner der indonesischen Literaturszene eingeladen, die aus früheren Sarasehans bereits bekannt sein dürften: Das Übersetzerduo Agus R. Sarjono und Berthold Damshäuser, das sich in Indonesien besonders durch die vom Goethe-Institut geförderten Übersetzungen deutscher Lyrik ins Indonesische (Seri Puisi Jerman) einen Namen gemacht hat. Agus Sarjono wird im Anschluss an die Diskussion aus seinem kürzlich erscheinenen Buch „Gestatten, mein Name ist Trübsinn“ einige Gedichte lesen. Durch das Gespräch führt Eva Streifeneder,

Agus R. Sarjono (*1962) ist Lyriker, Verfasser von Schauspielen, Literaturkritiker und Literaturübersetzer. Von 2003 bis 2006 war er Programmdirektor des „Rates für Kunst” der Stadt Jakarta. Er ist Herausgeber des Lyrikmagazins „Jurnal Sajak“ und einer Zeitschrift für Literaturkritik. Deutschland kennt er von zahlreichen Besuchen, unter anderem als Writer in Residence im Heinrich-Böll-Haus in Langenbroich sowie im Künstlerhaus Schloss Wiepersdorf in Brandenburg. Unter dem Titel „Gestatten, mein Name ist Trübsinn“ erschien kürzlich eine weitere Gedichtsammlung von Agus Sarjono in deutscher Übersetzung.

Berthold Damshäuser (*1957) lehrt seit 1986 indonesische Sprache und Literatur an der Universität Bonn und ist Herausgeber von „Orientierungen – Zeitschrift zur Kultur Asiens“ sowie mehreren Anthologien moderner indonesischer Lyrik, u.a. von „Gebt mir Indonesien zurück!“ (1994). Berthold Damshäuser war Mitglied des Nationalen Indonesischen Komitees zur Vorbereitung des indonesischen Auftritts als Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2015. Sein neuestes Projekt ist das vor kurzem erschienene Buch „Wege nach – und mit – Indonesien