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März 2017


Samstag, 11. März, 16:00 Uhr (Eintritt frei)
Mädchen und Wasser: Offene Werkstatt. Im Rahmen des Modellprojekts CON_TEXT.
Mit Kinga Tóth & Doro Billard. Familien mit Kindern willkommen.

Die bildende Künstlerin
Doro Billard und die Autorin und (Klang-)Poet-Illustratorin Kinga Toth laden am Samstag, 11. März, in die Lettrétage zu einer offenen Werkstatt ein, um gemeinsam mit ihren Besucher*innen die Materialien für ihre Veranstaltung am darauffolgenden Dienstag Abend vorzubereiten. Bei einem informellen Gespräch geben die Künstlerinnen Einblick in ihr Schaffen – Texte, Farben, Papierarbeiten… – und erzählen, wie sie zusammen einen Abend über das Thema „Mädchen und Wasser“ entwickeln. Auch Familien mit Kindern sind willkommen!

CON_TEXT ist ein Modellprojekt, in dessen Rahmen neue, interdisziplinäre Formate von Literaturveranstaltungen von einem spartenübergreifenden Künstler-Duo konzipiert und umgesetzt werden. Insgesamt finden zehn Abendveranstaltungen und eine Abschlusskonferenz statt. Die Künstler*innen arbeiten eine Woche lang gemeinsam an Ihrer Veranstaltung und stellen während dieser Produktionsphase mit einem informellen Werkstatt-Format ihre Arbeit in progress vor.

CON_TEXT wird gefördert durch die Senatsverwaltung für Kultur und Europa.









Dienstag, 14. März, 20:00 Uhr (Eintritt frei)
CON_TEXT. Programmschwerpunkt 2017.
Mit Kinga Toth & Doro Billard

Die Veranstaltungsreihe CON_TEXT versucht das Format „Lesung“ neu zu denken und zu thematisieren. Jeweils ein/e Autor/in und ein/e Künstler/in einer anderen Sparte erarbeiten gemeinsam eine Woche lang in der Lettrétage ein interdisziplinäres Veranstaltungsformat. TänzerInnen, MusikerInnen, Bildende und Darstellende KünstlerInnen sowie FilmemacherInnen sind die künstlerischen PartnerInnen der AutorInnen. Ausgehend vom literarischen Text entwickeln die KünsterInnen-Tandems interdisziplinäre Formate und thematisieren dabei den Prozess der gemeinsamen Arbeit. Die so entstehende literarische Veranstaltung wird als ein eigenes, weit über die bloße Textpräsentation hinausgehendes, künstlerisches Werk begriffen. Die KünstlerInnen arbeiten ohne inhaltliche Vorgaben, der Prozess ist ergebnisoffen.

Insgesamt finden zehn Abendveranstaltungen und eine Abschlußkonferenz statt.
Zu jeder Veranstaltung erscheinen vorab ein Interview mit einem Experten und im Nachhinein eine kurze filmische Dokumentation im
Lettrétagebuch. Dort findet sich auch weitere Information zur Veranstaltungsreihe und zu den beteiligten Künstler*innen und Veranstaltungsterminen.

Die dritte Veranstaltung wird von Kinga Toth (Sprachwissenschaftlerin, (Klang)-Poet-Illustratorin und Kulturmanagerin) und Doro Billard (bildende Künstlerin) konzipiert und umgesetzt.

CON_TEXT wird gefördert durch die Senatsverwaltung für Kultur und Europa.






Kinga Toth ist Sprachwissenschaftlerin, (Klang-)Poet-Illustratorin und Kulturmanagerin. Darüber hinaus ist sie Songwriterin und Frontfrau des Tóth Kína Hegyfalu-Projekts sowie Vorstandsmitglied des József-Attila-Kreises für junge Schriftsteller und aktives Mitglied bei zahlreichen anderen Projekten und Verbänden. Neben dem Tóth Kína Hegyfalu-Projekt nahm Kinga Tóth an weiteren Musikprojekten wie 33 astral bodies (Lyrics, Gesang), Tuning Ballerina (Lyriks, Gesang), Control mit Silvia Rosani (Kontext, Text, Performance), ARKon (Gesang, Lyrik) teil.





(c) Wolf-Dirk Skiba


Doro Billard studierte Grafik und Zeichnung an der Ecole Nationale Supérieure des Arts Décoratifs in Paris und an der Kunsthochschule Weissensee in Berlin, wo sie seit 1999 lebt und arbeitet. 2004 gründete sie zusammen mit dem Architekten Clemens Helmke die Künstlergruppe Monobloque, die mit mehreren europäische Projekt-, und Artist-in-Residence Stipendien ausgezeichnet wurde. Im Mittelpunkt ihrer zeichnerischen Arbeiten stehen die Erinnerungs- und Wahrnehmungsgrenzen von Alltagssituationen.






(c) Monobloque



Mittwoch, 15. März 2017, 20:00 Uhr (Eintritt 5,-/erm. 4,-)
Der Mantel der Erde ist heiß und teilweise geschmolzen
Premiere des neuen Romans von Nina Bußmann
Moderation Paul Jandl

An einem wolkenlosen Tag in der Karibik verschwindet das Propellerflugzeug mit der 32-jährigen Seismologin Nelly an Bord plötzlich vom Radar. Nach monatelanger Suche werden Trümmerteile in den Wäldern Nicaraguas gefunden. Doch von Nelly weiter keine Spur. Zu Hause in Frankfurt kann ihre Freundin ihr rätselhaftes Verschwinden nicht verwinden. Sie reist nach Managua, quartiert sich in Nellys altem Zimmer ein, liest ihre zurückgelassenen Aufzeichnungen und Tagebücher und spricht mit den Menschen, die mit ihr zu tun hatten, getrieben von einer seltsamen Obsession, die abzulenken scheint von einem Geheimnis in ihrem eigenen Leben. Ihre Suche nach Nelly nimmt mehr und mehr die Züge einer Flucht an.

Der Mantel der Erde ist heiß und teilweise geschmolzen ist ein Roman über Fremdheit und Einsamkeit, über private und politische Gefährdungen, ein Roman über den Wunsch, zu verschwinden, und die Hoffnung, gesucht und geborgen zu werden, wenigstens in der Erinnerung, im Gespräch. Denn das Verschwinden setzt vielem ein Ende, nicht aber dem Erzählen.


Nina Bußmann, geboren 1980 in Frankfurt am Main, studierte Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft und Philosophie in Berlin und Warschau und lebt heute in Berlin. Sie hat für ihr Schreiben verschiedene Auszeichnungen bekommen, unter anderem den 3sat-Preis beim Ingeborg-Bachmann-Preis 2011 für einen Auszug aus ihrem Debütroman Große Ferien .








(c) Wolf-Dirk Skiba


Paul Jandl, geboren 1962 in Wien, studierte Germanistik und Philosophie an der Universität Wien. Er war viele Jahre als Wiener Kulturkorrespondent für das Feuilleton der NZZ tätig, seit 2010 Kritiker für Die Welt. Von 2009 bis 2013 Mitglied der Jury des Ingeborg-Bachmann-Preises, heute Mitglied der Jury des Ernst-Jandl-Preises.







Pressestimmen
»... tatsächlich ist Nina Bußmann in ihrem szenischen Naturalismus eine Feinmalerin von Gnaden.« Hubert Winkels, DIE ZEIT

»Und so findet sie eine Sprache für die vielen abseitigen Details, an denen die Wahrnehmung immer wieder hängenbleibt, ja, aus denen sie sich regelrecht zu speisen scheint.«
Nico Bleutge, Neue Zürcher Zeitung




Montag, 20. März 2017, 20:00 Uhr (Eintritt 8,-/erm. 6,-)
Liebesblind, erster Teil: Widerrechtliche Inbesitznahme
Eine Produktion von Brigaden Stockholm/Berlin,
nach einem Text von Lena Andersson

Wer verlässt, spürt keinen Schmerz. Wer verlässt, braucht nicht zu reden. Wer verlässt, ist fertig. Das ist der große Schmerz. Wer verlassen wird, muss dagegen bis in alle Ewigkeit reden. Und dieses ganze Gerede ist nur der Versuch, dem anderen zu sagen, dass er sich geirrt hat. Wenn er nur einsähe, wie die Dinge wirklich liegen, würde er sich nicht so verhalten, dann würde er den anderen lieben. Bei dem Gerede geht es nicht darum, sich Klarheit zu verschaffen, was der Redende behauptet, sondern darum, zu überzeugen und zu überreden.

Widerrechtliche Inbesitznahme – der juristische Ausdruck für eine rechtswidrige Aneignung und Verwendung von etwas, das in fremdem Besitz ist – in diesem Fall: der Körper Ester Nilssons.

Das Projekt LIEBESBLIND ist eine internationale Zusammenarbeit zwischen Künstler*innen aus Schweden und Deutschland (Brigaden/Berlin). Es ist eine Inszenierung des vielbesprochenen Romans Widerrechtliche Inbesitznahme von Lena Andersson (Schweden) mit zwei Akteur*innen: eine Frau, ein Mann. Der Mann probt vorher nicht und die Rolle des Mannes wird an jedem Abend von einem neuen Akteur gespielt. Intellektuell, feministisch und provokant.

Mit: Ingrid Gustafsson, Regie & Dramaturgie: Annika Silkeberg // Bühne, Kostüme & Licht: Jenny André // Musik & Grafik: Fredrik Arsæus Nauckhoff //

Das Projekt wird unterstützt vom Kulturrat des Schwedischen Staates (Statens Kulturråd) und dem Künstleramt Stockholm (Konstnärsnämnden Stockholm) und hat eine Zusammenarbeit mit der Schwedischen Botschaft, Berlin und der Deutsch-Schwedischen Handelskammer.

Weitere Informationen unter:
www.liebesblind.berlin
www.facebook.com/liebesblind.berlin/?ref=ts&fref=ts
www.brigaden.nu/berlin




Dienstag, 21. März 2017, 20:00 Uhr (Eintritt frei)
Versfest: Poetry Night Two
Gespräch, Lesung und Q&A

In zwei Poetry Nights lesen die Gäste des versfests aus ihren Texten und sprechen über ihr Werk. Außerdem stellen sie das Poesiemanifest des Festivals und exklusiv für das Festival geschriebene Gedichte zum Thema »Imagine« vor. Die Poetry Night One findet am 20. März im Literaturforum im Brecht-Haus statt, die Poetry Night Two am 21. März in der Lettrétage.

Moderiert wird die Veranstaltung von Philip Geisler.

Jacqueline Woodson wurde 1963 in Ohio, USA, geboren. Sie studierte Englisch und arbeitete zunächst als Schauspieltherapeutin für obdachlose Kinder. Woodson schrieb 31 Bücher für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, darunter ihr Debüt LAST SUMMER WITH MAIZON [1990] sowie MIRACLE’S BOYS [2000], SHOW WAY [2005] und ANOTHER BROOKLYN [2016]. Ihr literarisches Werk wurde in 20 Sprachen übersetzt und mit dem Coretta Scott King Award [2001 und 2015], dem Margaret A. Edwards Award [2006] und dem National Book Award [2014] ausgezeichnet. Woodson lebt mit ihrer Familie in Brooklyn, New York. Sie tritt erstmals in Deutschland auf, stellt ihren Roman BROWN GIRL DREAMING [2014] auf dem versfest als Internationale Premiere vor und hält die Eröffnungsrede des Festivals.
www.jacquelinewoodson.com
(c) Juna F. Nagle


Franz Hohler wurde 1943 in Biel, Schweiz, geboren und studierte Germanistik und Anglistik an der Universität Zürich. Der Erfolg seines ersten Kabarettprogramms »Pizzicato« [1965] bewog ihn dazu, sein Studium abzubrechen und sich ausschließlich dem künstlerischen Schaffen zu widmen. Hohler ist Autor von Kabarettprogrammen, Theaterstücken, Kurzgeschichten, Romanen und Kinderbüchern. Seine mehr als 50 Bücher wurden in 30 Sprachen übersetzt und in 27 Ländern veröffentlicht. Unter anderem wurde er mit dem Gesamtwerkpreis der Schweizerischen Schillerstiftung [1991], dem Kunstpreis der Stadt Zürich [2005] und dem Salzburger Stier für das Lebenswerk [2008] ausgezeichnet. Hohler hat zwei Söhne und lebt in Zürich. Beim versfest stellt er seinen Gedichtband ES WAR EINMAL EIN IGEL [2011] vor. www.franzhohler.ch
(c) Christian Altorfer


Sarah Crossan wurde 1981 in Dublin, Irland, geboren, studierte Philosophie und Literatur und absolvierte eine Ausbildung als Lehrerin für Theater und Anglistik an der University of Cambridge. Sie lebte in New York, um als Lehrerin zu arbeiten, gab den Beruf jedoch auf und widmet sich seitdem dem Schreiben. Bislang veröffentliche Crossan sechs Romane. Ihr Debüt trägt den Titel THE WEIGHT OF WATER [2012], außerdem erschienen u. a. APPLE & RAIN [2014] und WE COME APART [2017]. Ihre Bücher wurden in über 20 Sprachen übersetzt und u. a. mit dem Luchs des Monats Februar [2014], der Carnegie Medal [2016] und dem CBI Book of the Year Award [2016] ausgezeichnet. Crossan lebt mit ihrer Familie in Hertfordshire bei London. Auf dem versfest stellt sie ihren Versroman ONE [2015] als Deutschlandpremiere vor. www.sarahcrossan.com
(c) Rolf Mariott


Edward van der Vendel wurde 1964 in Leerdam, Niederlande, geboren. Er studierte Pädagogik und arbeitete als Lehrer und Schulleiter, bis er 2001 hauptberuflich Schriftsteller wurde. Van de Vendel schrieb 70 Bilderbücher, Gedichtbände, Romane und Sachbücher, die in 30 Sprachen übersetzt und in 22 Ländern erschienen sind. Wichtige Bücher sind u. a. sein Debüt BETRAP ME [1996], DE GELUKVINDER [2008] und DERTIEN RENNENDE HERTJES [2012]. Für sein literarisches Werk wurde er dreimal mit dem Gouden Zoen, siebenmal mit dem Silbernen Griffel sowie mit dem Woutertje Pieterse Prijs [2004] und dem Deutschen Jugendliteraturpreis [2016] ausgezeichnet. Van de Vendel lebt in Rotterdam. Auf dem versfest stellt er IK JUICH VOOR JOU [2013] als Internationale Premiere vor. www.edwardvandewendel.com
(c) Jota Chabel

In Kooperation mit dem internationalen literaturfestival Berlin.

Um Anmeldung wird gebeten: kjl@literaturfestival.com oder (030) 27 87 86 - 66/70



Freitag, 24. März 2017, 10:00 bis 19:00 Uhr (Eintritt frei)
Gut beraten?! Selbstermächtigtes Handeln vermitteln!
Ein Fachtag zum Thema Beratung & Qualifizierung in den freien Künsten

Frei zu arbeiten bedeutet, anders und selbstbestimmt zu arbeiten, und damit kontinuierlich Fragen zu stellen, was Arbeiten, Produzieren, Schaffen heißen kann. Wie kann auch die Beratung und Qualifizierung von Kunst- und Kulturschaffenden diese Form des Arbeitens unterstützen?

Beratung und Qualifizierung soll Kompetenzen stärken, die Künstler*innen ein Leben von freier Kunst möglich machen. Gleichzeitig soll sie auch Navigationshilfe sein, um emanzipatorische Potentiale zu wecken und zu stärken und so den Gesetzen des Marktes zu trotzen. Sie soll die solidarische und kollektive Idee des freien Arbeitens aufgreifen, um Wissen zu vermehren und flache Hierarchien zu ermöglichen.

Um dieses Spannungsfeld zu erforschen, wollen wir uns in Kooperation mit der Lettrétage Berlin, SMartDE, tanzraumberlin und dem Kulturwerl des BBK am 24. März 2017 in der Lettrétage Berlin unter anderem folgenden Fragen stellen:

• Welche Formen der Beratung nutzen wir bisher? Welche Qualifizierungsformate für die freien Künste gibt es?
• Wie können wir die Realitäten unserer Beratungslandschaft erkennen und sie auch verändern?
• Welche Formate von Beratung & Qualifizierung sind mit der Arbeit in der freien Szene kongruent?
• Was brauchen wir, um den Anspruch freien Arbeitens auch innerhalb der Beratung zu erfüllen?
• Wie können wir Kompetenzen vermitteln, die Kunst- und Kulturschaffende darin unterstützen, von ihrer Kunst leben zu können?
• Und wie können wir aus der Praxis heraus neue Formen von Beratung & Qualifizierung finden?

Zur Diskussion dieser Fragen laden wir Expert*innen der Beratung und Qualifizierung von Kunst- und Kulturschaffenden verschiedener Sparten zu einem Fachtag ein.
Nähere Informationen zum genauen Programmablauf finden sie unter folgendem Link
https://pap-berlin.de/die-bereiche-des-performing-arts-programm/beratung-und-qualifizierung/fachtag/
Anmeldung unter: aenne-marthe.kuehn@pap-berlin.de



Samstag, 25. März 2017, 19:00 Uhr (Eintritt frei)
Ralf Turtschi - Zeichen setzen!
Vortrag

Im März wird der Schweizer Typografie-Experte Ralf Turtschi einen Vortrag über Zeichensetzung, Typografie und Leserlichkeit halten. Herr Turtschi ist Grafikdesigner und Autor des Buches „Zeichen setzen!“ (
www.zeichen-setzen.ch). Gemeinsam mit dem VFLL passt er das Buch derzeit an deutsche Regeln an und entwickelt eine begleitende App. In seinem Vortrag wird es zum einen um Zeichensetzung, zum anderen um gestalterische Aspekte gehen, zum Beispiel: Welche Schriften sind leserlich, welche nicht? Welche Schriften gelten als antiquiert, welche als modern? Wie gestaltet man Leserlichkeit in Kleingedrucktem?



Montag, 27. März 2017, 20:00 Uhr (Eintritt frei)
Klingende Ebene
Ein Hörstück von Ulrike Brand zum 100. Geburtstag von Johannes Bobrowski in deutscher und russischer Sprache
Mit Ulrike Brand (Cello und Sprecherin), Olaf Rupp (E-Gitarre) und Sergey Moreino (Sprecher Russisch)

Der deutsche Lyriker und Erzähler Johannes Bobrowski (1917-1965) setzte sich insbesondere mit dem Verhältnis der Deutschen zu ihren östlichen Nachbarvölkern auseinander. Geboren in Tilsit siedelte er 1938 nach Berlin über, um Kunstgeschichte zu studieren. Ab 1949 arbeitete Bobrowski als Lektor in verschiedenen Berliner Verlagen. 1961 erschien sein erster Gedichtband „Sarmatische Zeit“, 1962 folgte „Schattenland Ströme“. Im selben Jahr erhielt Bobrowski den Preis der Gruppe 47, wodurch er in ganz Deutschland und auch international bekannt wurde. Weitere Informationen unter www.johannes-bobrowski-gesellschaft.de

Sergey Moreino (*1964 Moskau, Russland) siedelte 1987 nach Lettland über und ist seit 1988 als freier Autor und Übersetzer tätig. Moreino ist Redakteur der literarischen Zeitschriften „Vards“ (Lettland) und Kaliningrad, Russland sowie Lektor der Reihe „Geographie der Übersetzung" des Verlages „Russki Gulliver”, Moskau. Moreino übersetzte ins Russische u.a. die deutschen Dichter Benn, Celan, Eich, Stolterfoht und Trakl, die lettischen Dichter Berzinš, und Vacietis und die polnischen Dichter Krynicki und Milosz. Moreino lebt bei Riga.

Duo Brand_Rupp (c) Paetrick Schmidt
Aus dem spezifischen Zusammenklang von Cello und Elektrogitarre entspringt die eigene Poetik des Duos. Cello und Elektrogitarre weisen trotz ihrer unterschiedlichen semantischen Felder – Cello als das mit dem romantischen Klangideal behaftete akustische Instrument und E-Gitarre als Synonym für Rockmusik - zum Verwechseln ähnliche Klangfarben und Spieltechniken auf. So wie das Streichen mit dem Bogen und das Pizzikatospiel austauschbar sind, sind es auch Obertonklänge, Arpeggien, Cluster, zahlreiche Verfremdungseffekte und Geräusche; essentielle Voraussetzung dafür ist die Möglichkeit einer differenzierten Lautstärkenmodulation auf der Elektrogitarre. Das Resultat ist eine stilistische Ungebundenheit bei freiem assoziativem „Spiel“ mit Ähnlichkeit und Rollentausch, Erinnerung und Vorwegnahme. Mehr Informationen unter http://www.olafrupp.de/Brand_Rupp/

Ulrike Brand konzertiert als Solistin auf internationalen Festivals für Neue Musik. Ihr besonderes Interesse gilt grenzüberschreitenden Projekten in den Bereichen Sprache, Bildende Kunst und Performance. Sie setzt sich intensiv mit freier und konzeptuelle Improvisation auseinander, wobei sie im Zwischenbereich von improvisierter und notierter Musik eigene Stücke entwickelt. Darunter die Hörstücke „ Mond.Ich.“ und „Klingende Ebene“ mit Texten von A. Schmidt und J. Bobrowski. 2015 erhielt sie zusammen mit dem Composer-Performer Tomomi Adachi und dem Gitarristen Olaf Rupp das Arbeits-und Recherchestipendium des Berliner Senats. 2016 war sie Stipendiatin des Ministeriums für Wissenschaft, Bildung und Kultur Brandenburg im Künstlerhaus Schloss Wiepersdorf. Ulrike Brand lebt in Berlin.



Donnerstag, 30. März 2017, 20:00 Uhr (Eintritt 8,-)
AMA Album Release Konzert
Konzert mit WARBLE [Brad Henkel - Trompete, Miako Klein - Blockflöte]
und MDuo [Michael Weilacher - Schlagzeug, Miako Klein – Blockflöte]


Miako Klein (*1982) ist in Berlin lebende Musikerin. Ihr musikalisches Spektrum ist weitgefächert: Auf der Blockflöte und der Violine klassisch ausgebildet, sammelte sie umfangreiche Erfahrungen bei Aufführungen der Zeitgenössischen, Alten Musik, und der Improvisation. Miako hinterfragt die konventionellen Wege der Musikperformance, indem sie die Grenzen zwischen Stilen und Genres mit Hilfe von Experimenten und interdisziplinären Kollaborationen überschreitet. Sie arbeitet als Solokünstlerin und als Kammermusikerin und kollaboriert häufig mit Komponisten, die Stücke für sie geschrieben haben. Miako war Gastspielerin beim Ensemble Modern, ICE International Contemporary Ensemble, Quartet New Generation und tritt regelmäßig mit den Trompetern Sava Stoianov, Brad Henkel und Michael Weilacher auf. 2010/2011 arbeitete sie als Musikerin bei der Cirque du Soleil Show ZAiA in Macau. Sie wurde mit verschiedenen Stipendien ausgezeichnet, darunter die Künstlerresidenz der Kunstmeile Krems 2014 und die Akademie Schloss Solitude 2014/2015, wo sie ihr erstes Klang-Installations-Projekt entwickelte.
Miako Klein


MDuo wurde im September 2014 gegründet. Vorausgegangen war ein intensiver Arbeitsprozess zwischen der Blockflötistin und Violinistin Miako Klein und dem Schlagzeuger Michael Weilacher. MDuo sind zurzeit dabei, ein abendfüllendes Programm zu zeitgenössischer Improvisation zu entwickeln, wobei sie unkonventionelle Instrumente nutzen und diese mit neuen Spieltechniken sowie elektronischen Geräten und anderen bizarren Aktionen zusammenbringen.

Der Schlagzeuger Michael Weilacher (*1969) studierte an der Eastman School of Music und der Cincinnati Conservatory of Music, wo er in diversen Rock Bands und Orchestern spielte, um anschließend in die Niederlande zu gehen. Dort erhielt er sein Masterdiplom in Musikperformance am Konservatorium Rotterdam. Seit 1993 in Belgien ansässig, spielte und trat er mit unterschiedlichen Ensembles und Performancegruppen auf, wie beispielsweise Ictus Ensemble, Blindman Quartet and De Rosas (Brüssel), Musique Nouvelle (Mons), Musikfabrik (Köln), dem Royal Flemish Philharmonic Orchestra und der Flemish Opera (Antwerpen). Seine Arbeit als Soloschlagzeuger ermöglichte ihm die Zusammenarbeit mit den Komponisten Mauricio Kagel, James Wood, Steve Reich, Helmut Lachermann, Volker Staub und Karel Goeyvaerts. Zur Zeit lebt er in Berlin und musiziert dort regelmäßig mit der Sasha Waltz&Guest Tans Compagnie, dem Kammerensemble Neue Musik Berlin und der Musikfabrik NRW und ist zusätzlich sowohl als aktiver Studiomusiker als auch Komponist für Filmmusik und Performances tätig.


WARBLE haben die letzten Jahre gemeinsam als Improvisations- und Kompositionsduo hauptsächlich in Berlin und New York gearbeitet. Ihr neuestes Werk COO entstand 2015 während ihrer Künstlerresidenz auf dem Schloss Akademie Solitude. In ihrer Musik porträtieren sie das Innere und Äußere ihrer Musik durch Verstärkung ihrer Instrumente. Warble arbeiten mit äußerst reduziertem Klangmaterial und der graduellen Transformation von einem Klangraum zum anderen, um diese schließlich mit Dröhnen, Luftklängen, Trommelschlägen, pfeifenden Obertönen, Klopfen und aufeinander rauschenden Klangfarben zu umhüllen.

Brad Henkel (*1985) ist Trompeter und Komponist, der vor Kurzem aus New York nach Berlin umgezogen ist. In seiner Arbeit verknüpft er Komposition und Improvisation mit neuen und innovativen instrumentalen Techniken und Performance Kunst. Er ist Mitbegründer der 2011 gegründeten Prom Night Records, ein von Künstlern geführtes Musiklabel in den USA, das bis heute bereits 21 Veröffentlichungen herausgebracht hat. In Köln co-kuratiert er die Konzertserie „Luftbrücke“, die sich zum Ziel gesetzt hat, junge experimentelle Musik aus den USA nach Köln zu bringen, um einen Dialog zwischen verschiedenen Musikszenen zu ermöglichen.