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April 2012


Mittwoch, 4. April 2012, 19:30 Uhr, Eintritt 5 Euro / Erm. 4 Euro
Junge Lyrik aus Island

Lesung mit Kári Páll Óskarsson, Haukur Már Helgason und Bergþóra Snæbjörnsdóttir
Die Schauspielerin Karen Sünder liest die deutsche Übersetzung


Die isländische Literaturszene ist ausgesprochen vielfältig, dennoch sind die meisten in ihrem Heimatland schon anerkannten Lyriker in Deutschland noch gänzlich unbekannt - zu Unrecht! In der Lettrétage bekommen nun Jungpoeten aus Island die Gelegenheit, ihre Lyrik einem interessierten Publikum vorzustellen. Sie werden zum einen aus ihren bisher veröffentlichten Gedichtbänden lesen, zum anderen wird jedoch auch ein Blick auf vorliegende Übersetzungen gewährt. Freuen Sie sich also auf einen abwechslungsreichen Abend voller junger isländischer Stimmen, die es sich zu hören lohnt!

Kári Páll Óskarsson (* 1981) studierte Englisch und Französisch an der Universität Island. Er arbeitet heute als Übersetzer für das isländische Außenministerium. Er veröffentlichte Gedichte, Gedichtübersetzungen, Artikel und Rezensionen in zahlreichen Zeitschriften. Es erschienen bisher zwei Gedichtbände: Oubliette (2007) und Með villidýrum (2008).

Haukur Már Helgason (* 1978) gründete gemeinsam mit Eiríkur Örn Norðdahl das Dichterkollektiv Nýhil und publizierte auch unter diesem Label. Sein erster Roman Svavar Pétur & 20. öldin (Svavar Pétur & das 20. Jahrhundert) erschien im Jahr 2006. 2009 veröffentlichte er seinen letzten Gedichtband Rigningin gerir ykkur frjáls (Regen macht Euch frei). Helgason ist heute vor allem Filmemacher und präsentierte erst kürzlich seine gesellschaftskritische Doku "Ge9en" in Berlin. Er lebt zurzeit in Berlin, wo er Philosophie studiert und mit Literatur und Film experimentiert.

Bergþóra Snæbjörnsdóttir (* 1985) studierte Psychologie und Kreatives Schreiben an der Universität Island. Sie nahm in ihrem Heimatland bereits an zahlreichen Lesungen und Kunstfestivals teil und war Gründungsmitglied von Utúr, einer neuen Plattform für Autoren und Künstler. Im Herbst 2011 veröffentlichte sie ihren ersten Gedichtband Daloon dagar (Daloon Tage). Derzeit lebt sie in Berlin, wo sie zusammen mit anderen Künstlern aus Berlin und Reykjavik an einem Performance-Projekt arbeitet.

Karen Sünder studierte nach einer klassischen Ballettausbildung bei der Royal Academy of Dance Schauspiel in Paris und Berlin und absolvierte darüberhinaus ein Studium der Theaterwissenschaft und Komparatistik. Neben diversen freien Theaterprojekten führten sie Gastengagements unter anderem an die Städtischen Bühnen Münster, das Théâtre de l´Europe in Paris, die Bayreuther Festspiele und das Berliner Hebbel am Ufer. Seit 1999 lebt sie als freie Schauspielerin und Sprecherin in Berlin. Karen Sünder ist ausgebildete Studiosprecherin und nicht nur bei regelmäßigen Livelesungen zu hören, sondern auch in diversen Hörbuchproduktionen, sowie im Voiceover- und Synchronbereich.





Mittwoch, 11. April 2012, 19:30 Uhr, Eintritt frei
Ostergewitter

Saskia Fischer stellt ihren Debütroman vor
Buchpremiere in Kooperation mit dem Suhrkamp Verlag





Ein Osterfest wie aus dem Bilderbuch: das Wetter prächtig und die ganze Familie versammelt um den Ostersonntagmittagstisch. Da kippt Aleit, blauverfärbt und speichelschäumend, auf die Schulter ihres Stiefvaters – ein epileptischer Anfall. Ohne Grunderkrankung, doch nicht ohne Grund. Die Ärzte zucken die Schultern, aber Aleit schaut genauer hin. Was sie sieht, ist der Genesung nicht zuträglich: Der eigene Mann versteckt sich hinter Jointschwaden, die Schwester hinter ihrer Unschuldsmiene; die Mutter vergräbt sich in den Erstlesebüchern aus der DDR-Schulzeit ihrer Kinder, und der Stiefvater verschwindet mit Aleits fünfjähriger Tochter in seinem verdunkelten Zimmer. Schon fährt der nächste Blitz Aleit ins Gehirn, und dergestalt erleuchtet, sieht sie die Chance gekommen, mit den Verleugnungsstrategien ihrer Familie endlich aufzuräumen…
Wütend, unversöhnlich, voller Sarkasmus: In ihrem Romandebüt Ostergewitter schleudert Saskia Fischer Blitze und setzt ein Familienidyll, das in Wahrheit die Hölle ist, in Flammen.

Saskia Fischer wurde 1971 in Schlema im Erzgebirge geboren. 1986 zog sie mit ihrer Familie nach Nordrhein-Westfalen. Sie studierte kurzzeitig Germanistik und Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften an der Ruhruniversität Bochum und war in verschiedenen literaturvermittelnden Institutionen tätig. 2008 veröffentlichte sie ihren ersten Gedichtband Scharmützelwetter. Mit Ostergewitter folgt nun ihr Debütroman.



Samstag, 14. April 2012, 19:30 Uhr, Eintritt 5 Euro / Erm. 4 Euro
Außer sich

Die mehrfach ausgezeichnete Schweizer Autorin Ursula Fricker schildert die Geschichte einer starken Liebe.
Diese Veranstaltung wird unterstützt von der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia




Sebastian erleidet einen Schlaganfall – und im Leben eines Architektenpaars ist nichts mehr, wie es war. Seine Freundin Katja hofft zunächst, Sebastian mit ihrer Liebe zurück ins Leben holen zu können. Aber erkennt er sie überhaupt noch? Wo sind die Bilder der Erinnerung, die Pläne für die Zukunft, Wünsche und Träume? Ist das noch Sebastian?

In Außer sich schildert die mehrfach ausgezeichnete Schweizer Autorin Ursula Fricker die Geschichte einer starken Liebe. Das Buch erzählt von Katjas einsamer Auseinandersetzung mit den Grenzen ethisch-moralischer Grundsätze, folgt ihrem Weg hin zu einer endgültigen Entscheidung. Der Roman wurde von der UBS-Kulturstiftung sowie von Stadt und Kanton Schaffhausen gefördert. In der Begründung hieß es: "In ihrem neuen Romanmanuskript […] nimmt sich die Autorin eines äußerst heiklen, von der Gesellschaft gemiedenen Themas an: der Würde des menschlichen Lebens in Extremsituationen. Der Text verspricht, ethisch moralische Grenzlinien auf der Schnittstelle von Bewusstsein und Unterbewusstsein intensiv und schonungslos zu beleuchten."

Ursula Fricker, geboren 1965 in Schaffhausen, lebt als freie Autorin in der Nähe von Berlin. Ihr vielbeachtetes Debüt Fliehende Wasser wurde 2004 mit dem Einzelwerkspreis der Schweizerischen Schillerstiftung und mit dem Werkjahr der Stadt Zürich ausgezeichnet. 2009 erschien ihr zweiter Roman Das letzte Bild. Daneben veröffentlichte sie verschiedene Anthologiebeiträge und Reportagen, u.a. für die "SZ am Wochenende" und den "Freitag".



Mittwoch, 18. April 2012, 19:30 Uhr, Eintritt 5 Euro / Erm. 4 Euro
Lyrik des hohen Tons

Leon Hempel stellt sein Sachbuch Stillstand und Bewegung - Hoher Stil in der Lyrik Ost- und Westdeutschlands vor


Mit dem Ziel, sich vom Pathos der Nazis abzusetzen, beansprucht die deutsche Lyrik nach 1945, einen neuen Ton zu finden. Klassische regelhafte Formen, aber auch historisch-mythischer Anspruch und entsprechende Themen grundieren und ornamentieren diesen Ton, abseits der "Trümmerlyrik".
Anhand der Gedichte von Autoren wie Johannes Bobrowski oder Karl Mickel illustriert der Literaturwissenschaftler Leon Hempel in einem Vortrag die Entwicklung des hohen Tons im 20. Jahrhundert Ost- und Westdeutschlands. Im Leseteil werden verschiedene Beispiele des deutschsprachigen hohen Tons von Klopstock bis Popp zu Gehör gebracht.

Leon Hempel, geboren 1970 in Berlin, studierte Vergleichende Literaturwissenschaft und Politikwissenschaft an der Technischen Universität Berlin und ist seit 1999 als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentrum Technik und Gesellschaft tätig.



Samstag, 21. April 2012, 19:30 Uhr, Eintritt 5 Euro / Erm. 4 Euro
Kometen

Elisabeth Hager präsentiert ihren Debütroman.


Bubi Bergerer, eine junge Frau, kippt von einem Tag auf den nächsten aus ihrer Umlaufbahn. Das Dasein, welches sie sich in Berlin aufgebaut hat, wird ihr zu eintönig. Kurzerhand stellt sie ihr ganzes Leben auf dem Kopf: Sie trennt sich von ihrem Freund, verlässt die Stadt, geht zurück nach Tirol, erfährt, dass sie schwanger ist und ihr Vater eigentlich ein anderer, und dass sich Lebensgeschichten tatsächlich wiederholen können. Bubi zieht sich zum Nachdenken auf eine Alm zurück, gewinnt Klarheit und geht auf eine zweite Reise, die sie auf der Suche nach ihrem Vater über die Alpen nach Italien trägt.

Elisabeth Hager porträtiert in ihrem Roman Kometen eine junge Frau, die ihren Platz im Leben noch nicht gefunden hat. Mitreißend und temporeich schildert sie Begebenheiten aus dem Leben der Bubi Bergerer. Ein fulminantes Erstlingswerk, das man sich nicht entgehen lassen sollte!

Elisabeth Hager, geboren 1981 in St. Johann in Tirol, studierte Komparatistik, Germanistik und Philosophie in Innsbruck, Aix-En-Provence und Berlin. Sie veröffentlichte bereits Lyrik und Prosa in Literaturzeitschriften und Anthologien. Neben einer Tätigkeit als Regieassistentin, freie Journalistin und Bloggerin veranstaltet sie regelmäßig die Berliner Performance-, Klangkunst- und Lesebühne "Avantgarden of Eden". Kometen ist ihr Debütroman. Hager lebt und arbeitet in Berlin.



Samstag, 28. April 2012, 19:30 Uhr, Eintritt frei
Spur der Stimmen – Unterwegs zu Johannes Bobrowski

Klaus Völker liest Texte von Johannes Bobrowski. Michael Augustin präsentiert O-Töne von Bobrowski und Freunden.


Die Johannes-Bobrowski-Gesellschaft wurde 2000 in Berlin gegründet. Die Gesellschaft will die Erinnerung an den deutschen Lyriker und Erzähler Johannes Bobrowski bewahren und dazu beitragen, sein Werk zu verbreiten und dessen Verständnis zu vertiefen. Sie ist der völkerverbindenden Intention seines Schreibens und der Förderung der deutschen Literatur der fünfziger und sechziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts verpflichtet.
Klaus Völker liest zu Ehren des großen deutschen Dichters Texte von Johannes Bobrowski. Michael Augustin präsentiert O-Töne von Bobrowski und seinen Freunden (u. a. Christoph Meckel, Günther Bruno Fuchs, Hans Werner Richter und Robert Wolfgang Schnell).