Februar 2008


Samstag, 2. Februar 2008, 19:30 Uhr
Unkostenbeitrag 5 Euro

Lesungsreihe der Zeitschrift Belletristik
Verlaghaus J. Frank

Ein Ort, Sechs Termine, 24 AutorInnen: Lesungen gegen den Einheitsbrei.



Mittwoch, 6. Februar 2008, 19:30 Uhr
Unkostenbeitrag 5 Euro

Am anderen Ende des Tones…
Leseperformance von und mit Sylvia Eulitz

Sylvia Eulitz liest und spielt Auszüge aus ihrem „Traumzyklus“ – eine sinnliche Verschmelzung von Lyrik, Kurzprosa und Zwischenklängen & Improvisationen am Cello unter dem Motto „Poesie in der Musik, Musik in der Poesie“.

Sylvia Eulitz, geboren in Berlin, arbeitet neben ihrem Instrumentalstudium (Cello und Klavier) als freischaffende Cellistin, Pädagogin und Autorin. Neben klassischem Konzertrepertoire und Orchestertätigkeit auf steter musikalischer Spurensuche, eigene Improvisationen und Arrangements im Bereich Jazz, Latin, Folk, Tango, Klezmer und deutsch-russischer Chanson. Prosa- und Lyrikveröffentlichungen in Literaturzeitschriften und Anthologien.



Samstag, 9. Februar 2008, 19:30 Uhr
Unkostenbeitrag 5 Euro

Travel Haikus: Der Augenblicke Andacht
Haikus und andere Zen-Gedichte von Matthias Müller-Lentrodt
Einbruch der Landschaft. Prosa von Udo Kawasser

Matthias Müller-Lentrodt (geb. 1964) beschäftigt sich seit seinem Studium der Literaturwissenschaft mit der Form des japanischen Kurzgedichts, des Haiku, das vom Geist der Zen-Philosophie geprägt ist.
Auf Reisen in Japan, China, Burma, Kambodscha und Vietnam sind viele Travel Haikus entstanden, die Gedanken und Erfahrungen reflektieren und das Haiku als poetische Frucht der Meditation erkennen lassen. Nach seinem ersten Gedichtband Ikonen (erschienen 1999) wird 2008 voraussichtlich eine Anthologie seiner Haiku-Gedichte im Hamburger Haiku-Verlag erscheinen.

Ist es möglich einen Nullpunkt zu setzen, von dem man neu beginnen kann? In Udo Kawassers erster Buchveröffentlichung geht es um die Geschichte eines Tänzers, der vor einer Liebes- und Lebenskatastrophe nach Zürich flieht und glaubt das Geschehene durch einen Ortswechsel vergessen machen zu können. Um sich nicht mit der bedrohlichen Vergangenheit auseinandersetzen zu müssen, richtet er seine Wahrnehmungen und Gedanken völlig auf die Gegenwart aus und beginnt sich darüber Notizen zu machen. Schließlich zieht es ihn nach Kuba, trifft aber dort nur auf Prostituierte und eine heruntergekommene Insel. Am Schluss muss der Protagonist erkennen „dass ich in all diesen Monaten, auf all den Tausenden Kilometern nur einen nicht enden wollenden Graben umrundet habe, der seinen Rachen in mir hat“.
Die Zuschauer erwartet eine ungewöhnliche Lesung, die sich stellenweise in performanceartige Tanzsequenzen transformieren wird.

Wie Kawasser diese Stadt mit ihrem „bröckelnden Vokabular der Architektur“, dem Schrott, dem Müll, der Zersetzung ihrer ärmeren Quartiere einfängt, zeugt von einer erstaunlichen Sprach- und Suggestionskraft - ein fazinierender Text.
(Beatrice Eichmann-Leutenegger, NZZ)

Udo Kawasser, geb. 1965 am österreischischen Bodensee. Studierte Deutsche, Französische und Spanische Philologie in Innsbruck und Wien. Lyriker, zeitgenössischer Tänzer, Übersetzer kubanischer Literatur. Veröffentlichungen in Zeitschriften wie ndl, wespennest oder literatur+kritik. Österreichisches Staatsstipendium 2006/7. Einbruch der Landschaft. Zürich – Havanna ist sein erstes Buch und erschien 2007 im Ritter Verlag, Klagenfurt.



Mittwoch, 13. Februar 2008, und Samstag, 16. Februar 2008, jeweils 19:30 Uhr
Unkostenbeitrag 5 Euro

„Die Sünde ist das einzige echte Farbelement...“
Eine szenische Oscar-Wilde-Lesung
Gelesen und gespielt von Denis Abrahams. Zusammengestellt von Christina Deloglu.

Wilde? Klar – eine Ikone! Dandy und Hohepriester des Ästhetizismus, Zuchthäusler und Märtyrer, Vater und Geliebter – Denis Abrahams zeigt viele Facetten Wildes: einen, der in seinen Erzählungen zynisch und doch augenzwinkernd die Gesellschaft seiner Zeit beschreibt, der in seinen Märchen und Briefen mit nahezu kindlicher Offenherzigkeit träumt, liebt und leidet bis zum bitteren Ende. Historische Dokumente sowie sein im Zuchthaus verfasster Brief de profundis an seinen Geliebten Lord Alfred Douglas lassen die ethische und künstlerische Leistung des von der Gesellschaft erst umjubelten, dann wegen seiner Homosexualität verurteilten und geächteten Schriftstellers nur erahnen. De profundis – ein Liebesbrief und eine Bilanz, ein Versuch, sich inmitten der Trümmer seiner Existenz das Bewusstsein seiner künstlerischen Würde und die für ihn damit verbundene geistige Selbsterhaltung zu bewahren.

Denn Du befandest Dich in jenem Alter, in dem alles, was man tut, nicht mehr ist als das Auswerfen der Saat, und ich befand mich in jenem Alter, in dem alles, was man tut, nichts Geringeres ist als das Einbringen der Ernte.

Was bleibt – Kaffee trinken mit Nietzsche in der Hölle?



Mittwoch, 20. Februar 2008, 20:00 Uhr
Unkostenbeitrag 5 Euro

„Poesie als Sinn- und Lautfluss“
Buchpremiere des Mitlesebuchs von Peter Huckauf
Eine Veranstaltung des Aphaia Verlags

Zwischen geflößten, zu Letternbeeten gefügten Buchstaben-Collagen, die alltäglichem Zeitungsmüll entrissen sind, einerseits und den Verformungsmöglichkeiten von Sprache zu Sinn und Laut zum anderen, entstehen in Peter Huckaufs künstlerischer Arbeit immer wieder, oder doch regelmäßig ­ und hier scheint das Unbewusste als Kapital - auch Gedichte!
Seit er 1996, flankiert durchs Sorbische, endgültig die polnische Sprache für sich entdeckte, gewinnt Huckauf immer mehr die Überzeugung, dass es sich nur an den Rändern, an Grenzen lohnt, heimisch zu werden.
Folgerichtig nähert er sich seiner SLAWINE und treibt Nachbarschaft. Dass die Landschaft, aus der Huckauf stammt, schon so etwas wie ein Sprachwurzelvorlauf war, den er aufzulesen wusste, darf angenommen werden. In diesem Sinne will der Autor seine Arbeit begreiflich machen und sich dem Abend stellen.



Samstag, 23. Februar 2007, 19:30 Uhr
Unkostenbeitrag 5 Euro

Nikola Richter: Schlussmachen auf einer Insel

In Schlussmachen auf einer Insel erzählt Nikola Richter zwanzig Großstadtromanzen, zwanzig instabile Beziehungskonstrukte. Junge Menschen sitzen in Cafés und schauen sich sehnsuchtsvoll über die Schultern, fangen stündlich eine neue Beziehung an und beenden sie eine Woche später wieder. Sie sind Romantiker auf der Suche nach dem wirklichen Glück, geraten aber immer wieder in Abgründe.
Wie in Die Lebenspraktikanten - dem Buch, dass sie einem großen Publikum erst bekannt machte - erweist sie sich auch hier als eine reflektierende Beobachterin ihrer Generation.

Nikola Richter, geboren 1976 in Bremen, studierte Germanistik, Anglistik und Komparatistik in Tübingen, Norwich und Berlin. Danach Stipendien-, Praktika- und Jobmarathon. Konzeption und Leitung des Online-Literaturmagazins www.schriftstelle.de. Gründerin der Berliner Lesebühne visch & ferse. Arbeitet jetzt für die Zeitschrift für Kulturaustausch. Richter veröffentlichte Erzählungen und Lyrik, arbeitet als Theaterautorin und lebt in Berlin.



Alle Lettrétage-Veranstaltungen sind nicht-öffentliche Abende für Vereinsmitglieder und Freunde.