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September 2017



Mittwoch, 06. und Donnerstag, 07. September 2017, 10:00 bis 17:00 Uhr (Eigenbeitrag 24,-)
Erfolgreich Projektanträge stellen
Workshop

mit Katharina Deloglu

Ob Lesereihe in der Kiezkneipe oder Literaturfestival, ob Autorenkonferenz oder Hörspiellabor - für Berliner Literaturveranstalter*innen gibt es zahlreiche Finanzierungsmöglichkeiten aus öffentlichen Mitteln. Doch welche passt zum geplanten Projekt? Was muss ich bei der Antragstellung unbedingt beachten, was vermeiden? Wie erstelle ich einen realistischen Finanzplan? Was verbirgt sich hinter "Kofinanzierung", "Fehlbedarf" und "Eigenleistung"? Wie überhaupt entwickle ich ein Projekt, das meinen persönlichen Kompetenzen entspricht und wo finde ich - wenn nötig - die geeigneten Partner?

Nach einem Überblick über das Spektrum an Finanzierungsmöglichkeiten für Literaturveranstaltungsprojekte (Kommune, Land, Bund) und einer Checkliste formaler Kriterien sehen wir uns den Antrag und seine einzelnen Bestandteile gründlich an. Wir lernen Projektmittel-Ausschreibungen genau zu lesen und zu verstehen und betrachten exemplarisch erfolgreiche geförderte Projekte. Eine Analyse des eigenen Antragsteller-Profils und ein erster Entwurf eines eigenen Projektantrags runden den zweitägigen Workshop ab.

Wer möchte, kann gern einen eigenen Projektentwurf mitbringen.

Anmeldungen bitte bis 21.08.2017 unter weiterbildung@foerderband.org oder 030 28 49 387-0/-27.





Katharina Deloglu studierte Komparatistik, Romanistik und Kunstgeschichte in Mainz, Tours und Madrid und promovierte an der HU Berlin in Neuerer Deutscher Literatur. Bis 2005 war sie als Kultur-Journalistin für u.a. SZ, FR, NZZ, F.A.Z, 3sat Kulturzeit und als freie Mitarbeiterin des Goethe-Instituts Frankfurt tätig. Als Mitgründerin und -betreiberin der Lettrétage ist sie seit 2006 zuständig für die Konzeption und Umsetzung des laufenden Veranstaltungsprogramms sowie die Fördermittelakquise und Leitung verschiedener internationaler Projekte, zuletzt CROWD - CReating Other Ways Of Dissemination und CON_TEXT. Jurytätigkeiten: Autorenstipendien des Berliner Senats 2011, Anna Seghers-Preis 2012.

Der Workshop ist Teil des Programms "Wort.Kunst.Markt", welches Förderband e.V. in enger Verbindung mit dem "Netzwerk freie Literaturszene Berlin" für in Berlin lebende freiberuflich arbeitende Autoren, Lektoren und Übersetzer konzipiert hat. Gefördert wird das Programm aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds im Programm Qualifizierung Kulturwirtschaft (KuWiQ) und des Landes Berlin - Senatsverwaltung für Kultur und Europa. Für die Kofinanzierung ist ein Eigenbetrag von 2,00€/Stunde und Teilnehmenden nötig.




Donnerstag, 07. September 2017, 20:00 Uhr (Eintritt 5,-/erm. 3,-)
Konzept Feuerpudel
Anonyme Lesebühne mit Zeichnungen

Das Konzept*Feuerpudel ist eine monatliche Lesebühne für Autor*innen in Berlin. Oder sollte es „Vorlesebühne“ heißen? Denn beim Pudel liest einer, namentlich Diether Kabow, Texte vor, deren Urheber*innen sich anonym unters Publikum mischen. Auf diese Weise geben wir schreibenden Menschen die Möglichkeit, ihre Texte unter die Leute zu bringen, ohne dass sie selbst performen. Warum? Weil die Wirkung des Textes dann nicht von der Person der*des Autor*in abhängt. Autor*innen können heimlich im Publikum sitzen, sich gemütlich einen antrinken, unerkannt über ihre Texte sprechen oder einfach nur beobachten, wie ihre Texte – und nicht sie selbst – ankommen.

Konzept*Feuerpudel ist eine Lesebühne für die Neugierigen und Chaot*innen, Austester*innen, Anfänger*innen und alte Hasen. Ihre Texte entwickeln ein Eigenleben und die Autor*innen neue Perspektiven auf das eigene kreative Schaffen und sie erhalten die Möglichkeit, ihre Arbeit kritisch zu reflektieren.

Die Texte werden vor der Lesung durchgesehen, aber nicht ausgewählt – das Los entscheidet. Jede*r kann einen Text einreichen. Acht Texte werden am Abend verlesen. Drei wählt das Publikum zu Gewinnern. Zur Preisverleihung können die Autor*innen den schützenden Mantel der Anonymität ablegen und sich feiern lassen – wenn sie es möchten. Die kleinen, unerhörten Schreiber*innen, die heimlichen Textverliebten und genialen Angsthasen werden geliebt und gesucht.





Freitag, 08.09.2017, 20:00 Uhr (Eintritt frei, Spenden erbeten)
Es liest Alexander Skidan
im Gespräch mit Tillmann Severin

Der Lyriker, Essayist, Kritiker und Übersetzer Alexander Skidan gehört zu den wichtigsten Stimmen der zeitgenössischen russischen Kulturszene. Für Kulturwissenschaftler Michail Jampolski ist Skidan „eine einzigartige Erscheinung in der zeitgenössischen russischen Literatur. Er vereint die Rationalität eines scharfsinnigen Analytikers und unparteiischen Kritikers mit einem feinen Gespür für das Poetische.“ Seine Prosa und Lyrik wurde mit den bedeutendsten russischen Literaturpreisen ausgezeichnet, so auch dem Andrei-Bely-Preis. Seine Gedichtbände wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt. Autor Norbert Niemann schreibt: „Skidans Lyrik versteht sich als Kommentar zur postsowjetischen Wirklichkeit […] Er beobachtet einen gesellschaftlichen Prozess zunehmender sozialer und ideologischer Verwerfungen, bei dem sich alte und neue politische und religiöse Systeme vermischen, ineinander schieben, verkeilen. […] Was Alexander Skidan interessiert, ist die ‚linguistische spur des realen‘.“ In der Lettrétage spricht der LCB-Stipendiat mit Schriftsteller und Übersetzer Tillmann Severin und liest aus seinem Werk. Die Veranstaltung findet auf Deutsch und Russisch mit Verdolmetschung statt.

Alexander Skidan geboren 1965 in Leningrad, lebt derzeit in St. Petersburg, Russland.





Samstag, 09. September 2017, 11:00 Uhr (Für Mitglieder des Freien Deutschen Autorenverbands kostenlos, alle anderen werden um eine kleine Spende gebeten)
Textremisten
Textwerkstatt mit Jordan T.A. Wegberg

Die Textremisten treffen sich einmal monatlich in der Lettrétage, um reihum eigene Texte vorzustellen, die dann von den Teilnehmern ausgiebig besprochen werden. Die maximale Lesezeit beträgt 10 Minuten. Es können alle Prosaformen wie Kurzgeschichten, Romankapitel oder Essays präsentiert werden. Wir geben einander Tipps, Ratschläge, Anregungen, Feedback und Motivation.



Natürlich ist sowohl das Besprechen der Texte als auch die Teilnahme an den öffentlichen Lesungen freiwillig - wer möchte, kann auch nur zum Zuhören zu den
Textremisten kommen!





Montag, 11. September 2017, 20:00 Uhr (Eintritt 5,-/erm. 4,-)
CURIEPOLIS
Debütlesung mit Fabian Herrmann



Auf der Erde – in naher Zukunft, scheint es? – entsteht ein neuer Staat, die technologisch und sozial fortschrittliche Curiepolis. Erfinderin Annika Palmstroem aus Deutschland, sechzehnjährig, freut sich, als die Curiepolitaner sie zu sich einladen. Mit der Rakete geht es von Europa nach Curiepolis. Science Fiction? Aber – wieso ist da ein gelehrtes Eichhörnchen? Was hat es mit der Sternenschnecke auf sich, dem steinernen Raben, der Rätsel stellt? Dazwischen tummeln sich faunartige Wesenheiten, Halbgöttern ähnlich, aber auch Menschen: Um sich in diesem fraktal feuerwerkenden Kosmos nicht zu verlieren, brauchen Annika und ihre curiepolitanischen Freundinnen all ihre wissenschaftlichen Kenntnisse, aber vor allem einander – ohne Freundschaft droht der thermodynamische Alptraum. Ein Jugendbuch, ein Märchen? „Ein Forschungsroman“, sagt Fabian Herrmann, der sich selbst als Dichter-Technologe bezeichnet.

Fabian Herrmann geb. in München, studierte unter anderem Physik in Jena und ist seit 2006 Diplomphysiker. Seit 2012 perfektioniert er seinen ersten
Curiepolis-Roman und weitere sollen folgen. Fabian Herrmann lebt in Berlin.




Dienstag, 12. September 2017, 19:00 Uhr (Eintritt frei)
Wir sind die Neuen
Mit Ilona Beier, Doris Lautenbach, Astrid Müller und Katja Mischke


Der Freie Deutsche Autorenverband Berlin e.V. (FDA), dessen Mitglieder in den verschiedensten Bereichen schreiben, vertritt durch Lesungen, Kongresse, Workshops, Fachvorträge und Anthologien die Interessen von Schreibenden. Im Mittelpunkt der Vereinsarbeit stehen die Literatur und der Prozess des Schreibens. Regelmäßig veranstaltet der FDA Begrüßungslesungen für die neu in den Verein aufgenommenen Mitglieder.
Unter der Moderation von Stephanie Mattner gestalten die vier Autorinnen Ilona Beier, Doris Lautenbach, Astrid Müller und Katja Mischke die diesjährige Debütlesung.

Ilona Beier ist gebürtige Thüringerin, wuchs im Saarland auf und hat in Berlin Familie und eine Heimat gefunden. 2011 gewann sie den Lyrikwettbewerb „Das große Berlin Gedicht“ für den Bezirk Spandau, das seither im Handel erhältlich ist. Inspiriert von dem Coach, Literaturwissenschaftler und Lyriker Michael Speier schreibt Ilona Beier Kurzgeschichten, Essays und Lyrik. Menschen und ihre Geschichten sind ihr Thema.







Doris Lautenbach, geboren in Berlin, ist Autorin und Hörbuch-sprecherin. Sie absolvierte eine Ausbildung zur Sprecherin und gründete Vorlesegruppen für Kinder. Ihre Geschichten sind in mehreren Anthologien veröffentlicht. Doris Lautenbach tritt regelmäßig auf Lesebühnen und Literaturveranstaltungen auf. Außerdem schreibt sie auf ihrem
Blog über Kunst und Kultur in Berlin. Ihre beiden Hörbücher "Berlin skurril" und "Berlin skurril 2" waren 2016 in der Kategorie 'Bestes Hörbuch' nominiert. 2017 erschien ihr Buch „Wünsch dir was, aber pass auf!“ im Stuttgarter Storyhouse Verlag. Sie lebt in Berlin.


Astrid Müller ist 1968 in Schleswig-Holstein geboren und lebt seit 1988 in Berlin. Sie entwickelt beständig neue Interessen, ist Dekorateurin, Sozialpädagogin und Gesundheitswissenschaftlerin und verwirklicht sich auch als freischaffende Keramikerin. Immer wieder ist sie unterwegs – allein und auf eigene Faust, meistens in Südostasien. Zunächst kam sie dort mit Yoga in Berührung, später dann mit Meditation. „Erleuchtung für Zweifler. Eine spirituelle Reise nach Thailand, Laos und Kambodscha“ ist ihr erstes Buch.






Katja Mischke, 1975 geboren, arbeitet als selbstständige Medienproduzentin und Publizistin. Sie beschreibt ihre Welt in Geschichten, Gedichten, Zeichnungen, Fotos und Filmen. Bereits Ende der 90er verschlug es sie in die Medien, sie wurde ein Teil des Berliner Künstlerkollektivs mobtik und leitete bis zu ihrer Selbstständigkeit das Programm eines internationalen TV Senders.











Mittwoch, 13. September 2017, 20:00 Uhr (Eintritt 5,-/erm. 4,-)
WIE ALCHEMIE UM- & UMGESCHRIEBEN
Lesung mit Ute Eckenfelder

Die Autorin Ute Eckenfelder möchte mit ihren Gedichten das Prozesshafte der Sprache herausarbeiten; denn Sprache hat mit Alchemie gemein, dass sie sich nicht scheut, mit unterschiedlichsten Materialien, sinnlichen, bildhaften und geistigen Substanzen zu experimentieren. So entsteht eine Vielfalt ihres Sprechens, wodurch nicht nur die Sprache selber, sondern auch wir von der Sprache immer wieder umgeschrieben werden. Vielleicht so wie Rilke – für unsere heutigen Ohren etwas zu pathetisch – formulierte: "Jener entwerfende Geist, welcher das Irdische meistert, liebt in dem Schwung der Figur nichts als den wendenden Punkt."

Ute Eckenfelder, geboren 1938 in Sulz am Neckar. Studium der Erziehungswissenschaften sowie langjährige Tätigkeit als Dozentin am Pestalozzi-Fröbel-Haus. Veröffentlichungen von Lyrik und Prosa in zahlreichen Zeitschriften, u.a. Lichtungen, Jahrbuch der Lyrik, Ostra-Gehege, Sinn und Form sowie im Rundfunk. Publikationen: Mitlesebuch 19 (1997), Einblicke (1998), Falkner, bis grün dich durchwächst (2002), Ist wo die Eule (2006), War oder wird Eiszeit (2010). Zuletzt erschien der Lyrikband G‘schnipf für Zieglers Ziegen (Keiper 2014/ Podium 2016).




Donnerstag, 14. September 2017, 20:00 Uhr (Eintritt frei)
METROFOLKLORE
Patricia Hempel liest aus ihrem Romandebüt


»Mitte 20 muss man unglücklich verliebt sein, damit man in den Dreißigern das Liebesglück noch mehr zu schätzen weiß« – das gilt auch für lesbische Archäologiestudentinnen. Wie aber damit umgehen, wenn einem das Flattern durch Mark und Bein schießt, sobald die schöne Helene im Universitätsflur auftaucht? Eine solche Frau, ebenso makellos wie heterosexuell, kann man schließlich nicht einfach von der Seite anquatschen.

Um es auf den Punkt zu bringen: Die Anbetung einer unerreichbaren Geliebten ist zwar in der Theorie ganz nett, stellt aber in Wahrheit kein erfülltes Lebenskonzept dar. Doch selbst wenn einem Ovid mit seinen Verführungskünsten unter die Arme greift – wie besänftigt man gleichzeitig die unerwartet heftig auftretenden Kinderwünsche der eigenen Partnerin? Mit romantischen Gesprächen über Spermabeschaffung am Frühstückstisch? Alea non iacta est. Noch können Monogamie und schreiender Nachwuchs auf den geeigneten Lebensentwurf hin überprüft werden. Im Gewand eines Minneliedes verhandelt dieses unerschrockene Debüt die Grenzen der Liebe und der Lust.

© Annette Hauschild/Ostkreuz
Patricia Hempel, geboren 1983 in Berlin, studierte erst Ur- und Frühgeschichte, bis es sie von Berlin nach Hildesheim und von der Archäologie zum literarischen Schreiben zog. Es folgten Veröffentlichungen in Zeitschriften, Magazinen und Anthologien und 2014 die Ernennung zur Wolfsburger Stadtschreiberin. Heute arbeitet Patricia Hempel als freie Journalistin und Autorin in Berlin. »Metrofolklore« ist ihr erster Roman.













Sonntag, 17. September 2017, 20:00 Uhr (Eintritt 5,-/erm. 4,-)
Atomtod und Rüschenhemd
Berlin in den Neunzigerjahren – ein literarischer Rückblick mit Markus Liske






Die Veranstaltung fällt leider aus.





Donnerstag, 21. September 2017, 20:00 Uhr (Eintritt 5,-/erm. 4,-)
Cronos Cube
Vorstellung des Liesmich Verlags mit Thekla Kraußeneck


CRONOS CUBE ist der Erstlingsroman von Thekla Kraußeneck. Sie entwirft ein dystopisches Szenario im Jahr 2030 und zeigt uns eine Welt, in der Drohnen über den Straßen Europas patrouillieren, Smartphones getrackt und Internetverläufe überprüft werden – jede*r ist ortbar. Die permanente Überwachung und eine vom Staat aufoktroyierte Transparenz setzen der Gesellschaft sowohl seelisch als auch finanziell zu. Menschen ohne Perspektive vegetieren in riesigen Wohnblöcken vor sich hin. Das Virtual-Reality-Spiel Cronos Cube wird zum Ausweg für Spaßsüchtige oder Verzweifelte – als letzter Hort freier Meinungsäußerung aber auch zur Brutstätte des Widerstands.

Erschienen ist der Text 2017 im "Liesmich Verlag". Liesmich ist ein 2013 gegründeter, unabhängiger Verlag aus Leipzig mit belletristischem Schwerpunkt. Die Grenzen zwischen den Kompetenzbereichen der einzelnen Mitwirkenden sind fließend. Jeder darf sich frei einbringen und aktiv mitgestalten. Der Verlag setzt auf ungewöhnliche Vermarktungsstrategien, organisiert mobile Lesungen und entwirft Fahrrad- und Landkarten. Es ist erklärtes Ziel des Verlags, insbesondere unkonventionelle Ideen zu fördern und (bisher) unbekannten Autor*innen eine Plattform zu bieten. Der Liesmich Verlag sucht nach Geschichten, die aus der Reihe tanzen.

Thekla Kraußeneck, Jahrgang 1987, ist Berlinerin und bringt ihren lebenslangen Schreibprozess mit ihrem Debütroman „Cronos Cube“ in Buchform. Die passionierte Gamerin arbeitet seit vielen Jahren als freie Journalistin für die Süddeutsche Zeitung und studiert in München Ethnologie und Philosophie.