März 2012 / April 2012 / Mai 2012 / Juni 2012/ Lesereihen



Mai 2012


Mittwoch, 2. Mai 2012, 19:30 Uhr, Eintritt 5 Euro / Erm. 4 Euro
Das Literaturjournal WORTWUCHS stellt seine neue Ausgabe vor

Es lesen: Robert Loth, Linus Westheuser, Rike Scheffler u.a.


Das WORTWUCHS Literaturjournal feiert den Release seiner 7. Ausgabe mit der Lettrétage. WORTWUCHS erscheint seit 2008 halbjährlich und versammelt Lyrik, Prosa und Essays zu einem zuvor ausgeschriebenen Thema. Diesmal u.a. mit Texten von Linus Westheuser, Rike Scheffler, Lea Schneider, Robert Loth, Anja Kampmann, Fabian Hischmann, Sandra Gugic, Kathrin Bach und der ein oder anderen Überraschung.

Linus Westheuser (*1989) studiert nach Aufenthalten in Oldenburg und London Sozialwissenschaften in Berlin. Er ist Mitglied der Lyrikgruppe G13, die er 2009 mitgründete. Veröffentlichungen in randnummer und Belletristik. Seine Gedichte erscheinen in der Anthologie 40 % paradies. Gedichte der Lyrikgruppe G13.

Anja Kampmann (*1983) lebt in Berlin. Sie studierte in Hamburg Politik und Sport und schloss ihr Studium am Deutschen Literatur­institut Leipzig 2009 in den Fächern Lyrik und Prosa mit einer Erzählung ab.Von 2006-2008 war sie Redaktionsmitglied der Literatur­zeitschrift Carpe PlumBum. Veröffentlichungen in Anthologien und Literatur­zeit­schriften, darunter Bella Triste, Tipp­gemeinschaft und Akzente.

Kathrin Bach (*1988) ist in der hessischen Provinz aufgewachsen und in die niedersächsische Provinz umgezogen. Dort: Studium der Kulturwissenschaften & Ästhetischen Praxis. Liest, Schreibt Briefe, regelmäßiger Lyrik und Prosa. Finalistin beim Prosanova-Wettbwerb 2011.



Samstag, 5. Mai 2012, 19:30 Uhr, Eintritt 5 Euro / Erm. 4 Euro
g13 - DAS TOURPROGRAMM

Mit Musik von Julius Helm
Es lesen Max Czollek, Paula Glamann, Helene Könau, Tabea Xenia Magyar u.a.


Seit 2009 versammelt die Berliner Lyrikgruppe G13 junge Dichterinnen und Dichter. Jetzt ist sie zum zweiten Mal auf Tour und wieder zu Gast in der Lettrétage. In einer interaktiven Lesung präsentieren die Schreibenden ein breites Spektrum ihres aktuellen Schaffens. In einer Vielfalt von Ansätzen kommen Form und Rhythmus zusammen, die Poesie erklingt in den hohen Gemäuern der Lettrétage.






Mittwoch, 9. Mai 2012, 19:30 Uhr, Eintritt frei
Innenansichten - Ein Panorama in Gedichten

Italienische Gegenwartslyrik in der Lettrétage
Es lesen: Andrea Inglese, Plinio Perilli und Nina Maroccolo

Die Veranstaltung wird gefördert vom Italienischen Kulturinstitut






2010 fand in der Lettrétage mit freundlicher Unterstützung des Italienischen Kulturinstituts die Präsentation des römischen Verlagsprojekts "La Camera Verde" statt. An einem Leseabend wurde dem deutschen Publikum eine Auswahl des Programms dargeboten. Angereist waren der Verleger sowie drei Autoren. Die Reaktionen auf diesen ersten Abend der Begegnung von deutschen und italienischen Literaten bzw. Lesern in der Lettrétage waren überwältigend. Sofort wurde über eine Anschlussveranstaltung nachgedacht.
Geplant ist das erneute Aufeinandertreffen italienischer LyrikerInnen an einem Abend der Begegnung, mit öffentlicher Lesung. Über das Begegnen hinaus ist die Publikation einer kleinen panoramatisch angelegten Anthologie geplant. Die Idee: Die eingeladenen AutorInnen suchen jeweils noch einen anderen italienischen Lyriker aus. Alle Texte des Buches sollen zweisprachig abgedruckt werden. So entsteht für das deutsche Lesepublikum eine Innenansicht – Ein Panorama in Gedichten / visti dall'interno - un panorama poetico, eine dokumentarische Anthologie gegenwärtiger Strömungen in Italien, die zur Lesung vorliegen wird.



Samstag, 19. Mai 2012, 19:30 Uhr, Eintritt 5 Euro / Erm. 4 Euro
Die Magie der Sprache

Die beiden Poetenladen-Autorinnen Katharina Bendixen und Marie T. Martin entführen uns in poetische Traum- und Alltagswelten


Katharina Bendixen verbindet in ihren Erzählungen surreale Momente mit einer realistisch präzisen Sprache. Mit leisen unaufdringlichen Tönen und einer Zärtlichkeit für die Figuren spürt Katharina Bendixen der Abgründigkeit menschlicher Existenz nach. Dabei bricht oftmals das Magische in den Alltag ein und verleiht den streng geformten Texten eine poetische Intensität. Ein Paar, das sich entfremdet hat, spricht nur noch in Floskeln, eine junge Frau muss auf der Beerdigung ihrer Mutter lachen, eine andere möchte vor einem Krieg, den es gar nicht gibt, im Wald Schutz suchen.
Marie T. Martin legt nach ihrem fulminanten Prosadebüt Luftpost nun ihren ersten Band mit Gedichten vor. Die in Wisperzimmer enthaltenen Gedichte wissen den Leser auf eine Art zu berühren, wie es in der heutigen Lyrik selten der Fall ist. Im Bewusstsein der Vergänglichkeit, auch der Vergänglichkeit des Schönen, gelingen ihr fragile poetische Gebilde: verletzlich, tröstlich und heilsam. Ihre Gedichte wagen den Anruf und Anklang an die Epoche der Romantik und scheuen sich nicht vor einem wahren Pathos, das alle Zeit Kennzeichen großer Dichtung war und ist.

Katharina Bendixen, geboren 1981 in Leipzig, studierte Buchwissenschaft und Hispanistik. Sie ist Redakteurin der Literaturzeitschrift poet. Für ihre Texte erhielt sie eine Reihe von Auszeichnungen, u.a. den Debütpreis des Poetenladen (2005), den erostepost-Literaturpreis (2007) sowie ein Stipendium der Kulturstiftung des Freistaats Sachsen (2009). Nach ihrem Debüt Der Whiskyflaschenbaum (poetenladen 2009) erschien 2012 ihr zweiter Erzählband Gern, wenn du willst. 2008 gab sie die Prosa-Anthologie Quietschblanke Tage, spiegelglatte Nächte heraus. Bendixen lebt als Autorin und Journalistin in Leipzig.

Marie T. Martin, geboren 1982 in Freiburg, studierte am Deutschen Literaturinstitut Leipzig und absolvierte eine Ausbildung zur Theaterpädagogin. Sie lebt in Köln. 2007 erhielt sie den Förderpreis des MDR-Literaturwettbewerbs und 2008 das Rolf-Dieter-Brinkmann-Stipendium. 2010 war sie Stipendiatin der Stadt Köln in Istanbul. Nach ihrem Erzählband Luftpost (poetenladen 2011) erscheint mit Wisperzimmer nun ihr Lyrikdebüt.



Mittwoch, 23. Mai 2012, 19:30 Uhr, Eintritt 5 Euro / Erm. 4 Euro
Andere Namen

Christine Pfammatter liest aus ihrem neuen Erzählband


Christine Pfammatter liest aus ihrem neuen Erzählband. Nachdem Christine Pfammatter ihre Neuübersetzung von James Laughlins Gedichten in der Lettrétage präsentierte, kommt sie nun mit ihrem neuen Erzählband Andere Namen wieder zu uns.

Kunst oder Leben? Auf den ersten Blick handeln Christine Pfammatters Geschichten von Malerei, Musik oder Schriftstellerei. In Wirklichkeit setzt sie ihren Figuren existentielle Fragen wie eine Pistole auf die Brust: Sinn zu entdecken im Absurden, Heilendes zu finden im Kaputten. Musen und Museen, Freunde und Fiktionen führen den Leser übers Berliner Pflaster wie auch in den Schnee, nach Prag oder an den Genfer See. Am Ende geht es um die Sprache selbst, um ihr unlüftbares Geheimnis, Handwerk des Lebens zu sein, oder anders gesagt: es geht darum, von der Schönheit zu sprechen.

Christine Pfammatter ist gebürtige Schweizerin und lebt in Berlin. Nach einem Studium der Philosophie, Literatur und Kunstgeschichte in Bern und Fribourg veröffentlichte sie schon in diversen Literaturzeitschriften, wie manuskripte und entwürfe und in der Anthologie Natürlich die Schweizer!. Andere Namen ist Pfammatters zweites Prosawerk.




unterstützt von der Kulturförderung des Kantons Wallis





Freitag, 25. Mai 2012, 19:00 Uhr, Eintritt 5 Euro / Erm. 4 Euro
Heimat in der Fremde – fremde Heimat

Die Rückkehr von Anna Seghers und Franz Fühmann aus Emigration und Kriegsgefangenschaft

Mit: Elisabeth Richter-Kubbutat (Schauspielerin), Christel Berger, Ursula Elsner, Monika Melchert (Literaturwissenschaftlerinnen) und Paul Alfred Kleinert (Schriftsteller)

Anna Seghers (1900-1983) und Franz Fühmann (1922-1984), zwei Dichter, die die deutsche Literatur entscheidend geprägt haben, wählten ihren Wohnsitz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs in Berlin und engagierten sich für den Aufbau einer demokratischen Gesellschaftsordnung in der DDR. Die eine kehrte als Schriftstellerin von Weltruhm nach 14 Jahren Exil in die Stadt zurück, in der sie ihre Kinder geboren, 1928 den Kleist-Preis bekommen und bis 1933 als Autorin gewirkt hatte, der andere stand am Anfang seines Schaffens, das am Ende eine große Vielfalt, Tiefe und Authentizität aufwies. Beide starben kurz hintereinander 1983 und 1984, Seghers, von der offiziellen Kulturpolitik hofiert, Fühmann beargwöhnt – beide von ihren Leserinnen und Lesern verehrt. Wie erlebten Sie ihren Neuanfang im Nachkriegsdeutschland? Was bedeuteten ihnen Heimat und Sprache? Wie nahmen sie einander wahr – im Schriftstellerverband und in den alltäglichen Auseinandersetzungen im geteilten Land?

Anna Seghers, geboren 1900, mit bürgerlichem Namen Netty Radványi, studierte Geschichte, Kunstgeschichte und Sinologie. Unter ihrem Pseudonym veröffentlichte sie mehrere Romane. Mit das Das siebte Kreuz wurde sie weltberühmt. Während der Nazi-Zeit waren die Werke der Autorin jüdischer Konfession jedoch in Deutschland verboten. Sie starb 1983 in Ost-Berlin.





Franz Fühmann, geboren 1922, lebte und wirkte als (Nach-)Erzähler, Essayist und Kinderbuchautor in der DDR. In seiner Jugend durch den Nationalsozialismus geprägt, wurde er nach dem Krieg Anhänger des Sozialismus, verhielt sich allerdings zunehmend kritisch gegenüber der Entwicklung der DDR, von der er in seinen späten Jahren bitter enttäuscht war. 1984 starb er in Ost-Berlin.




Elisabeth Richter-Kubbutat, studierte Schauspiel an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ Berlin. Nach ihrem ersten Engagement am Meininger Theater ging sie nach Berlin und spielte am Deutschen Theater, Maxim Gorki Theater und Berliner Ensemble. Sie arbeitete für Film und Fernsehen, war Mitbegründerin des Hackeschen Hoftheaters und wirkte mit an Uraufführungen experimenteller Theaterprojekte junger Künstler. 1995 begann sie mit der Erarbeitung szenischer Lesungen. Ihre Auseinandersetzung mit dem Werk Franz Fühmanns führte sie zum „Freundeskreis Franz Fühmann“.

In Kooperation mit der Anna Seghers Gesellschaft und dem Franz-Fühmann Freundeskreis,
mit freundlicher Unterstützung der Zentral- und Landesbibliothek Berlin.




Mittwoch, 30. Mai 2012, 19:30 Uhr, Eintritt 5 Euro / Erm. 4 Euro
Wirklichkeit - Exit

Die Autorinnen Karla Schmidt und Anja Kümmel erkunden in ihren Romanen die Bedingungen von Identitätskonstruktion


Was passiert, wenn ich aus einer Wirklichkeit heraustrete und in eine andere gerate? Wenn ich meine gewohnte Realität verlasse, bleibe ich dann derselbe Mensch? Oder ändert sich die Wirklichkeit, weil sich etwas in mir verändert hat? In ihren Romanen „Lügenvögel“ und „Träume Digitaler Schläfer“ erkunden die Autorinnen Karla Schmidt und Anja Kümmel die Bedingungen von Identitätskonstruktion und Selbstermächtigung. Ihre Figuren fallen von einer Zeit in die andere, von einer Welt in die nächste, bis sie erkennen, dass sie dem Leben nicht hilflos ausgeliefert sind. Und mehr noch: Ein Bruch mit dem Bisherigen muss her.
„We are here to change the world.“ (Captain EO, 1986)

Anja Kümmel studierte Gender Studies und Spanisch in Los Angeles, Madrid und Hamburg. Seit 2011 lebt sie in Berlin. Nach drei Romanen, La Danza Mortale (2004), Das weiße Korsett (2007) und Hope’s Obsession (2008), erscheint nun ihr viertes Buch, die Zukunftsdystopie Träume Digitaler Schläfer, im thealit Verlag, Bremen.

Über Träume Digitaler Schläfer:
Sieben Jahre nach Ende des dritten Weltkriegs. Wirtschaftskonzerne regieren den ehemaligen Nordblock. Geschlechterunterschiede gibt es nicht mehr. Zumindest an der Oberfläche. Ashur und Elf leben im Untergrund. In virtuellen Räumen, in U-Bahn-Schächten, in der Kanalisation. Obwohl sie einander nicht kennen, haben sie etwas gemeinsam: Sie träumen. Von vergangenen Zeiten, von sich, voneinander, in veränderter Gestalt. Ashur wird Adina wird Ana Luz. Elf wird Emrys wird Eva. Und nichts ist mehr, wie es schien.

Karla Schmidt hat in Berlin Kultur- und Theaterwissenschaft studiert. Bisher hat sie zwei Psychothriller (Piper) und unter dem Pseudonym Charlotte Freise einen historischen Roman (Rowohlt) veröffentlicht. Für die Erzählung Weg mit Stella Maris erhielt sie 2009 den Deutschen Science-Fiction-Preis.

Über Lügenvögel:
2012: Nach der Diagnose eines Hirntumors verliert Jans Leben immer mehr an Konsistenz. Bei einer Reise ans Meer rutscht er in eine andere Wirklichkeit, in der er schon vor Jahren gestorben ist. 1986: Jans große Schwester Kristina beschäftigt sich zwanghaft mit den Folgen des Tschernobyl-Unfalls, der Strahlentod des ganzen Kontinents wird für sie immer mehr zur Gewissheit. In einem tödlichen Alleingang will sie die Katastrophe verhindern. 2054: In einem postapokalyptischen Russland treffen Jan und Kristina seit ihrer Kindheit erstmals wieder zusammen, in einer Wirklichkeit, in der keiner von ihnen gestorben ist. Doch sie beginnen zu begreifen, dass der Preis für ihr Überleben hoch ist. Zu hoch?